Gabriel X. Emil

Aus Sagradien
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Joseph Ludwig II. (von Sagradien) (José Luis II, *1762; †1819) war zweimal König von Sagradien (1797-1806 und 1813-1817). Sein Königtum wurde durch die napoleonische Phase unter Julien Bonaparte (1806-1813) unterbrochen. Nach seiner Rückkehr auf den Thron musste er im Konflikt mit den Ständen nach der Novemberrevolution 1817 erneut abdanken.

Jugend und Thronbesteigung

Joseph Ludwig Karl Maria Innozenz Antoninus von Vienne wurde 1762 in Semess als ältester Sohn von José Luis de Viena Duca de Alconía, dem zweiten Sohn König Gabriels VIII. von Sagradien, und dessen zweiter Frau Marie Elisabeth von Frankreich geboren. Zunächst trug er bis 1777 den Titel eines Herzogs von Bordez und stieg 1777 nach dem Tod seines Onkels Gabriel IX. und der Thronbesteigung seines Vaters als Joseph Ludwig I. zum Prinzen von Sarmay und damit zum sagradischen Thronfolger auf. 1783 heiratete er die Bourbonenprinzessin Marie Louise von Parma, die ihm 1784 mit dem Infanten Luis Gabriel einen Sohn schenkte. 1792-1795 führte sein Vater Joseph Ludwig I. Krieg gegen das revolutionäre Frankreich. Nach seinem Tod im Jahr 1797 folgte ihm sein Sohn Joseph Ludwig als Joseph Ludwig II. auf den Thron. Als 1799 der zweite Koalitionskrieg gegen das revolutionäre Frankreich ausbrach, nahm auch Sagradien unter Joseph Ludwig teil, scheiterte aber mit dem Versuch, die zuvor von Frankreich annektierten Gebiete in der Bretagne und in Amoria zurückzuerobern.

Auseinandersetzung mit Napoleon, Abdankung und Exil

In der Folgezeit gerieten der König und sein Leitender Minister, León António de Vequia, unter immer größeren Druck liberaler Kräfte, die eine Reformierung des absoluten Regierungssystems forderten. Aus Furcht vor einem Übergreifen der revolutionären Ideen auf Sagradien verschärfte er die innere Zensur immer stärker. Um die Gebiete im Nordosten wieder zu erlangen, trat Joseph Ludwig 1805 der neuen Koalition gegen den französischen Kaiser Napoléon I. bei und führte einen neuerlichen Krieg gegen Frankreich. Schnell geriet er auf die Verliererstraße. Nach der Schlacht von Menar im September 1805 musste Joseph Ludwig mit Frankreich einen Frieden schließen, der ihn völlig abhängig von Napoléon machte. 1806 kam es zu einem Aufstand gegen den König, der von seinem Sohn Luis Gabriel angeführt wurde. Joseph Ludwig beugte sich seinem 21-jährigen Sohn und seinen antifranzösischen Hintermännern und ernannte Joán Batista Colón Marquês de Lima zum neuen Minister. Napoléon fürchtete einen neuen Krieg mit dem offenkundig antifranzösischen Regime und zog mit einem neuen Heer nach Sagradien. Nachdem er siegreich war, erklärte Napoléon seinen Bruder Julien Bonaparte zum neuen König. Die Abdankung Joseph Ludwigs zugunsten seines Sohnes (von Legitimisten als Gabriel X. geführt) wurde unter diesen Umständen hinfällig, da dieser unmittelbar ins Exil nach Micolinien floh, während Joseph Ludwig sich selbst in den Folgejahren im französischen Château de Chambord aufhielt, wo er unter Kontrolle Napoleons gehalten wurde.

Rückkehr auf den Thron

Nachdem eine von den Provinzialständen abgesandte Delegation in Sagradien unter dem Druck der französischen Truppen Julien Bonaparte als neuen König anerkannt hatten, gingen einige Adlige als Exilanten nach Micolinien, um den Widerstand in Sagradien zu organisieren. Seit 1808 kam es zu Volksaufständen und Guerillakämpfen gegen die napoleonischen Truppen, die das Land als Aufmarschgebiet im Krieg gegen Micolinien nutzten. Nachdem der Widerstand aber unter den Anhängern Gabriels X. und denen Joseph Ludwigs gespalten war, kam es erst nach dem Tod Gabriels 1810 zu einer Wiedervereinigung der Widerstandsbewegung zugunsten Joseph Ludwigs, der nun von allen Antifrancistas, den Patriotas wie den Legitimistas als legitimer Monarch des Landes anerkannt wurde. Die im cuentesischen Diegue residierenden Vereinigten Stände erkannten Joseph Ludwig im Juli 1810 einmütig als König an, erarbeiteten gleichzeitig aber Vorschläge für eine liberale Verfassung, die einige Elemente der Verfassung Juliens übernahm. Unterstützt wurde die Widerstandsbewegung durch Micolinien und Grobritannien. Nach dem Sieg der alliierten Truppen gegen Napléon im Herbst 1813 und der Flucht Juliens nach Frankreich und dem Vertrag von Chambord zwischen Napoleon und Joseph Ludwig II. kehrte dieser wieder auf seinen sagradischen Thron zurück. Auf dem Wiener Kongress wurde er als legitimer Herrscher des Landes anerkannt.

Restauration, Septemberrevolution und erneute Abdankung

Auch die sagradischen Cortes erkannten ihn an, Joseph Ludwig aber verweigerte sich jeder Reform und war überzeugt, das Ancien Régime müsse wiederhergestellt werden. Er lehnte es ab, die von den Generalständen 1812 erarbeitete liberale Verfassung anzuerkennen, und setzte auch den Code Civil außer Kraft. Stattdessen wurde wieder zum alten landständischen Regierungssystem zurückgekehrt, das sich an keine konstitutionellen Prinzipien gebunden fühlte. Die folgenden vier Jahre werden daher als "Cuartênio Absoluta" bezeichnet. Die von den Cortes immer wieder gemachten Vorstöße zu einer konstitutionellen Charta wurden von Joseph Ludwig abgelehnt, woraufhin es im Herbst 1817 unter den alten Anhängern Gabriels und anderen Liberalen zu einem Aufstand gegen den König kam, der großen Anklang im Bürgertum fand und als Novemberrevolution in die sagradische Geschichte einging. Der König wurde gedrängt, einen liberalen Siebenerrat (Septimado) als Mit-Regierung einzusetzen, der als Stellvertretung der Cortes fungierte. Zudem wurden Wahlen zu neuen Cortes durchgeführt, die Ende November in Semess zusammentraten und eine Verfassung nach dem Muster der von 1812 erarbeiten sollten.

Den Aufstand in Sagradien und die folgenden als "Semanas Liberales" bezeichneten Wochen nutzte der micolinische König Karl XI. und führte unter dem Vorwand der Wiederherstellung der alten Ordnung ein neues Heer nach Golen. Joseph Ludwig, der zunächst unter dem Druck der Aufständischen umfassenden Reformen zugestimmt hatte, geriet nun unter zusätzlichen Druck, da ihm Konspiration mit Micolinien vorgeworfen wurde. Er erbat sich Hilfe von jüngsten Bruder Miguel Herzog von Vuelta, der den König zur Abdankung drängte. Joseph Ludwig dankte daraufhin zugunsten Miguel de Vueltas ab, den die Stände schließlich unter dem Namen Michael IV. zum neuen König erhoben. Joseph Ludwig flüchtete nach Spanien, wo er in der Folge bis zu seinem Tod 1819 lebte.