Johann III. von Portugal: Unterschied zwischen den Versionen
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Im Erbteilungsplan aus dem Jahr 1540 wurde Johann schließlich als Nachfolger Davids auf dem portugiesischen Thron benannt. Als David I. 1543 starb, bestieg Johann dementsprechend den Thron in Lissabon als König von Portugal, während seine Nichte [[Johanna I.]] und sein Neffe [[Philipp von Valier|Philipp]] gemeinsam den sagradischen Thron erbten. | Im Erbteilungsplan aus dem Jahr 1540 wurde Johann schließlich als Nachfolger Davids auf dem portugiesischen Thron benannt. Als David I. 1543 starb, bestieg Johann dementsprechend den Thron in Lissabon als König von Portugal, während seine Nichte [[Johanna I.]] und sein Neffe [[Philipp von Valier|Philipp]] gemeinsam den sagradischen Thron erbten. | ||
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Version vom 02:03, 10. Dez 2017
Johann III. (port. Dom João III), genannt „der Fromme“ (O Piedoso oder O Pio) (* 6. Juni 1502 in Allécapo; † 11. Juni 1557 in Lissabon) war der fünfzehnte König von Portugal (1543-1557) und der zweite aus dem Haus Santori.
Herkunft und Zeit als Prinz
Joán de Sántori wurde 1502 als vierter Sohn von König Manuel I. von Portugal aus dem Haus Santori und dessen Frau Catarina de Sántori aus der sagradischen Linie des Hauses in Lissabon geboren. Seine Mutter war kurz zuvor zur sagradischen Königin ausgerufen worden, unterlag im Kampf um die Krone jedoch ihrem Onkel Peter I. von Salua, der sich an ihrer Statt zum sagradischen Monarchen erhob. Joán war zugleich ein Enkel der portugiesischen Prinzessin Beatrice d'Avis und jüngerer Bruder von David I., der 1509 als Nachfolger von Peter I. den sagradischen und 1521 schließlich als Thronfolger Manuels I. den portugiesischen Thron bestieg.
Anders als sein Bruder David wuchs Johann nicht im liberalen Tulis auf, sondern wurde von katholischen Mönchen in Portugal erzogen, die ihn zu einem tiefgläubigen Mann machten. Als David I. dann 1521 den portugiesischen Thron beanspruche, kämpfte Johann an der Seite seines Bruders und wurde schließlich dessen Statthalter und Vizekönig in Portugal. Nach dem Tod seines Neffen Don Andrés Piero im Jahr 1534 folgte Johann seinem Bruder David als Präsumptiverbe der Krone nach und drängte in der Folge immer aktiver darauf, von David I. als Erbe eingesetzt zu werden. Härtester Konkurrent Johanns war sein Neffe Philipp, Sohn seines verstorbenen älteren Bruders Danadier von Valier und mit Davids ältester Tochter Johanna verheiratet.
Im Erbteilungsplan aus dem Jahr 1540 wurde Johann schließlich als Nachfolger Davids auf dem portugiesischen Thron benannt. Als David I. 1543 starb, bestieg Johann dementsprechend den Thron in Lissabon als König von Portugal, während seine Nichte Johanna I. und sein Neffe Philipp gemeinsam den sagradischen Thron erbten.
Herrschaft
Johann III. ging als der König in die portugiesische Geschichte ein, der die Inquisition ins Land holte. Bereits Manuel I. hatte 1496, dem Beispiel der Katholischen Könige in Spanien folgend, die Juden aus Portugal vertrieben, gleichzeitig aber erlaubt, dass Juden, die zum christlichen Glauben übertraten, bleiben durften. Vermutlich hingen viele dieser „Neuen Christen“ (Cristãos-Novos), die ja nicht freiwillig zum katholischen Glauben übergetreten waren, insgeheim aber weiterhin ihrer alten Religion an. Johann III. beauftragte deshalb die Inquisition mit der Untersuchung der Glaubenspraktiken der „Neuen Christen“. In den nächsten 200 Jahren wurden in Portugal 1454 Personen von der Inquisition zum Tode verurteilt. Johann III. erlaubte zudem auch den Jesuiten, sich im Lande niederzulassen.
Außenpolitisch konzentrierte sich Johann III. in der Nachfolge seines Bruders auf den Erwerb von überseeischen Kolonien. Der König vergab große Landgebiete in Brasilien als Lehen (donatárias) und förderte so den Aufbau des Landes. 1545 wurde Salvador da Bahia Hauptstadt Brasiliens. Unter Johann III. wurden Aden, Diu, Celebes, Maskat und Sur erobert. Er verzichtete auf die Philippinen und sicherte dafür die Molukken. 1557 wurde Macao, die erste portugiesische Handelssiedlung im Kaiserreich China, gegründet.
Familie
Am 15. Februar 1525 heiratete Johann daher in Lissabon Katharina von Kastilien (* 14. Januar 1507; † 12. Januar 1578), Tochter von Philipp dem Schönen und der Johanna der Wahnsinnigen. Sie war somit auch eine Schwester des römisch-deutschen Kaisers Karl V.
Mit Katharina hatte er folgende Kinder:
- Alfons (* 1526; † 1526)
- Maria (* 15. Oktober 1527; † 12. Juli 1545), durch Heirat Königin von Spanien ∞ 1543 Philipp II., König von Spanien
- Isabella (* 1529; † 1529)
- Beatriz (* 1530; † 1530)
- Emanuel (* 1531; † 1537)
- Philipp (* 1533; † 1539)
- Dionysos (Dinis) (* 1535; † 1537)
- Johann Manuel (* 1537; † 1554), Kronprinz von Portugal, ∞ 1552 Johanna von Spanien (1535–1573)
- Anton (* 1539; † 1540)
Da alle Söhne von König Johann III. vor diesem starben, folgte ihm sein Enkelsohn Sebastian I. auf dem portugiesischen Thron nach.