Unión Nacional

Aus Sagradien
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Die Unión Nacional del Ordre Costitucional (Nationale Union der konstitutionellen Ordnung) war zu Beginn der Zweiten Sagradischen Republik eine politische Strömung und seit 1899 größte Fraktion der politischen Rechten in Sagradien. Obwohl es sich bei der Unionistischen Strömung um keine organisierte Partei im modernen Sinn, sondern um eine locker gefügte Gruppierung auf parlamentarischer Basis handelte, wird sie oft auch als Unionistische Partei oder als Unión Conservador bezeichnet.

Die Unionisten waren eine großbürgerliche Mitte-Rechts-Gruppierung mit einer konservativen politischen Plattform und standen damit in der Tradition des Partíu Conservador der konstitutionellen Monarchie. Sie vereinten in ihren Reihen gemäßigt-monarchistische, katholische und bürgerlich-konservative Abgeordnete, die bereit waren auf dem Boden der republikanischen Verfassung zu arbeiten. Das unterscheidet sie von dem antirepublikanischen und rechtsextremen Partíu Nacional Renovador.

Aus Reihen der Unionisten kamen zwischen 1903 und 1909 mehrere Regierungschefs innerhalb der katholisch-nationalistischen "Koalition der Moral". Der Versuch einer unionistischen Parteigründung im Jahr 1907 in Form des Partíu Republicano Conservador (PRC) scheiterte letztlich an der inneren Spaltung der Gruppierung und führte schließlich zur Erosion des konservativen Lagers.

Gründung der Unionistischen "Partei" und Koalition der Moral

Die Unionistische Partei entstand infolge des gescheiterten Putsch von 1898, der die offene Gegnerschaft zur Republik und das Eintreten für die Wiedereinführung der Monarchie öffentlich weitgehend diskreditierte. Frühere Gegner der Republik und Vertreter des katholischen Großbürgertums suchten daher eine neue politische Plattform und schlossen sich noch Ende 1898 zu einem lockeren parlamentarischen Bündnis zusammen. Bei der Parlamentswahl 1899 traten bereits Wahlkomitees der Union in Erscheinung, die auf nationaler Ebene nur locker koordiniert waren, mit 96 Mandaten aber bereits dritte Kraft in der Nationalversammlung wurden. In der Opposition zur neuen radikal-liberalen Mehrheit, die sich anschickte, eine strikte Trennung zwischen Staat und Kirche sowie eine umfassende Landreform zu verabschieden, kam es zur Festigung der Unionistischen Fraktion zu einer dauerhaften Parteivereinigung.

In der Opposition kam es zudem zur weiteren Zusammenarbeit der Unionisten mit der offen antirepublikanischen Rechten. Gemeinsam mit den monarchischen Kräften opponierten die Unionisten gegen die Reformpolitik der Linken und positionierte sich so im anti-laizistischen Lager, das sich bei der Parlamentswahl 1903 dank einer gezielten Bündnisstrategie gegen die Linke durchsetzen konnte. Der Unionist Miquel Fernando Luisanto wurde nun Regierungschef und bildete eine "Regierung der Moral" zusammen mit der nationalistischen Bewegung Daniel Lafontáns und Vertretern der ultrakonservativen Rechten.

Spaltung 1905/07

Das Bündnis der Rechten blieb jedoch nicht spannungsfrei. Bei den Präsidentschaftswahlen 1905 konnte sich die Mehrheit zunächst nicht auf einen gemeinsamen Bewerber einigen. Die Union hielt an ihrem Bewerber Joán Martêu fest, konnte aber keine Mehrheit für diesen sichern. Im dritten Wahlgang kam es schließlich zu einer Spaltung der Fraktion. Die offizielle Parteiführung hielt an Martêu fest, während sich eine Minderheit unter Führung von Francisco Britón für den von den anderen Rechtsparteien vorgeschlagenen Kompromisskandidaten Joán Cardinal aussprach, der schließlich auch die meisten Stimmen auf sich vereinte. Das Verhältnis zwischen der Parteiführung um Luisanto und der Minderheit um Britón blieb danach gespannt. Im Vorfeld der Parlamentswahlen 1907 kam es schließlich zur Parteispaltung und zu einer Reihe von Konkurrenzkandidaturen der beiden Unionistischen Faktionen, die teilweise als „Unión Republicana“ und „Partíu Unionista“ gegeneinander antraten. Nach der Wahl konstituierten sich zwei getrennte Fraktionen im Parlament, von denen überraschend die Britóns eine Mehrheit an Abgeordneten hinter sich sammeln konnte. Die von Britón geführte Fraktion nannte sich zunächst ebenfalls Grupo Unionista, musste sich bald aber umbenennen, woraus der Partíu Republicano Conservador hervorging.

Partíu Republicano Conservador und Niedergang der Unionisten

Britón wurde von Joán Cardinal zum Ministerpräsidenten ernannt, die Alt-Unionisten traten dessen Mitte-Rechts-Kabinett erst wenige Monate später bei. Darüber entzündete sich aber erneut Streit in der Partei, sodass sich der liberale Flügel im Frühjahr 1908 der aus dem PRL hervorgegangenen Aliança Republicana anschloss. Mit der Spaltung der Partei zerbrach bald auch das Bündnis der Rechten. Der Bruch der Koalition im Jahr 1909 und die Auflösung der Kammern führte zu Neuwahlen, die für die Rechte zu einem Debakel wurde. Die als PRC antretenden Unionisten kamen zusammen auf nicht einmal 30 Abgeordnete, während die Parteien der Linken die Parlamentsmehrheit zurückerobern konnten. Die Führerschaft im rechten Lager hatte nun die katholische Volksaktion übernommen, die zur stärksten Kraft der Opposition wurde.

Der PRC Britóns versuchte danach noch einmal vergebens, an die Tradition der Unionisten anzuknüpfen und nannte sich seit den Wahlen 1913 Partíu Unionista, es konnten jedoch nur 27 Abgeordnete unter diesem Banner in die Kammer einziehen. Die nun als „Partíu Unionista“ firmierende Fraktion des PRC schloss sich im Vorfeld der Parlamentswahl 1917 der katholischen Volksaktion an und kandidierte mit dieser in einer Listengemeinschaft. Seitdem stand die PRC/PU in enger Abhängigkeit zur Volksaktion, ehe die dezimierte Partei 1924 zusammen mit der Acción Popular, dem Überbleibsel der alten Unionistischen Partei und anderen Rechtsparteien in der katholisch-konservativen Unión Popular aufging.

Parteiführer der Unionisten

Unión

Partíu Republicano Conservador (Partíu Unionista)