Manuel Sants-Igualde
Manuel Rodrigo Álamo Igualde (*1898; +1943) war ein sagradischer Politiker der rechtskonservativen UP und späterer Führer (Grande Chefe) der autoritär-faschistischen Staatspartei Comunión Nacional sowie Premierminister und Diktator des Estado Sagradês. Neben dem Amt des Premierministers und Chefe del Governo begleitete er zudem zeitweise das des Außen- und das des Innenministers und war seit 1939 zudem amtierender Oberbefehlshaber der sagradischen Truppen (Chefe de la Forças). 1940 führte er Sagradien an der Seite Deutschlands in den Zweiten Weltkrieg und wurde schließlich im Mai 1943 durch das Militär gestürzt und verhaftet und anschließend bei einer missglückten Befreiungsaktion durch Partisanen erschossen.
1929 wurde Álamo Chefe Nacional der Círculoes de la Juventú und führte die Jugendorganisation der Volksunion auf einen autoritären bis faschistisch inspirierten Rechtskurs, der die Zirkel in Widerspruch zur Mutterpartei brachte. Nach der Wahl des UP-Führers Gaitán Alemà Sobrantes unterstützte Álamo dessen Programm der Renovación Nacional, ging aber auf Distanz zu dessen Versuchen, die Kräfte der Mitte für eine gemeinsame parlamentarisch getragene Regierung zu gewinnen. 1933 sprachen sich die Círculoes unter Álamos Führung gegen die Regierung Santês aus, der mangelnder Einsatzwille zur Errichtung eines katholischen Ständestaats vorgeworfen wurde.
Nach der Entlassung Santês' im Oktober 1934 wurde Álamo im Kabinett Negrín II zum Minister für öffentliche Wohlfahrt ernannt. In einer Regierungserklärung nannte Álamo die korporatistische Ausrichtung der Gesellschaft als Ziel seiner Politik und sagte den "parlamentarischen Feinden der verräterischen Linken" den Kampf an. Nach der Ermordung Alemàs am 30. Oktober 1934 kam es Anfang November zum gescheiterten Putsch der faschistischen Rechten gegen die Regierung, in deren Folge die Regierung entlassen und ein neues Militärkabinett unter General Alfonso Cabarel gebildet wurde.
In der Folge führte Álamo die parteiinterne Opposition gegen die Parteiführung unter Domênco Santês an, blieb aber ein relativer Außenseiter in der Partei. Mit den Jugendzirkeln und den gewaltbereiten paramilitärischen Juntas Accionistas im Rücken, die sich nun auf Álamo als Führer einschworen, begann er aber in den Folgemonaten seine Position innerhalb der sagradischen Rechten auszubauen.
Nach der Niederlage des von der UP angeführten Frente Nacional bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1935 wagte Álamo auf dem Noyarenser Parteitag der UP im Dezember 1935 den Putsch gegen Santês. Mit der einschüchternden Hilfe seiner Juntas und den wortgewaltigen Beifallskundgebungen der Jugendzirkel-Mitglieder sowie einer umstrittenen Abstimmung stürzte Álamo den amtierenden Parteichef Santês und wurde zum neuen Chefe der Partei gewählt.
In der Folge begann er, die Partei ganz auf seine Person hin auszurichten, wie es ihm bereits zuvor mit den Zirkeln und den Juntisten geglückt war. Interne Gegner wurden eingeschüchtert oder aus der Partei gedrängt, der Parteiapparat mit zahlreichen Juntisten und Jungzirklern ausgestattet und auf deren radikale Linie gebracht. Die linke Volksfrontregierung wurde zum Hauptfeind erklärt. Jedoch suchte die UP nun weder nur die Linke in der parlamentarischen Regierungsverantwortung abzulösen, noch in eine autoritäre Präsidialrepublik nach dem Vorbild Alemàs zu verwandeln, sondern die Demokratie zu stürzen und den Staat zum katholischen Ständestaat umzuwandeln.
Im Kampf gegen die "linke Republik" suchte Álamo nun auch die Nähe zur faschistischen Rechten, die sich reorganisierte und v.a. hinter der von León Francês als FF-Nachfolgerin gegründeten División Negra sammelte. 1937 schloss er ein Bündnis mit Francês, das die sagradische Rechte in der radikalen Liga de la Comunión Nacional sammelte, die von Álamo und Francês gemeinsam angeführt werden sollte. Nach der Januarkrise 1938 kam es am 21. Februar zum so genannten Februarputsch rechter Militärs unter General Oscar Romero Castro gegen den sozialistischen Präsidenten Santiago Laval und die amtierende Regierung Colón. Álamo war in diesen Putsch wohl eingeweiht und ordnete seinen Juntas eine wohlwollende Passivität an. Nach dem geglückten Putsch Romero Castros sammelten Álamo und Francês parallel ihre jeweiligen Anhänger auf dem Plazarenya, um die "nationale Erhebung" zu feiern. Um Kämpfe zwischen den beiden Unterstützergruppen zu vermeiden gaben Álamo und Francês die Losung aus, gemeinsam die Ernennung einer Regierung der nationalen Kommunion zu fordern und auf diese Weise gemeinsam die Macht übernehmen zu können.
Während Francês ganz auf den Druck der Straße setzte, nahm Álamo direkten Kontakt zum neuen Militärregime auf und leitete geheime Verhandlungen mit Romero Castro ein, in denen er dem Regime die volle Unterstützung zusagte, aber seine eigenen Ernennung zum Regierungschef forderte. Um dies zu erreichen nutzte er seine Kontakte in Wirtschaft und Militärapparat, um Einfluss auf das Regime zu nehmen. Francês gegenüber gab er vor, mit Romero Castro über die Ernennung einer divisionistisch geführten Regierung zu verhandeln, in der Francês die Führung übernehmen würde, dies führe beim Militärestablishment aber zu großen Vorbehalten, was wohl auch der Realität entsprach. Schließlich erreichte Álamo einen direkten Pakt mit Romero Castro, der sich von Álamo Unterstützung gegen missliebige Mitglieder der Militärjunta erwartete. Am 22. Februar erkannte Álamo offiziell die Militärjunta als regierendes Organ und Staatsführung an und bezeichnete den Putsch legitimen Notwehrakt gegen die versuchte Errichtung einer sozialistischen Diktatur. Am Folgetag ernannte Romero Castro Álamo zum neuen Premierminister, der schließlich am 24. Februar eine "Regierung der nationalen Kommunion" ernannte, in der Francês Vizeministerpräsident und Polizeiminister wurde.