Gabriel IX.
Gabriel IX. (von Sagradien) (*1734, †1777) war König von Sagradien (1770-1777) und der zweite Herrscher aus dem Haus Bourbon-Vienne auf dem sagradischen Thron. Er folgte 1770 seinem verstorbenen Vater Gabriel VIII. als König nach, starb aber 1777 ohne einen männlichen Thronfolger zu hinterlassen, sodass sein Bruder Joseph Ludwig I. König wurde.
Gabriel Henri Alexandre Antoine de Vienne wurde 1734 in Versailles geboren. Sein Vater war Louis-Gabriel de Bourbon, duc de Vienne, jüngster Sohn Antoine de Bourbons, des Herzogs von Mantua, seine Mutter die Santori-Prinzessin Maria von Servette, Tochter des regierenden Großherzogs Ludwig Philipp II. von Servette. Als Gabriel drei Jahre alt war, kurz nach der Geburt seines jüngeren Bruders Joseph Louis' wurde seine Mutter Maria von Servette überraschend selbst regierende Großherzogin, nachdem ihr älterer Bruder Karl VII. Ferdinand von Servette kinderlos verstorben war. Während Gabriels Eltern nach Servette zogen, um das Erbe Marias gegen Karl X. von Micolinien zu verteidigen, blieb Gabriel in Versailles, wo er am Hof Ludwigs XV. gemeinsam mit dem Dauphin Louis (*1729) erzogen wurde.
Servette und Frankreich waren in der Folge enge Verbündete im Servettensischen Thronkonflikt von 1737-39 und im 1740 ausgebrochenen Österreichischen Erbfolgekrieg und Gegner u.a. des sagradischen Königs Johann III.. Nach dessen Tod 1749 und dem seines Sohnes David II. 1754 erkannte Frankreich die Thronfolge der Tochter Johanns Maria II. Franziska nicht an und erhob stattdessen Gabriels Vater Louis-Gabriel de Vienne zum neuen König von Sagradien. Im folgenden Thronfolgekrieg konnte sich der französische Kandidat Louis-Gabriel gegen die Anhänger Maria Franziskas und ihres Ehemanns António Ramírez de la Sieta durchsetzen und Gabriel wurde 1757 im Alter von dreiundzwanzig Jahren schlagartig zum Thronfolger des sagradischen Königreichs. Als solcher erhielt er den Titel eines Prinzen von Sarmay und den eines Herzogs von Bordez und folgte seinem Vater an den Hof in Semess, wo Prinz Gabriel Enrico, wie er nun genannt wurde, 1752 die Bourbonenprinzessin Isabella von Spanien (*1732), jüngste Tochter Philipps V. von Spanien und seiner zweiten Frau Elisabetta Farnese. Die Ehe blieb jedoch kinderlos und wurde wohl nie vollzogen. Nach dem Tod Isabellas im Jahr 1759 heiratete Gabriel in zweiter Ehe Prinzessin Marie Louise von der Pfalz. Da Gabriel zeit seines Lebens an Krankheiten litt, blieb auch die zweite Ehe kinderlos, sodass sein jüngerer Bruder Don José Luis nach der Thronbesteigung Gabriels im Jahr 1770 Kronprinz wurde.
Gabriel setzte in seiner kurzen Regierungszeit als König weitgehend die Politik seines Vaters fort. Leitender Minister war die längste Zeit seiner Regentschaft über Joán António de Marvillas, Graf von Lusada. Immer wieder gab es Streitigkeiten des Königs mit der Adelsopposition, die den Zentralisierungskurs der Könige aus dem Haus Vienne ablehnten. Es gelang der Opposition jedoch nicht, die zunehmende Macht des Königs zu brechen.
Als Gabriel 1777 nach nur sieben Jahren als König starb, folgte ihm erwartungsgemäß sein Bruder als Joseph Ludwig I. auf dem Thron nach.