Saloanische Kriege

Aus Sagradien
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Als Saloanische Kriege wird eine Serie bewaffneter Konflikte zwischen dem Königreich Sagradien unter der Dynastie der Santori und Mikolinien unter den Interea-Königen in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts bezeichnet, die hauptsächlich auf der mikolinischen Halbinsel ausgetragen wurden. Darin ging es um den Besitz und den Status der so genannten Saloanischen Lande nach dem Tod des Herzogs Anton III. von Salua im Jahr 1477.

Beendet wurden die Kriege 1509 im Frieden von Salua, mit dem die Lande engültig in den Besitz der sagradischen Könige übergingen. Der Erfolg der sagradischen Santori gegen Mikolinien begründete die bis Mitte des 18. Jahrhunderts andauernde Herrschaft der Sagradier im Süden der mikolinischen Halbinsel und trug erheblich zum Aufstieg der Santori zu einer der mächtigsten Dynastien Europas bei.

Vorgeschichte

Nach dem Sechzigjährigen Krieg zwischen um die Kronen von Sagradien, Mikolinien, Perucía und Golen und dem Frieden von Tesqué 1443 standen sich mit Sagradien und Mikolinien zwei Königreiche gegenüber, die um die innere Konsolidierung und die äußere Vormachtstellung stritten. Die Überführung der beiden Halbinselteile unter einer gemeinsamen Herrschaft blieb auf beiden Seiten das Ziel. Spätestens nach der Übernahme der sagradischen Krone durch König Philipp VI. aus der tulinesischen Familie der Santori besaß Sagradien-Tulis über eine Vormachtstellung im Blaumeerraum und suchte überdies seinen Einfluss auf Mikolinien auszudehnen.

Während die Herrschaft der Santori in Sagradien einigermaßen gefestigt war, waren die Macht- und Loyalitätsverhältnisse auf der mikolinischen Halbinsel weniger klar. Bereits im Sechzigjährigen Krieg hatte der Herzog von Salua Karl IV. hier eine Sonderrolle gespielt und zeitweise selbst Anspruch auf den gesamtmikolinischen Königsthron erhoben. Aus dem Krieg ging Salua unter Herzog Anton II. schließlich gestärkt hervor und bildete nach dem Friede von Tesqué 1443 eine de facto unabhängige Macht im Süden der Halbinsel. Wichtige Machtquelle war die finanzielle und wirtschaftliche Stärke des Reichs. Besonders in der Endphase des Sechzigjährigen Krieges hatte die Herzöge von Salua als potente Geldgeber des mikolinischen Königs auftreten können und brachten über den Weg der Pfandschaft den gesamten Süden des Königreichs inklusive mehrerer Herrschaften in Lukien und Südpiranien unter ihre Kontrolle. Die Lehnsabhängigkeit vom mikolinischen König bestand seither nur noch formal, der als Saloanische Lande bezeichnete Herrschaftskomplex der Servettinerherzöge bildete ein eigenständiges Reich, doch musste es naturgemäß das Ziel des mikolinischen Königtums bleiben, seine Vorherrschaft über Salua zu behaupten.

Erster Saloanischer Krieg (1477-1479)

Eine solche Gelegenheit sah der mikolinische König Heinrich I. nach dem Tod des mächtigen Herzogs Philipp I. von Salua im Jahr 1472 und seines Bruders und Nachfolgers Anton III. fünf Jahre später gegeben. Da beide Herzöge ohne legitime männliche Nachkommen gestorben waren, bestand Heinrich I. auf seiner Oberherrschaft und suchte das Herzogtum als vakantes Lehen wieder einzuziehen. Die Saloanischen Stände dagegen bestanden auf ihre Unabhängigkeit und unterstützten den unehelichen Sohn Antons II., Philipp von Saseia. Es kam darüber zum Nachfolgekrieg und zum Einmarsch mikolinischer Truppen, gegen die sich Filip mit dem sagradischen Santori-König Philipp VI. verbündete. Der sagradische Monarch erhoffte sich dadurch, seinen Einfluss auf der mikolinischen Halbinsel dauerhaft zu sichern, wozu auch Eheallianzen anvisiert wurden. Mit sagradischer Hilfe konnte sich Philipp von Saséia schließlich durchsetzen. Bei Tinágua siegte 1479 das vereinigte Heer der Saloaner und Sagradier gegen Mikolinien und erreichte die Anerkennung der Herrschaft Philipps im Vertrag von Sant Lucas 1480. Philipp von Saseia heiratete danach Philipps VI. Schwester Isabel de Sántori und intensivierte das sagro-Saloanische Bündnis. Philipps jüngerer Bruder Peter von Sagradien wiederum nahm Philipp von Saséias Tochter aus erster Ehe, Margarete von Saséia, zur Frau.

Zweiter Saloanischer Krieg (1490-1497)

In der Folge regierte Philipp von Saseia als das de facto von Mikolinien unabhängige Herrschaftskonglomerat im Süden der Halbinsel. Die Beziehungen zu Sagradien blieben dabei unklar. Zwar war er machtpolitisch von diesen abhängig, konnte sich aber einige Autonomie von Tulis sichern. Das Saloanisch-santorische Bündnis blieb aber stark genug, um die Versuche Mikoliniens abzuwehren, den Vertrag von 1480 zu revidieren. Doch Philipps Tod 1490 schwächte die Allianz gegen Mikolinien empfindlich, da Philipps minderjähriger Sohn und Nachfolger Baltasar von Salua erst wenige Monate alt war und unter die Regentschaft seiner Mutter Isabel von Santori gestellt wurde. Der mikolinische König Heinrich II. hoffte nun auf Widerstände unter den Adligen der Lande gegen die sagradische Regentin und zog mit einem Heer nach Süden. Es gelangen ihm einige schnelle Erfolge, doch verweigerten die Stände ihm mehrheitlich die Anerkennung.

Erneut wurde Sagradien zu Hilfe gerufen, jedoch konnte König Philipp VII. erst 1492 mit einem Heer nach Südmikolinien ziehen. Auf dem Weg kam es zu mehreren Schlachten. 1494 siegten die Mikolinier bei Joçaleia und zwangen Sagradien zum Rückzug, gleichzeitig besetzten die Mikolinier das sagradische Golen als Faustpfand. Jedoch konnte Isabel ihre Stellung in Macedi zunächst halten. Erst 1496 nahmen mikolinische Truppen die Stadt ein und setzten sowohl die Regentin als auch den jungen Herzog ab. Im Folgejahr fiel Sagradien in Lukien ein und schritt rasch voran. Im Herbst 1497 endete der Feldzug mit der Niederlage Mikoliniens in zwei Schlachten bei Sant Filip und Cosqol. Die Sagradier setzten Antonia von Salua, eine Enkelin Philipps von Saseia, als Herzogin und deren Vater Peter von Sagradien, Bruder König Philipps VI., als Regenten ein, womit das Herzogtum de facto an die Sántori fiel.

Dritter Saloanischer Krieg (1503-1509)

Golen blieb zunächst weiterhin mikolinisch besetzt. 1499 starb die junge Herzogin Antonia von Salua und ihr Vater Peter von Sagradien übernahm auch offiziell die Alleinherrschaft als Herzog. Die Saloanischen Stände stimmten der Rechtsübertragung an die sagradische Dynastie nur unter großen Zugeständnissen zu, welche die Macht des einheimischen Adels deutlich vermehrten.

Als Herzog Peter 1502 den sagradischen Thron an sich riss und das Herzogtum damit an Sagradien fiel, nutzte Mikolinien innere Unruhen in Sagradien im Zuge der Lilienkriege, um im Dritten Saloanischen Krieg einen letzlich vergeblichen Versuch zu unternehmen, die Lande zu erobern. Wiederum zogen die Saloanischen Stände die Herrschaft der ferneren Santori einer Eingliederung ins mikolinische Königreich vor, zumal Peters Kriege in Sagradien die Möglichkeit boten, in Abwesenheit die heimischen Verhältnisse selbst zu kontrollieren. Zudem gelang es prosagradischen Aufständischen in Golen, die ungeliebte mikolinische Herrschaft zu vertreiben, woraufhin Golen wieder sagradisch wurde.

Im Frieden von Salua wurden die Saloanischen Kriege 1509 endgültig beendet. Die Saloanischen Lande, namentlich das Herzogtum Salua, das Herzogtum Macedi, das Marbore sowie die Grafschaft Feiroa fielen geschlossen an das Haus Santori, wohingegen die Pfandschaften im lukischen Raum und in Südpiranien wie die Grafschaften Drouvel oder Carata wieder an die mikolinische Krone zurückfielen. Diese Teilung entsprach in etwa den realen Machtverhältnissen des Jahres 1509.

Ergebnis und Folge

Mit dem Frieden von Salua hatte sich Sagradien endgültig durchgesetzt und setzte sich damit im Süden der mikolinischen Halbinsel fest. Die Herrschaft trug erheblich zum Aufstieg der sagradischen Santori-Monarchie zu einer der führenden Mächte Europas auf. Das Königreich Mikolinien musste dagegen seine Ansprüche auf die gesamte mikolinische Halbinsel zunächst hintanstellen und konnte dieses Ziel in den nächsten beiden Jahrhunderten nicht durchsetzen.