Democrâcia Crítica
| Democrâcia Crítica Kritische Demokratie | ||
| Parteisprecher | ||
| Gründung | 1969 (als Partíu Socialista de la Força Proletária) | |
| Auflösung | 1989 (Spaltung) 1993 (de facto) 1998 (de jure) | |
| Jugendorganisation | ||
| Ausrichtung | Marxismus Ökosozialismus Chabrolismus Pazifismus Maoismus (1969-1972) | |
| Position | Links | |
| International | ||
| Europapartei | ||
| EP-Fraktion | Regenbogenfraktion | |
| Farbe | rot | |
Die Democrâcia Crítica (kurz DC, deutsch Kritische Demokratie) war eine 1969 gegründete linksalternative, öko-marxistische Partei in Sagradien. Zunächst maoistisch geprägt, wurde sie später der undogmatischen Linken zugerechnet.
Die Ursprünge der DC liegen in der Studentenrevolte des Jahres 1968. Im Folgejahr 1969 gründete sich die Partei unter dem Namen Partíu Socialista de la Força Proletária und ging wesentlich aus dem antirevisionistischen Flügel des Sozialistischen Studentenbundes hervor, teilweise auch aus linksradikalen Splittergruppen des Studentenmilieus wie der Organisación Democrática Socialista (ODS), der Avangardia Operaia (AVO) und dem Cientro Marxista-Leninista Sagradês (CMLS). Die Partei war zunächst stark maoistisch geprägt, öffnete sich Mitte der Siebziger Jahre aber einem eher undogmatischen Kurs, der die Partei eng mit den Neuen Sozialen Bewegungen verband. Auf diesem Weg wurde die Partei zum Sammelbecken von undogmatischen Marxisten, Trotzkisten, Feministinnen, Ökosozialisten und anderen linksgerichteten Intellektuellen und konnte Ende der Siebziger Jahre einige (wenn auch bescheidene) Wahlerfolge erzielen. Eine wichtige theoretische Quelle der Partei bildete der sagradische neomarxistische Philosoph und Soziologe Ernesto Chabrol (†1970), dessen Hauptwerk La Democrâcia Crítica bei einer Umbenennung der Partei im Jahr 1972 Pate für den neuen Parteinamen stand.
Die Democrâcia Crítica war denn auch eine der ersten Parteiorganisationen, die an zentraler Stelle ökologische Inhalte ins Parteiprogramm aufnahm und die sagradische grün-alternative Bewegung wesentlich mit aufbaute. 1977 gehörten führende Aktivisten der Partei zu den Gründern des umweltpolitischen Verbandes Ecología 77 und beteiligten sich danach an diversen grün-alternativen Listen, teilweise auch 1984 an der Gründung der Partei Verdes Celarcoes. Trotz der engen Verbindung und der Doppelmitgliedschaft zahlreicher Führungsmitglieder behielt die DC aber ihre organisatorische Eigenständigkeit. Dies wurde erreicht durch die bewusste Ablehnung von Parteiausschlüssen durch die DC, die sich als pluralistische Bewegungspartei ansah. Auf diese Weise wuchs ein Teil der Partei in die entstehende Grüne Partei hinein und wurde zu einem ihrer Ursprungskerne.
Zu den Europawahlen 1984 bildete die Partei eine Gemeinschaftsliste mit den Regenbogen-Grünen und anderen linksalternativen Gruppierungen, die Lista Verde i Alternativa (LVA), die mit drei Abgeordneten, darunter ein DC-Mitglied, ins Europaparlament einziehen konnte. Bei den Kammerwahlen 1986 wurde diese Zusammenarbeit auf der Liste der „Verdes Celarcoes“ wiederholt. Damit zogen 1986 erstmals Mitglieder der Partei in die Abgeordnetenkammer ein, wo sie zur ersten grünen Fraktion im sagradischen Parlament gehörten.
In der Folge schritt die organisatorische Verzahnung der Democrâcia Crítica und der Grünen voran, was aber zu Konflikten mit dem marxistischen Flügel der Partei führte, der die Eigenständigkeit der Partei betonte und de facto eine parteiinterne Opposition mit teilweise eigenen Strukturen ausbildete (DC-Marxista), was 1989 schließlich zur Spaltung führte. Zahlreiche Mitglieder des ökologisch-alternativen Flügels der Democrâcia Crítica gehörten 1989 zu den Gründern der vereinigten grünen Partei Ils Verdes, ein Rest-Teil, darunter die meisten Marxisten, aber auch entschlossene Ökosozialisten, welche ein reformistisches Übergewicht in der Grünen Partei fürchteten, schlossen sich 1993 der reformkommunistischen PSAP an. Die DC blieb danach zwar offiziell bestehen, stellte ihre Aktivität aber de facto ein.
Zahlreiche bekannte Politikerpersönlichkeiten der sagradischen Grünen stammen aus der Democrâcia Crítica, so auch Carles Etxeberría, Arrigo Usantís, Selle Eliz Macêu und Francisca Abelardo Gimenès. Auch der spätere sozialistische Parteichef und Ministerpräsident Julio De la Costa gehörte Ende der Siebziger Jahre für kürzere Zeit der Democrâcia Crítica an.