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Mit dem Aussterben der Lusoniden begann in Perucía jedoch eine anhaltende Phase der Unruhen und Aufstände, in der Adelsfehden, bürgerkriegsähnliche Kämpfe und Einmischungen von außen, vor allem aus Micolinien und Sagradien, an der Tagesordnung waren. Nachdem [[Martin IV. Felix]] 1275 den sagradischen mit dem peruzinischen Thron vereint hatte, folgte auf seinen Tod 1289 ein neuerlicher Thronstreit zwischen den sagradischen Königen aus dem [[Haus Redanior]] und einheimischen Magnaten und Thronprätendenten, die sich auf das Erbe der Lusoniden beriefen und von Micolinien protegiert wurden. In der Tradition der nationalen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts wurden diese ''[[Peruzinische Kriege|Peruzinischen Kriege]]'' hauptsächlich als Unabhängigkeitsbestrebungen der peruzinischen Stände gegen die sagradische Fremdherrschaft gedeutet, tatsächlich handelte es sich jedoch vielmehr um quer durch den peruzinischen Adel sowie durch das [[Haus Redanior|Königshaus Redanior]] verlaufende Machtkämpfe, die sich mit Konflikten zwischen Sagradien und Micolinien um den Einfluss auf das Königreich vermischten. Nach Wirren innerhalb des Königshauses konnte sich 1301 mit micolinischer Hilfe die von [[Johann von Gerón]] begründete Linie des Hauses Redanior gegen die sagradische Linie unter [[Jakob II.]] durchsetzen, sodass die beiden Kronen vorübergehend wieder auseinanderfielen. Unter Johanns beiden Söhnen [[Philipp I. von Micolinien|Philipp]] und [[Sergi I.|Sergi]] wurde die peruzinische Krone jedoch zunächst mit der micolinischen (1310/13/15) und 1321 schließlich mit sagradischen Krone vereinigt. Die Machtkämpfe zwischen den Königen von Micolinien und Sagradien um das Reich im Norden der micolinischen Halbinsel wurden damit vorerst beigelegt.
 
Mit dem Aussterben der Lusoniden begann in Perucía jedoch eine anhaltende Phase der Unruhen und Aufstände, in der Adelsfehden, bürgerkriegsähnliche Kämpfe und Einmischungen von außen, vor allem aus Micolinien und Sagradien, an der Tagesordnung waren. Nachdem [[Martin IV. Felix]] 1275 den sagradischen mit dem peruzinischen Thron vereint hatte, folgte auf seinen Tod 1289 ein neuerlicher Thronstreit zwischen den sagradischen Königen aus dem [[Haus Redanior]] und einheimischen Magnaten und Thronprätendenten, die sich auf das Erbe der Lusoniden beriefen und von Micolinien protegiert wurden. In der Tradition der nationalen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts wurden diese ''[[Peruzinische Kriege|Peruzinischen Kriege]]'' hauptsächlich als Unabhängigkeitsbestrebungen der peruzinischen Stände gegen die sagradische Fremdherrschaft gedeutet, tatsächlich handelte es sich jedoch vielmehr um quer durch den peruzinischen Adel sowie durch das [[Haus Redanior|Königshaus Redanior]] verlaufende Machtkämpfe, die sich mit Konflikten zwischen Sagradien und Micolinien um den Einfluss auf das Königreich vermischten. Nach Wirren innerhalb des Königshauses konnte sich 1301 mit micolinischer Hilfe die von [[Johann von Gerón]] begründete Linie des Hauses Redanior gegen die sagradische Linie unter [[Jakob II.]] durchsetzen, sodass die beiden Kronen vorübergehend wieder auseinanderfielen. Unter Johanns beiden Söhnen [[Philipp I. von Micolinien|Philipp]] und [[Sergi I.|Sergi]] wurde die peruzinische Krone jedoch zunächst mit der micolinischen (1310/13/15) und 1321 schließlich mit sagradischen Krone vereinigt. Die Machtkämpfe zwischen den Königen von Micolinien und Sagradien um das Reich im Norden der micolinischen Halbinsel wurden damit vorerst beigelegt.
  
Mit der sagradisch-micolinischen [[Union von Alagua]] von 1321 wurde Perucia damit Teil des neuen, von den Redanior-Königen regierten Großreiches auf beiden Seiten der Konsetten und des Blauen Meers, was den Konflikt um das Land vorübergehend befriedete. Die Kinderlosigkeit [[Gabriel IV.|Gabriels IV.]] und das drohende Aussterben der Redanior führte aber in den 1380er Jahren zu einer dynastischen und politischen Krise, da ein Auseinanderfallen der Union und eine neuerliche kriegerische Auseinandersetzung um die Kronen der Königreiche drohte. Mit dem vorzeitigen Ende der Union 1386 durch den Abfall Micoliniens von [[Gabriel IV.]] begann damit eine neue Phase der Kriege um Perucía, die unmittelbar in den [[Fünfzigjährigen Krieg]] mündete, der sich zu großen Teilen auf peruzinischem Gebiet abspielte. Mit dem [[Vertrag von Albero]] 1390 blieb Perucía vorerst in der Hand Gabriels, der jedoch keine Nachfolgelösung vorzeigen konnte. Nach seinem Tod 1395 und in der folgenden Nachfolgekrise in Sagradien erkannten die Stände Perucías keinen der beiden sagradischen Thronprätendenten ([[Michael I.|Miguel de Vesaey]] und [[Joseph von Óstino|José d'Óstino]]) an, sondern suchten ihre Unabhängigkeit zurückzuerlangen. In dieser Situation des machtpolitischen Vakuums suchte der micolinische König [[Karl VI. von Micolinien|Karl VI.]] seine Chance zu nutzen und nach ersten Verhandlungen mit den Ständen des Nordens vollendete Tatsachen zu schaffen. Er fiel unter Berufung auf die [[Konvention von Marbore]] aus dem Jahr 1368 – die eine Vereinigung der Kronen Perucías und Micoliniens festsetzte – in Perucía ein und löste den bis 1443 andauernden Krieg gegen Sagradien aus, der mehr als alle Kämpfe zuvor verhehrende Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes hatte. Während ein großer Teil des peruzinischen Adels den micolinischen Regenten anerkannte, hielt eine Gegenpartei den Widerstand aufrecht und verbündete sich mit dem 1396 im sagradischen Thronkampf siegreichen Miguel de Vesaey.
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Mit der sagradisch-micolinischen [[Union von Alagua]] von 1321 wurde Perucia damit Teil des neuen, von den Redanior-Königen regierten Großreiches auf beiden Seiten der Konsetten und des Blauen Meers, was den Konflikt um das Land vorübergehend befriedete. Die Kinderlosigkeit [[Gabriel IV.|Gabriels IV.]] und das drohende Aussterben der Redanior führte aber in den 1380er Jahren zu einer dynastischen und politischen Krise, da ein Auseinanderfallen der Union und eine neuerliche kriegerische Auseinandersetzung um die Kronen der Königreiche drohte. Mit dem vorzeitigen Ende der Union 1386 durch den Abfall Micoliniens von [[Gabriel IV.]] begann damit eine neue Phase der Kriege um Perucía, die unmittelbar in den [[Fünfzigjährigen Krieg]] mündete, der sich zu großen Teilen auf peruzinischem Gebiet abspielte. Mit dem [[Vertrag von Albero]] 1390 blieb Perucía vorerst in der Hand Gabriels, der jedoch keine Nachfolgelösung vorzeigen konnte. Nach seinem Tod 1395 und in der folgenden Nachfolgekrise in Sagradien erkannten die Stände Perucías keinen der beiden sagradischen Thronprätendenten ([[Michael I.|Miguel de Vesaey]] und [[Joseph von Óstino|José d'Óstino]]) an, sondern suchten ihre Unabhängigkeit zurückzuerlangen. In dieser Situation des machtpolitischen Vakuums suchte der micolinische König [[Karl VI. von Micolinien|Karl VI.]] seine Chance zu nutzen und nach ersten Verhandlungen mit den Ständen des Nordens vollendete Tatsachen zu schaffen. Er fiel unter Berufung auf die [[Konvention von Marbore]] aus dem Jahr 1368 – die eine Vereinigung der Kronen Perucías und Micoliniens festsetzte – in Perucía ein und löste den bis 1443 andauernden Krieg gegen Sagradien aus, der mehr als alle Kämpfe zuvor verhehrende Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes hatte. Während ein großer Teil des peruzinischen Adels im Rahmen der [[Alberenser Union]] den micolinischen Regenten anerkannte, hielt eine Gegenpartei den Widerstand aufrecht und verbündete sich mit dem 1396 im sagradischen Thronkampf siegreichen Miguel de Vesaey.
  
 
In den Folgejahren wurde Perucía schwer verwüstet und wechselte mehrmals den Besitzer, ehe der [[Friede von Tesqué]] 1443 die Union zwischen dem micolinischen Königreich in Süd- und Mittelmicolinien und der Krone Perucías herstellte, die bis heute währt. Damit endeten jedoch nicht nur die Jahrhunderte andauernden Auseinandersetzungen um den Besitz des Landes, sondern auch die Eigenständigkeit des peruzinischen Königreichs, das nun vollends ins Königreich Micolinien eingegliedert wurde. An die eigenständige Tradition Perucias als Königreich verweist heute der Titel [[Prinz von Perucía]], den der micolinische Thronfolger traditionsgemäß trägt.
 
In den Folgejahren wurde Perucía schwer verwüstet und wechselte mehrmals den Besitzer, ehe der [[Friede von Tesqué]] 1443 die Union zwischen dem micolinischen Königreich in Süd- und Mittelmicolinien und der Krone Perucías herstellte, die bis heute währt. Damit endeten jedoch nicht nur die Jahrhunderte andauernden Auseinandersetzungen um den Besitz des Landes, sondern auch die Eigenständigkeit des peruzinischen Königreichs, das nun vollends ins Königreich Micolinien eingegliedert wurde. An die eigenständige Tradition Perucias als Königreich verweist heute der Titel [[Prinz von Perucía]], den der micolinische Thronfolger traditionsgemäß trägt.

Version vom 00:55, 12. Mai 2012

Perucía ist eine Landschaft im Norden der micolinischen Halbinsel, die nördlich der Konsetten und des Königsgebirges liegt und zum Vereinigten Königreich Micolinien gehört.

Die Römer kannten das Land nördlich des Litischen Gebirges unter dem Namen Oscania, benannt nach dem Stamm der Oscani, einem der sagrokeltischen Stämme im Norden. Das im frühen Mittelalter als Nieder-Micolinien oder als Hiscantia ultra Marem et Montes bekannte Perucía erhielt seinen heutigen Namen erst durch die skandinavischen Perutinger, die sich hier im 8. Jahrhundert ansiedelten und ein eigenes Reich gründeten, das später als Königreich Perucía bekannt war. Im 13. und 14. Jahrhundert mit der sagradischen Krone verbunden, fiel Perucía schließlich 1443 endgültig ans Königreich Micolinien, das das Land in den sich entwickelnden micolinischen Nationalstaat inkorporierte.

Geschichte Perucías

Perucía in Antike und Frühmittelalter

Die später als Perucia bekannte Landschaft im Norden Micoliniens war in vorrömischer Zeit von sagro-keltischen Stämmen bewohnt. Die bedeutendsten Stämme nördlich des Alius waren kurz vor der römischen Eroberung die Sorier im Nordwesten, die Oskaner nördlich und südlich des Hochlands und die Faläer im Südosten des Gebiets sowie die westlichen Ligrer (Ligri Ulteriores) an der Küste des Ligrischen Meeres. Nach der Eroberung des Südteils der Halbinsel durch die Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden auch Teile Nordmicoliniens der Provincia Micolina Superior zugeschlagen. Im größten Teil des keltischen Nordens konnte jedoch keine römische Herrschaft etabliert werden. Die litischen Berge wurden faktisch zur Grenze des römischen Reichs zum Gebiet der Micolina Libera.

Im Frühmittelalter fielen nacheinander die Golen, Skanten und Herkanden im Norden der micolinischen Halbinsel ein und errichteten eigene Reiche, die sich in kurzen Abständen abwechselten. Ab dem 6. Jahhrundert gehörte der größte Teil Nordmicoliniens zum Skantenreich, ehe der Herkandenfürst Francrec der Große im späten 7. Jahrhundert die Gebiete nördlich des Litischen Gebirges in sein gesamtmicolinisches Großreich eingliedern konnte. Seine Nachfolger konnten die Herrschaft über die Gebiete im Norden aber nicht aufrecht erhalten, die im 8. Jahrhundert schließlich wieder unter der Kontrolle skantischer Könige standen und seit ca. 780 zum Herrschaftsgebiet des skantischen Großkönigs Rodrec der Große gehörten.

Nach den skantischen Reichsteilungen von 799 und 812 gehörte der Norden Micoliniens, zu dieser Zeit als Hiscantia ultra Marem et Montes bekannt, zum Reich König Barungars, der sich aber gegen die seit dem 8. Jahrhundert begonnenen regelmäßigen Plünderungsfahrten norwegischer Seefahrer an die micolinische Nordküste wehren musste, welche die ohnehin geschwächte skantische Herrschaft zunehmend destabilisierten. Aus den Winterlagern der immer weiter entlang der Flüsse ins Landesinnere vordringenden Nordmänner, die von den Romanen als Perutingi bezeichnet wurden, entwickelte sich im Machtvakuum der geschwächten Skantenherrschaft zu Beginn des 9. Jahrhunderts eine dauerhafte Herrschaft perutingischer Machthaber, die sich bald an die einheimische Bevölkerung assimilierten und ihre nordische Sprache ablegten.

Die Blütezeit des peruzinischen Königreichs im Hochmittelalter

Im Kampf gegen die Skanten konvertierte der Perutinger Farengar um 820 zum Christentum und trat dem montanischen König Francrec III. gegenüber als Dux Perutingorum auf. Seinen geleisteten Eid widerrief aber bereits sein Sohn Naermyngal (Nermengal), der in der Nachfolge des 822 gestorbenen Skanten Barungar selbst den Königstitel annahm, den Sohn Barungars namens Rodrigo tötete und binnen kurzer Zeit den Großteil Nordmicoliniens für sein Reich eroberte. Bereits um 860 gehörte mit Ausnahme der Westligrischen Küste der gesamte Norden Micoliniens jenseits der Königsgebirge zum Regnum Perutinum, dessen Hauptstadt Alessa wurde. Von dort aus starteten die Perutiner Eroberungsfahrten auf die britischen Inseln, wo sich ihre Herrschaft aber nicht etablieren konnte.

In den folgenden beiden Jahrhunderten blieb Perucía eine unabhängige Macht im Norden der Halbinsel, führte aber immer wieder Kriege gegen den südlichen und den östlichen Nachbarn. Nach der Wiedervereinigung der herkandischen Teilreiche zum Königreich Micolinien und der Konzentration der Skanten auf Sagradien veränderte sich allmählich die Mächtekonstellation in Nordmicolinien. Das spätestens seit Mitte des 10. Jahrhunderts von einer micolinischen Expansion bedrohten Perucia suchte Verbündete in Scantia und unterstützte zunächst dessen Eroberungspolitik in Sagradien. Im sagradischen Thronstreit von 1078 zwischen den Dianniden und den skantischen Lusoniden unterstützten die Peruziner die Skantenherzöge mit dem Ziel einer sagradisch-peruzinischen Allianz. Teil dieser peruzinisch-lusonidischen Allianz des späten 11. Jahrhunderts war auch die Hochzeit Bertas von Perucía mit Martin dem Kühnen. Die Allianz erwies sich mit dem Scheitern Martins in Sagradien und den vermehrten Angriffen Micoliniens auf Perucia aber als Fehlschlag. Als der peruzinische König Jouan der Kurze im Jahr 1101 starb, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen, kam es in Perucia zum großen Thronstreit, in den Martin der Kühne als Ehemann der Prinzessin Berta eingriff. Der Lusonide konnte sich schließlich gegen Micolinien durchsetzen und wurde König von Perucía, sodass das Königreich im folgenden Jahrhundert neben Scantia zum zweiten Kern des lusonidischen Reichs wurde.

Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg

Damit blieb Perucía aber auch ständiger Schauplatz innersagradischer wie sagradisch-micolinischer Kämpfe, die Ende des 12. Jahrhunderts einen Höhepunkt fanden. Mit dem Verlust Scantias begann die Macht der Lusoniden und damit auch die Perucias zu zerfallen. Mit dem Tod des lusonidischen Königs Martin dem Zänker 1242 kam es zudem zu einer dynastischen Krise. Für den erst posthum geborenen Sohn Martins des Zänkers, Martin Posthumus, regierte zunächst ein Regentschaftsrat einheimischer Adliger, der aber seit 1245 vom micolinischen König Richard I. kontrolliert wurde. Nach dem plötzlichen Tod des minderjährigen Königs 1249 kam es schließlich zum Krieg zwischen Micolinien und Sagradien um das Reich im Norden der Halbinsel. Während der skantische Herzog Philipp der Schweigsame aus dem Haus Redanior sich mit Verweis auf den Vertrag von Erin von 1184 als Haupterben der Lusoniden betrachtete und vom sagradischen König Philipp IV. Hermes unterstützt wurde, kämpfte Micolinien auf der Seite eines unehelichen Sohnes Martins des Zänkers, Renart von Soria, der zunächst den Thron an sich reißen konnte und den Regierungsrat auflöste. Renart verlor in der Folge jedoch gegen das sagradische Heer und musste sich nach Micolinien zurückziehen. Philipp der Schweiger bestieg nun als Philipp I. den Thron, leistete dem sagradischen König aber auch für sein neues Reich den Lehnseid und beendete damit im Grunde die peruzinische Eigenständigkeit endgültig. Der zwischenzeitige Versuch der Rückeroberung durch Renart von Soria und Micolinien scheiterte 1255 mit der vernichtenden Niederlage in der Schlacht von Porinéi.

Mit dem Aussterben der Lusoniden begann in Perucía jedoch eine anhaltende Phase der Unruhen und Aufstände, in der Adelsfehden, bürgerkriegsähnliche Kämpfe und Einmischungen von außen, vor allem aus Micolinien und Sagradien, an der Tagesordnung waren. Nachdem Martin IV. Felix 1275 den sagradischen mit dem peruzinischen Thron vereint hatte, folgte auf seinen Tod 1289 ein neuerlicher Thronstreit zwischen den sagradischen Königen aus dem Haus Redanior und einheimischen Magnaten und Thronprätendenten, die sich auf das Erbe der Lusoniden beriefen und von Micolinien protegiert wurden. In der Tradition der nationalen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts wurden diese Peruzinischen Kriege hauptsächlich als Unabhängigkeitsbestrebungen der peruzinischen Stände gegen die sagradische Fremdherrschaft gedeutet, tatsächlich handelte es sich jedoch vielmehr um quer durch den peruzinischen Adel sowie durch das Königshaus Redanior verlaufende Machtkämpfe, die sich mit Konflikten zwischen Sagradien und Micolinien um den Einfluss auf das Königreich vermischten. Nach Wirren innerhalb des Königshauses konnte sich 1301 mit micolinischer Hilfe die von Johann von Gerón begründete Linie des Hauses Redanior gegen die sagradische Linie unter Jakob II. durchsetzen, sodass die beiden Kronen vorübergehend wieder auseinanderfielen. Unter Johanns beiden Söhnen Philipp und Sergi wurde die peruzinische Krone jedoch zunächst mit der micolinischen (1310/13/15) und 1321 schließlich mit sagradischen Krone vereinigt. Die Machtkämpfe zwischen den Königen von Micolinien und Sagradien um das Reich im Norden der micolinischen Halbinsel wurden damit vorerst beigelegt.

Mit der sagradisch-micolinischen Union von Alagua von 1321 wurde Perucia damit Teil des neuen, von den Redanior-Königen regierten Großreiches auf beiden Seiten der Konsetten und des Blauen Meers, was den Konflikt um das Land vorübergehend befriedete. Die Kinderlosigkeit Gabriels IV. und das drohende Aussterben der Redanior führte aber in den 1380er Jahren zu einer dynastischen und politischen Krise, da ein Auseinanderfallen der Union und eine neuerliche kriegerische Auseinandersetzung um die Kronen der Königreiche drohte. Mit dem vorzeitigen Ende der Union 1386 durch den Abfall Micoliniens von Gabriel IV. begann damit eine neue Phase der Kriege um Perucía, die unmittelbar in den Fünfzigjährigen Krieg mündete, der sich zu großen Teilen auf peruzinischem Gebiet abspielte. Mit dem Vertrag von Albero 1390 blieb Perucía vorerst in der Hand Gabriels, der jedoch keine Nachfolgelösung vorzeigen konnte. Nach seinem Tod 1395 und in der folgenden Nachfolgekrise in Sagradien erkannten die Stände Perucías keinen der beiden sagradischen Thronprätendenten (Miguel de Vesaey und José d'Óstino) an, sondern suchten ihre Unabhängigkeit zurückzuerlangen. In dieser Situation des machtpolitischen Vakuums suchte der micolinische König Karl VI. seine Chance zu nutzen und nach ersten Verhandlungen mit den Ständen des Nordens vollendete Tatsachen zu schaffen. Er fiel unter Berufung auf die Konvention von Marbore aus dem Jahr 1368 – die eine Vereinigung der Kronen Perucías und Micoliniens festsetzte – in Perucía ein und löste den bis 1443 andauernden Krieg gegen Sagradien aus, der mehr als alle Kämpfe zuvor verhehrende Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes hatte. Während ein großer Teil des peruzinischen Adels im Rahmen der Alberenser Union den micolinischen Regenten anerkannte, hielt eine Gegenpartei den Widerstand aufrecht und verbündete sich mit dem 1396 im sagradischen Thronkampf siegreichen Miguel de Vesaey.

In den Folgejahren wurde Perucía schwer verwüstet und wechselte mehrmals den Besitzer, ehe der Friede von Tesqué 1443 die Union zwischen dem micolinischen Königreich in Süd- und Mittelmicolinien und der Krone Perucías herstellte, die bis heute währt. Damit endeten jedoch nicht nur die Jahrhunderte andauernden Auseinandersetzungen um den Besitz des Landes, sondern auch die Eigenständigkeit des peruzinischen Königreichs, das nun vollends ins Königreich Micolinien eingegliedert wurde. An die eigenständige Tradition Perucias als Königreich verweist heute der Titel Prinz von Perucía, den der micolinische Thronfolger traditionsgemäß trägt.

Perucía als Peripherie im Micolinischen Staat

Im gesamtmicolinischen Königreich unter den Interea-Königen wurde Perucía bald zur Randprovinz. Da sich das Zentrum des Reichs nach wie vor im Süden rund um das Gebiet der Eraltiefebene befand, blieb Perucia ein peripheres Gebiet, das sich nur sehr langsam von den Verwüstungen des Krieges erholte. Die Könige des späteren 15. Jahrhunderts betrieben von Nanthés aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der peruzinischen Eigenständigkeit. Konflikte mit der noch immer starke Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Mit der Landung des Calvinistenführers Francis Howle (Franciscus Uleus) im nordmicolinischen Erin im Jahr 1540 verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Die beiden Uleistenkriege von 1549-1552 und von 1559-1564, die zu neuerlichen Verwüstungen in Perucia führten, wurden von Seiten des calvinistischen Adels daher zugleich als Religions- und Freiheitskriege gegen das katholisch-micolinische Regiment von Nanthés geführt. Es kam zu harten Auseinandersetzungen und Säuberungen im Adel durch die siegreiche micolinische Zentralmacht, die die Rebellion schließlich niederschlagen, die Lage aber nicht gänzlich befrieden konnte. Erst das Toleranzedikt Alberts I. 1584 konnte die Protestantenverfolgungen beenden und gewährte den peruzinischen Calvinisten weitgehend Religionsfreiheit, noch heute existiert in einigen Gebieten Perucias eine große protestantische Minderheit.

Neuerliche Unruhen führten bald jedoch zu harten Maßnahmen gegen die Stände. Die Peruziner verloren einen Großteil ihrer Selbstverwaltungsrechte, das Doppelkönigreich wurde wesentlich zentralisiert. In den kommenden Jahrhundert blieb die Situation im schwach besiedelten Perucia weitgehend ruhig, die peruzinische Kultur sowie die einheimische Sprache wurden aber im Zuge der Zentralisierungsbestrebungen des 18. Jahrhunderts immer mehr zurückgedrängt. Der micolinische Nationalismus des 19. Jahrhunderts sah den Norden schließlich als integralen Bestandteil des micolinischen Nationalstaats, die politische Autonomie des Nordens ging im 18. Jahrhundert verloren und die peruzinischen Stände gingen voll in den gesamtmicolinischen auf.

Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts machte Albero schließlich zu einer neuen Metropole. Aus ganz Perucia, aber auch aus anderen Gebieten des Königreichs kamen Arbeiter mit ihren Familien nach Albero, das binnen eines halben Jahrhunderts zur zweitgrößten Stadt des Landes nach Servette heranwuchs. Dagegen blieb der große Rest des Landes von der Industrialisierung weitgehend unbeeinflusst und weiterhin agrarisch geprägt. Im Gegensatz zum ebenfalls dem micolinischen Zentralismus ausgesetzten Golen brachte die Romantik des 19. Jahrhunderts keine groß angelegte Renaissance der peruzinischen Unabhängigkeitsbewegung. Dennoch verbreiteten sich im ganzen Land peruzinische Regionalismen und die eigenständige Kultur wurde zunehmend gepflegt. Doch erst die starken Benachteiligungen Perucias durch das faschistische Ulisse-Regime der Zwanziger, Dreißiger und Vierziger Jahre führte zu einem eigenständigen politisch angelegten peruzinischen Nationalismus, der nach dem Ende des Regimes 1948 zu vereinzelten Versuchen führte, Perucia vom Rest des Königreichs abzuspalten.

Die Unabhängigkeitsbewegung blieb aber insgesamt sehr schwach und auf einzelne kleinere Hochburgen beschränkt. In der neuen föderalen Monarchie der demokratischen Nach-Ulisse-Ära erhielt ganz Perucia sodann auch wieder seine Autonomie, jedoch nicht in einer einzigen Großregion. Stattdessen wurde der Norden unter den Regionen Niederperucia (Hauptstadt Albero), Oberperucia (Alessa) und Nordperucia-Westligre (Luagua) aufgeteilt, Soria wurde erst 1991 aus Niederperucia ausgegliedert und damit eigenständige Region. Um ein Gegengewicht gegen den einwohner- und industriestarken Süden zu bilden, wurde 1993 die Peruzinische Gemeinschaft als inter-regionale Arbeitsgemeinschaft gegründet, die aber auf die Koordination auf einigen Politikfeldern beschränkt bleibt.