Alkonenreich
Das Alkonenreich, auch als Reich der Halkonen bekannt, war ein frühmittelalterliches Königreich in der südlichen Hälfte Sagradiens. Das Herrschaftsgebiet entstand zu Beginn des 5. Jahrhunderts mit dem Vorderingen der germanischen Alkonen von der iberischen Halbinsel auf die römischen Provinzen Belaconensis und Sisinia. Mit dem Einfall der Numerer um 730 n. Chr. und dem Tod Rekkriks I. 745 zerfiel das ursprüngliche Reich (erstes Alkonenreich) in mehrere Fürstentümer.
Als Nachfolgereich des ersten Alkonenreichs kann das Königreich Liez-Corar (auch zweites Alkonenreich) gelten, das unter Aerich I. im späteren 9. Jahrhundert große Teile des alten Alkonenreichs einnahm. Mit der Eingliederung des alkonischen Südens in das Königreich Sagradien unter Martin I. und Philipp I. von Skanten hörte das Alkonenreich endgültig auf zu bestehen.
Geschichte
Als 476 der letzte weströmische Kaiser abdankte, erstreckte sich die alkonische Herrschaft bereits auf den gesamten Süden Sagradiens südlich des Liêno inklusive der der Halbinsel von Perin, der Inseln Cuentez, Nerva und Lerça im Blauen Meer sowie mehrerer Inseln im Kantabrischen Meer. Im Norden reichte das Herrschaftsgebiet der Alkonen zeitweise bis an den Golf von Fidelfe, wurde in den Folgejahrhunderten aber durch die einfallenden Skanten zurückgedrängt.
Nachdem die arianischen Skanten im Norden Sagradiens bereits im frühen 6. Jahrhundert die lateinisch-trinitarische Religion der romanischen Bevölkerungsmehrheit angenommen hatten, ließ sich mit dem Alkonenkönig Berrakred I. der letzte arianische Herrscher Sagradiens katholisch taufen. Auch die vulgärlateinische Sprache der Bevölkerung wurde bald von den germanischen Eliten in allen Reichsteilen angenommen. Aus ihr entwickelte sich in den Folgejahrhunderten die Alkonische Sprache, eine Varietät des Sagroromanischen.
Um 730 wurde das Alkonenreich von der iberischen Halbinsel durch mehrere Invasionen der muslimischen Ummayaden berdroht, die in Sagradien als Numerer bezeichnet wurden. Der ummayadische Feldherr Nais ibn Noumi eroberte rasch große Gebiete und nahm 735 Artir sowie 739 Duerez ein. 745 wurde der Alkonenkönig Rekkrik (Regrigo) in der Schlacht mit den Numerern getötet. Sein Reich, das erste Alkonenreich, zerfiel in der Folge in zahlreiche Fürstentümer, die sich z.T. durch Tributzahlen an die numerischen Herrscher binden mussten. Das 757 gegründete Numerer-Emirat von Duerez konnte sich zeitweise über größere Teile des Alkonenreichs erstrecken. In der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts drang zudem der Skantenkönig Roduich der Große nach Süden vor.
Unter den alkonischen Fürsten konnten die Grafen von Oller sowie die Herzöge von Liez und Corar zeitweise überregionale Bedeutung erlangen. Erst Mitte des 9. Jahrhunderts gelang es dem westalkonischen Fürsten Aerich, als Dux Alconum große Gebiete Südsagradiens unter seiner Herrschaft zu vereinen. Sein Königreich Liez-Corar gilt auch als zweites Alkonenreich, zerfiel nach Aerichs Tod 882 aber wieder und wurde unter seinen Söhnen Arrigo II. und Fildrigo aufgeteilt. Erst Arrigo III. (898-915) erreichte wieder ein vergleichbar machtvolles Königtum wie Arrigo der Große.
Im 10. Jahrhundert wurde das Alkonenreich zunächst von Martin I. von Skanten und anschließend von dessen Sohn Philipp I. erobert. Beide erhoben Anspruch auf den Titel eines Rex Halconum. Arrigo IV. musste sich 922 Martin I. geschlagen geben und dessen Oberherrschaft anerkennen, eine alkonische Adelskoalition unter Berrigo von Lemez unterlag 938 gegen Philipp I., der das Alkonenreich endgültig in das neue Königreich Sagradien eingliederte.