David de Sántori
David de Sántori (*1399, †1468), genannt il Gran'Sántori, war Fürst von Valier (1416-1468), Conte-Âudaço von Tulis, Herr der Tulinesischen Gebiete (1423-1468) und Herzog von Golen (1449-1468). Durch sein Bündnis mit dem sagradischen König Philipp V. und seiner Ehe mit Isabel de Vesaey legte er den Grundstein für die bis 1757 andauernde Herrschaft des Hauses Santori auf dem sagradischen Thron. Nach der Thronbesteigung seines Sohnes Philipp VI. im Jahr 1457 war er bis zu seinem Tod Regent von Sagradien.
Inhaltsverzeichnis
Herkunft und Exil
David wurde 1399 als ältester Sohn von António de Sántori, seit 1390 Stadtgraf von Tulis und damit Herrscher der tulinesischen Republik, in Tulis geboren. Seine Mutter war Isabella von Vesaey (d.Ä.), eine Tochter des sagradischen Königs Michael I. aus dem Haus Vesaey, die 1396 im Rahmen eines Bündnisses zwischen dem König und dem tulinesischen Machthaber mit António von Sántori verheiratet worden war. Damit ist David auch der erste königliche Prinz aus dem Haus Santori. Gegenleistung der Hochzeit war die Hilfe Tulis' im so genannten Bürgerkrieg der zwei Herzöge, dem schließlich 1398 der Eintritt Tulis’ in den Sechzigjährigen Krieg auf Seiten Sagradiens folgte. Bis zum Tod seines Vaters 1416 wurde David in Tulis erzogen, musste dann aber gemeinsam mit seiner Mutter Isabel und seinem jüngeren Bruder Luis Filipe (*1405) aus der Stadt fliehen, da die konkurrierenden Nachfolgekandidaten Antónios aus dem städtischen Adel nach dem Leben des Vierzehnjährigen trachteten, der nun in Nachfolge seines Vaters als Fürst von Valier betrachtet wurde.
In der Folgezeit wurde er am sagradischen Hof in Vesaey erzogen. In Tulis konnte sich derweil im Jahr 1417 der ansässige Kardinalerzbischof Júlio de Santori, Bruder Antónios, gegen seine Konkurrenten durchsetzen und sein illegitimer Sohn Piero, wegen seiner Einfältigkeit Símplice genannt, übernahm als neuer Stadtgraf das Regiment. Seine Herrschaft, die unter dem vollen Einfluss seines Vaters stand und besonders die ansässige Geistlichkeit privilegierte, führte 1422 zur Rebellion des Stadtadels und zur Ermordung Piero Símplices sowie zur Vertreibung Kardinal Júlios aus der Stadt.
Machtübernahme in Tulis
Seit 1421 kämpfte David im sagradischen Heer gegen Mikolinien. Bereits 1420 hatte er die sagradische Adlige Lara von Nonthí geheiratet. Auf energische Fürsprache seiner Mutter hin intervenierte der neue sagradische König Philipp V., Sohn Michaels I. und seit 1421 dessen Nachfolger, im Jahr 1423 in Tulis und stellte David ein Belagerungsheer zur Verfügung, mit dem er die Stadt Tulis einnehmen wollte. Nach bereits wenigen Stunden kam es zur Rebellion der Stadtbevölkerung gegen die ungeliebten Machthaber, die als die "vier Schrecklichen" ("Cuatro Terribles") in die Stadtgeschichte eingingen. David konnte die Stadt kampflos einnehmen und wurde sofort per Akklamation von der Bevölkerung zum neuen Herrscher ausgerufen. Seine Stellung als Befreier des Volkes machte ihn zum fast unumschränkten Herrscher. Gegner bezeichneten ihn als Diktator und auch Wohlgesinnte sprachen ihm in der Folge ein monarchisches Auftreten zu. Unter David war die tulinesische Republik endgültig zur de-facto-Monarchie geworden.
Nachträglich legitimierte der Senat die Akklamation Davids zum neuen Conte und stimmte damit faktisch seiner eigenen Entmachtung zu. Die vier Tyrannen ließ David mitsamt seiner wichtigsten Gegner hinrichten und machte sich so schnell einen Namen als entschlossener Machthaber. Er leitete den Wiedereintritt Tulis’ in den Sechzigjährigen Krieg ein und befehligte danach die schlagkräftige tulinesische Blaumeerflotte, mit der 1425 Tinágua und 1427 Plato wiedererobern konnte, die 1408 an Mikolinien verloren gegangen waren. Auch in der Folge konnte er einige wichtige Siege auf See feiern, ebenso wie sein Bruder Luis Filipe de Sántori, Graf von Perin als Oberbefehlshaber des kleineren Landheeres.
Friedensschluss und Heiratspolitik
Nachdem die Kämpfe lange stagniert und 1439 de facto eingestellt worden waren, schloss David 1440 einen Separatfrieden mit Mikolinien, der ihm den Status ante quo und damit einigen territorialen Besitz an der mikolinischen Ostküste sicherte. Im Jahr 1441 starb Dona Lara. Aus der Ehe war mit Don Joán ein Sohn hervorgegangen, der später die tulinesische Hauptlinie der Sántori fortsetzen sollte. 1448 wurde die enge Allianz zwischen Tulis und dem sagradischen Königreich noch enger, als König Philipp V. seine älteste Tochter Isabel mit dem verwitweten David de Sántori verheiratete. Da Philipp ohne männlichen Erben war, wurde der gemeinsame Sohn Filipe 1449 als Präsumptiverbe der sagradischen Krone geboren. David wurde - nach dem erbenlosen Tod Philipps von Golen – als Herzog von Golen anerkannt, ein Titel, den er in Konkurrenz zum Golen-Machthaber schon seit den Zwanziger Jahren reklamiert hatte, und mit der früheren Markgrafschaft, nunmehr Herzogtum Golen belehnt.
Nachkommen
Der junge Filipe de Sántori wurde am Hof in Vesaey erzogen. Damit wurden die beiden Häuser immer enger miteinander verzahnt. Nachdem König Philipps 1452 geborener Sohn bereits im Folgejahr gestorben war, wurde zunächst Davids Frau Isabella die Jüngere und nach deren Tod 1453 der vierjährige Prinz Filipe zum Erben des Reichs bestimmt.
Aus der Ehe mit Lara von Nonthí (*1410; †1441) hatte David de Sántori zwei Kinder:
- Joán de Sántori (*1430; †1475), genannt Joán Prudente, Conte von Tulis
- María de Sántori (*1433; †1488)∞ (1) Carles de Malesc; ∞ (2) Fernando d'Esquês; ∞ (3) Julián de Conte
Aus der Ehe mit Isabella von Vesaey (*1427; †1456) gingen mehrere Kinder hervor:
- Filipe de Sántori (*1449; †1491), als Philipp VI. König von Sagradien
- Isabel de Sántori (*1450; †1495) ∞ Philipp von Saseia, Herzog von Salua
- Piero de Sántori (*1452; †1515), als Peter I. König von Sagradien
- Marguerita de Sántori (*1454) ∞ Ferdinand von Portugal, Herzog von Viseu
Sagradische Regentschaft
Als Philipp 1457 ohne Sohn starb, war David am Ziel und sein Sohn Santiago wurde im Alter von acht Jahren als Philipp VI. zum sagradischen König gekrönt. Für den Knaben übernahm David, meistens nur als "Sêinior il Duca" bezeichnet, die Regentschaft. Damit wurden die sagradische Krone und das Tulinesische Comitat unter ein und derselben Herrschaft vereint. David richtete in dem einst republikanischen Tulis den neuen Königshof ein und baute eine straff organisierte Bürokratie auf. Die Stärken der Handelsrepublik und die des Königreiches sollten langfristig miteinander verbunden werden. Mit einer straffen Steuerordnung sanierte er die Finanzen des Reiches und reformierte das Heereswesen.
Um die Herrschaft und Macht des Hauses Santori langfristig zu sichern, legte er viel Wert auf internationale Heiratsverbindungen. Seinen ältesten Sohn aus erster Ehe Joán Prudente verheiratete er mit der portugiesischen Prinzessin Beatrice von Avis, einer Tochter König Duartes, und seine Tochter Margarete mit Beatrix' Bruder Ferdinand von Portugal-Viseu. David selbst wiederum heiratete in dritter Ehe Philippa von Coimbra, eine Cousine seiner Schwiegertochter und seines Schwiegersohns. Dies sollte langfristig ein Bündnis zwischen den Seestaaten Tulis und Portugal schmieden und legte tatsächlich den Grundstein für die bis 1580 andauernde Herrschaft der Sántori in Portugal.
Neben der portugiesischen Verbindung wurde mit der Heirat seines Sohns José de Sántori mit einer Tochter des Herzogs Philipp I. von Salua ein Bündnis mit dem Haus Salua geschmiedet. Davids Sohn Philipp VI. wurde dagegen mit der schottischen Prinzessin Margaret Stewart verheiratet.
Als David de Sántori im Jahr 1468 starb, übergab er seinem mittlerweile volljährigen Sohn Philipp VI. eine gesicherte Herrschaft in Sagradien und legte damit den Grundstein für die in Seitenlinien (mit Unterbrechung 1721-1730) bis 1757 dauernde Herrschaft des Hauses Santori in Sagradien und den Aufstieg zur Weltmacht unter seinem nach ihm benannten Urenkel David I. (König von Sagradien 1509-1543, König von Portugal 1521-1543). Nachfolger Davids als Conte von Tulis wurde nicht sein Sohn Philipp, sondern dessen Halbbruder Joán Prudente. Dessen Ehe mit Beatrix von Portugal legte den Grundstein für die spätere Thronbesteigung von Davids Enkel Manuel als König von Portugal. Die sagradische und portugiesische Königswürde und das tulinesische Audakenamt wurden erst vier Jahrzehnte später unter Davids Urenkel David I. vereinigt.