Partíu Republicano Liberal: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''Partíu Republicano Liberal''' (PRL, dt. ''Liberale Republikanische Partei''), auch als '''Partíu Moderata''' bekannt, war eine liberale [[Sagradien|sagradische]] Partei in der frühen [[Zweite Sagradischen Republik|Zweiten Republik]]. Der PRL ging aus dem gemäßigten (im Gegensatz zum [[Partíu Radical|radikalen]]) Flügel der republikanischen Linken in der [[Nationalversammlung]] hervor und schloss in Namensgebung und politischem Programm an den [[Partíu Liberal]] der konstitutionellen Monarchie an.
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Der '''Partíu Republicano Liberal''' (PRL, dt. ''Liberale Republikanische Partei''), auch als '''Partíu Moderata''' bekannt, war eine liberale [[Sagradien|sagradische]] Partei in der frühen [[Zweite Sagradischen Republik|Zweiten Republik]]. Der PRL bildete den gemäßigten (im Gegensatz zum [[Partíu Radical|radikalen]]) Flügel der republikanischen Linken in der [[Nationalversammlung]] und schloss in Namensgebung und politischem Programm an den [[Partíu Liberal]] der konstitutionellen Monarchie an.
  
 
Neben dem [[Partíu Radical]] und der [[Unionista|Unionistischen Partei]] bildete die PRL eine der drei großen Honoratiorenparteien der frühen Zweiten Republik, bis es schließlich zum Aufstieg der neuartigen Massenparteien [[Partíu Socialista]] sowie der katholisch-konservativen [[Acción Popular]] kam. Aus dem PRL wiederum sowie Teilen der [[Unionistas]] ging 1908 im Wesentlichen die [[Aliança Republicana]] hervor.  
 
Neben dem [[Partíu Radical]] und der [[Unionista|Unionistischen Partei]] bildete die PRL eine der drei großen Honoratiorenparteien der frühen Zweiten Republik, bis es schließlich zum Aufstieg der neuartigen Massenparteien [[Partíu Socialista]] sowie der katholisch-konservativen [[Acción Popular]] kam. Aus dem PRL wiederum sowie Teilen der [[Unionistas]] ging 1908 im Wesentlichen die [[Aliança Republicana]] hervor.  

Version vom 09:58, 20. Dez 2019

Der Partíu Republicano Liberal (PRL, dt. Liberale Republikanische Partei), auch als Partíu Moderata bekannt, war eine liberale sagradische Partei in der frühen Zweiten Republik. Der PRL bildete den gemäßigten (im Gegensatz zum radikalen) Flügel der republikanischen Linken in der Nationalversammlung und schloss in Namensgebung und politischem Programm an den Partíu Liberal der konstitutionellen Monarchie an.

Neben dem Partíu Radical und der Unionistischen Partei bildete die PRL eine der drei großen Honoratiorenparteien der frühen Zweiten Republik, bis es schließlich zum Aufstieg der neuartigen Massenparteien Partíu Socialista sowie der katholisch-konservativen Acción Popular kam. Aus dem PRL wiederum sowie Teilen der Unionistas ging 1908 im Wesentlichen die Aliança Republicana hervor.

Prominente Vertreter der Partei waren José-León Delacrûce, Ricardo Alemà, Francisco Berlioz, Francisco de Brentano und Damián Carnales.

Geschichte

Der Partíu Moderata geht auf den historischen Partíu Liberal der monarchischen Ära zurück, der sich für liberale und säkulare Reformen zugunsten des Bürgertums eingesetzt hatte. Mit der Januarrevolution 1891 und den folgenden Aprilwahlen 1891 eroberten die Liberalen gemeinsam mit Sozialisten und Radikalen eine Mehrheit in der sagradischen Nationalversammlung und vertraten die Rechte des Parlaments gegenüber dem Monarchen. Nachdem die liberale Mehrheit ein provisorisches Verfassungsstatut erlassen hatte, wurde der moderat-liberale Francès de Píu-Castellán zum neuen Präsidenten des Exekutivrates gewählt, der wesentlich aus Mitgliedern seiner Partei bestand. Die Moderatas kristallisierten sich in der Folge als Trägergruppe des neuen Regimes heraus und bekämpften die radikaleren Republikaner, die die soziale Revolution weiterführen und die Eigentumsordnung anfechten wollten. Unter Kriegsminister Luis María de Castós, der in der Stadt de facto als Diktator regierte, mussten die Aufstände gewaltsam niedergeschlagen werden.

Obwohl die Moderatas bis dahin kein republikanisches Regime favorisiert hatten, kam es im Jahr 1892 zu einem Wechsel der politischen Vorzeichen. Auf die Weigerung des Thronfolgers José Filipe, die Macht der Nationalversammlung anzuerkennen, reagierte die liberale Parlamentsmehrheit in Form einer offiziellen Abschaffung der Monarchie. Monarchistische Liberale verließen daraufhin die Mehrheitskoalition, verloren aber schnell an Eigenständigkeit. Die Symbole des Königtums wurden nun durch neue republikanische Symbole ersetzt. Der Liberale Luis Cavaller wurde durch die Nationalversammlung am 5. Januar 1893 zum Präsidenten der Republik gewählt und trat damit offiziell die Nachfolge des Königs als sagradisches Staatsoberhaupt an. Bei der Wahl zur sagradischen Nationalversammlung 1893 eroberten die republikanischen Kräfte eine deutliche Mehrheit und die Moderatas kristallisierten sich innerhalb der republikanisch-liberalen Mehrheit als größte Fraktion heraus.

Der Liberale José Delacrûce bildete eine Regierung der moderaten Kräfte der republikanischen Linken, die für allmähliche Reformen statt eines radikalen Umbruchs eintrat. In der Folge entwickelten sich jedoch die Streitfragen der Landreform, des Umgangs mit der katholischen Kirche und den monarchischen Eliten zum Sprengsatz der republikanischen Partei in der Nationalversammlung. Hinzu kamen persönliche Differenzen zwischen den beiden wichtigsten Parteiführern der Republikaner José Delacrûce und Luciano Tropexas. 1894 verließen die radikalen Republikaner die Regierungsmehrheit und gründeten den Partíu Republicano Radical, der für rasche Reformen eintrat, zurück blieben die Gemäßigten, die weiterhin die Regierung stellten.

Die Moderatas stellten bis 1899 die mit Abstand größte Fraktion in der Abgeordnetenkammer, wurden danach aber vom Partíu Radical überholt. Der gescheiterte Putsch von 1898 bestärkte die Partei in ihrem reformorientierten Mitte-Links-Kurs, auch wenn die Partei deutlich vorsichtiger auftrat, als die Radikalen. 1899-1903 bildete der PRL eine laizistisch-liberale Koalition mit den Radikalen unter Donado Salgado, welche eine Landreform und die Trennung von Staat und Kirche zum Ziel hatte. Obwohl beide Ziele verfehlt wurden, konnte der PRL mit den Radikalen einige Reformen durchsetzen. Nach einer schweren Niederlage bei der Parlamentswahl 1903 stand die Partei in Opposition zur rechten "Regierung der Moral" der Unionisten.

In der Opposition kam es zum allmählichen Zerfall der Partei, nachdem sich einige Abgeordnete der Regierungsmehrheit angeschlossen hatten und bei den Präsidentschaftswahlen 1905 den Kandidaten der Unionisten unterstützten. Die Spaltung der Unionistischen Partei im Jahr 1907 führte zu einer Umstrukturierung des PRL. Während sich eine linke Fraktion mit Anhängern des alten Partíu Progresista zum Partíu Republicano Progresista vereinten, verbündete sich die Mehrheit des PRL mit Mitgliedern der zerfallenden Unionistischen Partei und versuchte die Republikanische Partei in ihrer alten Zusammensetzung wiederherzustellen. Die im Jahr 1908 daraus hervorgegangene Aliança Republicana knüpfte als liberale Partei mit gemäßigt-säkularem Mitte-Rechts-Profil sowohl personell als auch programmatisch unmittelbar an die PRL an und kann als Nachfolgepartei angesehen werden. Die Allianz bestand - wenn auch mit abnehmendem Erfolg - bis zum Ende der Zweiten Republik und repräsentierte bis dahin die liberal-republikanische Tradition.