Gabriel V.

Aus Sagradien
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Gabriel V. (Gemälde von Jofré de Gilard)

Gabriel V. (Gabriel Filipe) (*1585, †1640) aus dem Haus Santori war König von Sagradien (1592-1640) und als Gabriel I. Herr der Saloanischen Lande. Er gilt als letzter Monarch und einer der wichtigsten Exponenten des sagradischen "Großen Zeitalters" des 16. und 17. Jahrhunderts. Seine Herrschaft sah eine ökonomische und politische Blüte Sagradiens und einen Aufstieg des Kolonialreichs in Übersee. Im Inneren wurden die von Joán María de Belavís bereits unter dem späten Danadier I. eingeleiteten Reformen zur Stärkung des Königtums und zur katholischen Gegenreformation zu einem Höhepunkt und vorläufigen Abschluss geführt.

Kindheit und frühe Regentschaft

Gabriel Philipp David von Sántori wurde 1585 im Semestiner Plazarenya-Palast als Sohn von König Danadiers I. und dessen zweiter Ehefrau Eleonora Gonzaga geboren. Als Thronfolger trug er nach seiner Geburt den Titel eines Prinzen von Sarmay. Nach dem Tod seines Vaters 1592 bestieg Gabriel als Sechsjähriger den sagradischen Thron und stand fortan unter der Regentschaft seiner Mutter Eleonora. Die Staatsgeschäfte führte aber wie schon in den letzten Lebensjahren von Danadier I. der leitende Minister Joán María de Belavís. Dieser hatte bereits seit den Achtziger Jahren die Regierung geführt und religionspolitisch einen Kurs der katholischen Gegenreformation geführt. Dieser wurde auch mithilfe der Jesuiten mit Nachdruck durchgesetzt, um eine weitere Ausbreitung des Protestantismus im Land aufzuhalten.

Mit dem Tod seiner Mutter 1602 und Belavís' 1603 übernahm Gabriel mit 17 Jahren selbst die Regierungsgeschäfte. Im Jahr 1605 heiratete der Zwanzigjährige die ein Jahr jüngere Marie de Vienne, Tochter von Louis I. duc de Vienne und Großnichte Heinrichs IV. von Frankreich. Das erste Kind der beiden war Prinzessin Isabel de Sántori (*1607), die später den cuentesischen Erbprinzen José Manuel heiratete. 1610 folgte mit dem Prinzen Gabriel ein Sohn und Thronfolger.

Innenpolitik

Gabriel V. (Gemälde von Jofré de Gilard)

Gabriel V. setzte im Wesentlichen die von Belavís eingeleitete zentralistisch gesinnte Machtpolitik fort. Er stärkte die Macht des Königs gegenüber dem Hochadel und konsolidierte so seine Herrschaft. Zwar erreichte er keine vollständige Loslösung von den Generalständen, konnte deren Funktion aber auf die Bestätigung königlicher Dekrete und Verordnungen reduzieren und die Macht des unter Danadier I. noch so mächtigen Hochadels weitgehend brechen. Die unter seinen Vorgängern eingeführten Räte, in denen auch Vertreter des Hochadels saßen, beließ er zwar im Amt, konzentrierte die Regierungsgewalt aber weitgehend bei einem kleineren Kronrat (cosellu minor) unter Kanzlerschaft des ersten Ministers. Auch die von Belavís eingeleitete Politik einer frühmerkantilistischen Wirtschaft führte Gabriel zu einem ersten Höhepunkt.

Gabriel V. gilt als letzter Monarch des „Goldenen Jahrhunderts“ in Sagradien und als großer Förderer der Künste und der Philosophie. An seinem Hof kamen zahlreiche Denker der philosophischen Spätklassik zusammen, von denen Santiago Calles der bedeutendste war. Unter seiner Herrschaft wurde darüber hinaus der Bau der im 16. Jahrhundert begonnenen Kathedrale von Semest vollendet. Gleichzeitig förderte Gabriel V. den jungen begabten Barockmaler Sebastián Bexente (1601-1680), den er in seinen letzten Lebensjahren zum Hofmaler machte.

Außenpolitik

Außenpolitisch schloss Gabriel an die Tradition der antispanischen Politik an und schloss ein Bündnis mit Frankreich, das er in dessen anti-habsburgischer Politik unterstützte. Versuche, das 1580 verlorene Portugal für die Sántori zurückzuerobern, scheiterten aber.

Dem Bündnis mit Frankreich entsprang schließlich auch die Hochzeit seines ältesten Sohnes Gabriel mit Marie de Bourbon, Tochter Heinrichs IV. von Frankreich. Als Nebenschauplatz des Dreißigjährigen Kriegs führte Sagradien 1620-1624 den Ligrischen Krieg gegen eine anglo-mikolinische Allianz. Es gelang Gabriel aber, die Herrschaft Sagradiens über Westligrien zu verteidigen.

Jenseits Europas setzte Gabriel auf den Ausbau und eine Konsolidierung des sagradischen Kolonialreichs. 1599 wurde als erste sagradische Besitzung in Nordamerika die Kolonie Nova Scantia entlang des Savannah River im heutigen Georgia gegründet, die später an England fiel. Die sagradische Indien-Kompagnie etablierte in den 1620er Jahren mehrere Kolonien in Indien, namentlichd die Städte Vizagapatam, Masulipatnam und Cannanore, die als Sagradisch-Indien bekannt wurden und bis ins 20. Jahrhundert hinein sagradische Kolonien blieben.

Nachkommen

Aus der 1605 geschlossenen Ehe mit Marie de Vienne, Tochter Louis I duc de Vienne, gingen mehrere Kinder hervor:

Aus der 1628 geschlossenen Ehe mit María Luísa de Sántori-Cuentez gingen mehrere Kinder hervor:

Daneben hatte Gabriel V. mehrere uneheliche Kinder, darunter:

Vermächtnis

Gabriels 48-jährige Herrschaftszeit wird auch als "Era Gabrielina" bezeichnet und gilt als Abschluss der "Gran'Etá" in Sagradien. An seinem Hof wirkten bedeutende Künstler wie Sebastian Bexente, Tristán de Carreác und Pier-Laurenço de Gilán, die die sagradische Barockmalerei auf einen Höhepunkt führten. Auch die sagradische Literatur und Dichtung befanden sich in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in ihrer Blüte.