Johann III. von Portugal

Aus Sagradien
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Johann III. (port. Dom João III), genannt „der Fromme“ (O Piedoso oder O Pio) (* 6. Juni 1516, † 11. Juni 1557) war der 16. König von Portugal (1543-1557) und als Johann I. der zweite König von Cuentez (1554-1557). Er kam aus der portugiesischen (josefitischen) Linie des Hauses Santori und regierte beide Königreiche in Personalunion von 1554 bis 1557.

Leben

Dom João de Sántori wurde 1516 als ältester Sohn von Infant Joseph dem Schönen und seiner ersten Frau Catarina de Sántori geboren. Er war damit väterlicherseits ein Enkel Manuels I. von Portugal (dies wurde jedoch zeitweise bestritten) und mütterlicherseits Enkel Jakobs IV. von Sagradien und Tulis und Neffe König Davids I. von Sagradien.

Bereits kurze Zeit nach seiner Geburt kam es zum Streit zwischen seinem Vater Dom José, genannt o Belo, und seinem Großvater König Manuel. Als José gegen den Willen Manuels ein Bündnis mit Kastilien schloss und in zweiter Ehe eine spanische Prinzessin heiratete, kam es zum endgültigen Bruch zwischen Johanns Vater und Großvater und Manuel enterbte seinen Sohn, von dem er nun behauptete, nicht sein eigenes Kind zu sein, sondern aus einer außerehelichen Beziehung seiner Frau hervorgegangen zu sein. Damit verlor auch Joao seine Stellung als königlicher Prinz und zog mit seinem Vater nach Kastilien.

Als Manuel I. 1521 starb, versuchte Joseph der Schöne vergeblich, seinen Anspruch auf den Thron gegen den von Manuel als Erben eingesetzten sagradischen König David I. durchzusetzen. David wurde schließlich als König von Portugal anerkannt und nahm die Kinder seiner Schwester Catarina, namentlich Don Joao und seinen Bruder Henrique, zu sich auf, wo sie trotz zweifelhafter Legitimation über den Vater als Söhne von Davids Schwester wieder als königliche Prinzen erzogen wurden.

Nach dem Tod Don Andrés Pietros, des einzigen Sohnes Davids I. im Jahr 1534, revidierte David offiziell seine Haltung gegenüber den Söhnen Josephs des Schönen und nahm in seinem Nachfolgeerlass von 1540 schließlich seinen Neffen Johann in die Thronfolge auf. Sollte David keine eigenen Söhne mehr haben, würde die Krone Portugals - nicht aber die Sagradiens - an seine Schwester Catarina bzw. ihre Kinder fallen, womit Johann zum Präsumptiverben Portugals aufstieg. Da sein Vater in der Thronfolge abermals übergangen wurde, waren Konflikte zwischen Johann und Joseph dem Schönen vorprogrammiert.

Als David I. 1543 starb, folgte ihm Johann III. schließlich erwartungsgemäß auf den portugiesischen Thron. Da der sagradische Thron an Davids Tochter Johanna I. und ihrem Mann Michael III. fiel, endete die Personalunion der beiden Kronen. Joseph der Schöne erkannte die Nachfolge seines Sohnes zunächst nicht an, konnte seinen eigenen Thronanspruch jedoch nicht durchsetzen. Nachdem es zu Kriegshandlungen zwischen Joseph dem Schönen und Michael III. um Tulis gekommen war, schlossen Joseph der Schöne und Johann III. 1545 den Vertrag von Alcarsa, in dem sie sich versöhnten. Joseph der Schöne erkannte seinen Sohn als König von Portugal an und wurde von diesem im Gegenzug als König von Cuentez anerkannt, ein Titel, den dieser sich zuvor selbst verliehen hatte. Gleichzeitig sollte Johann III. nach dem Tod seines Vaters selbst als König von Cuentez nachfolgen. Diese Regelung wurde schließlich im Frieden von Servette 1547 durch Johanna I. und Michael III. bestätigt.

Der streng gläubige Johann III. ging als der König in die portugiesische Geschichte ein, der die Inquisition ins Land holte. Bereits Manuel I. hatte 1496 dem Beispiel der Katholischen Könige in Spanien folgend, die Juden aus Portugal vertrieben, gleichzeitig aber erlaubt, dass Juden, die zum christlichen Glauben übertraten, bleiben durften. Vermutlich hingen viele dieser „Neuen Christen“ (Cristãos-Novos), die ja nicht freiwillig zum katholischen Glauben übergetreten waren, insgeheim aber weiterhin ihrer alten Religion an. Johann III. beauftragte deshalb die Inquisition mit der Untersuchung der Glaubenspraktiken der „Neuen Christen“. In den nächsten 200 Jahren wurden in Portugal 1454 Personen von der Inquisition zum Tode verurteilt. 1540 erlaubte Johann III. auch den Jesuiten, sich im Lande niederzulassen. In Tulis dagegen, für das sich Johann auch nach seiner offiziellen Thronbesteigung nach dem Tod seines Vaters 1554 wenig interessierte, blieben die Jesuiten weitgehend ohne Einfluss. Die Stadt rebellierte mehrmals gegen den Status als de-facto-Kolonie eines portugiesisch fühlenden Königs.

Außenpolitisch konzentrierte sich Johann III. auf den Ausbau der überseeischen Kolonien. 1545 wurde Salvador da Bahia Hauptstadt Brasiliens. Unter Johann III. wurden Aden, Diu, Celebes, Maskat und Sur erobert. Er verzichtete auf die Philippinen und sicherte dafür die Molukken. 1557 wurde Macao, die erste portugiesische Handelssiedlung im Kaiserreich China, gegründet.

Da König Johanns Söhne alle vor diesem starb, folgte ihm sein Enkelsohn Sebastian I. auf dem portugiesisch-cuentezischen Thron nach.