Johanna von Sagradien

Aus Sagradien
Zur Navigation springenZur Suche springen

Johanna I. (von Sagradien, Dona Joana I) (*1520, †1578) war die erste regierende Königin von Sagradien (1543-1563) und gleichzeitig Herzogin von Servette. Sie folgte 1543 als älteste lebende Tochter ihrem Vater David I. auf den Thron und regierte bis 1555 gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael III. 1563 dankte sie zugunsten ihres Sohnes Philipp VII. Jakob ab.

Jugend und Erbfolgestreit

Johanna Maria von Sagradien wurde 1520 als drittes Kind und zweitälteste Tochter Davids I. und dessen erster Frau Luisa von Portugal geboren. Nachdem ihre beiden älteren Geschwister Andrés Pietro (†1534) und Luísa (†1536) binnen zwei Jahren gestorben waren, blieb Johanna als älteste und damit erbberechtigte Tochter Davids zurück. 1535 heiratete die damals erst fünfzehnjährige Prinzessin ihren 24 Jahre älteren Onkel zweiten Grades Miguel de Valier, den Statthalter Davids im Herzogtum Servette.

Nachdem auch die zweite Ehe Davids mit Marguerite de Valois erbenlos geblieben war, setzte David seine Tochter Johanna und ihren Ehemann Miguel 1539 als Erben der sagradischen Krone ein. Deren gemeinsamer Sohn Don David (*1539) sollte seinem Großvater als König unter der Vormundschaft seiner Eltern nachfolgen, doch starb David bereits 1540 im Alter von dreizehn Jahren. Für diesen Fall waren Johanna und Michael selbst als Königin und König vorgesehen. Da die portugiesischen Stände die Nachfolgeregelung jedoch nicht anerkannten, wurde dort gemäß dem salischen Recht Joseph von Óstino und Liez, ein Onkel Davids I., als König eingesetzt. Johannas Ehemann Miguel wollte dies jedoch nicht anerkennen und zweifelte das Testament ebenso wie Joseph an, der sich nicht mit der portugiesischen Krone begnügen wollte. Da die Nachfolgeregelung zudem nur von den sagradischen Generalständen, nicht aber vom tulinesischen Senat bestätigt wurde, blieb die Nachfolge ungewiss.

Dem Tod Davids I. folgten daher kriegerische Auseinandersetzungen zwischen der Partei Johannas und Michaels, den so genannten "Migueliten", und den Gefolgsleuten Josephs von Óstino, die als "Josephiten" bezeichnet werden ("Lilienkrieg"). Nachdem die Waffen seit 1545 ruhten, bestätigte der Friede von Servette 1547 die Regentschaft Johannas und Michaels in Sagradien und den Servettinischen Landen, sicherte für Joseph jedoch neben dem ihm zugesprochenen Königreich Portugal den Titel eines Königs von Cuentez und das auf dem Gebiet des alten Tulinesischen Comitats neu konstituierte Königreich.

Regentschaft, Abdankung und Verbannung

Bis 1552 regierte Johanna gemeinsam mit ihrem als Michael III. geführten Ehemann das Königreich. Das Paar verlegte den Königssitz von Tulis nach Semess und engagierte sich für die katholische Gegenreformation. Nach dem Tod Michaels 1552 regierte Johanna alleine weiter. Sie stand zeitweise unter dem Einfluss ihres wichtigsten Beraters und Vertrauten, des Grafen von Nerval, der die antiprotestantische Politik fortsetzte. Großer Gegenspieler zu dieser Zeit war Johannas Schwager Heinrich von Esqués, Bruder Miguel de Valiers und Herzog von Viça, der nach seiner Heirat mit Madeleine de Condé zum protestantischen Glauben übergetreten war und nun versuchte, an Stelle Johannas die Macht im Königreich zu übernehmen.

Entgegen der Hoffnungen Heinrichs und der mit ihm verbündeten Adligen erwies sich Johanna auch nach dem Tod ihres Ehemanns als starke Regentin. Nach dem zwischenzeitigen Friedensschluss mit Heinrich von Esqués im Jahr 1562 bemühte sich Johanna um ein entspannteres Verhältnis zu ihren protestantischen Untertanen, was sie in Gegensatz zur streng katholischen Hofpartei um den Grafen Roberto de Monteblanxard brachte. Gegen deren Willen setzte Johanna 1562 die Heirat ihres Sohnes Philipp Jakob mit Louise von Bourbon,


und sich seit 1560 im Krieg gegen den protestantischen Herzog von Viça befand. Nachdem ihr 1545 geborener Sohn Philipp Jakob geheiratet hatte, dankte Johanna 1563 zugunsten Philipp Jakobs ab, beeinflusste diesen anfänglich jedoch nachwievor, ehe sie sich mit dessen Ehefrau Louise von Bourbon entzweite und vom Hof verbannt wurde. Der gescheiterte Versuch einer Hofintrige um den ebenfalls entmachteten Grafen von Nerval gegen Philipp mit dem Ziel, Johanna wieder als Königin einzusetzen, führte zu ihrer Verhaftung. Ihren Lebensabend verbrachte Johanna in der Folge im skantischen Kloster Santa María de Laval.