Lorenzo Estrubal: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 17:07, 18. Dez 2011
Lorenzo Estrubal Barrí (* 1920 in Márbaro de la Veza; † 2006) war ein sagradischer Politiker und langjähriger Parteivorsitzender der liberalen UDS (1970-1989) sowie der bis heute am längsten amtierende Außenminister der Sagradischen Republik (1977-1979; 1982-1992).
Lorenzo Estrubal stammte aus einer vermögenden ceundalischen Industriellenfamilie aus Márbaro am Unterlauf der Veza in der Nähe von Óstino, wo sein Vater, ein Unternehmer und republikanisch-liberaler Politiker, eine Eisenfabrik führte. Nach dem Besuch der Schule studierte Estrubal Rechtswissenschaften und schlug eine Anwalts- und Richterkarriere ein. Seine politische Karriere begann Estrubal als Abgeordneter im Stadtparlament von Óstino für die liberalkonservative Sammlungspartei MPD, die er jedoch 1952 verließ, ehe diese in der konservativ-katholischen CSD aufging. Bei den Kommunalwahlen 1952 kandidierte er erfolgreich als Unabhängiger und rief danach mit einigen Mitstreitern seine eigene Partei, die Coalición Democrática del Progreso ins Leben, die als eine Art liberale Nachfolgeorganisation des MPD bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954 0,4 Prozent der Stimmen erhielt. Neben Estrubal, der zugleich als Parteisekretär der CDP fungierte, zog der gute Freund seines Vaters Walter Marcián ins Parlament ein, wo die Partei zur Mitte-Rechts-Mehrheit der Regierung Luciaro gehörte.
Als Staatssekretär im Verteidigungsministerium unter dem rechtsliberalen Minister Márcio Montone erhielt Estrubal 1955 im Alter von nur 35 Jahren sein erstes Regierungsamt, das er bis zu einer Kabinettsumbildung im Jahr 1957 inne hatte. Nachdem er zwischenzeitig mit Paulo Luciaro gebrochen hatte, trat der Parteichef der CDP bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958 auf der gemeinsamen Liste seiner Partei mit dem sozial-liberalen Partido Democrático de la Libertá (PDL) von Jorge Estrasser an, die mit einem Stimmenanteil von 0,9 Prozent auf vier Mandate in der Abgeordnetenkammer kam. Wiederum unterstützte Estrubal die Mitte-Rechts-Koalition, stand aber weiterhin in kritischer Distanz zu Paulo Luciaros christlich-konservativer CSD. Nach dem Zerfall der CDP/PDL-Allianz im Jahr 1959 schloss sich Estrubal als Unabhängiger der liberalen Unión Democrática an und wurde in der Regierung Favale 1960 als Staatssekretär ins Justizministerium berufen. Seine Partei ging in der Folge in der aus dem UD-Wahlbündnis heraus entstandenen Demokratischen Union Sagradiens (UDS) auf, zu deren Gründungsmitgliedern und ersten Parteivorstand Estrubal schließlich zählte.
Nachdem er bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962 für die UDS erneut in die Abgeordnetenkammer gewählt worden war, übernahm er als stellvertretender Fraktionschef eine Führungsaufgabe in der erstmals seit 1955 in der Opposition stehenden liberalen Fraktion. Seither wurde er zunehmend von Parteichef Carles Méndez protegiert, der versuchte, die UDS als eigenständige Kraft zwischen den beiden großen Parteien der Rechten und der Linken zu etablieren. Das erstmalige Bündnis mit der sozialdemokratischen ASUL und der Eintritt in die Mitte-Links-Regierung Santiago nach der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1963 wurde von Estrubal unterstützt.