Haus Santori
Das Haus Santori (sagr. Casa Sántori oder tulin. Casa Sàntori) ist ein aus dem nördlichen Hinterland der Stadt Tulis stammendes europäisches Adelsgeschlecht. Die Herren von Sántori herrschten seit dem 14. Jahrhundert neben ihren kleineren Stammgebieten im südlichen Perin über das zunächst wahlmonarchisch, später dynastisch umgeformte Comitat Tulis und eroberten im Fünfzigjährigen Krieg 1395-1443 große Gebiete an der mikolinischen Blaumeerküste, in Perin, in der Eskada (Fürstentum Valier) und in Golen (Herzogtum Golen).
Seit Jakob III. stellten die Santori von 1457 bis 1757 die sagradische Monarchen, von 1521 bis 1580 die Könige von Portugal sowie von 1594 bis 1757 die Fürsten von Cuentez. In Südmikolinien herrschten Linien des Hauses Santori von 1499 bis 1745 als Herzoge und Großherzoge über die Servettinischen Lande. Zudem gehörten zeitweise Gebiete in Flandern, Südtirol und Norditalien sowie in Übersee zum santorischen Imperium.
Inhaltsverzeichnis
Ursprünge
Die Familie der Santori stammte ursprünglich aus dem sagradischen Adel. Ihr Stammsitz war wohl die perinische Burg Santo Rei, die ihnen den Namen gab. Erster nachgewiesener Namensträger der Familie war Corrado de Sántori, der im späten 11. Jahrhundert als Herr von Brâix (Sêinior de Brâix) Erwähnung findet, einer kleinen Herrschaft im nördlichen Fornat. Einer seiner Nachkommen Jofré de Sántori, Sohn eines Mafré de Sántori, trat als Heerführer des sagradischen Königs Gabriel Juvans bei der Belagerung von Tulis in Erscheinung. Da Jofré nicht als Herr von Brâix bezeichnet wird, stammt er wohl entweder aus einem Nebenzweig der Familie oder die Herrschaft war bis dahin bereits verloren gegangen.
Als eigentlicher Stammvater der Familie gilt der als Sêinior de Santori bekannte Don Piero (ca. 1150-1200), der mal als Adoptivsohn und mal als Schwiegersohn Jofré de Santoris bezeichnet wird und mit einer gewissen Maria, wahrscheinlich einer Tochter Jofrés verheiratet war. Angeblich gab dieser Don Pietro von sich an, der uneheliche Sohn des sagradischen Königs Gabriel Juvans zu sein. Auch wenn die Verbindung der Santori zum König nachgewiesen ist, so ist es dennoch möglich, dass die Abstammung von König selbst eine spätere Fiktion der Santori war, um das Haus auf eine königliche Abstammung zurückführen zu können. In der Folge erreichten Mitglieder der Familie als Nachkommen Don Pieros wiederholt Ämter im Domkapitel der Stadt Tulis sowie höhere Priesterämter in Tulis und in San Vicente del Fornat und konnten ein gutes Netzwerk im tulinesischen Adel flechten. Das Hauptgebiet der Sántori blieb jedoch der Süden Perins, wo die Familie über mehrere Burgen verfügte. Einer der Nachkommen Pieros, Maximilián de Santori, erreichte 1279 das Erzbischofsamt von Tulis und legte einen der finanziellen und sozialen Grundsteine für die Macht der Santori. Besonders seine Strategie, die Familie im Adel des Comitats zu etablieren und Heiratsverbindungen zum Grafengeschlecht der Callas zu knüpfen, sollte sich ausbezahlen. Aber auch militärisch gelangen des Santori Erfolge. Maximilians Neffe Alêsi de Santori wurde Visconte von Escarpe und eroberte größere Gebiete in Perin, die er der Hausmacht der Santori im Süden Perins und im Gebiet nördlich von Tulis hinzufügen konnte.
Aufstieg zur Audakenwürde
Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Fürsten von Perin, den Markgrafen von Golen und den Contes von Tulis um die Vorherrschaft im nördlichen Blaumeergebiet, die das gesamte 13. und frühe 14. Jahrhundert durchzogen, sowie die inneren Machtkämpfe zwischen den Adelshäusern Cornell und Machiês bildeten den Boden für den Aufstieg der Santori zur Herrschaft in Tulis. Hinzu kamen Auseinandersetzungen zwischen dem alten tulinesischen Senatsadel (Nobiltá del Senàu) und den aufstrebenden Neuadligen und bürgerlichen Handelseliten, die mit ihrem Reichtum eine wichtige Rolle in der Machtstellung des Comitats spielten und sich die Repräsentation in den Ständen erkämpft hatten. Die Herren von Santori erreichten schließlich, durch geschickte Bündnisse mit diesen aufstrebenden Schichten, eine zentrale Rolle im Machtgeflecht der sich mitten im sozialen Umbruch befindlichen Führungselite der Republik einzunehmen.
Da die Santori selbst mit ihren Besitzungen in ständigen Konflikten mit Perin standen, verbündeten sie sich schließlich mit den tulinesischen Contes aus dem Haus Callas im Krieg gegen Perin. Maximilians Neffe und Protegé Arcélio I de Sántori wurde 1309 als erstes Familienmitglied zum Conte von Tulis gewählt. Seine Wahl verdankte er vor allem dem Geld seines greisen Großonkels sowie den eingebrachten Ländereien, die nun nach dem Willen des Stadtadels in die Oberhoheit des Comitats übergehen sollte. Zudem konnte sich Arcélio als Ehemann von Carla de Callas auf das Erbe der ausgestorbenen Audakenfamilie berufen und deren Stellung im Comitat übernehmen. Arcélio hatte die Audakenwürde bis zu seinem Tod 1324 inne. Es gelang ihm, enge Heiratsverbindungen mit den angesehendsten tulinesischen Familien zu knüpfen. Außerdem verteidigte er die Stadt 1323, kurz vor seinem Tod, erfolgreich gegen einen Angriff des Fürsten von Perin und errang damit ein sehr großes Ansehen im tulinesischen Volk und den Ehrentitel eines Pater Patriae.
Nachdem sich sein Sohn David gegen die Machiês vergeblich um das Amt des Stadtgrafen bemüht hatte, kam es 1342 zur erfolgreichen Einnahme der Stadt durch Truppen des Grafen von Perin, der sich mithilfe der Machiês selbst zum Sêinior de Tùles machte, woraufhin die Brüder Arcélio de Sántori der Jüngere, Graf von Barreste, und Júlio de Sántori die Stadt einnahmen. Júlio wurde daraufhin Regent der Stadt, heiratete die Tochter des amtierenden Conte Arcélio Cornell und erhielt nach dessen Tod 1346 selbst die Audakenwürde. In der Folge sicherte er sich die Herrschaft in der Stadt auch gegen Putsch- und Mordversuche und errang in seinen 24 Amtsjahren eine große Machtstellung, die ihm auch die Nachfolge seiner Söhne im Audakenamt sicherte. Nach seinem Tod wurde sein jüngerer Sohn Arcélio II de Sántori per Akklamation durch die pro-santorische Adelspartei zum Nachfolger bestimmt.
Dagegegen musste sich dessen Neffe António I de Sántori das Amt erneut erkämpfen. Nachdem Arcélio II. ohne Sohn gestorben war, drängte die anti-santorische Partei auf eine formelle Wahl des neuen Conte. Die Entscheidung zugunsten António de Sántoris geschah daraufhin auf großen Druck der prosantorischen Partei hin und wurde von den Gegnern der Sántori in der Stadt um die Familien Machiês und Cornell angefochten. António musste für kurze Zeit die Stadt verlassen, doch gelang es den verfeindeten Machiês und Cornell nicht, sich auf einen Nachfolger zu einigen. Nach mehreren Wochen kehrte António von Sagradien aus mit einem angeworbenen Heer in die Stadt zurück und trat seine Herrschaft als Conte an.
Bündnis mit dem Haus Vesaey und Königtum
Unter Antónios autoritärer Herrschaft, in der er stadtinterne Rivalen weitgehend ausschaltete, geriet das so lange quasi-republikanisch regierte Tulis faktisch unter die monarchische Herrschaft der Santori-Dynastie. In der Folge suchte António die Verbindungen der Familie zum sagradischen Adel zu intensivieren. Bereits Antónios Großonkel Arcélio de Santori der Jüngere war durch Heirat zum Grafen von Barreste aufgestiegen, Antónios Schwester María Lara heiratete später den Grafen von Tesqué und wurde zur Mutter des späteren Herzogs von Scantia, Antónios eigene Mutter Johanna von Nonthí war eine Tochter des Grafen von Nonthí, der in zweiter Ehe mit einer Schwester des Herzogs Miquel de Vesaey, dem späteren König von Sagradien, verheiratet war, und sein Onkel Arcélio II. hatte eine Tochter des golischen Markgrafen geheiratet.
António de Sántori griff in der Folge in den sagradischen Bürgerkrieg der zwei Herzöge auf Seite Miquel de Vesaeys ein, der ihm seine Tochter Isabella zur Frau gab. António wurde zum Fürsten von Valier erhoben und in den sagradischen Hochadel aufgenommen. Mit António beginnt der rasante Aufstieg der Santori im europäischen Konzert. Die Ehe besiegelte ein neues Bündnis zwischen Tulis und der sagradischen Krone, die im Kampf gegen Mikolinien unbedingt auf die finanzielle Unterstützung der weitgehend unabhängigen und reichen Hafenstadt angewiesen war. In Tulis hatte man seit Langem Angst vor einer mikolinischen Eroberung und erhoffte sich, durch das neue Bündnis den aufstrebenden Staat im Westen eindämmen zu können. Vor allem in der seit längerem anhaltenden Auseinandersetzung mit Ludwig von Golen konnten die Santori nun profitieren. Im Namen des sagradischen Königs eroberten tulinesische Truppen große Teile Golens gegen den rebellierenden Markgrafen und brachten damit eines der wichtigsten Kronländer unter Kontrolle.
Antónios ältester Sohn David de Santori, 1413 erstmals zum Conte akklamiert, heiratete in erster Ehe Lara von Nonthí, nach deren Tod dann in Erneuerung des santorisch-vesaeyischen Bündnisses Isabella von Vesaey, die einzige erbberechtigte Tochter König Miquels II. aus dessen Ehe mit María von Sollar. Nach dem Tod König Miquels II. fiel die Königskrone an Davids Sohn Santiago aus der Ehe mit Isabela, der 1457 als König Jakob III. den sagradischen Thron bestieg. Damit wurde die königlich-sagradische Linie der Santori gegründet.
Das Jahrhundert der Santori: Von Jakob III. bis David I.
David de Sántori herrschte bis zu seinem Tod 1468 als Conte von Tulis und Regent von Sagradien, nach seinem Tod wurde sein ältester Sohn Joán Prudente in Tulis zum Conte erhoben. Die Santori waren damit in eine ältere fürstlich-tulinesische und eine jüngere königlich-sagradische Linie gespalten. Bei seinem Tod 1475 hinterließ Joán Prudente nur einen minderjährigen Sohn, genannt Filipe de las Marcas, der sich nicht als neuer Conte durchsetzen konnte. Nach der Wahl eines Conte aus der Familie Zavarri übernahm Jakob III. staatsstreichartig die Kontrolle über die einstige Republik, ließ sich zum Conte erheben und machte den Titel innerhalb seiner Nachkommenschaft erblich. Da er seinem Neffen Filipe de las Marcas sein Erbe vorenthielt, blieben die beiden Linien der Sántori verfeindet.
Das Heiratsbündnis David de Sántoris mit dem Haus Servette führte nach dem Aussterben der Servettiner in der legitimen Linie 1477 zu mehreren Kriegen zwischen Sagradien und Mikolinien um das Erbe der Servettiner in Südmikolinien, aus denen die Sántori schließlich siegreich hervorgehen konnten. Peter I., ein Sohn Davids und Bruder Jakobs III. konnte 1499 schließlich als erster Sántori-Herzog von Servette den Thron übernehmen, nachdem bereits seine Schwester Isabel de Sántori als Regentin über Servette geherrscht hatte. Mit dem Übernahme des servettinischen Erbes wurden die Sántori und das von ihnen regierte Sagradien de facto zu einer europäischen Großmacht, die jedoch noch durch innere Instabilitäten gekennzeichnet war.
Jakob III. heiratete Yolande von Frankreich, eine Tochter des französischen Königs, sein Sohn Santiago wurde als Jakob IV. 1491 König und Conte, starb jedoch 1502 kinderlos an den Folgen eines Reitunfalls. Es folgte eine fast acht Jahre anhaltende blutige Auseinandersetzung zwischen den verfeindeten Sántori-Linien um die Herrschaft in Sagradien und in Tulis, die später als Lilienkrieg bezeichnet wurde. In der Auseinandersetzung standen sich Catarina de Sántori, einzige überlebende Tochter Jakobs III., die mit Filipe de las Marcas verheiratet war, und Jakobs Bruder Herzog Peter I. von Servette gegenüber. Während Katharina und Filipe de facto die Macht in Tulis übernahmen, konnte Peter sich zum König erheben. Erst 1509 musste er zugunsten der tulinesischen Linie des Hauses abdanken.
Peters Großneffe und Catarinas und Filipes Sohn David I. führte damit als Erbe beide Linien des Hauses in seiner Person zusammen. Später fiel ihm auch das Erbe Peters I. in Südmikolinien in die Hand, außerdem heiratete er Luísa d'Avis, Erbtochter des portugiesischen Königreichs, das David schließlich nach dem Tod Manuels I. 1521 erobern konnte, sodass David I. zum bedeutendsten Sántori-Herrscher überhaupt aufstieg. Er war in Personalunion König von Sagradien (inklusive Golen und Westligrien), Conte von Tulis und damit Regent der alten Comitatsgebiete in Sagradien (La Cordí, Tulinês, Perin), auf Cuentez, in Villagua sowie an der mikolinischen Küste (Südkont, Plato/Lukien) sowie Herr der Servettinischen Lande inklusive Salua und Feiroa, zudem als König von Portugal Herr über das Festland und das gesamte Überseereich.
Unter seiner Herrschaft agierten die Sántori als europäische Großmacht mit Weltmachtambitionen. Indem er in Kriegen und durch geschickte Heiratspolitik Gebiete in Flandern, Süddeutschland und Norditalien für die Santori gewann, vermehrte er den Besitz des Hauses in Europa und kümmerte sich gleichzeitig um den Aufbau eines Kolonialreichs in Übersee. 1521 bestieg er als Erbe seines Vaters Manuel I. den portugiesischen Thron. Bereits 1518 hatte er in einem Konkordat mit dem Papst erreicht, dass der Heilige Stuhl die Santori als legitime Nachkommen König Gabriel I. Juvans' anerkannte und diesen heilig sprach. David gilt als wichtigster Monarch Sagradiens in der frühen Neuzeit und prägte den Beginn des Sêglu d'Or in Sagradien.
Spaltung in zwei Linien
Nach dem Tod seines einzigen Sohnes Don Andrés Pietro 1534 und nachdem aus seiner zweiten Ehe mit Margarete von Valois ebenfalls kein männlicher Erbe hervorgegangen war, sah David eine Teilung seines Weltreichs unter seiner Tochter Johanna mit ihrem Mann Miquel de Valier, und seinem Bruder Johann dem Frommen vor. Johanna und Michael erhielten Sagradien und die Besitzungen im Blaumeerraum und in Mikolinien, Johann der Fromme sollte über Portugal und sein Kolonialreich herrschen. Beide Linien - die sagradische und die portugiesische - sollten jedoch durch Heiratsverbindungen im Haus verbunden bleiben. Hinzu kam eine aus der zweiten Ehe Filipe de las Marcas' mit Maria von Exeveste, Fürstin von Cuentez, stammende Linie, die als souveräne Fürsten von Cuentez weiterhin Anspruch auf die Insel erhoben.
Während sich Johanna und Michael als Herrscherpaar in Sagradien und Servette sowie Johann als König von Portugal etablieren konnten, kam es in Tulis nach dem Tod Johannas I. zu Kämpfen mit den so genannten Josefiten, den Anhängern des cuentesischen Fürsten Joseph dem Schönen, der im Josephitenaufstand mithilfe seiner Anhänger 1552 Tulis eroberte und sich dort zum Conte erhob. Er versprach, die alte Republik zu restaurieren, was von vielen angesichts seines Königstitels aber bezweifelt wurde. Sein Versuch, 1554 jedoch auch Cuentez einzunehmen und eine Rebellion in Tulis gegen seine Herrschaft brachten ihn schließlich zu Fall. Er wurde 1556 endgültig von Johanna I. geschlagen. Als er 1559 starb, hinterließ er nur eine Tochter, Eleonore I., die mit Karl von Asterre, einem Sohn Johannas I. verheiratet war. Deren Nachkommen innerhalb der jüngeren cuentesischen Linie des Hauses behielten zwar offiziell ihre Souveränität über Cuentez, waren de facto aber von den sagradischen Königen abhängig.
Der Tod König Sebastians 1578 führte zum Aussterben der portugiesichen Santori-Linie und zum Erbfolgekrieg gegen das habsburgische Spanien Philipps II., das von Mikolinien unterstützt wurde. Portugal ging schließlich für die Santori endgültig verloren.
Das Ende der Santori als Königshaus
Der sagradische Bürgerkrieg, der 1713 als Aufstand gegen das absolutistisch gesinnte Regime Danadiers II. begann, wurde auch zu einem Krieg des Hauses Santori, da sich mit José de Sesín und Maximilian II. von Cuentez gleich zwei hohe Adlige aus den bedeutendsten Seitenlinien des Hauses zumindest zeitweise am Krieg gegen den König beteiligten.
Nach dem Sturz Danadiers II. und dem zweijährigen Interregnum kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Danadiers Tochter Maria I. Luise und ihrem Ehemann Johann III. von Cuentez einerseits und Filipe Carles de Viça, dem Bruder Danadiers II., andererseits. Nachdem die Maria und Johann gemeinsam einen Eid auf die ständischen Codices Magna geleistet hatten, erhoben die Stände das Paar zum Königspaar, womit Cuentez und Sagradien erstmals unter dem Haus Santori zusammenfielen. Nach dem Tod Marias 1735 und dem Johanns 1749 folgte mit Johanns Sohn David II., genannt der Kindkönig, ein Minderjähriger auf den Thron, der als letzter männlicher Santori auf dem Thron 1754 im Alter von neun Jahren starb und den Thron seiner Schwester Maria II. Franziska vererbte.
Um deren Status als Generalerbin der Santori kam es nach kurzer unglücklicher Herrschaft 1756 zum Erbfolgekrieg zwischen den Anhängern Marias und ihres Mannes Anton II. Ramon von Piacone und denen ihres entfernten Vetters Louis-Gabriel de Vienne, Herzog von Mantua, als Großherzog Erbe der Santori in Servette und Urenkel Gabriels VII., der den Thron für sich beanspruchte. Der Streit wurde schnell zum europäischen Großkonflikt und löste den Siebenjährigen Krieg aus. 1757 bestieg der Vienne-Fürst als Gabriel VIII. den sagradischen Thron und konnte sich bis 1760 durchsetzen. Mit ihm begann die Herrschaft des Haus Vienne auf dem sagradischen Thron.
Das Großherzogtum Servette - die dortige Linie war mit dem Tod der Großherzogin Maria I. von Servette 1755 ausgestorben - ging 1760 endgültig an Mikolinien. Lediglich die sesinische Herzogenlinie der Santori bestand noch in Person des 1722 posthum geborenen David Jakob weiter, der nach dem Tod Davids II. 1754 ebenfalls vergeblich den Thron für sich beansprucht hatte. Als er 1779 starb, erlosch auch diese Linie im Mannesstamm, seine einzige überlebende Tochter Maria Ludovica heiratete Karl Johann von Vienne, den Herzog von Viena und Viça und Bruder Gabriels IX. und Joseph Ludwigs I., dessen Sohn Emil I. Johann schließlich bei seiner Thronbesteigung die beiden Linien wiedervereinigte. Als Gegenprätendent blieb lediglich Karl Philipp von Wittelsbach übrig, ein Großneffe David Jakobs, dessen Nachfahren sich ohne Erfolg als sesinische Thronprätendenten ansahen.
Das von der sesinisch-herzöglichen Linie abstammende Haus der Grafen von Belverde ist heute die einzige noch existierende legitime Linie der Santori. Daneben existieren jedoch noch einige illegitime Nebenlinien, die älteste und bekannteste ist die der noch heute souverän regierenden Fürsten von San Cristo, die seit dem späten 15. Jahrhundert im Fürstentum herrscht. Die heute in San Cristo regierende Linie ist jedoch nach strengen genealogischen Kriterien nicht identisch mit der ursprünglichen Bastard Linie Santori-San Cristo, da zwei Mitglieder des Hauses aus anderen Häusern stammen und adoptiert wurden. Der heute regierende Karl IV. Johann Viktor ist in männlicher Folge ein Nachkomme des in Golen ansässigen Grafenhauses Gerval (daher auch die Bezeichnung Santori-Gerval).
Legitime Linien des Hauses Santori
- Ältere Linie der Herren von Sántori, bis 1342
- Jüngere Linie der Viscontes von Escarpe, (seit 1346) Contes von Tulis, (seit 1385/96) Grafen von Perin und (seit 1398) Fürsten von Valier
- Ältere Sagradische Linie (Jakobiten) der Könige von Sagradien sowie (seit 1505) Herzoge von Servette, bis 1515
- Tulinesische Linie der Contes von Tulis, (seit 1509) Könige von Sagradien und (seit 1521) Könige von Portugal
- Portugiesische Linie der Könige von Portugal, bis 1578
- Jüngere Sagradische Linie (Miqueliten) der Fürsten von Valier, (seit 1543) Könige von Sagradien, (1543-1669) Herzoge von Servette, bis 1735
- Vizanische Linie der Grafen von Esqués und Herzoge von Viça, bis 1653
- Cuentesische Linie (Karliten-Manueliten) der Fürsten von Cuentez, bis 1699
- Cuentesische Nebenlinie der Herzoge von Allécapo, bis 1687
- Cuentesische Nebenlinie (Manueliten) der Grafen von Nadal, (seit 1699) Fürsten von Cuentez und (seit 1723) Könige von Sagradien, bis 1754/65
- Sesinische Linie der Herzoge von Sesin, bis 1779
- Sesinische Nebenlinie der Grafen von Belverde, bis heute
- Miquelitische Nebenlinie der Grafen und Herzoge von Tesqué, bis 1669
- Servettinische Linie der Großherzoge von Servette, bis 1755
- Philippitische Prätendenten-Linie, begründet durch Don Filipe Carles, jüngerer Bruder Danadiers II., bis 1740
- Josefitische Linie (Josephiten), bis 1559
Wichtige illegitime Linien
- Linie der Fürsten von San Cristo, in weiblicher Linie fortgeführt als Santori-La Franca und später beerbt durch das Haus Bosa-Gerval (auch als Haus San Cristo bekannt), bis heute regierend als Fürsten von San Cristo.
- Linie der Grafen von La Franca, (seit 1750) Herzoge von Valier und Fürsten von San Cristo, bis 1862.