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'''Johann III. Franz von Santori''' (''Joán III Francês de Sántori'', *1698, †1745) war Graf von Nadal und [[Fürst von Cuentez]] (1725-1745). Er war von 1723 bis 1730 ''Prinzregent der [[Erste Sagradische Republik|Sagradischen Republik]]'' und danach bis zu seinem Tod Mitregent seiner Frau [[König von Sagradien|Königin]] [[Maria I.]]. | '''Johann III. Franz von Santori''' (''Joán III Francês de Sántori'', *1698, †1745) war Graf von Nadal und [[Fürst von Cuentez]] (1725-1745). Er war von 1723 bis 1730 ''Prinzregent der [[Erste Sagradische Republik|Sagradischen Republik]]'' und danach bis zu seinem Tod Mitregent seiner Frau [[König von Sagradien|Königin]] [[Maria I.]]. | ||
Version vom 01:44, 2. Jan 2016
Johann III. Franz von Santori (Joán III Francês de Sántori, *1698, †1745) war Graf von Nadal und Fürst von Cuentez (1725-1745). Er war von 1723 bis 1730 Prinzregent der Sagradischen Republik und danach bis zu seinem Tod Mitregent seiner Frau Königin Maria I..
Inhaltsverzeichnis
Kindheit und Jugend
Don Joán Francês wurde 1698 im sagradischen Carravil de Nadal als Sohn von Prinz Francisco von Cuentez und Carlota de Sesín geboren. Er wuchs zunächst am Hof des sagradischen Königs Danadier II. in Semest auf und gehörte zum fürstlichen Hochadel: 1699 hatte sein Urgroßvater Manuel I. der Alte in hohem Alter von 75 Jahren das Fürstentum Cuentez geerbt. Im Jahr 1701 starb Manuel der Alte im Alter von 77 Jahren und übergab den Königstitel an seinen Enkel Maximilian II., den älteren Bruder Franciscos und Onkel Joán Franciscos.
Seit 1706/7 stand Sagradien im Spanischen Erbfolgekrieg zunehmend auf verlorenem Posten. Der Krieg, in dem Maximilian II. für den sagradischen König Danadier II. kämpfte, entwickelte sich für den sagradischen König zu einem Desaster und mündete unmittelbar in den Bürgerkrieg der Koalition, in dem Maximilian II. das Ständeheer der antiroyalistischen "Coalicionariœs" unterstützte und unter den symbolischen Schutz des cuentesischen Fürsten stellte. Mit einem propagandistischen Großangriff in Sagradien versuchte er die Sympathien der Bevölkerung und der königstreuen oder unentschiedenen Adligen zu erwerben.
Erlebnisse im Koalitionskrieg
Als Prinz des Hauses Sántori beteiligte sich der junge Johann Franz aktiv im Krieg gegen die Royalisten, der mit der Gefangennahme Danadiers II. 1718 vorerst beendet wurde. Als Mitglied der neu einberufenen Ständeversammlung gehörte Johann Franz danach zu den Anhängern eines Regimen Mixtum et Moderatum, das eine Mitherrschaft der Stände an der königlichen Regierung vorsah, eine weitere Radikalisierung der Ereignisse aber ablehnte. Nach dem Tod seines Vaters Prinz Francisco im Jahr 1720 wurde Johann Franz als nächster Verwandter Maximilians II. zu dessen Erben designiert.
Vor dem Hintergrund der revolutionären Ereignisse des Jahres 1721 - der Absetzung Danadiers II. und des Aufstandes der radikalen Republikaner gegen die Ständeherrschaft – stellte sich Johann Franz gegen die radikalen Republikaner unter Führung von Simón Bernord und war als Heerführer an der Belagerung Semests im Herbst 1721 beteiligt. Als deutlich wurde, dass eine friedliche Einigung mit dem im Exil befindlichen Bruder Danadiers II. Herzog Philipp Karl von Viça an dessen Weigerung scheitern würde, das ständische Kondominium zu akzeptieren, rückte Johann Franz in eine Schlüsselstellung und erhielt den Oberbefehl über das Ständeheer.
Prinzregentschaft
Während noch verhandelt wurde, rückte Philipp Karl mit einem Heer in Nordostsagradien ein. Nach seinem Sieg in der Schlacht bei Canar gelang es Johann Franz, die Philippkarlisten empfindlich zu schlagen und zurückzudrängen. Nach seinem Sieg über die Philippkarlisten wurde Johann Franz von den Generalständen zum Prinzregenten der Republik ernannt, womit Johann Franz an die Spitze des Staatswesens trat und eine königsähnliche Position einnahm. In den folgenden Jahren regierte er den Staat gemeinsam mit dem Staatsrat der Generalstände. Die Philippkarlistenkriege konnten schließlich 1725 beendet werden.
Im Jahr 1725 starb Johanns Onkel Maximilian II. von Cuentez und Johann III. Franz erbte die cuentesische Fürstenwürde, die er feierlich entgegennahm. Seine Stellung im Reich stärkte Johann Franz zusätzlich durch die 1727 vollzogene Trauung mit Maria Luisa von Sagradien, einer Tochter König Danadiers II.. Die Ehe war Teil des Programms, das durch die Bürgerkriege gespaltene Land zu einen und eine symbolische Aussöhnung zwischen Royalisten und Ständischen zu erreichen.
Rückkehr zum Königtum und Mitregentschaft
Erfolgreicher Höhepunkt dieser Aussöhnungspolitik war die offizielle Rückkehr zur Monarchie, die am 6. Januar 1730 mit der Krönung seiner Frau Maria I. zur sagradischen Königin erreicht wurde. Zuvor hatten Maria wie auch ihr Ehemann einen Eid auf die Codices Magni leisten müssen. Damit hatte das Königreich Sagradien nach neunjährigem Intermezzo wieder ein Herrscherpaar, doch die Stände hatten enorm an Macht gewonnen.
Johann und María regierten in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie. Johann, der landesweit als Prinzregent bekannt war, erhielt nun den Titel eines Königs und Mitregenten seiner Frau, erhielt aber keine eigenen Thronrechte. Dennoch behielt er de facto seine Position als wichtigster Machthaber, auch wenn er seine Macht mit den Ständen teilen musste.
Außenpolitisch brach das Paar mit dem lange gepflegten Frankreich-Bündnis der späten Santori-Valier und orientierte sich zunehmend am liberalen England sowie an Österreich. Bis 1735 mussten Johann Franz und Maria immer wieder von Frankreich aus organisierte Aufstände der loyalistischen Philippkarlisten zurückschlagen. 1736 schloss Sagradien mit Micolinien den Vertrag von Diegue, in dem er zahlreiche Grenzkonflikte niederlegte. Im Innern förderten Joán Francisco und María Sagradiens Kultur, Wissenschaft und Handel. Johann gilt zudem als erster aufgeklärter Monarch Sagradiens. Er war begeistert von den Ideen der französischen Aufklärer und berief einige Gelehrte an seinen Hof in Semest. Sein aufgeklärter Regierungsstil und sein Versuch, Sagradien durch Reformen zu modernisieren, führten mehrmals zu Spannungen mit der katholischen Kirche, die um ihre Machtstellung im Königreich fürchtete.
Johann herrschte in Cuentez als de jure souveräner Fürst in der Blutslinie, in Semest jedoch „nur“ als Mann seiner Ehefrau (de iure uxoris), welche die legitimen Thronrechte hielt. Damit war Johann seiner Ehefrau in Cuentez theoretisch voran- und in Semest untergestellt. Jedoch waren beide in der Theorie gleichberechtigte Herrscher und es blieb zu Lebzeiten der beiden umstritten, in wiefern sich die Herrschaft Johanns in Sagradien auf das Erbrecht seiner Frau oder auf die Wahl der Stände gründete, die in freiem Entschluss Johanns als neuen König erwählt hatten.
Nachfolgefrage
Offen blieb im Reich auch die Nachfolgefrage, nachdem der einzige Sohn und Thronfolger Johann Manuel 1734 gestorben war. Daher erließ Johann Franz in Konsens mit den Ständen eine neue Nachfolgeregelung, welche die Codices Magni ergänzte. Darin versuchte Johann, die dynastische Nachfolge seiner einzig verbliebenen Tochter Dona María Francisca zu bestätigen, musste aber den Ständen ein Mitspracherecht einräumen. Gemäß der neuen Nachfolgeordnung aus dem Jahr 1738 wurde die dreizehnjährige María Francisca - bereits zuvor zur Thronfolgerin in Cuentez proklamiert, nun als Thronfolgerin auch der sagradischen Krone bestätigt und erhielt den Titel einer Prinzessin von Sarmay. Jedoch sollten die Stände nun auch bei der Wahl ihres Gatten, des zukünftigen Königs, ein Mitspracherecht erhalten.
1745 starb Johann Franz im Alter von 47 Jahren an einem Reitunfall. Seine schwangere Frau Maria I. brachte wenige Monate später mit David Johann einen Sohn und Thronfolger zur Welt. Als Maria I. 1748 starb, folgte ihr der erst dreijährige Sohn als David II. auf den Thron.