Philipp Karl von Viça: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 21:18, 10. Aug 2012
Philipp Karl von Sántori, Herzog von Viça und Graf von Noyar (sagr. Don Filipe Carles de Viça, *1685, †1740) war der jüngste Sohn des sagradischen Thronfolgers Gabriel Agosto und Enkel König Gabriels VII. sowie ein Bruder des sagradischen Königs Danadier II.. Nach der Abdankung bzw. Absetzung seines Bruders als König im Februar 1721 war Prinz Filipe Carles als einzig verbliebener Enkel Gabriels VII. in männlicher Linie Anwärter auf den sagradischen Thron und Anführer der antikoalitionären royalistischen Bürgerkriegspartei. Seine Anhänger wurden als Filipecarlistas bezeichnet. Er selbst bezeichnete sich bis zu seinem Tod 1740 als Filipe Carles Rei de Sagradia.
Don Filipe Carles María Javier Fernando Agosto de Sántori i Borbón wurde 1685 als zweiter Sohn des sagradischen Thronfolgers Don Gabriel Agosto, Prinz von Sarmay, und dessen Frau Marie Josephine von Bourbon, Tochter Ludwigs XIV., geboren. Seine Brüder waren der ältere Don Luis Danadier und der jüngere Don Pietro Joán, seine Großväter König Gabriel VII. von Sagradien und König Ludwig XIV. von Frankreich. Als Philipp Karl sechs Jahre alt war, starb sein Vater, sein Bruder Luis Danadier bestieg nach dem Tod des Großvaters 1698 als Danadier II. den sagradischen Thron. Philipp Karl, bis dahin als Graf von Noyar bekannt, erhielt nun den Titel eines Herzogs von Viça, den zuvor sein Onkel Joán Filipe gehalten hatte.
Philipp Karl heiratete im Jahr 1710 seine vier Jahre jüngere Großcousine Jeanne Philippe d'Orléans, die Tochter des späteren französischen Regenten Philipp II. von Orléans. 1713 kam der gemeinsame Sohn Luis Gabriel zur Welt, der später den Titel eines Herzogs von Lojandía erhielt. Im gleichen Jahr begann der Bürgerkrieg seines Bruders Danadier gegen die oppositionelle Adelskoalition unter Philipp Karls und Danadiers Schwager José de Sesín, in der es um die absolutistische Regierungsform und die Macht von König und Ständen ging. Anders als sein Bruder Pietro, der sich um Vermittlung bemührte, stellte sich Philipp Karl klar auf die Seite des Königs und wurde zu einem der energischsten Verfechter des absoluten Königtums. Jedoch gelang es ihm nicht, seinen Schwiegervater, seit 1715 Regent von Frankreich, zu einem militärischen Eingreifen Frankreichs in die innersagradische Auseinandersetzung zu bewegen.
Nach dem vorläufigen Ende des Kriegs 1718 und der Zustimmung seines Bruders des Königs zu einem gemeinsamen Regiment mit den Ständen führte Philipp Karl zunehmend offen die royalistische Opposition gegen seinen Bruder und das Ständeregiment an und lehnte die Codices Magna Libertatum dezidiert ab. Sein Versuch, die Schwäche seines Bruders zu einem Staatsstreich zu nutzen und diesen dazu zu zwingen, ihn selbst als Regenten und designierten Nachfolger einzusetzen, führten schließlich zur Flucht und Absetzung König Danadiers, der zugunsten Philipp Karls der Krone entsagte und diesen damit auch offiziell als Führer des Königshauses anerkannte. Trotz seiner energischen Ablehnung des Kondominiums mit den Ständen kam es in der Folge zu Verhandlungen mit den Ständen, die Philipp Karl zwar nicht als neuen König anerkannten, jedoch zu Zugeständnissen bereit waren, sofern Philipp Karl den Codices Magna zustimmen würde.
Während die Koalitionäre den republikanischen Maiaufstand 1721 niederschlagen und die Macht in Semess übernehmen konnten, rüstete Philipp Karl in Frankreich zu einer Fortsetzung des Bürgerkriegs, führte aber währenddessen weiterhin Verhandlungen mit der Koalition. Diese weigerten sich aber, den Bruder des Königs ohne Zugeständnisse als neuen Monarchen anzuerkennen und drängten auf eine Einberufung der Generalstände, was Philipp Karl jedoch verweigerte. Schließlich kam es ohne Philipp Karls Zustimmung zur Einberufung einer neuen Ständeversammlung in Sagradien, die Philipp Karl ausdrücklich nicht als König anerkannte und stattdessen Prinzessin Isabela, der Tochter Danadiers II., den Thron antrugen. Als diese jedoch 1722 starb, wandten sich die Koalionäre an den cuentesischen König Johann III., der Danadiers jüngere Tochter María Luísa heiraten sollte. Mit dem Einfall Philipp Karls, der die Nachfolge seiner Nichte nicht anerkannte, in Viça begann der Bürgerkrieg von neuem. Binn kurzem eroberte Philipp Karl große Teile des Nordostens und rückte bis in die Cabeza vor. Die Stände beschleunigten daraufhin die Verhandlungen mit Johann von Cuentez und übergaben ihm den Oberbefehl über die Truppen. In der Schlacht bei Canar in der Landschaft Soler wurde das Heer Philipp Karls besiegt, der Prinz musste ins französische Exil zurückkehren.
Johann und Maria heirateten schließlich und betraten 1723 gemeinsam den sagradischen Thron, nachdem sie den Eid auf die Codices Magna der Stände geleistet und damit den Bürgerkrieg offiziell beendet hatten. Danach kam es - besonders in Nordostsagradien - immer wieder zu Aufständen der Anhänger Philipp Karls, die sich als Filipecarlistas bezeichneten, von größerem Erfolg war jedoch keine der Erhebungen. Nach dem Tod von Philipp Karls einzigem Sohn Luis Gabriel im Jahr 1728 war Philipp Karl zudem ohne eigenen männlichen Nachkommen. Sein Schwiegersohn Heinrich von Vallador versuchte danach vergebens, als neuer filipecarlistischer Thronprätendent anerkannt zu werden. Sein Aufstand nach dem Tod Marias und ihres Sohnes David II. im Jahr 1735 führte zu seiner Verhaftung und Hinrichtung.
Kurz vor seinem Tod 1740 übertrug Philipp Karl alle seine Thronansprüche auf seine Schwester Maria Anna und ihre Kinder aus der Ehe mit Antoine de Vienne, Herzog von Mantua und Montferrat. Deren Sohn Louis-Gabriel bestieg schließlich als Gabriel VIII. 1757 den sagradischen Thron.