Santo de l'Ilpa: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 22:27, 26. Apr 2013
Santo Soares De la Ilpa (*1890 in Nalcaz, †1955 in Semess) war ein sagradischer sozialdemokratischer Politiker. Er amtierte von 1947 bis 1949 als Ministerpräsident und von 1949 bis zu seinem Tod als Außenminister der Sagradischen Republik. Als solcher prägte er die sagradische Außenpolitik der Nachkriegszeit entscheidend und setzte sich stark für die Europäische Integration ein.
Inhaltsverzeichnis
In der Zweiten Republik und im Weltkrieg
Der Lehrersohn Santo de la Ilpa arbeitete nach seinem Jurastudium als Anwalt und engagierte sich in der Kommunalpolitik seiner Heimatstadt Nalcaz. Er war Mitglied der Radikalen Partei, verließ diese aber im Streit und wendete sich Ende der 1920er Jahre der Radikal-Sozialistischen Union, einer linken Abspaltung der Radikalen Partei]] zu. Nachdem er im Jahr 1932/33 als Bürgermeister von Nalcaz amtiert hatte, wurde Ilpa nach dem Sieg der Volksfront-Parteien bei der Parlamentswahl 1935 Parlamentsabgeordneter und 1937 schließlich als Staatssekretär ins Arbeitsministerium berufen.
Durch die klare Niederlage der Linksparteien bei der Parlamentswahl 1938 verlor Ilpa sein Mandat in der Nationalversammlung. Er gehörte seit 1940 jedoch zum Beraterstab von Präsident Luciano Capón, seit 1942 engagierte er sich im Zweiten Weltkrieg und im sagradischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Hier näherte er sich auch sozialistischen Gruppierungen an und bezeichnete sich selbst als nicht-marxistischen Sozialisten. 1944 trat er schließlich dem Partido Socialista (PSU) bei.
In der Regierung Dini wurde Ilpa 1945 erneut zum Staatssekretär im Arbeitsministerium berufen. In der Folgeregierung Saviola III stieg er mit gleicher Zuständigkeit zum Minister auf. Außerdem zog Ilpa bei der Parlamentswahl 1945 wieder in die sagradische Nationalversammlung ein und gehörte zeitweise dem Verfassungskomitee der Versammlung an. Hier beteiligte er sich führend an der Ausarbeitung der Verfassung von 1946. Nach deren Inkrafttreten wurde Ilpa für die PSU Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer und Minister für Handel und Kleinbetriebe im Kabinett Dorado, ehe er im März 1947 unter Ministerpräsident António Delauro auf die Position des Arbeitsministers zurückkehrte.
Gründung der ASUL und Ministerpräsidentschaft
Als Vertreter des linksbürgerlichen Flügels der Sozialistischen Partei nahm Ilpa eine Schlüsselstellung bei dem Versuch der Sozialisten ein, über die Kernklientel in der Arbeiterschaft hinaus auch nicht-proletarische Wähler, besonders im Kleinbürgertum und unter Angestellten, anzusprechen. Ilpa gehörte daher auch zur treibenden Kraft einer Parteineugründung, die im November 1947 zum Aufgehen des PS in einer neuen Mitte-Links-Partei mit dem Namen ASUL führte. Ilpa bewarb sich danach als Vertreter des Modernisierungsflügels um das Amt des ersten Generalsekretärs der neuen Partei, musste sich aber knapp seinem Gegenkandidaten Ricardo Moreno geschlagen geben, der als letzter Parteisekretär der Sozialistischen Partei die traditionelle Linie der PSU repräsentierte. Ilpa wurde zwar zum ersten Stellvertreter Morenos benannt, um die ungleichen Flügel in der neuen Parteiführung zu integrieren, er blieb aber ein starker innerparteilicher Konkurrent Morenos.
Ministerpräsidentschaft und Zentrumskoalition
Nach dem Rücktritt von Ministerpräsident António Delauro im Oktober und der Übergangsregierung Delavesc wurde Ilpa im Dezember 1947 von Präsident Sergio Dini zum neuen Ministerpräsidenten einer Koalition der Mitte ernannt. Als Kompromisskandidat eines Mitte-orientierten Kurses war er im Gegensatz zu Parteichef Ricardo Moreno auch für Radikale und Christdemokraten vermittelbar.
, welcher die Sozialistische Partei ihre Zustimmung verweigerte, was die Spaltung unumkehrbar machte. Ilpa wurde in der Folge Parteisekretär des neuen PSD, dem sich ein größerer Teil der PS-Fraktion anschloss und der den Weg der PS in Richtung einer neuen Aktionsfront mit den Kommunisten deutlich ablehnte. Zusammen mit seinem Stellvertreter und Außenminister Paulo Luciaro (PPC) verfolgte Ilpa einen klaren Westkurs, der sich eng an die USA anlehnte. So gehörte Sagradien 1949 zur den Gründernationen des Europarats und der NATO. Der Austritt der PRR aus der Koalition im Januar 1949 brachte Ilpa schließlich zum Sturz. Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950 konnte sich sein PSD mit 14,8 Prozent der Stimmen etablieren. Es folgte eine Wiederauflage der so genannten Zentrumskoalition aus Christ- udn Sozialdemokraten unter Ministerpräsident Paulo Luciaro. Ilpa wurde nun Außenminister, ein Amt, das er bis zu seinem Tod innehaben würde. Gemeinsam setzte das auch persönlich befreundete Gespann Luciaro-Ilpa den westintegrativen und europafreundlichen Kurs durch. 1952 gehörte Sagradien zu den Gründern der Montanunion und arbeitete danach auch an der Gründung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft mit.
Ende der Demokratischen Koalition und Austritt aus dem PSD
Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954 schnitten die Sozialdemokraten mit 7,9 Prozent der Stimmen enttäuschend ab, was zu starker Kritik und Unruhe in der Partei führte. Erst gegen innerparteiliche Widerstände konnte Ilpa eine Fortsetzung der Zentrumskoalition mit dem PPC Luciaros in der eigenen Parteiführung durchsetzen, schließlich verweigerten immer mehr sozialdemokratische Abgeordnete dem Sekretär und Vizepremier die parlamentarische Unterstützung. Die Wiehnachtstage 1955 machten dann den Machtverlust De la Ilpas in seiner eigenen Partei augenscheinlich. Gegen seinen Willen beschloss die von Márcio Álvarez geführte Parlamentsfraktion das Ende der Koalition und berief die Minister aus der Koalition ab. De la Ilpa – noch immer Parteichef – weigerte sich und verblieb im Amt. Er drängte auf eine Entscheidung des zuständigen Parteikomitees, wo er sich eine Mehrheit erhoffte. Als er die Abstimmung am Folgetag verlor, erklärte Ilpa seinen Rückzug vom Parteivorsitz und seinen Austritt aus der von ihm selbst gegründeten Sozialdemokratischen Partei. An der Entscheidung gegen Ilpa und dessen Wunschkoalition war zu dieser Zeit auch der tulinesische Bürgermeister Iacovo Del Pérez beteiligt. Neuer Parteisekretär wurde Álvarez, die PSD-Minister verließen das Kabinett. Ilpa blieb als parteiloser Außenminister in der Regierung Luciaro, die nun um liberale Parteien erweitert wurde.
Golische Verträge und Tod
In der Folge nahm Ilpa regelmäßig an Sitzungen der PPC-Fraktion teil, schloss sich der Partei aber wohl nie offiziell an. Wesentliches Ziel Ilpas war der Abschluss, der seit 1952 laufenden Verhandlungen mit Micolinien und der Regionalregierung Golens um den Status der Region und den Schutz der sagradischen Minderheiten in Micolinien, die im Sommer 1955 ihren Abschluss fanden. Sagradien verzichtete in den Golischen Verträgen offiziell auf das 1936 von Micolinien annektierte Ostgolen und erreichte eine Kompensationszahlung von der micolinischen Regierung. Außerdem wurden die Rechte der sagradischen Minderheit in Micolinien ausgeweitet und Sagradien erhielt eine wirtschaftliche Privilegierung. Ilpa sah den Abschluss als Krönung seines bisherigen außenpolitischen Werks an. Nachdem er im August 1955 mit wenigen Mitstreitern die so genannte Demokratische Freiheitspartei (PDL) gegründet hatte, starb der herzkranke De la Ilpa im Dezember 1955 an den Folgen einer Herzattacke. Ohne ihn ging die PDL bald wieder in der Versenkung unter. Der PSD fusionierte wenig später im Jahr 1957 mit dem PS und mehreren kleineren linken Gruppen zur ASUL.
Politische Mandate
- 1926-1938: Mitglied der Abgeordnetenkammer (PS)
- 1945-1946: Mitglied der Nationalversammlung (PSU)
- 1946-1955: Mitglied der Abgeordnetenkammer (PSU, seit 1947 PSD)
Politische Ämter
- 1932-1935: Parlamentarischer Sekretär der PS-Gruppe in der Abgeordnetenkammer
- 1935-1937: Staatssekretär im Ministerium für Arbeit
- 1945-1947: Vizesekretär des PS
- 1945-1946: Minister für Arbeit und Soziale Sicherheit in der Regierung Saviola III, Saviola IV und Luciaro I
- 1946-1947: Minister für Handel und Kleinbetriebe im Kabinett Dorado
- 1947: Minister für Arbeit im Kabinett Delauro und im Kabinett Delavesc
- 1947-1949: Ministerpräsident (Kabinett Ilpa I und II)
- 1950-1955: Außenminister in den Kabinetten Luciaro III, IV und V