Emil Johann

Aus Sagradien
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Emil Johann (von Sagradien), (*1776; †1855), König von Sagradien (1829-1849), wurde 1829 als Nachfolger seines Bruders Joseph Ludwig II. König und führte die Restauration des absoluten Königtums auf einen Höhepunkt, die in der Aprilrevolte 1848 und schließlich in seiner erzwungenen Abdankung endete.

Prinz von Sagradien und Herzog von Viça

Emilio Joán de Viena wurde 1776 als zweitältester Sohn König Joseph Ludwigs I. geboren. Seine Mutter war die Bourbonenprinzessin Marie Elisabeth von Frankreich, seine älteren Brüder Gabriel Maria, Prinz von Sarmay (*1768), Karl Joseph Ludwig, Herzog von Alconía (*1769) und Luis Ferdinand, Herzog von Bordez (*1774). 1792 bestieg sein Vater den Thron, Emils Bruder Gabriel wurde Thronfolger, nach seinem Tod 1795 gefolgt von seinem Sohn Luis Gabriel. Als der siebenjährige Luis Gabriel nach dem Tod Joseph Ludwigs im Jahr 1797 seinem Großvater als König nachfolgte, wurde Emil Johanns älterer Bruder Karl Joseph Ludwig Regent.

In den Kriegen gegen das revolutionäre Frankreich, in denen 1795 Emil Johanns Bruder Prinz Luis Ferdinand starb, übernahm der militärisch ausgebildete Emil Johann ebenfalls als Offizier teil. Die Niederlage gegen Frankreich führte 1805 zur Absetzung Karl Joseph Ludwigs als Regent, der von Gabriels Mutter Marie Luise von Bourbon-Parma abgelöst wurde. Emil Johann versuchte in der Folge vergeblich, Einfluss auf die Regentin auszuüben und führte den reaktionären Flügel am Hof an. Als solcher stellte er sich gegen die begonnenen liberalen Reformen der Regentin, 1806 verließ er schließlich das Land und ging ins micolinische Exil. Von dort aus, unterstützte er seit 1810 Aufstände gegen die französischen Besatzungstruppen in Sagradien, unternahm aber keine größeren Versuche, seinen seit 1808 selbst regierenden liberalen und pro-französischen Neffen Gabriel IX. zu stürzen.

Erst die Ermordung Gabriels im Dezember 1812 bestärkte Emil Johann darin, nach Sagradien zurückzukehren. Im Heer seines Vetters Miquel de Vuelta unterstützte er im folgenden Winterkrieg die anti-französischen Truppen und zog im Februar in Semess ein, wo er an Stelle seines Bruders Karl Joseph Ludwig die Regentschaft übernahm, ehe dieser kurz darauf aus dem französischen Exil eintraf und als Joseph Ludwig II. den Thron bestieg. Als ältester Bruder des Königs nahm Emil Johann nun eine hervorgehobene Stellung am Hof ein und bestärkte seinen Bruder in dessen Versuch, gegen die erstarkende liberale Bewegung im Land das Ancien Régime zu restaurieren.

Die im Herbst 1817 ausgebrochene Novemberrevolution beendete den Einfluss Emil Johanns und führte am Hof zu einem Erstarken des liberalen Flügels um den Herzog von Vuelta. Aus Angst vor liberalen Übergriffen floh Emil Johann vom Hof und kehrte erst Jahre später nach Semess zurück. Unter Druck der Aufständischen musste Joseph Ludwig II. liberalen Reformen zustimmen und eine liberale Verfassung erlassen, die Sagradien zur konstitutionellen Monarchie machte.

Auch in der Folge gehörte Emilio zu den Anhängern einer absoluten Monarchie in Sagradien, hielt sich aus der Politik aber weitgehend heraus. Nach dem Tod des Thronfolgers Prinz Filiberto im Jahr 1825 stieg der weiterhin als Herzog von Viça bekannte Emil Johann als nächster Verwandter des regierenden Königs zum neuen Präsumptiverben auf, da Joseph Ludwigs zweiter Sohn Don Manuel, Graf von Casigón nach der morganatischen Eheschließung mit Marifrancisca de Clermente für sich und seine Nachkommen auf den Thron verzichtet hatte. Emil Johann wurde zwar anstelle Manuels, der selbst auch keine Thronambitionen unterhielt, Präsumptiverbe der Krone, erhielt aber nicht den üblichen Infantentitel eines Prinzen von Sarmay, der gewöhnlich dem Sohn des amtierenden Königs vorbehalten war.

König von Sagradien

Nach dem Tod Joseph Ludwigs II. 1829 folgte ihm den Nachfolgeregelungen gemäß Herzog Emilio Joán als Emil I. Johann als König nach. Die Nachfolge Joseph Ludwigs war in der Ständeversammlung umstritten, da der Herzog als Gegner des Konstitutionalismus galt, musste aber schnell entschieden werden, da man inmitten des Zweiten Golenkriegs mikolinischen Ansprüchen zuvorkommen wollte, sodass sich schließlich die Konservativen und Legitimisten in der Ständeversammlung durchsetzen konnten. Außerdem versprach Emilio, die Verfassung zu achten und Friedensverhandlungen mit Mikolinien zu suchen.

Emilio ernannte kurz nach seiner Königserhebung den Abat de Francovil zu seinem ersten Minister und leitete unmittelbare Friedensverhandlungen mit Mikolinien ein. Im Friede von Diegue wurde der Status quo ante von 1815 wiederhergestellt. Seine neue Machtstellung nutzte Emil Johann in der Folge, um die Macht des Königs zulasten des Parlaments zu stärken und. Die Königszeit Emilios gilt daher auch als Höhepunkt der Restaurationsepoche in der sagradischen Geschichte. Die Wahlen vom Frühjahr 1830 führten zu einem klaren Sieg der rechten Kräfte gegen die liberalen Konstitutionalisten. Die von der französischen Juli-Revolution und einer Hungersnot im Winter 1830/31 ausgelösten Unruhen führten zur Auflösung der Abgeordnetenkammer und zu Neuwahlen im Frühjahr 1831, aus denen die Liberalen als Sieger hervorgingen. König und Parlamentsmehrheit standen sich nun feindlich gegenüber. Ein erfolgloses Attentat auf den König im Herbst 1832 nutzte Emilio schließlich dazu, die Pressefreiheit einzuschränken und gegen den Willen des Parlaments Verordnungen zu erlassen.

1842 ernannte Emilio Joán den Konservativen Fernando Conte de Lesta zu seinem Kronkanzler und ersten Minister, der ihm fortan bis zur Revolution von 1848 dienen sollte und für die liberale Opposition zum Inbegriff der monarchischen Reaktion wurde. Unter Lesta wurden Pressezensur und politische Verfolgung Oppositioneller nochmals verschärft. Mehrmals kam es zu Attentasversuchen auf König und Kronkanzler, die allesamt zu weiteren Gesetzesverschärfungen führten, die Vierziger Jahre in Sagradien werden daher auch als „Decada del Terror“ bezeichnet.

Die Jahre 1846/1847 wurden von einer Wirtschaftskrise in Sagradien geprägt, die das soziale Elend rapide verstärkte und zahlreiche Bauern und Arbeiter um ihre (nicht nur wirtschaftliche) Existenz brachte. Immer lauter wurde der Ruf der Opposition nach Reformen. Die französische Februarrevolution und die folgenden Unruhen in ganz Europa führten auch in Sagradien zu einem Klima des Protests und gewaltsamen Umsturzes. Im April kam es in Semess und anderen Großstädten zu gewaltsamen Aufständen gegen die Staatsgewalt, gegen die der Graf von Lesta hart vorging. Nach dem Ausbruch der Aprilrevolte 1848 musste der König im Mai ein liberales Ministerium einsetzen, ehe er wieder nach Sagradien zurückkehren konnte. In den Folgemonaten hatte der König mit der Niederschlagung eines regionalistischen Aufstandes in Tulis zu kämpfen, wo die „Asumarische Republik“ ausgerufen worden war. Im Laufe des Sommers erhielt Emil Johann die Oberhand zurück und ging bald zu einer Obstruktionspolitik gegenüber den liberal dominierten Ständen über.

Die Auflösung der Stände führte in Semess zu den Winteraufständen, in welchen die Kämpfe vom April wieder aufgenommen wurden. Nach weiteren Wochen der Kämpfe dankte Emil Johann schließlich im Januar zugunsten seines Sohnes Lucien I. ab und kam damit nur knapp der Ausrufung der Republik zuvor.

Den Rest seines Lebens verbrachte der abgedankte König im Londoner Exil, wo er 1855 im Alter von 70 Jahren starb.