Luciano Tropexas: Unterschied zwischen den Versionen

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Nach dem [[Putsch von 1898|gescheiterten Putschversuch monarchistischer Kräfte im April 1898]] wurde Tropexas von Präsident [[Luis Cavaller]] zurück in die Regierung berufen, wo er die Ämter des [[Innenminister]]s und des [[Ministerpräsident]]en übernahm. Seiner [[Kabinett L. Tropexas II|"Regierung der republikanischen Verteidigung"]] gehörten sowohl linke als auch konservative Kräfte an, die sich zur Republik als Staatsform und zu Präsident Cavaller als Staatsoberhaupt bekannten. Nach der [[Parlamentswahl 1899]] wurde er in der Regierung abgelöst und gehörte fortan zu den lautstärksten Gegnern der regierenden [[Sinistra Laica]]-Koalition.  
  
Gegen seinen Willen wurde Tropexas bei der [[Präsidentschaftswahl 1899]] von gemäßigt-konservativen Kräften als Gegenkandidat zu Präsident [[Luis Cavaller]] aufgestellt, erhielt aber deutlich weniger Stimmen als der Amtsinhaber. In der Folge stand Tropexas mit seinen Anhängern der neugebildeten [[Unión Nacional del Ordre Costitucional]] um [[Miquel Fernando Luisanto]] und [[Francisco Britón]] nahe, die neben konservativen Republikanern auch Katholiken und Monarchisten umfasste. Eine zeitlang galt Tropexas als Führungsfigur der neu zusammengesetzten Rechten, zog sich im Jahr 1901 aber überraschend aus der Politik zurück. Nach der [[Parlamentswahl 1903]] gehörte er überraschend dennoch der [[M. F. Luisanto I|"Regierung der Moral"]] von [[Miquel Fernando Luisanto]] an, wo er das Amt des [[Außenminister]]s bekleidete.  
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Gegen seinen Willen wurde Tropexas bei der [[Präsidentschaftswahl 1899]] von gemäßigt-konservativen Kräften als Gegenkandidat zu Präsident [[Luis Cavaller]] aufgestellt, erhielt aber deutlich weniger Stimmen als der Amtsinhaber. In der Folge stand Tropexas mit seinen Anhängern der neugebildeten [[Unión Nacional del Ordre Costitucional]] um [[Miquel Fernando Luisanto]] und [[Francisco Britón]] nahe, die neben konservativen Republikanern auch Katholiken und Monarchisten umfasste. Eine zeitlang galt Tropexas als Führungsfigur der neu zusammengesetzten Rechten, zog sich im Jahr 1901 aber überraschend aus der Politik zurück. Nach der [[Parlamentswahl 1903]] gehörte er überraschend dennoch der "[[Regierung der Moral]]" von [[Miquel Fernando Luisanto]] an, wo er das Amt des [[Außenminister]]s bekleidete.  
  
 
Nach seinem Tod im Dezember 1904 schlossen sich seine Anhänger zum Großteil dem [[Partíu Republicano Conservador]] an, der sich auf das Erbe Tropexas' berief.  
 
Nach seinem Tod im Dezember 1904 schlossen sich seine Anhänger zum Großteil dem [[Partíu Republicano Conservador]] an, der sich auf das Erbe Tropexas' berief.  

Aktuelle Version vom 26. Oktober 2020, 17:51 Uhr

BjörnJónsson.jpg

Luciano Yvón Tropexas Careác (*1838; †1904) war ein sagradischer Politiker der frühen Zweiten Republik. Als Anhänger der republikanischen Koalition, die Sagradien nach der Januarrevolution 1891 regierte, gehörte Tropexas mehreren Regierungen als Minister an und fungierte schließlich zweimal selbst als Regierungschef der Sagradischen Republik (1895-1897, 1898-1899). Ursprünglich ein linker Republikaner, wanderte Tropexas im Laufe seiner Karriere immer weiter nach rechts und gehörte schließlich 1903/04 der rechtsgerichteten Regierung der Moral als Außenminister an.

Sein Sohn Francisco Tropexas trat schließlich in seine Fußstapfen und wurde 1913 selbst Ministerpräsident.

Politischer Werdegang[bearbeiten]

Obwohl aus einem katholischen Elternhaus stammend gehörte Tropexas in der Spätphase der Monarchie zu den Anhängern der Republikanischen Linken, die in Opposition zur konstitutionellen Monarchie unter König Philipp X. standen. Seit 1887 gehörte er der königlichen Abgeordnetenkammer an, lebte aber zeitweise im Exil. Nach der Januarrevolution 1891 trat er als Vertreter der Republikanischen Partei in die Übergangsregierung von Cornel Gil-Lerma ein, wo er für die Kolonien zuständig war. Obwohl ursprünglich radikaler gesinnt, lehnte er eine soziale Radikalisierung der Revolution ab und gehörte zu den entschiedenen Gegnern der Räterevolution in Semest und anderen Großstädten des Landes. Innerhalb der republikanischen Koalition gehört er daher zum liberalkonservativen Flügel, den "Moderatas".

Nachdem er in der provisorischen Regierung von Luis Cavaller und im ersten Kabinett von José-León Delacrûce als Kriegsminister fungiert hatte, wurde Tropexas im Mai 1895 von Präsident Cavaller zum leitenden Minister und damit zum De-facto-Regierungschef ernannt. Seine Regierung verfolgte insbesondere eine ambitionierte Expansionspolitik in den Kolonien. Zudem gelang es ihm im Juli 1895, eine umfangreiche Verfassungsrevision durchzusetzen, die unter anderem zur Wiedereinführung des Zweikammersystems und zur Stärkung der Exekutive beitrug.

Während seiner Zeit als Regierungschef geriet Tropexas zunehmend in Konflikt mit der Parteimehrheit der liberalen "Moderatas" um José-León Delacrûce, Francisco de Brentano und Damián Carnales. Stattdessen suchte er zunehmend Anschluss an die konservative Opposition und lehnte insbesondere das sich abzeichnende Bündnis der "moderaten" mit den "radikalen" Republikanern ab, das sich schließlich in der Sinistra Laica verwirklichte. Im Jahr 1897 verließ Tropexas daher die liberale Mehrheitsfraktion und begründete mit einigen Mitstreitern die konservative Unión Republicana, die aber nur wenige Abgeordnete umfasste.

Nach dem gescheiterten Putschversuch monarchistischer Kräfte im April 1898 wurde Tropexas von Präsident Luis Cavaller zurück in die Regierung berufen, wo er die Ämter des Innenministers und des Ministerpräsidenten übernahm. Seiner "Regierung der republikanischen Verteidigung" gehörten sowohl linke als auch konservative Kräfte an, die sich zur Republik als Staatsform und zu Präsident Cavaller als Staatsoberhaupt bekannten. Nach der Parlamentswahl 1899 wurde er in der Regierung abgelöst und gehörte fortan zu den lautstärksten Gegnern der regierenden Sinistra Laica-Koalition.

Gegen seinen Willen wurde Tropexas bei der Präsidentschaftswahl 1899 von gemäßigt-konservativen Kräften als Gegenkandidat zu Präsident Luis Cavaller aufgestellt, erhielt aber deutlich weniger Stimmen als der Amtsinhaber. In der Folge stand Tropexas mit seinen Anhängern der neugebildeten Unión Nacional del Ordre Costitucional um Miquel Fernando Luisanto und Francisco Britón nahe, die neben konservativen Republikanern auch Katholiken und Monarchisten umfasste. Eine zeitlang galt Tropexas als Führungsfigur der neu zusammengesetzten Rechten, zog sich im Jahr 1901 aber überraschend aus der Politik zurück. Nach der Parlamentswahl 1903 gehörte er überraschend dennoch der "Regierung der Moral" von Miquel Fernando Luisanto an, wo er das Amt des Außenministers bekleidete.

Nach seinem Tod im Dezember 1904 schlossen sich seine Anhänger zum Großteil dem Partíu Republicano Conservador an, der sich auf das Erbe Tropexas' berief.