Cornel Gil-Lerma

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Cornel Inácio Collar Gil-Lerma de Moral (*1821; †1900) war ein sagradischer Politiker und Staatsmann. Zu Zeiten der konstitutionellen Monarchie war Gil-Lerma Minister in mehreren Regierungen und Mitglied der königlichen Abgeordnetenkammer, wo er zu den Führungspersönlichkeiten des Partíu Liberal zählte. Während der Januarrevolution 1891 spielte er eine tragende Rolle im Übergang von der Monarchie zur Republik und wurde am 27. Januar 1891 von der Abgeordnetenkammer nach der Absetzung der Regierung Montxerent zum Präsidenten eines provisorischen Exekutivkomitees bestimmt. Als solcher fungierte Gil-Lerma von Januar bis August 1891 als provisorischer Regierungschef und seit April 1891 auch als provisorischer Staatschef. Unter seiner Führung kam es im April 1891 zu Neuwahlen zur Nationalversammlung und zur Abdankung von König Philipp X.

Obwohl Gil-Lerma häufig als einer der Wegbereiter der Republik angesehen wird, war er selbst Anhänger einer konstitutionellen Monarchie und sah das republikanische Regiment als Übergangslösung an. Seine Regierung verhandelte daher zunächst mit Philipp X. über die Anerkennung der Januarresolutionen und nach dessen Abdankung im April 1891 mit seinem Sohn José Filipe über eine Thronbesteigung. In diesen Verhandlungen pochte er auf der Anerkennung der parlamentarischen Rechte und strebte die Konsolidierung einer parlamentarisch dominierten Monarchie an. Eine Ausrufung der Republik konnte er im Jahr 1891 aktiv verhindern.

Daneben versuchte Gil-Lerma das Regiment der Nationalversammlung auch gegen die radikalen Kräfte zu verteidigen, die auf eine umfassendere soziale Revolution hinarbeiteten. Die Regierung Gil-Lerma musste sich dabei besonders der radikalen Rätebewegungen in Semest, Tulis und anderen Großstädten erwehren, die darauf hinarbeiteten, das bürgerliche Regime zu stürzen, die Eigentumsordnung zu ändern und eine radikaldemokratische Räterepublik mit sozialistischem Profil zu errichten. Nachdem die Kämpfe im Sommer 1891 eskaliert waren, trat Cornel Gil-Lerma im August 1891 zusammen mit dem von ihm geleiteten Exekutivkomitee zurück. Die Nationalversammlung übertrug daraufhin dem Militär die Regierungsgewalt und benannte General Luis María de Castós zum provisorischen Regierungschef mit diktatorischen Vollmachten.

Gil-Lerma kehrte im Dezember 1891 als Außenminister in den Regierungsrat von Francès de Píu-Castellán zurück. Als Außenminister gehörte er 1893 auch der ersten republikanischen Regierung unter José-León Delacrûce an. In der Folge distanzierte sich der Monarchist Gil-Lerma zunehmend von der republikanischen Mehrheit in der Nationalversammlung, die nun von Personen wie Damián Carnales, Lorís Manuel und Francisco de Brentano angeführt wurde, und zog sich schließlich aus der aktiven Politik zurück.