Ernesto Joán Kirchner: Unterschied zwischen den Versionen
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Für Aufsehen sorgte Kirchner Ende 1995 durch seinen medienwirksamen Eintritt in die [[PRD|Radikaldemokratische Partei]], die kurz zuvor bei der [[Parlamentswahl 1994]] an der Dreiprozenthürde gescheitert war und den Wiedereinzug ins Parlament verpasst hatte. Kirchner gab an, die Partei in ihrem Weg zurück ins Parlament unterstützen zu wollen. Er sehe die Chance, dass sich mit der PRD eine "originär liberale" Partei in Sagradien etablieren könne. Unterstützt wurde Kirchner von einer Gruppe junger Radikaldemokraten aus den Jugendverbänden, die sich ebenfalls eine Neuausrichtung und Neuprofilierung der Partei wünschten. Nach Monaten parteiinterner Richtungsstreitigkeiten und Auseinandersetzungen war es dieser Gruppe um [[Fernando Grací]] und [[Selle Estarriz]] gelungen, der Partei ein neues Statut und einen neuen Namen zu geben. Kirchner wurde nun als "politischer Berater" in den Sprecherrat der Partei kooptiert, wo er seine Vorstellung einer "ökonomischen Moderne" vorstellte. | Für Aufsehen sorgte Kirchner Ende 1995 durch seinen medienwirksamen Eintritt in die [[PRD|Radikaldemokratische Partei]], die kurz zuvor bei der [[Parlamentswahl 1994]] an der Dreiprozenthürde gescheitert war und den Wiedereinzug ins Parlament verpasst hatte. Kirchner gab an, die Partei in ihrem Weg zurück ins Parlament unterstützen zu wollen. Er sehe die Chance, dass sich mit der PRD eine "originär liberale" Partei in Sagradien etablieren könne. Unterstützt wurde Kirchner von einer Gruppe junger Radikaldemokraten aus den Jugendverbänden, die sich ebenfalls eine Neuausrichtung und Neuprofilierung der Partei wünschten. Nach Monaten parteiinterner Richtungsstreitigkeiten und Auseinandersetzungen war es dieser Gruppe um [[Fernando Grací]] und [[Selle Estarriz]] gelungen, der Partei ein neues Statut und einen neuen Namen zu geben. Kirchner wurde nun als "politischer Berater" in den Sprecherrat der Partei kooptiert, wo er seine Vorstellung einer "ökonomischen Moderne" vorstellte. | ||
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Trotz heftiger interner Auseinandersetzungen mit dem eher traditionell-sozialliberalen Flügel der Partei gelang es der Gruppe Grací-Estarriz, den neuen Kurs in der Partei gegen alle Widerstände durchzusetzen. Die wirtschaftspolitische Ausrichtung der Partei war danach wesentlich von Kirchners Konzepten geprägt, die sozialliberale Themen (wie eine soziale Mindestsicherung) mit neoliberalen Vorschlägen (wie einer Flat Tax) verbanden und bemüht waren, die bisherige Einteilung von links und rechts neu zu denken. | Trotz heftiger interner Auseinandersetzungen mit dem eher traditionell-sozialliberalen Flügel der Partei gelang es der Gruppe Grací-Estarriz, den neuen Kurs in der Partei gegen alle Widerstände durchzusetzen. Die wirtschaftspolitische Ausrichtung der Partei war danach wesentlich von Kirchners Konzepten geprägt, die sozialliberale Themen (wie eine soziale Mindestsicherung) mit neoliberalen Vorschlägen (wie einer Flat Tax) verbanden und bemüht waren, die bisherige Einteilung von links und rechts neu zu denken. | ||
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| + | In der neuen Fraktion übernahm Kirchner die Position des Fraktionssprechers und suchte damit, seine neue Machtposition auch formal abzusichern. Gegenüber der [[Kabinett De la Costa I|rot-grünen Minderheitsregierung]] von [[Julio de la Costa]] nahmen die Radikalen unter Kirchners Führung eine distanzierte Position ein und kritisierten wiederholt den vermeintlichen Einfluss der ehemaligen Kommunisten auf die Regierungspolitik. | ||
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Version vom 19:45, 24. Mai 2016
Ernesto Joán Kirchner Moreno (*1948) ist ein sagradischer Wirtschaftsjournalist, Publizist und früherer Politiker der Radikalen Partei. Für diese gehörte er von 1998 bis 2002 der sagradischen Abgeordnetenkammer an und fungierte in dieser Zeit als politischer Sprecher von Partei und Fraktion.
Inhaltsverzeichnis
Karriere als Journalist und Buchautor
Der Ökonom Kirchner schlug nach dem Studium eine Karriere als Journalist ein und arbeitete als Experte für Wirtschaftsthemen für verschiedene sagradische Zeitungen. Auf dem Höhepunkt seiner journalistischen Karriere wurde er Chefredakteur und Herausgeber des Wirtschaftsmagazins l'Economista, das er zu einer der führenden Zeitschriften des Landes machte. Landesweit bekannt wurde er zudem durch regelmäßige Auftritte als Experte und Kommentator des politischen Geschehens in TV- und Radiosendungen. 1994 landete er schließlich einen Bestseller mit seinem Buch "la Nova Libertá", in dem er für einen "umfassenden Libertarismus" in allen gesellschaftlichen Sphären plädierte.
Eintritt in die Politik
Für Aufsehen sorgte Kirchner Ende 1995 durch seinen medienwirksamen Eintritt in die Radikaldemokratische Partei, die kurz zuvor bei der Parlamentswahl 1994 an der Dreiprozenthürde gescheitert war und den Wiedereinzug ins Parlament verpasst hatte. Kirchner gab an, die Partei in ihrem Weg zurück ins Parlament unterstützen zu wollen. Er sehe die Chance, dass sich mit der PRD eine "originär liberale" Partei in Sagradien etablieren könne. Unterstützt wurde Kirchner von einer Gruppe junger Radikaldemokraten aus den Jugendverbänden, die sich ebenfalls eine Neuausrichtung und Neuprofilierung der Partei wünschten. Nach Monaten parteiinterner Richtungsstreitigkeiten und Auseinandersetzungen war es dieser Gruppe um Fernando Grací und Selle Estarriz gelungen, der Partei ein neues Statut und einen neuen Namen zu geben. Kirchner wurde nun als "politischer Berater" in den Sprecherrat der Partei kooptiert, wo er seine Vorstellung einer "ökonomischen Moderne" vorstellte.
Aufstieg zum Spitzenkandidaten
Trotz heftiger interner Auseinandersetzungen mit dem eher traditionell-sozialliberalen Flügel der Partei gelang es der Gruppe Grací-Estarriz, den neuen Kurs in der Partei gegen alle Widerstände durchzusetzen. Die wirtschaftspolitische Ausrichtung der Partei war danach wesentlich von Kirchners Konzepten geprägt, die sozialliberale Themen (wie eine soziale Mindestsicherung) mit neoliberalen Vorschlägen (wie einer Flat Tax) verbanden und bemüht waren, die bisherige Einteilung von links und rechts neu zu denken.
Nach diesem Vorlauf, gelang es der Gruppe Grací-Estarriz schließlich, den medienwirksamen Kirchner als Zugpferd für den Wahlkampf zu gewinnen. Im Vorfeld des Parteikongresses 1997 gab Kirchner offiziell seine Kandidatur als Spitzenkandidat für die Parlamentswahl 1998 bekannt und stellte sich in einer Mitgliederbefragung zur Wahl. Dabei konnte er sich deutlich gegen seine Mitbewerber María Dolores Bernat und Helguer Garriz-Manel vom linken Parteiflügel durchsetzen und wurde schließlich als neue Nummer 1 der Partei vorgestellt.
Parteiführer und Abgeordneter
Bei der folgenden Parlamentswahl 1998 konnte sich die Partei von 2,7 auf 4,8 Prozent der Stimmen steigern und schaffte so den Wiedereinzug ins Parlament. Im Wahlkampf hatte die Partei sich unabhängig von allen politischen Blöcken erklärt und versucht, sich als unkonventionelle Kraft zu behaupten. Gegenüber Umfragen in den Monaten vor der Wahl fiel das endgültige Ergebnis aber ernüchternd aus, da die Partei von Demoskopen zuvor bei 6-7 Prozent gesehen worden war.
In der neuen Fraktion übernahm Kirchner die Position des Fraktionssprechers und suchte damit, seine neue Machtposition auch formal abzusichern. Gegenüber der rot-grünen Minderheitsregierung von Julio de la Costa nahmen die Radikalen unter Kirchners Führung eine distanzierte Position ein und kritisierten wiederholt den vermeintlichen Einfluss der ehemaligen Kommunisten auf die Regierungspolitik.