Emil Johann

Aus Sagradien
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Emil I. Johann (von Sagradien), (*1778; †1855), König von Sagradien (1829-1849), wurde 1829 als Nachfolger seines Bruders Joseph Ludwig II. König und führte die Restauration des absoluten Königtums auf einen Höhepunkt, die in der Aprilrevolution 1848 und schließlich in seiner erzwungenen Abdankung endete.

Prinz von Sagradien und Herzog von Viça

Emilio Joán de Viena wurde 1778 als zweitältester Sohn König Joseph Ludwigs I. geboren. Seine Mutter war die Bourbonenprinzessin Marie Elisabeth von Frankreich, seine älteren Brüder Gabriel Maria, Prinz von Sarmay und Karl Joseph Ludwig, Herzog von Alconía. Als Mitglied der königlichen Familie ging Emilio nach der Absetzung Joseph Ludwigs I. und der französisch dominierten Regentschaft des minderjährigen Gabriel IX. ins Exil nach Micolinien. Anders als sein Onkel Miguel de Vuelta übernahm Emilio im Unabhängigkeitskrieg kein führendes Kommando, sondern verdingte sich als Diplomat, ehe er 1813 wieder nach Sagradien zurückkehrte. Von seinem wieder auf den Thron zurückgekehrten Onkel Joseph Ludwig I. erhielt er noch im selben Jahr den Titel eines Herzogs von Viça, den zuvor sein 1808 gestorbener Vater getragen hatte.

In der Novemberrevolution 1817 stand Emilio Joán auf der Seite des Königs Joseph Ludwig I. und floh wenig später aus Sagradien. Als sein Onkel zunächst für regierungsunfähig und schließlich für abgesetzt erklärt wurde, bestieg Emils Bruder als Joseph Ludwig II. den Thron. Emilio kehrte wieder zurück ins Land, blieb aber in Distanz zu den liberalen Beratern seines Königs. In der Folge gehörte Emilio zu den Anhängern einer absoluten Monarchie in Sagradien, hielt sich aus der Politik aber weitgehend heraus. Nach dem Tod des Thronfolgers Prinz Filiberto im Jahr 1825 stieg der weiterhin als Herzog von Viça bekannte Emil Johann als nächster Verwandter des regierenden Königs zum neuen Präsumptiverben auf, da Joseph Ludwigs zweiter Sohn Don Manuel, Graf von Casigón nach der morganatischen Eheschließung mit Marifrancisca de Clermente für sich und seine Nachkommen auf den Thron verzichtet hatte. Emil Johann wurde zwar anstelle Manuels, der selbst auch keine Thronambitionen unterhielt, Präsumptiverbe der Krone, erhielt aber nicht den üblichen Infantentitel eines Prinzen von Sarmay.

König von Sagradien

Nach dem Tod Joseph Ludwigs II., der 1829 ohne männlichen Erben geblieben war, erhoben die sagradischen Stände Herzog Emilio Joán als Emil I. Johann zum neuen König. Die Nachfolge Joseph Ludwigs war in der Ständeversammlung umstritten, da der Herzog als Gegner des Konstitutionalismus galt, musste aber schnell entschieden werden, da man inmitten des Zweiten Golenkriegs micolinischen Ansprüchen zuvorkommen wollte, sodass sich schließlich die Konservativen und Legitimisten in der Ständeversammlung durchsetzen konnten. Außerdem versprach Emilio, die Verfassung zu achten und Friedensverhandlungen mit Micolinien zu suchen.

Emilio ernannte kurz nach seiner Königserhebung den Abat de Francovil zu seinem ersten Minister und leitete unmittelbare Friedensverhandlungen mit Micolinien ein. Im Friede von Diegue wurde der Status quo ante von 1815 wiederhergestellt. Seine neue Machtstellung versuchte Emil Johann in der Folge zu nutzen, um entgegen seiner Versprechungen die Novemberverfassung von 1817 wieder außer Kraft zu setzen. Die Königszeit Emilios gilt daher auch als Restaurationsepoche in der sagradischen Geschichte. Die Wahlen vom Frühjahr 1830 führten zu einem klaren Sieg der rechten Kräfte gegen die liberalen Konstitutionalisten. Die von der französischen Juli-Revolution und einer Hungersnot im Winter 1830/31 ausgelösten Unruhen führten zur Auflösung der Abgeordnetenkammer und zu Neuwahlen im Frühjahr 1831, aus denen die Liberalen als Sieger hervorgingen. König und Parlamentsmehrheit standen sich nun feindlich gegenüber. Ein erfolgloses Attentat auf den König im Herbst 1832 nutzte Emilio schließlich dazu, die liberale Kammer aufzulösen und wenig später die Verfassung von 1817 auszusetzen. In den folgenden 16 Jahren regierte Emilio damit wieder absolut und ohne konstitutionelle Kontrolle.

1842 ernannte Emilio Joán den Konservativen Fernando Conte de Lesta zu seinem Kronkanzler und ersten Minister, der ihm fortan bis zur Revolution von 1848 dienen sollte und für die liberale Opposition zum Inbegriff der monarchischen Reaktion wurde. Unter Lesta wurden Pressezensur und politische Verfolgung Oppositioneller nochmals verschärft, Sagradien in die Heilige Allianz der reaktionären Monarchien Europas eingereiht. Mehrmals kam es zu Attentasversuchen auf König und Kronkanzler, die allesamt zu weiteren Gesetzesverschärfungen führten, die Vierziger Jahre in Sagradien werden daher auch als „Decada del Terror“ bezeichnet.

Die Jahre 1846/1847 wurden von einer Wirtschaftskrise in Sagradien geprägt, die das soziale Elend rapide verstärkte und zahlreiche Bauern und Arbeiter um ihre (nicht nur wirtschaftliche) Existenz brachte. Immer lauter wurde der Ruf der Opposition nach Reformen. Die französische Februarrevolution und die folgenden Unruhen in ganz Europa führten auch in Sagradien zu einem Klima des Protests und gewaltsamen Umsturzes. Im April kam es in Semess und anderen Großstädten zu gewaltsamen Aufständen gegen die Staatsgewalt, gegen die der Graf von Lesta hart vorging. Mit dem Ausbruch der Aprilrevolution floh König Emil Johann nach England. Graf Lesta musste im Mai zurücktreten und Emil setzte ein liberales Ministerium ein, ehe er wieder nach Sagradien zurückkehren konnte. Er ließ die Generalstände zusammenkommen, die in den folgenden Monaten eine neue Verfassung ausarbeiten sollten, die an die Stelle der ausgesetzten Verfassung von 1817 treten sollte. In den Folgemonaten hatte der König mit der Niederschlagung eines regionalistischen Aufstandes in Tulis zu kämpfen, wo die „Asumarische Republik“ ausgerufen worden war. Im Laufe des Sommers erhielt Emil Johann die Oberhand zurück und ging bald zu einer Obstruktionspolitik gegenüber den liberal dominierten Ständen über.

Der den Ständen im November zur Abstimmung vorgelegte Verfassungsentwurf, die „Charte Gabilard“, wurde vom König abgelehnt, der noch im Dezember mithilfe des Militärs die Versammlung auflöste und eine ständische Übergangsverfassung erließ (Carta Emiliana), die jedoch erst im Januar des Folgejahres in Kraft treten sollte. Die Auflösung der Stände und das Bekanntwerden der Carta Emiliana, welche die Machtstellung des Königs stützen sollte, führte in Semess zu den Winteraufständen, in welchen die Kämpfe vom April wieder aufgenommen wurden. Nach weiteren Wochen der Kämpfe dankte Emil Johann schließlich im Januar zugunsten seines Sohnes Lucien I. ab und kam damit nur knapp der Ausrufung der Republik zuvor.

Den Rest seines Lebens verbrachte der abgedankte König im Londoner Exil, wo er 1855 im Alter von 70 Jahren starb.