Partido Socialista Democrático
Der Partido Socialista Democrático (PSD, deutsch: Demokratische Sozialistische Partei) war eine sozialdemokratische Partei der linken Mitte in Sagradien, die von 1946 bis 1957 bestand. Der PSD ging aus einer Spaltung der nach dem Zweiten Weltkrieg wiedergegründeten sagradischen Sozialistischen Partei hervor. Erster Sekretär und Führungsfigur der Partei war Santo De la Ilpa. Nach dessen Tod kam es 1957 zur Wiedervereinigung mit dem PS in der Alianza Socialista d'Unitá Lavorista (ASUL).
Geschichte des PSD
Der PSD entstand im Frühjahr 1946 aus der Abspaltung des reformistischen und pro-europäischen Flügels der Sozialistischen Partei. Ihr Gründer und erster Parteisekretär war Santo Soares De la Ilpa, der 1944 aus dem sagradischen Untergrund heraus den 1940 verbotenen PS neu gegründet und ihm ein reformistisches Profil verpasst hatte. Nach der Wiedervereinigung des neuen PS (auch PSLP genannt) De la Ilpas mit dem Exil-PS unter der Führung Ricardo Morenos im Sommer 1944 verlor Ilpa zunehmend die Meinungsführerschaft an den linken antiwestlichen Flügel, der auch Moreno als Parteisekretär gegen Ilpa durchsetzte. Nachdem der PS nach der Wahl zur Verfassunggebenden Nationalversammlung 1944 1944 eine Regierungskoalition mit Kommunisten, Christdemokraten und zeitweise auch der Radikalen Partei (die so genannte Coalición Democrática) gebildet hatte, kündigte die KPS im Februar 1946 die Koalition auf und brachte damit den provisorischen Regierungschef Dini zum Sturz. Daraufhin folgte der PS unter der Führung der Parteilinken dem Beispiel der Kommunisten und verweigerte sich einer weiteren Zusammenarbeit mit den Christdemokraten Paulo Luciaros. Stattdessen befürwortete Moreno die Bildung einer neuen antikapitalistischen und antiwestlichen Volksfront (den so genannten „Frente Popular Proletário“) aus Sozialisten und Kommunisten. In der Folge kam es zur Abspaltung des antikommunistischen Flügels der Partei unter der Führung De la Ilpas. Der PSD wurde gegründet, dem nahezu ein Drittel der sozialistischen Abgeordneten beitraten und der im März in eine neu gebildete Regierung der Mitte mit Christdemokraten und Radikalen unter Führung Luciaros eintrat. De la Ilpa war danach wesentlich an der Ausarbeitung der endgültigen Form der neuen sagradischen Verfassung beteiligt. Dem PSD traten auch ehemalige Mitglieder der Unión Radical Socialista bei, die zuvor dem PRD angeschlossen waren.
Bei der ersten Wahl zur Abgeordnetenkammer im September 1946 erreichte der neue PSD einen Anteil von 10,9 Prozent der Stimmen und lag damit hinter dem der Kommunisten, die 13,8 Prozent der Stimmen geholt hatten, während der alte PS 23,6 Prozent der Stimmen erreichte. Der PSD vereinte auf sich nicht nur die Stimmen alter antikommunistischer PS-Wähler, sondern profitierte auch vom Niedergang der alten Radikalen Partei, die nur noch 3 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte und immer stärker zersplitterte. Zusammen mit Paulo Luciaro schmiedete De la Ilpa nach den Wahlen eine neue Koalition der linken Mitte, in die nach viermonatigem Intermezzo schließlich auch der PS Morenos eintrat, der sich nach dem schlechten Abschneiden schnell von der Idee einer linken Gemeinschaftsfront mit den Kommunisten verabschiedet hatte. Ministerpräsident wurde De la Ilpa, dessen PSD wesentlich die Vermittlung zwischen katholischen und linken Kräften übernahm. Im Januar 1949 zerbrach die Koalition an den großen ideologischen Gegensätzen, der PS kündigte abermals die Zusammenarbeit auf und machte damit unfreiwillig Platz für eine neue bürgerliche Minderheitskoalition der rechten Mitte unter der Führung Luciaros, in der katholisch-konservative, christlich-soziale, nationale und liberale Kräfte die Macht übernahmen, die allerdings von der parlamentarischen Unterstützung des PSD abhing.
Die Gründung der Nato wurde 1949 von Ilpa energisch unterstützt, während Morenos Alt-Sozialisten geschlossen dagegenstimmten. De la Ilpa unterstützte die neue Minderheitsregierung Luciaro als Übergangsregierung bis zu den Neuwahlen im Herbst 1950, aus denen der PSD abermals gestärkt hervorging und in einer Gemeinschaftsliste mit dem kleinen humanistisch-pazifistischen Partido d'Acción Democrática (PdAD) Fernando De la Rúas knapp 15 Prozent der Stimmen erhielt. Wieder vereinbarten Luciaro und Ilpa eine Fortsetzung der Zusammenarbeit und Ilpa trat als Außenminister und Vizepremier in eine Koalition der Mitte mit dem neuen christlich-konservativen CSD sowie einigen liberalen Kräften unter der Führung Luciaros ein. Die neue Zentrumskoalition stellte die wesentlichen Weichen für die europäische und westliche Integration Sagradiens. Ilpas europäische Ausrichtung und die Tatsache, dass der PSD das Konzept einer marktwirtschaftlichen Ausrichtung mit staatlichen Kontrollen im sozialen Bereich befürwortete, führte zur energischen Gegnerschaft des PS. Erst die Kammerwahlen 1954 führten zu einer Änderung der politischen Vorzeichen.
Der PSD brach auf weniger als 8 Prozent der Stimmen ein und auch der PS verlor wesentlich an Wählerzuspruch, sodass es in beiden Parteien zu Machtstreitigkeiten und Diskussion über die zukünftige Ausrichtung kam. Im PS wurde Ricardo Moreno von dem gemäßigten und dezidiert antikommunistisch orientierten António Santiago im Amt des Parteisekretärs abgelöst, was allgemein als Zeichen für eine inhaltliche Umorientierung der Partei gewertet wurde. Und in der Tat verfolgte Santiago eine Politik der Distanzierung von der KP und der sukzessiven Annäherung an die politische Mitte. Auch die Westorientierung wurde nicht mehr grundsätzlich abgelehnt. Gerade die Niederschlagung der Arbeiter- und Volksaufstände gegen die sozialistisch-kommunistischen Regimes in Osteuropa hatte innerhalb des PS zu einem Umdenken geführt.
Und auch im PSD änderte sich die Stimmung nach den Wahlverlusten von 1954. Erst gegen innerparteiliche Widerstände konnte Ilpa eine Fortsetzung der Zentrumskoalition mit dem CSD in der eigenen Partei durchsetzen, schließlich verweigerten immer mehr sozialdemokratische Abgeordnete dem Sekretär und Vizepremier die parlamentarische Unterstützung, sodass es noch im Dezember, gerade einmal einen Monat nach der Wiederauflage des Regierungsbündnisses zum Koalitionsbruch kam. Ilpa trat nach einer Niederlage im Parteivorstand von seinem Amt als Parteichef des PSD zurück und der linke Flügel der Partei unter der Führung von Márcio Álvarez übernahm die Macht, der eine weitere Zusammenarbeit mit den Christdemokraten deutlich ablehnte. Ilpa verweigerte den Koalitionsbruch und verblieb als Unabhängiger im Kabinett Luciaro, woraufhin er die von ihm gegründete Partei verlassen musste.
Ohne ihren Gründer und Führer zeigte sich die PSD aber gelähmt. Im Gegensatz zum PS hatte die PSD weder eine funktionierende Parteistruktur etablieren können noch ein ausgefeiltes Parteiprogramm vorzuweisen. Die Partei wurde wesentlich von der Fraktion geführt, die nun die Rolle der Oppositionspartei übernahm und schnell von bisherigen Positionen abkam. Álvarez und PS-Chef Santiago beschlossen, in der Opposition zur neuen konservativ-liberalen Regierung Luciaros enger zusammen zu arbeiten. Seit Ende 1955 wurde das Projekt einer Wiedervereinigung erstmals offen als Ziel genannt, woraufhin Ilpa aus seiner eigenen Partei austrat und als fraktionsloser Abgeordneter firmierte, ehe er im Jahr 1956 verstarb. Bereits bei den Kommunalwahlen im Sommer 1956 arbeiteten PS und PSD wieder verstärkt zusammen und bezogen teilweise auch sozialliberale Gruppen wie die radikaldemokratische UCR oder das linkshumanistische CDH in das neue Bündnis der linken Mitte ein, das sich einerseits in seiner Opposition zur konservativ-liberalen Mitte-Rechts-Regierung Luciaro, andererseits in seiner Ablehnung jeder Form der kommunistischen Diktatur und der Zusammenarbeit mit der KPS definierte. Seit Ende 1956 wurde nun in sozialistischen und radikaldemokratischen Kreisen von der Bildung einer neuen Arbeiterpartei der linken Mitte gesprochen.
Bei den Provinzialwahlen 1957 im Herbst 1957 bildeten nun PS, PSD, UCR, CDH sowie mehrere linke und pazifistische Splittergruppen und auch die sozialistische Gewerkschaft CSSL das Wahlbündnis Sozialistische Einheitsallianz der Arbeit (ASUL), das große Erfolge verbuchen konnte, woraufhin im Dezember 1957 die Gründung der ASUL als Partei erfolgte, in der sowohl PS als auch PSD aufgingen. Marcio Álvarez wurde zusammen mit António Santiago erster Co-Generalsekretär der ASUL. Ein Teil des PSD, der die Wiedervereinigung in der neuen Partei ablehnte, schloss sich danach der sozialliberalen Radikaldemokratischen Partei an.
Vorfeldorganisationen des PSD
In Konkurrenz zur PS-nahen CSJS gründete De la Ilpa 1948 die Unión Democrática de Jovenes Socialistas (UDJS), die 1962 erst wieder mit der CSJS in der neuen Juventú Socialista (JUSO) aufging.
Parteisekretäre des PSD
- 1946-1955 Santo De la Ilpa
- 1955-1957 Márcio Álvarez