Fürstentum Cuentez: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 11:00, 9. Jun 2011

Das Königreich Cuentez, auch als Comitat-Königreich Cuentez-Tulis bekannt, war ein frühneuzeitliches Staatsgebilde im Blaumeerraum und Nachfolgestaat der de jure bis 1543 weiterbestehenden Tulinesischen Republik (Comitat).

Das eigentliche Königreich Cuentez beschränkte sich auf die gleichnamige Insel, die bis 1547 als Prinzipat Cuentez bekannt war. Die Könige von Cuentez waren in Personalunion aber Contes von Tulis, Fornat, Cordês, Belavís, Plato und Conte sowie Herren von Villágua, Del Piey und Corell und damit Herrscher über die früher tulinesischen Besitzungen im Blaumeer. Hinzu kam bis 1669 auch die Herrschaft über das Fürstentum Perin, sodass der Begriff des Reino de Cuentez oder Rènju de Cüentìz auf das gesamte mit der Krone von Cuentez verbundene Herrschaftskonglomerat verweist.

Bereits die alte Republik von Tulis hatte neben dem eigentlichen Comitat um die Stadt Tulis und das Hinterland auch die aufgezählten Besitzungen (mit Ausnahme von Perín) umfasst. Die im 11. Jahrhundert etablierte republikanische Ordnung wurde durch die Herrschaft der Santori im 14. und 15. Jahrhundert de facto zur Erbmonarchie und wurde seit 1490 in Personalunion von den sagradischen Königen regiert, die den Titel eines Prinzen von Cuentez und Conte von Tulis führten. Im Zuge des Thronfolgestreits nach dem Tod Davids I. 1543 nahm der Führer der josefitischen Partei José de Santori den Titel eines Königs von Cuentez an und erhob das Prinzipat damit zum Königreich. Zugleich führte er die meiste Zeit über die Titel Fürst von Perin (bis 1669), Graf von Tulis, Fornat, Cordês, Belavís, Plato und Conte, Herr von Alágua, Del Piey, Corell und (seit 1669) Scola.

Das auch als Comitat-Königreich bezeichnete Staatsgebilde wurde bis 1580 in Personalunion mit dem Königreich Portugal regiert, verfügte aber über eine eigene Ständeversammlung. Nach dem Tod Heinrichs I. 1580 fiel Portugal an den Habsburger Philipp II. von Spanien, während die cuentesisch-tulinesischen Stände Heinrichs Nichte Leonor de Sántori, Gräfin von Asterre, zur Königin erhoben. Nach ihrem Tod 1610 fiel das Königreich mit dem Regierungsantritt ihres Sohnes Karl I. an die karlitische Nebenlinie Santori-Asterre. Gleichzeitig setzte sich die starke Stellung der Stände durch, deren Rechte und Privilegien zuvor umstritten waren, im asumarischen Reichsteil aber stets stärker waren als im portugiesischen Teil der Krone.

Das Herrschaftskonglomerat wurde de facto weitgehend zentral verwaltet und die einzelnen Herrschaftsgebiete verloren bereits in republikanischer Zeit ihre organisatorische Eigenständigkeit. Stattdessen wurden im 16. Jahrhundert so genannte Viguerías eingerichtet, kleinere Verwaltungsgebiete, an deren Spitze ein vom tulinesischen Hof eingesetzten vicarius oder viguer stand. Die Viguerias orientierten sich aber an den Grenzen der alten Gebietsteile und überschritten diese nur selten.

Nach dem Tod Karl III. von Cuentez|Karls III.]] 1699 folgte ihm seine einzige noch lebende Tochter Isabel de la Santa Lûce als Königin nach, die ihr gesamtes Leben im Kloster verbracht hatte und noch im gleichen Jahr zugunsten ihres Schwagers Manuel de Nadal, dem Mann ihrer verstorbenen Schwester Maria Carlota, abdankte, der die Manuelitische Linie Santori-Nadal auf den Thron brachte.

Durch die Hochzeit des cuentesischen Königs Johann III. Franz mit der sagradischen Kronprinzessin María Luísa und der gemeinsamen Thronbesteigung in Semess im Jahr 1723 wurde das Königreich wieder in Personalunion mit der Krone Sagradiens vereint. Die Codices Magna etablierten für beide Teile der Monarchie eine Ständeherrschaft, doch behielt Cuentez-Tulis zunächst seine Privilegien und seine eigenen Cortes. Erst der Akt von Vierna aus dem Jahr 1735/36 schuf eine gemeinsame Ständevertretung und erklärte beide Reichsteile für untrennbar. Mit dem Tod Johanns 1744 fiel das gesamte Königreich an dessen Tochter María Francisca und ihren Ehemann António Ramírez, doch wurde die Nachfolge in Sagradien von Frankreich nicht anerkannt, das die Krone für Louis-Gabriel de Vienne einforderte. Auch der Herzog von Sesin als letzter männlicher Vertreter der Santori erhob Anspruch. Im Sagradischen Erbfolgekrieg konnte sich schließlich der bourbonische Kandidat als Gabriel VIII. durchsetzen. Mit Bezugnahme auf den Akt von Vierna erklärte Gabriel sich auch zum König von Cuentez und übernahm damit auch die Herrschaft in Tulis. 1765 vollzog Gabriel VIII. schließlich die Realunion und beendete damit endgültig die Eigenstaatlichkeit des Comitat-Königreichs, das auch de jure mit Sagradien verschmolz.

Liste der Könige und Königinnen von Cuentez

Von Bis König (Lebenszeiten) Sagradischer/Asumarischer Herrschername besonderes
Könige aus dem Haus Santori (1543-1746)
Josefitische Linie (gleichzeitig Könige von Portugal)
1543 1549 Joseph I. der Schöne (1480-1549) Don José I il Bêl Sohn Jakobs III. von Sagradien, als Joseph I. König von Portugal
1549 1557 Johann I. der Fromme (1502-1557) Don Joán I il Píu als Johann III. König von Portugal, Sohn Josephs I.
1557 1578 Sebastian I. (1554-1578) Don Sebastián I Enkel Johanns I. (III.)
1578 1580 Heinrich I. der Kardinal-König (1512-1580) Don Enrico I il Cardinal-Rei als Heinrich I. König von Portugal, Bruder Johanns I. (III.)
1580 1610 Eleonore I. (1538-1610) Dona Leonor I Tochter Johanns I. (III.)
Karlitische Linie
1610 1614 Karl I. (1558-1614) Don Carles I Sohn Leonors, seit 1580 Mitregent, seit 1610 unter Regentschaft seiner Frau Luísa de Sántori
1614 1617 Karl II. (1598-1617) Don Carles II Sohn Karls I., bis 1615 unter der Regentschaft seiner Mutter Luísa de Sántori
1617 1654 Maximilian I. der Prächtige (1600-1654) Don Maximilián I il Magnífico Sohn Karls I., Bruder Karls II.
1654 1669 Johann II. (1645-1669) Don Joán II Enkel Maximilians I., bis 1659 unter Regentschaft seiner Mutter Isabela de Santori
1669 1699 Karl III. der Großmütige (1635-1699) Don Carles III il Magnânimo Sohn Maximilians I., Onkel Johanns II.
1699 Isabella vom Heiligen Licht (1664-1715) Dona Isabel de la Santa Lûce Tochter Karls III., abgedankt zugunsten Manuels I.
Manuelitische Linie
1699 1701 Manuel I. der Alte (1621-1701) Don Manuel I il Vello Enkel Karls II.
1701 1713 Maximilian II. (1665-1713) Don Maximilián II Enkel Manuels I.
1713 1744 Johann III. Franz (1690-1744) Don Joán III Francisco/Joán III Francês Neffe Maximilians II., Ur-Enkel Manuels I.
1744 1747 Maria Franziska (1725-1759) Dona María Francisca Tochter Johann Franz', regierte mit ihrem Ehemann Antonio Raimondo de Piacone

Seit 1747 herrschten bis zur Abschaffung der Monarchie 1891 die Könige von Sagradien als Könige von Cuentez.