Dianniden

Aus Sagradien
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Das Haus Cliêce war ein sagradisches Adelsgeschlecht fränkisch-skantischer Herkunft, das von 1078 bis 1269 die sagradischen Könige stellte. Da sich das Haus selbst auf das Geschlecht der älteren Dianniden zurückführte, welche im 9. und frühen 10. Jahrhundert die Könige von Sarmay stellten, wird es auch als Geschlecht der jüngeren Dianniden bzw. der Dianniden-Juvantiden bezeichnet.

Die älteren Dianniden

Seinen Ursprung hat das ursprüngliche Haus der Dianniden in Dianus von Sarmay, einem skantischen Adligen, der sich im Dienst für Roderich den Großen Ruhm und Einfluss erwarb und nach der Teilung des Skantenreichs im Vertrag von Torell 812 n.Chr. zu einem der mächtigsten Fürsten im südskantischen Teilreich Ferrigos I. aufstieg. Nach dessen Tod 817 nahm Dianus als Dián I. 818 selbst den Königstitel an und beanspruchte die Nachfolge der Rodrigiden im Südteil des Reichs. Faktisch konnte er sich in der Folge als unabhängiger König in Altsarmay und Sagonte etablieren und so die Königsdynastie der Dianniden begründen.

Seine Nachfolger Dián II. und Dián III. von Sarmay konnten sich als unabhängige Herrscher im Krieg gegen die muslimischen Numerer und gegen Skanten und Alkonen behaupten, ehe die Söhne Diáns III. das Reich 878 unter sich aufteilten. Mit Armont II., der als Kind den Thron bestieg und sich in der Folge 815 und 823 dem skantischen König Martin dem Eroberer beugen musste, starb das Königshaus im Mannesstamm aus. Zwar hatte Armont mit Arengar von Vierna ein unehelichen Sohn, der sich im Krieg gegen den sagradischen König Philipp den Großen nicht durchsetzen konnte und schließlich getötet wurde, ohne eigene Erben zu hinterlassen.

Die jüngeren Dianniden bis Johann I.

Armonts einzige Tochter Bereca heiratete schließlich den westfränkischen Adligen Hugo Bérel, deren gemeinsamer Sohn Dianus von Cliêce schließlich zum Stammvater der jüngeren Dianniden wurde. Dieser wurde um 950 von König Philipp dem Großen für seine Heeresdienste mit der Grafschaft Cliêce belehnt, da er sich unter anderem im Krieg seines Onkels Arengar gegen den König auf die Seite Philipps geschlagen hatte. Dianus war es auch, der durch die Ehe mit der sagradischen Prinzessin Parruela enge Kontakte zum sagradischen Königshaus der Rodrigiden knüpfte, ehe sein Sohn Hugobald von Cliêce 980 Herzog von Alconía wurde. Hugobalds Sohn Hugo der Große baute schließlich den Einfluss des Hauses Cliêce im Süden des sagradischen Königreichs aus und wurde zu einem der mächtigsten Fürsten des Reichs. 999 an der erfolgreichen Belagerung von Malesc beteiligt, schlug er gemeinsam mit König Philipp II. 1002 ein numerisches Heer bei Copón zurück.

Sein ältester Sohn Johann von Cliêce heiratete schließlich Prinzessin Ana, Tochter König Philipps III. und intensivierte damit die Beziehungen zum Königshaus. In der Auseinandersetzung der Könige Roderich III. der Kurze und Martin III. der Fromme gegen ihren Onkel Don Joán de Tesqué unterstützte Johann von Cliêce jeweils den König.

Als Martin der Fromme schließlich im Jahr 1078 starb, kam es zur kriegerischen Auseinandersetzung um seine Nachfolge. Johann von Cliêce erhob als Schwager Martins schließlich Anspruch auf die Krone und wusste dabei eine Vielzahl der Großen des Reichs auf seiner Seite. Im Krieg gegen seinen Gegenkönig Roderich den Langen, Herzog von Scantia aus dem Geschlecht der Lusoniden, setzte sich Johann I. schließlich in der Schlacht von Resales 1079 durch und wurde 1080 in Noyar als erster aus dem Geschlecht der Dianniden zum König von Sagradien gekrönt. Mit den Diannidenkönigen setzte sich endgültig der Einfluss fränkischer Traditionen in Sagradien auf das sagradische Hofleben durch.

Die Dianniden-Juvantiden im Kampf gegen die Lusoniden

Der Konflikt mit den Lusoniden blieb jedoch auch unter Johanns Nachfolger Johann II. dem Löwen virulent, der sich in mehreren Kriegen gegen Roderichs Sohn Martin den Kühnen behaupten musste. Der Gegensatz zwischen den sagradischen Königen aus dem Haus Cliêce und den de facto unabhängigen, aber formell lehnspflichtigen Lusoniden blieb eine Konstante des gesamten 12. Jahrhunderts. Nach dem Tod König Antons des Starken im Jahr 1132 gelangte sein Neffe Jakob der Kühne von Sacâu auf den Thron, der schließlich 1162 für seine Schwiegertochter Marka von Golen in den Krieg um die Erbschaft des Königreichs Golen zog.

Jakob fiel zwar, doch konnte sein Sohn Gabriel Juvans die Herrschaft der Dianniden in Golen etablieren. Er wurde zum wichtigsten sagradischen Herrscher des gesamten Hochmittelalters und konnte im Lusonidenkrieg von 1172-1184 die Lusoniden entscheidend schwächen, die schließlich auf nahezu alle ihre Besitzungen in Sagradien verzichten mussten. Gabriels Urenkel Philipp IV. Hermes setzte schließlich im Peruzinischen Erbfolgekrieg von 1249-1255 die Herrschaft seines Vasallen Philipp von Redaniors im Königreich Perucía durch und erreichte, dass dieser ihm als neuer peruzinischer König die Lehnstreue schwor.

Ende der Dianniden-Juvantiden

Mit dem Tod Philipp Hermes' im Jahr 1261 geriet das Königshaus Cliêce in eine ernsthafte Nachfolgekrise, da sein Sohn und Nachfolger Philipp V. bei seiner Thronbesteigung ohne Sohn und aufgrund seiner Krankheit auch ohne Aussicht auf weitere Nachkommen war. Philipp, genannt der Kluge, setzte daher in seiner Thronfolgeregelung seine Tochter Isabella und seinen Neffen und Schwiegersohn Martin Felix von Redanior zum Nachfolger ein. Die Zugeständnisse, die er 1263 den Cortes von Belaçón machen musste, damit diese seine Nachfolgeregelung anerkannten, stärkten die sagradischen Stände nachhaltig. 1264 bestiegen Isabella und Martin Felix von Redanior gemeinsam den Thron. Mit dem Tod Isabellas 1269 endete die Herrschaft der Dianniden über Sagradien. Martin IV. Felix begründete als König die bis 1395 andauernde Herrschaft des Hauses Redanior auf dem sagradischen Thron.

Haus Vesaey

Nach dem Tod Philipps V. bestand jedoch mit dem Haus Vesaey eine Seitenlinie des Hauses Cliêce-Sacâu weiter, die auf Philipp von Vesaey, einen Sohn Gabriels II. mit Josefa von Liez zurückging. Da diese jedoch von den Cliêce-Königen als illegitim betrachtet wurde und die Redanior-Nachfolge den Besitz Perucías versprach, wurde Philipps Sohn Jakob in der Thronfolgeregelung von 1263 übergangen. Als Entschädigung erhielt er die Grafschaft Sagonte zum Lehen. Seine Nachfolger konnten die Macht des Hauses deutlich ausbauen. Unter Michael IV. von Vesaey besaß das Haus Ende des 14. Jahrhundert u.a. das Herzogtum Sesin sowie die mächtigen Grafschaften Sagonte und Oller. Dieser gelangte schließlich nach dem Aussterben der Redanior 1396 auf den sagradischen Thron, wodurch die Dianniden wieder die sagradischen Könige stellte, ehe die Dianniden mit dem Ende des Hauses Vesaey 1457 endgültig ausstarben.

Erbe der Cliêce-Könige

Die Zeit der Könige aus dem Haus Cliêce gilt als Hochzeit des sagradischen Königtums im Mittelalter. Der Übergang des sagradischen Königstitels von den Skantenkönigen aus dem Haus der Rodrigiden auf die mit ihrer Hausmacht im Süden Sagradiens ansässigen Dianniden verlagerte das Gewicht im Reich deutlich weg vom bis dahin dominanten Norden und konsolidierte das bis dahin hauptsächlich skantische Königtum als gesamtsagradische Herrschaft, womit ein wesentlicher Grundstein für die Herausbildung eines gesamtsagradischen Staatswesens gelegt wurde. In diesem Sinne wirkte auch die zentralstaatlich ausgerichtete Politik der Diannidenkönige, die im erfolgreichen, wenn auch schwierigen Kampf gegen die Territorialfürsten, v.a. der mächtigen Lusonidenfürsten, die Dominanz des Königtums über die Partikulargewalten stärkte.

In kultureller Hinsicht brachte das Königtum der fränkisch stämmigen Dynastie Cliêce den endgültigen Durchbruch französischer Hofkultur im sagradischen Königreich.