Nino Cabal
Nino Manuel Cabal (*1897 in Bosa; +1978) war ein sagradischer Theologe und linkskatholischer Politiker, der sich selbst als "christlicher Sozialist" bezeichnete. Er gehörte sowohl 1945 zu den Gründungsmitgliedern des Partido Popular de Convergência (PPC) als auch 1947 zu den Gründern der sozialdemokratischen ASUL.
Inhaltsverzeichnis
Jugend und Widerstand
Cabal wuchs in einem katholischen Elternhaus auf und begann als ältester Sohn seiner Familie ein Theologiestudium. Bereits als jugendlicher kam er in Berührung mit den Ideen des christlichen Sozialismus und der Tradition des 'Club Social' um Bernardo Parres, nach dessen Hauptwerk "l'Idea Social" Cabal seine 1930 gegründete linkskatholische Zeitung "l'Idea" benannte. Cabal arbeitete nach dem Studium als Funktionär der christlichen Gewerkschaften und betätigte sich als Journalist und Publizist. Er gehörte dem sozialistischen Parteiflügel des christdemokratischen Partido Democrático Popular an.
Im Zweiten Weltkrieg gründete Cabal zusammen mit Luciano Minorel und anderen Mitstreitern im Oberpingebiet die christliche Widerstandsgruppe "Acción de la Resistença Cristiana" (ARC), die schnell zu den einflussreichsten Gruppen des militanten christlichen Widerstands zählte und dessen linken, sozialistisch beeinflussten Flügel repräsentierte. Cabal spielte eine entscheidende Rolle bei der Zusammenführung der diversen sagradischen Widerstandsgruppen, die 1943 das Comité Nacional de la Resistença Sagradêsa (CNRS) bildeten.
Volkspartei (1945-1950)
Im Zweiten Weltkrieg befürwortete Cabal zudem das Konzept der Convergência Cristiana, die eine Sammlung der demokratisch-christlichen Kräfte propagierte. In der Folge gehörte Cabal 1945 zusammen mit anderen christlichen Widerstandskämpfern sowie Mitgliedern des PDP und der konservativ-katholischen Volksunion zu den Gründern der christdemokratischen Volkspartei (PPC), die als Sammlungspartei des christlichen Lagers die Parlamentswahl 1945 gewann.
Er gehörte zu den führenden Vertretern des linken Parteiflügels, die sich u.a. für die Vergesellschaftung der Schlüsselindustrien stark machten und ein Bündnis mit den Linksparteien anstrebten, das schließlich in der Demokratischen Koalition aus Kommunisten, Sozialisten und Christdemokraten Wirklichkeit wurde.
Cabal wurde Mitglied der Nationalversammlung und 1946 Mitglied der Abgeordnetenkammer. Seit 1945 amtierte Cabal als Erziehungsminister im Kabinett Saviola III und im Kabinett Luciaro I. 1946 wurde er in gleicher Funktion Minister im Kabinett Dorado.
Aliança Socialista d'Unitá Lavorista (seit 1947)
Nach der Gründung der Volkspartei geriet Cabal zunehmend in Konflikt mit der liberalen und konservativen Parteimehrheit. 1946 kam es schließlich zum Bruch mit der Partei. Zusammen mit seinem Movimiento Socialista Cristiano verließ Cabal die Partei und näherte sich der Sozialistischen Partei Ricardo Morenos und Santo de la Ilpas an, die sich bemühte, auch linke katholische Wähler anzusprechen. Cabals MSC ging schließlich 1947 in der neugegründeten ASUL auf. Cabal übernahm in seiner neuen Partei eines der Führungsämter als Präsident des Parteikonvents.
1948 wurde Nino Cabal zum Bürgermeister seiner Heimatstadt Bosa gewählt, 1952 erreichte er seine Wiederwahl, eher er nach den Kommunalwahlen 1956 Präsident der Provinz Bosanêsa wurde.
Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958 gehörte Cabal zum Schattenkabinett der sozialdemokratischen Allianz und zog für diese erneut in die Abgeordnetenkammer ein. Die Verabschiedung des Parteiprogramms der ASUL in Lemez 1962 wurde für Cabal zum Erfolg, da sich die sagradischen Sozialisten darin der katholischen Kirche gegenüber versöhnlich zeigten und sich damit potenziell auch katholischen Wählern öffneten.
Kolonialminister und Código Cabal (1962-1967)
Nach der Kammerwahl 1962 trat Cabal als Minister für die Kolonien und die territoriale Landesverwaltung in die Regierung der neuen Großen Koalition unter dem Konservativen Martín Ánibal Costa ein. Dieses Amt behielt er auch in den folgenden Regierungen Santiago und Del Pérez. Als Kolonialminister erhielt Cabal einen der heikelsten Ministerposten der damaligen Zeit, da infolge der Unabhängigkeitsbestrebungen der afrikanischen Kolonien akuter Handlungsbedarf bestand, um drohende Kriege zu verhindern. Der schließlich verabschiedete Código Cabal entließt schließlich nicht nur die großen Kolonien in die Unabhängigkeit, sondern hatte schließlich die Errichtung von Regionen in Sagradien zur Folge. In der Zeit zwischen der offiziellen Errichtung der Region 1968 und der erstmaligen Regionalratswahl im Jahr 1969 stand Cabal als provisorischer Präsident der Regionaljunta seiner Heimatregion Escada vor. Nach der Niederlage der Sozialisten bei der Parlamentswahl 1967 schied Cabal aus der Regierung aus und stand bis 1970 noch einmal drei Jahre lang dem Nationalkonvent der ASUL vor.
Senatspräsident (1970-1976)
Im Jahr 1967 erstmals für die Provinz Bosanêsa zum Senator gewählt, wurde Cabal bei den Senatswahlen 1970 in diesem Amt bestätigt und kurz darauf zum ersten sozialistischen Präsidenten des Senats gewählt. Nach dem Tod Carles María Ortegas im Jahr 1972 wirkte er als Senatspräsident für wenige Wochen als amtierendes Staatsoverhaupt der Republik. Cabal starb im Jahr 1978 an einer Herzschwäche.
Politische Funktionen
Öffentliche Ämter
- 1945-1946: Minister für Nationale Erziehung in den Kabinetten Saviola III, Saviola IV, Luciaro I und Dorado
- 1948-1956: Bürgermeister von Bosa
- 1956-1962: Präsident der Provinz Bosanêsa
- 1962-1964: Minister für Territoriale Verwaltung in den Kabinetten Costa, Santiago sowie Del Pérez I, II und III
- 1970-1976: Präsident des sagradischen Senats
Mandate
- 1945-1946: Mitglied der sagradischen Nationalversammlung (PPC)
- 1946-1947: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer (PPC)
- 1958-1964: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer (ASUL)
- 1964-1976: gewähltes Mitglied des sagradischen Senats (ASUL, Bosanêsa)
- 1976-1978: auf Lebenszeit ernanntes Mitglied des sagradischen Senats