Philipp IX. Ludwig: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | '''Gabriel VIII.''' (von Sagradien) (* | + | '''Gabriel VIII.''' (von Sagradien) (*1712, †1751) war [[König von Sagradien]] [[König von Cuentez|und Cuentez]] (1747-1751), erster sagradischer König aus dem Haus Bourbon und Begründer der [[Sagradische Bourbonen|sagradischen Linie der Bourbonen]]. Gabriel beanspruchte als Urenkel [[Gabriel VII.|Gabriels VII.]] nach dem Tod [[Lukas I.|Lukas’ I.]] aus dem [[Haus Santori]] die sagradische Krone und gewann sie im [[Sagradischer Erbfolgekrieg 1744-1747|Erbfolgekrieg von 1744-1747]]. |
=== Herkunft === | === Herkunft === | ||
| − | Louis-Gabriel François Philippe de Bourbon duc d'Alençon wurde | + | Louis-Gabriel François Philippe de Bourbon duc d'Alençon wurde 1712 als posthum geborener Sohn des französischen Dauphins Ludwig von Burgund und María Anas von Sagradien, der Schwester der sagradischen Könige [[Danadier II.]] und [[Peter II.]] in Versailles geboren. Er war der jüngere Bruder Ludwigs von Anjou, der 1715 als Ludwig XV. den französischen Thron bestieg. Sein Urgroßvater väterlicherseits war Ludwig XIV., sein Urgroßvater mütterlicherseits [[Gabriel VII.]] von Sagradien. Danadier II. und Peter II., der letzte König vor der [[Aufstand vom 23. Mai 1721|Revolution von 1721]], waren seine Onkel, [[Maria I.]] von Sagradien seine Cousine ersten Grades. |
| − | === Erbfolgekrieg === | + | === Servettenser Erbfolgekrieg === |
| − | Zunächst trug Louis-Gabriel den Titel eines Herzogs von Alençon | + | Zunächst trug Louis-Gabriel den Titel eines Herzogs von Alençon. Nach der Hochzeit mit seiner ersten Frau Isabella von Spanien, einer Tochter Philipps V., im Jahr 1729, er war erst 17 Jahre alt, erhielt Louis-Gabriel de Bourbon den Titel eines Herzogs von Berry. Das Eheglück weilte jedoch nur kurz, bereits 1731 starb Isabella bei der Geburt eines Sohnes, der ebenfalls die ersten 12 Monate nicht überlebte. 1732 heiratete Gabriel schließlich in zweiter Ehe die erst 16-jährige Santorier-Prinzessin [[Maria I. von Servette|Maria von Servette]], Tochter des regierenden Großherzogs [[Ludwig Philipp II. von Servette]]. |
| − | Im | + | 1734 kam Gabriels ältester Sohn [[Gabriel X.|Gabriel Henri Alexandre Antoine]] zur Welt, ein Jahr später [[Joseph Ludwig I.|Joseph Louis Philippe François]]. Im gleichen Jahr starb Ludwig Philipp II. und Marias Bruder [[Karl VIII. Ferdinand]] bestieg den Thron in Servette. Da er jedoch bis dahin kinderlos war, zeichnete sich eine Thronfolge Marias ab, sollte Karl Ferdinand keine Kinder mehr bekommen. Bereits zu dieser Zeit rüstete König [[Karl X. von Micolinien]], der selbst mit Marias jüngerer Schwester Antonia verheiratet war, für einen möglichen Krieg, da er vorhatte, sich die Servettinischen Lande einzuverleiben. Der beschriebene Fall trat mit dem Tod Karl Ferdinands im Jahr 1737 tatsächlich ein und Gabriels Ehefrau bestieg als Maria I. selbst den Thron in Servette. Gabriel wurde damit Mitregent in Servette, doch erkannte Karl X. die Nachfolge erwartungsgemäß nicht an und machte für seine Frau Antonia eigene Ansprüche geltend, wodurch es zum Krieg kam, in dem sich das von Frankreich und Spanien unterstützte Paar Maria/Louis-Gabriel vorerst durchsetzen konnte. Im [[Nantheser Ausgleich]] von 1739 musste Karl X. Maria I. von Servette als Großherzogin anerkennen. |
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| + | === Sagradischer Erbfolgekrieg === | ||
| + | In der Folge zeichnete sich jedoch in Sagradien ein neuerlicher Erbfolgekrieg ab. Nach dem Tod [[Maria I.|Marias I.]] von Sagradien 1735 hatten die dortigen Stände ihren Ehemann [[Lukas I.]] als alleine regierenden König anerkannt. Da dieser jedoch ohne männlichen Erben war, versuchte er seine Tochter [[Maria II.|Maria Franziska]] und ihren Mann [[Anton II. Ramírez|António Ramírez de la Sieta]] als Thronfolger durchzusetzen. Da sich Lukas I aber im Österreichischen Erbfolgekrieg seit 1740 in der antifranzösischen Allianz befand, erkannte Frankreich, die Nachfolgeregelung Lukas' I. nicht an und machte für Louis-Gabriel und seine Frau Maria von Servette Ansprüche auf das Erbe der Santori geltend, die von Maria selbst, aber auch von Louis-Gabriel als Nachkomme Gabriels VII. stammten. Mit dem Tod Lukas' I. 1744 wurde der Streit aktuell und Frankreich erhob Louis-Gabriel als Gabriel VIII. zum neuen sagradischen König und damit zum Gegenspieler der von den sagradischen Ständen anerkannten Maria II. Franziska und Anton II. Ramírez. | ||
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| + | Im [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekrieg]] standen sich nun erneut Frankreich als Unterstützer der Bewerbung Louis-Gabriels de Bourbon und Micolinien als Unterstützer [[Anton II.|António Ramírez de la Sietas]] gegenüber. Karl X. hoffte damit, seine Ansprüche auf Servette erneuern zu können. Als Louis-Gabriels Frau Maria von Servette 1745 selbst starb und damit als Angehörige der Linie Santori-Servette nur noch Karls Frau Antonia übrig blieb, stärkte dies die Ansprüche Micoliniens auf Servette, welche von Maria II. und Anton II. vertraglich bestätigt wurden. Im Krieg um Sagradien konnte sich Frankreich aber bald durchsetzen, dem es gelang, König Anton II. in der [[Schlacht von Cavalla]] zu besiegen und gefangen zu nehmen und die Absetzung Marias II. als Königin durchzusetzen. Diese hatte durch Affären und Intrigen am Hof zuvor bereits die Unterstützung großer Teile des sagradischen Klerus und Hochadels verloren. In geheimen Verhandlungen mit den sagradischen [[Generalstände]]n sicherte Louis-Gabriel nun zu, den Eid auf die [[Codices Magna]], das Staatsgrundgesetz seit 1722/23, zu leisten und damit die Macht der Stände anzuerkennen, was bereits für seine Vorgänger Lukas I. und Anton II. unumgänglich gewesen war. | ||
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| + | Im folgenden [[Friede von Tinagua]] 1747 kam es schließlich zum französisch-micolinischen Ausgleich, in dem Micolinien die Herrschaft Gabriels VIII. als König von Sagradien anerkennen musste. Im Gegenzug musste Gabriel nach dem Tod seiner Frau jedoch auf das Großherzogtum verzichten, das an Micolinien fiel, welches das Gebiet wieder in sein eigenes Territorium inkorporierte. Diese Regelung entsprach auch dem 1669 geschlossenen [[Friede von Villagua]], der die Trennung Servettes und Sagradiens vorgeschrieben hatte. | ||
=== Königtum === | === Königtum === | ||
| − | + | Mit seiner offiziellen Thronbesteigung im Jahr 1747 begründete Louis-Gabriel de Bourbon als Gabriel VIII. das sagradische Königtum der Bourbonen. Der tulinesisch-cuentesische Reichsteil verweigerte aber seine Zustimmung und revoltierte gegen den Bourbonen, der erst um 1750 die Kontrolle über das aufständische Tulis zu gewinnen vermochte. Gabriel VIII. regierte in Sagradien, ohne jedoch die Landessprache zu verstehen. Dennoch gelang es ihm in seiner kurzen Regierungszeit, sein Königtum zu konsolidieren, die Macht der Generalstände einzudämmen und die Thronfolge der Bourbonen gegen alle Widerstände zu sichern. Besonders Gabriels leitender Minister, der Franzose [[Alphonse de Calogny]], arbeitete energisch daran, die Macht der Stände einzuschränken und eine absolute Monarchie nach französischem Vorbild zu installieren. | |
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| + | === Lex Generalis und absolutistische Innenpolitik === | ||
| + | In der [[Lex Generalis]] von 1755 wurden die Bestimmungen der Codices Magna zwar nicht aufgehoben, faktisch aber ausgehöhlt und untergraben. Ihre Gültigkeit trat hinter die der Lex Generalis, die nun die Erbmonarchie mit nur sehr beschränktem Einfluss der Stände restaurierte. Statt des Rechts, den neuen König frei auszurufen und den Eid zu verlangen, konnten die Stände fortan nur noch den von Gottes Gnaden und Abstammung thronberechtigten König bestätigen und auch nur noch den Eid auf die Privilegien verlangen. Erst zehn Jahre nach ihrem Inkrafttreten wurde die Lex Generalis 1765 von einer kleinen Ständeversammlung bestätigt. Damit wurde auch das Comitat-[[Königreich Cuentez]]-Tulis in den sagradischen Staat inkorporiert und damit auch de jure der letzte Schritt von der Personal- zur Realunion der sagradischen und cuentezischen Krone gemacht. Die bis dahin rechtlich fortbestehenden Teilkönigreiche des Landes Scantia, Sarmay, Gólica, Malesc-Alconía, Liez-Corar und schließlich Cuentez-Tulis wurden aufgelöst und das Land damit weitestgehend zentralisiert. | ||
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| + | === Außenpolitik === | ||
| + | Außenpolitisch setzte Gabriel VIII. auf eine bourbonische Hauspolitik im Bündnis mit Frankreich und Spanien und brach damit mit der pro-englischen und pro-micolinischen Politik seiner Vorgänger. Als Hauptgegner wurde nun vielmehr England betrachtet, von dem man die 1713 verlorenen Stützpunkte an der Keltischen See zurückverlangte. 1757 griff Sagradien aufseiten Österreichs und Frankreichs in den Siebenjährigen Krieg ein, wo es hauptsächlich um Kolonien gegen England kämpfte. Im [[Friede von San Docién|Separatfrieden von San Docién]] musste Sagradien 1761 den Verlust einiger Kolonien in Amerika hinnehmen, [[Cereza]] und [[La Cripón]] blieben zunächst britisch, sodass der Gegensatz mit Großbritannien eine Fortsetzung fand. | ||
| − | Gabriel VIII. | + | === Tod und Nachfolge === |
| + | Gabriel VIII. starb im Jahr 1770 im Alter von 58 Jahren. Nachfolger als König wurde sein ältester Sohn [[Gabriel IX.]] (*1734), der jedoch bereits 1777 starb, ohne einen Erben zu hinterlassen, sodass sein jüngerer Bruder [[Joseph Ludwig I.]] (*1737) den Thron übernahm. Gabriels VIII. jüngster Sohn [[Karl Johann Herzog von Viena]] begründete die Nebenlinie [[Haus Bourbon-Viena|Bourbon-Viena]], die mit [[Emil I. Johann]] 1829 selbst den Thron bestieg. | ||
[[Kategorie: König von Sagradien]] | [[Kategorie: König von Sagradien]] | ||
Version vom 20:40, 6. Mai 2011
Gabriel VIII. (von Sagradien) (*1712, †1751) war König von Sagradien und Cuentez (1747-1751), erster sagradischer König aus dem Haus Bourbon und Begründer der sagradischen Linie der Bourbonen. Gabriel beanspruchte als Urenkel Gabriels VII. nach dem Tod Lukas’ I. aus dem Haus Santori die sagradische Krone und gewann sie im Erbfolgekrieg von 1744-1747.
Inhaltsverzeichnis
Herkunft
Louis-Gabriel François Philippe de Bourbon duc d'Alençon wurde 1712 als posthum geborener Sohn des französischen Dauphins Ludwig von Burgund und María Anas von Sagradien, der Schwester der sagradischen Könige Danadier II. und Peter II. in Versailles geboren. Er war der jüngere Bruder Ludwigs von Anjou, der 1715 als Ludwig XV. den französischen Thron bestieg. Sein Urgroßvater väterlicherseits war Ludwig XIV., sein Urgroßvater mütterlicherseits Gabriel VII. von Sagradien. Danadier II. und Peter II., der letzte König vor der Revolution von 1721, waren seine Onkel, Maria I. von Sagradien seine Cousine ersten Grades.
Servettenser Erbfolgekrieg
Zunächst trug Louis-Gabriel den Titel eines Herzogs von Alençon. Nach der Hochzeit mit seiner ersten Frau Isabella von Spanien, einer Tochter Philipps V., im Jahr 1729, er war erst 17 Jahre alt, erhielt Louis-Gabriel de Bourbon den Titel eines Herzogs von Berry. Das Eheglück weilte jedoch nur kurz, bereits 1731 starb Isabella bei der Geburt eines Sohnes, der ebenfalls die ersten 12 Monate nicht überlebte. 1732 heiratete Gabriel schließlich in zweiter Ehe die erst 16-jährige Santorier-Prinzessin Maria von Servette, Tochter des regierenden Großherzogs Ludwig Philipp II. von Servette.
1734 kam Gabriels ältester Sohn Gabriel Henri Alexandre Antoine zur Welt, ein Jahr später Joseph Louis Philippe François. Im gleichen Jahr starb Ludwig Philipp II. und Marias Bruder Karl VIII. Ferdinand bestieg den Thron in Servette. Da er jedoch bis dahin kinderlos war, zeichnete sich eine Thronfolge Marias ab, sollte Karl Ferdinand keine Kinder mehr bekommen. Bereits zu dieser Zeit rüstete König Karl X. von Micolinien, der selbst mit Marias jüngerer Schwester Antonia verheiratet war, für einen möglichen Krieg, da er vorhatte, sich die Servettinischen Lande einzuverleiben. Der beschriebene Fall trat mit dem Tod Karl Ferdinands im Jahr 1737 tatsächlich ein und Gabriels Ehefrau bestieg als Maria I. selbst den Thron in Servette. Gabriel wurde damit Mitregent in Servette, doch erkannte Karl X. die Nachfolge erwartungsgemäß nicht an und machte für seine Frau Antonia eigene Ansprüche geltend, wodurch es zum Krieg kam, in dem sich das von Frankreich und Spanien unterstützte Paar Maria/Louis-Gabriel vorerst durchsetzen konnte. Im Nantheser Ausgleich von 1739 musste Karl X. Maria I. von Servette als Großherzogin anerkennen.
Sagradischer Erbfolgekrieg
In der Folge zeichnete sich jedoch in Sagradien ein neuerlicher Erbfolgekrieg ab. Nach dem Tod Marias I. von Sagradien 1735 hatten die dortigen Stände ihren Ehemann Lukas I. als alleine regierenden König anerkannt. Da dieser jedoch ohne männlichen Erben war, versuchte er seine Tochter Maria Franziska und ihren Mann António Ramírez de la Sieta als Thronfolger durchzusetzen. Da sich Lukas I aber im Österreichischen Erbfolgekrieg seit 1740 in der antifranzösischen Allianz befand, erkannte Frankreich, die Nachfolgeregelung Lukas' I. nicht an und machte für Louis-Gabriel und seine Frau Maria von Servette Ansprüche auf das Erbe der Santori geltend, die von Maria selbst, aber auch von Louis-Gabriel als Nachkomme Gabriels VII. stammten. Mit dem Tod Lukas' I. 1744 wurde der Streit aktuell und Frankreich erhob Louis-Gabriel als Gabriel VIII. zum neuen sagradischen König und damit zum Gegenspieler der von den sagradischen Ständen anerkannten Maria II. Franziska und Anton II. Ramírez.
Im Sagradischen Erbfolgekrieg standen sich nun erneut Frankreich als Unterstützer der Bewerbung Louis-Gabriels de Bourbon und Micolinien als Unterstützer António Ramírez de la Sietas gegenüber. Karl X. hoffte damit, seine Ansprüche auf Servette erneuern zu können. Als Louis-Gabriels Frau Maria von Servette 1745 selbst starb und damit als Angehörige der Linie Santori-Servette nur noch Karls Frau Antonia übrig blieb, stärkte dies die Ansprüche Micoliniens auf Servette, welche von Maria II. und Anton II. vertraglich bestätigt wurden. Im Krieg um Sagradien konnte sich Frankreich aber bald durchsetzen, dem es gelang, König Anton II. in der Schlacht von Cavalla zu besiegen und gefangen zu nehmen und die Absetzung Marias II. als Königin durchzusetzen. Diese hatte durch Affären und Intrigen am Hof zuvor bereits die Unterstützung großer Teile des sagradischen Klerus und Hochadels verloren. In geheimen Verhandlungen mit den sagradischen Generalständen sicherte Louis-Gabriel nun zu, den Eid auf die Codices Magna, das Staatsgrundgesetz seit 1722/23, zu leisten und damit die Macht der Stände anzuerkennen, was bereits für seine Vorgänger Lukas I. und Anton II. unumgänglich gewesen war.
Im folgenden Friede von Tinagua 1747 kam es schließlich zum französisch-micolinischen Ausgleich, in dem Micolinien die Herrschaft Gabriels VIII. als König von Sagradien anerkennen musste. Im Gegenzug musste Gabriel nach dem Tod seiner Frau jedoch auf das Großherzogtum verzichten, das an Micolinien fiel, welches das Gebiet wieder in sein eigenes Territorium inkorporierte. Diese Regelung entsprach auch dem 1669 geschlossenen Friede von Villagua, der die Trennung Servettes und Sagradiens vorgeschrieben hatte.
Königtum
Mit seiner offiziellen Thronbesteigung im Jahr 1747 begründete Louis-Gabriel de Bourbon als Gabriel VIII. das sagradische Königtum der Bourbonen. Der tulinesisch-cuentesische Reichsteil verweigerte aber seine Zustimmung und revoltierte gegen den Bourbonen, der erst um 1750 die Kontrolle über das aufständische Tulis zu gewinnen vermochte. Gabriel VIII. regierte in Sagradien, ohne jedoch die Landessprache zu verstehen. Dennoch gelang es ihm in seiner kurzen Regierungszeit, sein Königtum zu konsolidieren, die Macht der Generalstände einzudämmen und die Thronfolge der Bourbonen gegen alle Widerstände zu sichern. Besonders Gabriels leitender Minister, der Franzose Alphonse de Calogny, arbeitete energisch daran, die Macht der Stände einzuschränken und eine absolute Monarchie nach französischem Vorbild zu installieren.
Lex Generalis und absolutistische Innenpolitik
In der Lex Generalis von 1755 wurden die Bestimmungen der Codices Magna zwar nicht aufgehoben, faktisch aber ausgehöhlt und untergraben. Ihre Gültigkeit trat hinter die der Lex Generalis, die nun die Erbmonarchie mit nur sehr beschränktem Einfluss der Stände restaurierte. Statt des Rechts, den neuen König frei auszurufen und den Eid zu verlangen, konnten die Stände fortan nur noch den von Gottes Gnaden und Abstammung thronberechtigten König bestätigen und auch nur noch den Eid auf die Privilegien verlangen. Erst zehn Jahre nach ihrem Inkrafttreten wurde die Lex Generalis 1765 von einer kleinen Ständeversammlung bestätigt. Damit wurde auch das Comitat-Königreich Cuentez-Tulis in den sagradischen Staat inkorporiert und damit auch de jure der letzte Schritt von der Personal- zur Realunion der sagradischen und cuentezischen Krone gemacht. Die bis dahin rechtlich fortbestehenden Teilkönigreiche des Landes Scantia, Sarmay, Gólica, Malesc-Alconía, Liez-Corar und schließlich Cuentez-Tulis wurden aufgelöst und das Land damit weitestgehend zentralisiert.
Außenpolitik
Außenpolitisch setzte Gabriel VIII. auf eine bourbonische Hauspolitik im Bündnis mit Frankreich und Spanien und brach damit mit der pro-englischen und pro-micolinischen Politik seiner Vorgänger. Als Hauptgegner wurde nun vielmehr England betrachtet, von dem man die 1713 verlorenen Stützpunkte an der Keltischen See zurückverlangte. 1757 griff Sagradien aufseiten Österreichs und Frankreichs in den Siebenjährigen Krieg ein, wo es hauptsächlich um Kolonien gegen England kämpfte. Im Separatfrieden von San Docién musste Sagradien 1761 den Verlust einiger Kolonien in Amerika hinnehmen, Cereza und La Cripón blieben zunächst britisch, sodass der Gegensatz mit Großbritannien eine Fortsetzung fand.
Tod und Nachfolge
Gabriel VIII. starb im Jahr 1770 im Alter von 58 Jahren. Nachfolger als König wurde sein ältester Sohn Gabriel IX. (*1734), der jedoch bereits 1777 starb, ohne einen Erben zu hinterlassen, sodass sein jüngerer Bruder Joseph Ludwig I. (*1737) den Thron übernahm. Gabriels VIII. jüngster Sohn Karl Johann Herzog von Viena begründete die Nebenlinie Bourbon-Viena, die mit Emil I. Johann 1829 selbst den Thron bestieg.