Comunión Nacional
Comunión Nacional bezieht sich auf das politische Programm der 1938 ins Amt gelangten sagradischen Regierung unter Ministerpräsident Manuel Álamo Igualde zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Das Programm wurde im Jahr 1940 durch Álamo im Rahmen einer Regierungserklärung vorgestellt und sollte die politischen Eliten des Landes und die Bevölkerung hinter den nationalen Abwehrmaßnahmen der Regierung sammeln. Wesentliches Ziel war die Vermeidung eines Kriegseintritts bei gleichzeitiger innenpolitischer Abwehrbereitschaft.
Hintergrund war die Bedrohung Sagradiens durch die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, angesichts derer Álamo für eine strikte Neutralität Sagradiens eintrat. Ziel der Kommunion war die Sammlung der nationalen Kräfte hinter seiner Regierung und ihrem Regierungsprogramm unter Umgehung der Parteistrukturen und der in den Vorjahren komplizierten Mehrheitsverhältnisse im Parlament.
Das Programm der Kommunion wurde von Álamo bereits im Dezember 1939 entwickelt und im Januar 1940 vorgestellt. Der Begriff ist von Álamo jedoch bereits für die Kampagne in den Aprilwahlen 1938 nachzuweisen, in der er für eine Regierung der nationalen Kommunion eintrat. Nach der schnellen Niederlage Frankreichs im Jahr 1940 bestätigte Álamo seine Linie der strikten Neutralität und rief die Sagradier dazu auf, sich in patriotischer Einheit hinter der Regierung zu sammeln. Ende Juni 1940 übertrug die Nationalversammlung der Regierung außerordentliche Sondervollmachten, die unter anderem eine Einschränkung der Bürgerrechte und Gesetzgebungskompetenzen für die Regierung umfassten. Im August folgte mit den Augustgesetzen eine umfassende Verfassungsrevision, die die Exekutive zusätzlich gegenüber dem Parlament stärkte und zudem korporatistische Elemente einbaute.
In der Öffentlichkeit inszenierte sich Álamo fortan zunehmend als Führer der nationalen Kommunion und lehnte sich an faschistische Ikonographie an. Als organisatorisches Gerüst wurden Círculoes Nacionales als kommunale Sektionen eingerichtet. An der Spitze wurde zudem ein Zentralausschuss für die Comunión Nacional gebildet, der als parteiähnliches Gremium wirkte und dem sich die katholisch-konservative Volksunion und einige kleinere Parteien anschlossen. Als Jugendverband wurde die Juventú Nacional gegründet, das Comité Social sollte Teile der politischen Linken integrieren. Nach Vorbild der rechtsextremen Divisionen, aber auch linker Kampfverbände sowie der Volksunion-nahen Juntas Accionistas wurde die paramilitärische Miliça Nacional gebildet, die vor allem gegen kommunistische Kämpfer eingesetzt wurde.
Nach den Augustgesetzen 1940 stellte die Comunión Nacional eine Art Quasi-Staatspartei im zunehmend autoritär regierten Sagradien dar. Die Doktrin der strikten Neutralität wurde in der Bevölkerung aber mehr und mehr unpopulär. Nach der Entlassung Álamos als Regierungschef im Dezember 1941 verlor die Comunión rasch an Einfluss. Álamos Versuche, das Exekutivkomitee als Machtbasis gegen Präsident Capón zu benutzen, scheiterten. Mit dem Eintritt Sagradiens in den Zweiten Weltkrieg im April 1942 und der Übertragung der Exekutive an eine Regierung der nationalen Verteidigung unter dem parteilosen Sergio Rafael Dini verlor daher auch die Comunión jegliche Bedeutung. Das Exekutivkomitee wurde faktisch aufgelöst und trat nicht mehr in Erscheinung.