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Version vom 15:49, 18. Okt 2018
Miquel Javier León (*1952 in Porto-Gentil, Oguana) ist ein sagradischer Journalist und Politiker der sozialdemokratischen ASUL und früherer Bürgermeister der sagradischen Hauptstadt Semest (2000-2012). Danach war er von Dezember 2013 bis Februar 2018 sagradischer Minister für Inneres und Öffentliche Verwaltung im Kabinett Serrat Cabarell.
León gilt als einer der einflussreichsten Vertreter des rechten Flügels seiner Partei und bewarb sich bei den Sozialisten Primaries 2010 erfolglos um das Amt des Generalsekretärs der ASUL.
Inhaltsverzeichnis
Arbeit als Journalist und Beginn der politischen Karriere
Der in Oguana als Sohn eines sagradischen Lehrers geborene Miquel Javier León kam als Kind nach Sagradien und wuchs in Semest auf, wo er auch die Universität besuchte und nach Abschluss seines Wirtschafts- und Philosophiestudiums zum Journalisten ausgebildet wurde. Nachdem er mehrere Jahre lang für die Semestiner Zeitung Jornal de Semesta und als freier Journalist für die linkskritische Il Republicano geschrieben hatte, wechselte er 1984 in die Politik und wurde bei den Kommunalwahlen 1984 erstmals in den Stadtrat von Semest gewählt. Noch im selben Jahr begann er eine Tätigkeit als Sekretär in der Kulturbehörde der Stadt Semest. Nach dem Wechsel im Rathaus und der Wahl des Konservativen Gustavo Galler zum Bürgermeister er Stadt im Januar 1988 wurde León im Zuge einer konservativen Neuausrichtung der Kulturpolitik beurlaubt. Er widmete sich in der Folge wiederum seiner journalistischen Karriere und wurde stellvertretender Chefredakteur der linken Wochenzeitschrift tácit, In seinen nur anderthalb Jahren bei der Zeitschrift gelang es ihm, das kriselnde Blatt neu aufzustellen und mit einem dezidiert gesellschaftspolitischen Profil zu profilieren. Ende 1990 übernahm er schließlich den lukrativen Posten des Chefredakteurs beim altehrwürdigen ASUL-Parteiblatt Avante. Als solcher erhielt León entscheidenden Einfluss auf die programmatische Profilbildung der Partei in der Folgezeit und konnte auch seine eigene politische Karriere wieder in Angriff nehmen. In der Folge arbeitete er auch vermehrt als Redenschreiber u.a. für den 1991 gewählten Semestiner Bürgermeister António Grande Illega und den Semestiner Regionalpräsidenten Flávio Osório Gimenès.
Aufstieg in der Semestiner Stadtverwaltung
Nachdem er 1994 von Bürgermeister António Grande Illega zum Generalsekretär der Semestiner Stadtverwaltung ernannt worden war, wirkte er als Chefadministrator im Rathaus in einer politischen Schlüsselrolle und stieg auf Wunsch seines politischen Förderers António Grande Illega 1996 zu dessen Stellvertreter als Bürgermeister der Stadt auf. Im selben Jahr kandidierte Miquel Javier León für das Amt des Sekretärs des ASUL-Stadtverbands Semest.
Nachdem Grande Illega seine Kandidatur für das Amt des sagradischen Staatspräsidenten im Jahr 2000 bekannt gegeben hatte, schlug er seinen Stellvertreter León als Nachfolger vor. Seine potenzielle Konkurrentin Mercé Serrat Cabarell hatte zuvor auf eine Kampfabstimmung gegen León verzichtet, nachdem sie bereits ihre Kandidatur angekündigt hatte. Im Januar 2000 wurde Léon schließlich zum Bürgermeister der Hauptstadt gewählt.
Bei den folgenden Semestiner Bürgermeisterwahlen 2000 konnten sich die Sozialisten unter Miquel Javier León gegen die konservative PPC unter Führung des ehemaligen Regionalpräsidenten António Vallerón Leticí behaupten, sodass León als Bürgermeister von Semest bestätigt wurde. Zuvor hatte sich León öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt, was ihm in der Großstadt Semest eher Sympathien als Abneigung entgegenbrachte. León war damit der erste bekennend homosexuelle Bürgermeister der Hauptstadt.
Bürgermeister von Semest (2000-2012)
Als Bürgermeister versuchte León das Image der Stadt zu verbessern und Semest zu einer europäischen Metropole ersten Ranges zu formen. Dabei konnte er sich große Sympathien erwerben, wurde aber auch von früheren linken Mitstreitern dafür kritisiert, zunehmend konservativ und bürgerlich aufzutreten. Bei der Semestiner Kommunalwahl 2004 siegte León klar gegen seinen landesweit bekannten konservativen Gegenkandidaten, den Ex-Minister und stellvertretenden Parteivorsitzenden Oscar Rolando Huerón.
Nach Anschlägen auf europäische Großstädte profilierte sich León entgegen seines vorherigen Images als Hardliner und Vertreter einer entschlossenen Anti-Terror-Politik, was ihm Kritik in der eigenen Klientel einbrachte. Bei einer Wahlkampfveranstaltung anlässlich der Regionalwahlen 2005 wurde der bekennende Homosexuelle Miquel Javier León im Spätsommer 2005 von einem schwulenfeindlich motivierten ultrakonservativen Attentäter niedergestochen und lebensgefährlich verletzt. Nachdem er mehrere Wochen im Krankenhaus gelegen hatte, kehrte León wiedergenesen in sein Amt zurück und gab 2006 entgegen anders lautenden Gerüchten bekannt, auch für eine dritte Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Bei der folgenden Bürgermeisterwahl 2008 setzten sich die Sozialisten abermals gegen die Volkspartei unter ihrem Spitzenkandidaten David Elabal durch und León wurde für weitere vier Jahre im Amt bestätigt.
Nationale Ambitionen
Nachdem er nationale Ambitionen zuvor stets von sich gewiesen hatte, änderte León infolge der Niederlage seiner Partei bei der Parlamentswahl 2009 seine Meinung und kündigte seine Kandidatur für das Amt des Parteiführer der Sozialisten im Rahmen der angekündigten Primaries an. Dabei trat er als Kandidat der eher Konservativen in der Partei, die zuvor mehrheitlich hinter Diaz de Velozo gestanden hatten, u.a. gegen die ehemaligen Ministerinnen Mercé Serrat Cabarell und Ana Zapato Ramírez an und erreichte in der ersten Runde die meisten Stimmen. In der Stichwahl gegen Mercé Serrat konnte er sich jedoch nicht durchsetzen. Dennoch wurde er unter der neuen Generalsekretärin Mercé Serrat Cabarell als Mitglied des Parteisekretariats in die neue Führung der Sozialisten eingebunden. Wenig später vermied er es, Medienberichte zu bestätigen oder zu dementieren, wonach er 2012 keine Wiederwahl als Bürgermeister anstrebe. Erst ein halbes Jahr später kündigte León seinen Verzicht auf eine vierte Amtszeit im Semestiner Rathaus an. Zum Nachfolger im Amt des Bürgermeisters von Semest wurde bei den Kommunalwahlen 2012 der frühere Innenminister Piero Dulce Rodríguez gewählt.
Innenminister (2013-2018)
Nachdem er sich zunächst mehrere Monate lang aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, kündigte León Ende 2012 an, bei der kommenden Parlamentswahl im Herbst 2013 um einen Sitz in der sagradischen Abgeordnetenkammer zu kandidieren. Im Wahlkampfteam von Parteichefin Mercé Serrat Cabarell war er für Innen- und Bürgerrechtspolitik zuständig. Nach dem Sieg der Sozialisten bei der Parlamentswahl 2013 wurde Miquel Javier León im Kabinett von Mercé Serrat Cabarell schließlich zum Minister des Inneren und für öffentliche Verwaltung ernannt.
Im Amt des Innenministers bestätigte León seinen Ruf als Hardliner und als "roter Polizeichef" und setzte sich für die schärfere Sicherheitsgesetze und weitgehendere Kompetenzen der Polizei in Fragen der Terrorismusbekämpfung ein.
Nach der Parlamentswahl 2017 und der Bildung einer neuen konservativ-liberalen Minderheitsregierung schied León im Februar 2018 aus seinem Ministeramt aus. Kurze Zeit später gab er auch sein Mandat in der Abgeordnetenkammer zurück.
Öffentliche Ämter
- 1984-1988: Sekretär in der Kulturbehörde der Stadt Semest
- 1994-2000: Generalsekretär der Stadtverwaltung von Semest
- 1996-2000: Stellvertretender Bürgermeister der Stadt Semest
- 2000-2012: Bürgermeister von Semest
- 2013-2018: Minister des Inneren und für öffentliche Verwaltung im Kabinett Serrat Cabarell
Mandate
- 1984-1994: Mitglied des Stadtrats von Semest
- 2013-2018: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer
Parteifunktionen
- 1996-1999: Parteisekretär der ASUL in der Stadt Semest
- 2009/2010: Kandidatur für das Amt des Generalsekretärs der ASUL
