Carles Domínguez Arrás
Carles Domínguez Arrás (*1908 in Vesaey, †1974 in Semess) war ein sagradischer sozialistischer Politiker. Er war von 1964 bis 1966 Verteidigungsminister und von 1970 bis zu seinem Tod Stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Finanzen, Wirtschaft und Industrie.
In der Zweiten Republik Vertreter des linken Flügels der Sozialistischen Partei schloss sich Domínguez-Arrás 1936 dem Partido Socialista Revolucionário - Lavoradores i Campesanoes von Gerardo Mil-Leste an und ging 1938 in den Widerstand und bewaffneten Kampf gegen das Álamo-Regime. Dort gehörte er der Gruppe der Revolucionárioes Socialistas (RS) an, mit denen er 1944 wieder zum Partido Socialista Unitáriu (PSU, später wieder PS) zurückkehrte. In der frühen Dritten Republik war Domínguez Arrás seit 1946 Parlamentsabgeordneter, seit 1950 Delegierter des Europarats und seit 1955 der Parlamentarischen Versammlung der WEU. 1954 wurde Domínguez Arrás zum Vorsitzenden des Parlamentskomitees für Verteidigungsfragen gewählt.
Neben Politikern wie Iacovo Del Pérez, Luciano Minorel und Stefano Nacoma gehörte er seit etwa 1953 zum überparteilich-linken "Mitternachtskartell", das sich für eine Neugründung der Sozialistischen Linken aussprach. 1957 schließlich wurde er Gründungsmitglied der Aliança Socialista Unitária Lavorista (ASUL). Dort nahm er bald eine eher rechte Position ein und sprach sich für eine Kooperation mit den bürgerlichen Kräften aus. 1961 wurde er als Nachfolger von Marcelo Bérgamo geschäftsführender Fraktionssprecher der ASUL in der Abgeordnetenkammer, womit er zusammen mit Parteichef António Santiago die Führung der Opposition im Parlament übernahm. 1962 war er führend am Eintritt der Sozialisten in die Große Koalition beteiligt, im Februar 1964 wurde er schließlich zum Verteidigungsminister im Kabinett Santiago berufen. Dieses Amt übte er auch unter Ministerpräsident Iacovo Del Pérez aus. Nach dem Tod Santiagos gehörte Domínguez Arrás zusammen mit Del Pérez und Stefano Nacoma zum "Triumvirat" der Partei, das die wesentlichen Machtpositionen in der Partei besetzte. Seit 1966 nahm Domínguez Arrás in diesem Dreier-Team erneut als Fraktionssprecher die Führung der Parlamentsfraktion der ASUL wahr.
Nach der Niederlage der Sozialisten bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967 galt Domínguez zunächst als neuer starker Mann in der Oppositionspartei, zögerte aber, Del Pérez als Generalsekretär der Partei herauszufordern. Sein Festhalten am Übereinkommen mit Del Pérez und Nacoma rächte sich 1969, als Nacoma überraschend den jungen Joán Caval als Kandidaten für das Generalsekretariat der Partei präsentierte. Sowohl Del Pérez als auch Domínguez Arrás verzichteten auf eine Kandidatur und reihten sich innerhalb der engeren Führungsmannschaft der Partei ins zweite Glied ein. Nach dem Sieg der Sozialisten unter dem charismatischen Caval bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1970 berief Joán Caval ihn in seiner sozialistischen Alleinregierung zum Superminister für Finanzen, Wirtschaft und Industrie sowie zum Vizeministerpräsidenten. Als solcher suchte Domínguez Arrás eine am keynesianischen Modell der Globalsteuerung orientierte Wirtschaftspolitik durchzusetzen.
Domínguez Arrás verstarb im Februar 1974 im Amt an den Folgen eines Herzversagens.
Politische Funktionen
Öffentliche Ämter
- 1954-1961: Präsident des Verteidigungskomitees der Abgeordnetenkammer
- 1964-1966: Verteidigungsminister im Kabinett Santiago und im Kabinett Del Pérez I
- 1970-1974: Minister für Finanzen, Wirtschaft und Industrie und Vizeministerpräsident im Kabinett Caval I und II
Parteifunktionen
- 1961-1964: geschäftsführender Fraktionssprecher der ASUL in der Abgeordnetenkammer
- 1966-1970: Fraktionssprecher der ASUL in der Abgeordnetenkammer