Unión Cívica Radical
Die Radikale Bürger-Union (UCR) war ein linksliberales Wahlbündnis in Sagradien, das anlässlich der Parlamentswahl 1954 gegründet wurde. Das Bündnis bestand vor allem aus früheren Mitgliedern des Partíu Republicano Radical, die eine Teilnahme am Mitte-Rechts-Bündnis Unión Democrática verweigerten.
Die Spaltung der Radikalen Partei entzündete sich 1953 nach dem Bruch der Großen Koalition mit Christdemokraten und Sozialisten am Entschluss der Interims-Parteiführung unter Luciano Vélez, die Koalition mit der christdemokratischen Volkspartei als Mitte-Rechts-Koalition fortzuführen. Ein Teil des linken Parteiflügels ging auf Opposition zu dieser Entscheidung und kündigte der Regierung die Gefolgschaft auf. Nach der Übernahme des Parteivorsitzes durch Carles Méndez-León und der Entscheidung zur Gründung der Unión Democrática als einem neuen Mitte-Rechts-Bündnis erklärte sich das linksliberale Movimiento de Radical-Democráticoes schließlich für unabhängig. Zusammen mit einigen ASUL-Dissidenten und anderen linksliberalen Gruppen trat das Movimiento zur Parlamentswahl 1954 als Radikale Bürger-Union an und zog mit sechs Abgeordneten ins Parlament ein. Dabei vertrat die UCR den Anspruch, das historische Erbe des sagradischen Radicalismo in Form von Säkularismus, Toleranz, Demokratie und Bürgerrechten zu vertreten.
Bereits wenige Monate nach der Wahl zerfiel die UCR-Fraktion. Zwei Parlamentarier traten zu den Sozialisten über, während die Kerngruppe der Radical-Democráticoes als unabhängige Gruppe weiterbestand, aber einen Anschluss an den verbliebenen linken UD-Flügel suchte. 1958 stieß eine weitere Gruppe linker Dissidenten aus dem Partíu Radical hinzu. Daraus entstand schließlich als eigenständige Partei der Partíu Radical-Democrático (PRD).