Radicales
Demokratie und Solidarität - die Radikalen (sagr. Democrâcia i Solidaritá - ils Radicales, kurz RAD oder d/s-Rad) ist eine sozialliberale Partei in Sagradien. Die Partei wurde 2009 gegründet und ist der Versuch, die traditionsreiche, aber seit Jahren marginalisierte sagradische Parteienströmung des bürgerlich-demokratischen Radikalismus neu zu beleben. Gründer und Parteiführer ist der Bürgerrechtsanwalt Javier Ibarra.
Ursprung in der "radikalen Diaspora"
Die letzte radikaldemokratische Partei in Sagradien, die es aus eigener Kraft geschafft hatte, ins sagradische Abgeordnetenhaus einzuziehen, war der Partido Radical Sagradês (PRS), der 1958 gegründet wurde und in den Sechziger Jahren direkt und indirekt an mehreren Regierungen beteiligt war, 1970 aber aus dem Parlament schied. Danach schaffte die Partei es erst wieder bei den Kammerwahlen 1986 und 1990 durch eine Listengemeinschaft mit der sozialistischen ASUL schaffte, eigene Vertreter ins Parlament zu entsenden. Viele linksgerichtete Radikale schlossen sich seit Ende der Siebziger Jahre der grün-alternativen Bewegung in Sagradien an, die in vielen am politische Erben der Radikalen angesehen werden können, andere wechselten zur eher gemäßigt-liberalen UDS, während die Rest-Partei sich zunehmend in Abhängigkeit von der ASUL befand.
Der Übertritt der gesamten Parteiführung des PRS zur ASUL im Jahr 1992 führte zur Auflösung der Partei. Heimatlos gewordene Radikale, die nicht der Sozialistischen Partei beitreten wollten, gründeten daraufhin 1993 die Unión del Radicalismo, die sich im Jahr 2000 mit dem Partido Progresista zur Unión del Radicalismo - ils Progresistas vereinigte, aber auf nationaler Ebene keine durchschlagenden Erfolge erzielen konnte und eine Splitterpartei blieb.
Gründung der Refundación Radical-Democrática (RRD) und des Wahlbündnisses d/s
Seit Ende der Neunziger Jahre mehrten sich die Versuche, den politischen Radikalismus in Sagradien neuzubeleben. Der Generalsekretär und 2001 zum Vorsitzenden der UDS gewählte Luca Orrieva versuchte nach mehreren Wahlniederlagen seiner Partei, zuletzt bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998 und dem Verlust der Regierungsbeteiligung zunehmend linksliberale Wähler anzusprechen und platzierte bewusst linksliberal gesinnte Abgeordnete auf nationalen Wahllisten. Bei den Europawahlen 1999 kandidierte daraufhin der parteilose Bürgerrechtsanwalt Javier Ibarra auf Platz 3 der UDS-Wahlliste und zog so ins EU-Parlament ein. 2006 zog Ibarra, seit 2001 Parteimitglied der UDS, in die sagradische Abgeordnetenkammer ein, verließ nach der Bildung einer Mitte-Rechts-Koalition und im Streit mit der Parteiführung aber im Frühjahr 2007 als einer von "vier Evangelisten" die UDS-Fraktion. Wenig später gründete er mit dem Movimiento de la Refundación Radical-Democrática (RRD) eine eigene politische Gruppierung mit dem Ziel, auf Dauer eine neue radikaldemokratische Partei in Sagradien zu etablieren.
Vor der vorgezogenen Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2008 initiierte Ibarra mit Gleichgesinnten aus der UdR ein radikal-demokratisches Wahlbündnis, das bei den Wahlen mit einer eigenen Liste antreten sollte. Um die nationale Dreiprozenthürde zu überspringen, verband sich die UdR/RRD-Koalition unter der Führung Ibarras mit den in Aziz, Escada und Cuentez starken Regionalparteien Entesa, ARE und Cuentez Así und formte das Wahlbündnis Democrâcia i Solidaritá - Progresistas per la Pluralitá. Zudem schloss die Liste eine Vor-Wahl-Koalition mit den sagradischen Sozialisten und Grünen, die Mitte-Links-Koalition Cerezo.
Das D/S-Bündnis erhielt bei den Wahlen 3,1 Prozent der Stimmen und erreichte auf diese Weise überraschend den Einzug in die sagradische Abgeordnetenkammer.
Gründung der Partei
Nach dem Wahlerfolg wurde aus der erfolgreichen RRD/UdR-Koalition eine neue politische Partei, die im Herbst 2008 gegründet wurde und in Anlehnung an das Wahlbündnis den Namen Democrâcia i Solidaritá - ils Radicales erhielt. In der Partei gingen neben Ibarras Refundación und der UdR-Pro weitere Splitterparteien der linken Mitte wie die sozialliberale Partido Socialista Liberal (PSL) oder die ökologisch-liberale Acción Cívica Ecologista (ACE) auf.