Sagradischer Senat

Aus Sagradien
Zur Navigation springenZur Suche springen
Senat-Logo.jpg
SenatBelge.jpg
Typ
Typ Oberhaus
Parlament Sagradische Nationalversammlung
Führung
Präsidentin Viviana Marías-Cornell, ASUL (seit August 2012)
Vizepräsident Helguer Irruain, PPC (seit August 2012)
Mehrheitsführer ASUL
Minderheitsführer PPC
Wahl
Wahlsystem gemischt
letzte Wahl 6.-11. August 2012
Struktur
Mitglieder 180
Sitz
PalaciuTesqué.jpg
Palâciu Tesqué, Semest

Der sagradische Senat (Senàu Sagradês) ist das Oberhaus der sagradischen Nationalversammlung, im politischen Prozess Sagradiens aber verglichen mit der Abgeordnetenkammer die weniger einflussreiche Kammer des Parlaments. Er fungiert als Vertretung der territorialen Selbstverwaltungsorgane des Landes und besteht aus 180 Mitgliedern, die mehrheitlich durch die Provinz- und Regionalparlamente des Landes für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt werden.

Geschichte

Der sagradische Senat als erste Kammer des sagradischen Parlaments geht auf die Nobelnkammer (Câmara de Nobles) der konstitutionellen Monarchie zurück, die durch die Novemberverfassung von 1817 eingeführt worden war und bereits damals gelegentlich als "Senat" bezeichnet wurde. Nachdem die Januarrevolution 1891 zur Auflösung der Nobelnkammer geführt hatte, fungierte die direkt gewählte Nationalversammlung von 1891 für mehrere Jahre als Einkammerparlament. Dies wurde schließlich in den Verfassungsgesetzen von 1893 festgeschrieben.

Erst mit den Januarrevisionen 1895 beschloss die bürgerliche Mehrheit der Nationalversammlung eine Rückkehr zum Zwei-Kammer-System und die Wiedererrichtung des sagradischen Senats und der Abgeordnetenkammer. Anders als die Abgeordnetenkammer wurde der Senat in der Folge nicht direkt gewählt, sondern ging aus indirekten Wahlen hervor. Zudem waren ländliche Regionen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl deutlich überrepräsentiert, womit der Senat in der Praxis meist ein konservatives Gegengewicht zur Abgeordnetenkammer darstellte. Trotzdem waren beide Kammern der Nationalversammlung im Gesetzgebungsverfahren und in ihrer Kontrollfunktion gegenüber der Regierung gleichberechtigt. Die Verfassungsbestimmung, wonach der Ministerrat als Regierung "des Vertrauens der Nationalversammlung" bedürfe, wurde nun so ausgelegt, dass beide Kammern der Nationalversammlung jeweils separat ihr Misstrauen gegenüber der Regierung ausdrücken konnten.

Nach seiner Wiedereinführung 1895 blieb der Senat, nicht zuletzt aufgrund seines konservativen Zuschnitts, Objekt politischer Diskussionen. Mit der Verfassungsreform 1919 wurde die Wahl zum Senat weiter demokratisiert und der Wahlkreiszuschnitt an die veränderten Einwohnerzahlen angepasst. Zudem durften nun auch Frauen wählen und gewählt werden. Die Gleichberechtigung der beiden Kammern blieb aber bestehen. Erst mit der Verfassung der Dritten Sagradischen Republik erhielt der Senat nach dem Zweiten Weltkrieg einen ganz neuen Zuschnitt und verlor zahlreiche Kompetenzen wie beispielsweise die Kontrolle der Regierung und das Instrument des Misstrauensvotums. Anders als zuvor konnte der Senat nun bei einfachen Gesetzen durch die Abgeordnetenkammer überstimmt werden. Aus dem symmetrischen wurde daher ein asymmetrischer Bikameralismus. Aufgrund der reduzierten Rolle des Senats gab es seither immer wieder Diskussionen um eine weitere Reform oder eine vollständige Abschaffung des sagradischen Oberhauses.

Senat 1950-2001

Mit der 1950 in Kraft getretenen neuen Verfassung der Sagradischen Republik erhielt der Senat den Status einer Kammer der territorialen Vertretungen und bestand fortan aus Vertretern der Provinzen, Regionen und Überseegebiete. Durch schrittweise Entlassung der meisten Überseegebiete in die Unabhängigkeit veränderte der Senat mehrmals seine Gestalt und Größe. Acht Senatoren wurden zudem vom Präsidenten der Republik auf Lebenszeit ernannt, wobei frühere Staatspräsidenten einen Vorzug bei der Ernennung erhielten.

Senatsreform 2001

Zusammensetzung und Wahl des Senats

Der sagradische Senat besteht heute aus 180 Mitgliedern, von denen 110 aus den Provinzen und weitere 55 von den Regionalräten entsandt werden. Weitere sieben Senatoren werden aus den sagradischen Überseegebieten gewählt und acht Senatsmitglieder vom sagradischen Präsidenten ernannt. Die Amtszeit der Senatoren beträgt sechs Jahre, wobei die Hälfte der Sitze alle drei Jahre erneuert wird. Wählbar ist jeder Sagradier, der auch für die Abgeordnetenkammer wählbar ist (bis 2001 war nur wählbar, wer das 25. Lebensjahr vollendet hatte). Die Senatoren müssen nicht dem jeweiligen Regionalrat angehören. Im Unterschied zur Abgeordnetenkammer kann der Senat nicht aufgelöst werden.

Jede sagradische Provinz wählt unabhängig von Größe und Einwohnerzahl zwei Mitglieder in den Senat. In den Regionen Ambristal und Celiso, Cuentez, Islas d'Aziz, Tescano-Valoní, Semestina-Capital und Westbretagne werden die provinzialen Senatoren von den Regionalräten entsandt, die zugleich die Aufgaben eines Provinzialrats übernehmen. Da die Provinzen unterschiedlich groß sind, sind ländliche Gebiete mit geringerer Bevölkerungsdichte im Senat überproportional vertreten.

Zudem wählt jedes regionale Parlament Sagradiens je nach Einwohnerzahl zwischen einem und sieben Vertreter in den Senat. Die Wahl der regionalen Senatoren erfolgt nach dem Hare-Niemeyer-Verfahren.

Auch die sagradischen Überseegebiete Sabina i Sélena, Sant-Elisêu und die Nestorinseln stellen jeweils ein Mitglied im Senat, Cenâu und Madrêsa entsenden jeweils zwei Senatoren nach Semest.

Bis zur Reform im Jahr 2001 wurden acht Senatoren vom Präsidenten ad vitam ernannt, wobei frühere Staatspräsidenten einen Vorzug bei der Ernennung erhielten. Seit 2001 werden die Senatsmitglieder vom Präsidenten der Republik auf sechs Jahre ernannt.

Die Mitglieder des Senats sind gewöhnlich verdiente Provinz-, Regional- und Parteipolitiker, die neben ihrem Mandat im Senat noch weiteren Beschäftigungen nachgehen.

Zusammensetzung

2015 – 2018
. Fraktion Parteien Reg. Sen. Prov. Sen. Übers. Sen. Sen. Ins.
Sagradischer Senat nach der Teilwahl am 1.-6. Juni 2015
Grupo Socialista (SOC) ASUL, PSA u.a. 19 45 2 66
Grupo Popular (POP) PPC, PPA u.a. 18 48 1 67
Grupo del Partíu Social Popular (PSP) PSP 5 5 10
Grupo Verde Plural (VER) Verdes, Entesa, UDB 4 3 1 8
Grupo de la Sinistra (SIN) SDU u.a. 5 3 1 9
Grupo Democrático i del Cientro (DEM) UDS, CU 2 4 6
Grupo Mixto (MIX) Radicales, Cŏalitiò, FXA u.a. 2 2 2 6
Ernannte Senatoren 8
Total 55 110 7 180
2012 – 2015
. Fraktion Parteien Reg. Sen. Prov. Sen. Übers. Sen. Sen. Ins.
Sagradischer Senat nach der Teilwahl am 6.-11. August 2012
Grupo Socialista (SOC) ASUL, PSA u.a. 21 50 2 73
Grupo Popular (POP) PPC, PPA u.a. 17 47 1 65
Grupo del Partíu Social Popular (PSP) PSP 5 3 8
Grupo Verde Plural (VER) Verdes, Entesa, UDB 3 4 1 8
Grupo de la Sinistra (SIN) SDU u.a. 4 1 1 6
Grupo Democrático i del Cientro (DEM) UDS, CU 3 2 5
Grupo Mixto (MIX) Radicales, Cŏalitiò, FXA u.a. 2 3 2 7
Ernannte Senatoren 8
Total 55 110 7 180

Organisation

An der Spitze des Senats steht das Präsidium, bestehend aus dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten des Senats, die gewöhnlich von der stärksten und der zweitstärksten Fraktion gestellt werden, und drei Quästoren. Zudem stellt jede parlamentarische Gruppe einen parlamentarischen Sekretär. Fraktionen im Senat (Grupos) müssen mindestens fünf Mitglieder haben. An ihrer Spitze steht ein Sprecher.

Kompetenzen

Das parlamentarische System der Dritten Sagradischen Republik funktioniert in Form eines asymmetrischen Bikameralismus. Demnach ist der Senat im Vergleich zur Abgeordnetenkammer die schwächere der beiden Kammern der Nationalversammlung. Anders als die Abgeordnetenkammer ist im Senat kein bindendes Misstrauensvotum vorgesehen, das bedeutet, dass die amtierende sagradische Regierung durchaus eine Mehrheit im Senat, aber nicht in der Kammer, gegen sich haben kann.

Im Gesetzgebungsverfahren verfügt der Senat zunächst über ähnliche Funktionen wie die Abgeordnetenkammer. Beide Kammern können unabhängig voneinander Gesetzesinitiativen einbringen und werden zu jedem Gesetz befragt. Allerdings ist die Macht der Kammer deutlich stärker. Wird ein Gesetz in der Kammer verabschiedet, wird es an den Senat weitergeleitet, der das Gesetz annehmen und damit zur Prüfung und Aushändigung an den Präsidenten der Republik weiterleiten kann. Lehnt der Senat den Gesetzesantrag mit einfacher Mehrheit ab oder erlässt Änderungen, so wird der Antrag zurück an die Kammer verwiesen, die in dieser Angelegenheit erneut beraten muss. Wird das Gesetz in diesem zweiten Stadium von der Abgeordnetenkammer mit absoluter Mehrheit angenommen, so wird das Gesetz direkt an den Präsidenten zur Aushändigung weitergeleitet. De facto verfügt der Senat damit über ein suspensives, aber kein absolutes Veto.

Eine Ausnahme stellen Gesetze mit verfassungsänderndem Charakter dar. Diese müssen sowohl in der Abgeordnetenkammer als auch im Senat mit qualifizierter Mehrheit angenommen werden. Dasselbe gilt für Gesetze, die die territoriale Verwaltung Sagradiens, d.h. die Angelegenheiten der Regionen, Provinzen und Kommunen betreffen.

Präsidenten des Senats

Amtsbeginn Amtsende Präsident (Partei)
Mär 1946 Jul 1949 Daniel Laponte (MRL)
Jul 1949 Jun 1955 Fernando De la Roya (PPC)
Jun 1955 Jul 1961 Oscar Manuel Corrado (PPC)
Jul 1961 Mai 1967 Fernando Demartín (PPC)
Mai 1967 Aug 1970 Gaetán Munitis (PPC)
Aug 1970 Aug 1976 Pier-Andrés Cornell (ASUL)
Aug 1976 Sep 1979 Santiago Miquel Ramírez (PPC, im Amt verstorben)
Sep 1979 Jul 1985 Simón Belindo (PPC)
Jul 1985 Aug 1988 Filipe López (ASUL)
Aug 1988 Aug 1994 Santiago Lamenta (PPC)
Aug 1994 Jul 1997 Lorenzo de Piacón (PPC)
Jul 1997 Aug 2006 César María Capón (ASUL)
Aug 2006 Jul 2009 Roberto Vidéas Braga (PPC)
Jul 2009 Aug 2012 Santiago Oller (PPC)
Aug 2012 Viviana Marías-Cornell (ASUL)

Vizepräsidenten des Senats

Amtsbeginn Amtsende Präsident (Partei)
Sep 1946 Jul 1949 Inácio Bersantis (PS)
Jul 1949 1955 Oscar Morientes (PS)
1955 Aug 1958 León Franco Aguirre (PS)
Aug 1958 Jul 1961 Francisco López (ASUL)
Jul 1961 Aug 1970 Pier-Andrés Cornell (ASUL)
Aug 1970 Jul 1973 Gaetán Munitis (PPC)
Jul 1973 Aug 1976 Santiago Miquel Ramírez (PPC)
Aug 1976 Jul 1979 Adriano Vitez (ASUL)
Jul 1979 Jul 1985 Filipe López (ASUL)
Jul 1985 Aug 1988 Simón Belindo (PPC)
Aug 1988 Dez 1990 Lorenzo Aguilera (ASUL)
Dez 1990 Aug 1994 Andrés Conel (ASUL)
Aug 1994 1995 Lorenzo Aguilera (ASUL)
1995 Jul 1997 César María Capón (ASUL)
Jul 1997 Aug 2000 Lorenzo de Piacón (PPC)
Aug 2000 Jul 2003 António Lamanto Marques (PPC)
Jul 2003 Aug 2006 António Vallerón Leticí (PPC)
Aug 2006 Aug 2012 Viviana Marías-Cornell (ASUL)
Aug 2012 Helguer Irruain (PPC)