Johann III. von Portugal: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Johann III.''' (port. ''Dom João III''), genannt „der Fromme“ (''O Piedoso'' oder ''O Pio'') (* 6. Juni 1516, † 11. Juni 1557) war der 16. König von Portugal (1543-1557) und als '''Johann I.''' der zweite [[König von Cuentez]] (1554-1557). Er kam aus der portugiesischen (josefitischen) Linie des [[Haus Santori|Hauses Santori]] und regierte beide Königreiche in Personalunion von 1554 bis 1557.  
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'''Johann III.''' (port. ''Dom João III''), genannt „der Fromme“ (''O Piedoso'' oder ''O Pio'') (* 6. Juni 1502 in Allécapo; † 11. Juni 1557 in Lissabon) war der fünfzehnte König von Portugal (1543-1557) und der zweite aus dem [[Haus Santori]] sowie als '''Johann I.''' [[König von Cuentez]] (1540-1557).
  
== Leben ==
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=== Herkunft und Zeit als Prinz ===
Dom João de Sántori wurde 1516 als ältester Sohn von Infant [[Joseph der Schöne|Joseph dem Schönen]] und seiner ersten Frau [[Catarina de Sántori]] geboren. Er war damit väterlicherseits ein Enkel [[Manuel I. von Portugal|Manuels I. von Portugal]] (dies wurde jedoch zeitweise bestritten) und mütterlicherseits Enkel [[Jakob IV.|Jakobs IV. von Sagradien und Tulis]] und Neffe König [[David I.|Davids I. von Sagradien]].
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Joán de Sántori wurde 1502 als vierter Sohn von [[Filipe de las Marcas]] und [[Catarina de Sántori]] in Allécapo geboren. Seine Mutter war kurz zuvor zur sagradischen Königin ausgerufen worden, unterlag im Kampf um die Krone jedoch ihrem Onkel [[Peter I.]] von Servette, der sich an ihrer Statt zum Monarchen erhob. Joán war zugleich ein Enkel der portugiesischen Prinzessin Beatrice d'Avis und jüngerer Bruder von [[David I.]], der 1509 als Nachfolger von Peter I. den sagradischen und 1521 schließlich als Ehemann von [[Luisa d'Avis]] und Erbe Manuels I. den portugiesischen Thron bestieg.
  
Bereits kurze Zeit nach seiner Geburt kam es zum Streit zwischen seinem Vater Dom José, genannt ''o Belo'', und seinem Großvater König Manuel. Als José gegen den Willen Manuels ein Bündnis mit Kastilien schloss und in zweiter Ehe eine spanische Prinzessin heiratete, kam es zum endgültigen Bruch zwischen Johanns Vater und Großvater und Manuel enterbte seinen Sohn, von dem er nun behauptete, nicht sein eigenes Kind zu sein, sondern aus einer außerehelichen Beziehung seiner Frau hervorgegangen zu sein. Damit verlor auch Joao seine Stellung als königlicher Prinz und zog mit seinem Vater nach Kastilien.  
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Sein Bruder Johann kämpfte in der folgenden Auseinandersetzung um den Thron in Lissabon an der Seite seines Bruders und wurde schließlich dessen Statthalter und Vizekönig in Portugal. Nach dem Tod seines Neffen [[Don Andrés Pietro]] im Jahr 1534 folgte Johann seinem Bruder David als Präsumptiverbe der Krone nach und drängte in der Folge immer aktiver darauf, von David I. als Erbe eingesetzt zu werden. Härtester Konkurrent Johanns war sein Neffe [[Michael III.|Miguel]], Sohn seines verstorbenen älteren Bruders [[Philipp von Valier]] und mit Davids ältester Tochter [[Johanna I.|Johanna]] verheiratet.  
  
Als Manuel I. 1521 starb, versuchte Joseph der Schöne vergeblich, seinen Anspruch auf den Thron gegen den von Manuel als Erben eingesetzten sagradischen König David I. durchzusetzen. David wurde schließlich als König von Portugal anerkannt und nahm die Kinder seiner Schwester Catarina, namentlich Don Joao und seinen Bruder Henrique, zu sich auf, wo sie trotz zweifelhafter Legitimation über den Vater als Söhne von Davids Schwester wieder als königliche Prinzen erzogen wurden.  
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Auf Druck Johanns hin, gab David I. 1540 bereits den Titel eines ''Königs von Cuentez'' an seinen Bruder ab. Im Erbteilungsplan aus dem gleichen Jahr wurde Johann schließlich zudem als Nachfolger Davids auf dem portugiesischen Thron benannt. Als David I. 1543 starb, bestieg Johann dementsprechend den Thron in Lissabon als König von Portugal, während seine Nichte [[Johanna I.]] und sein Neffe [[Michael III.]] gemeinsam den sagradischen Thron erbten.
  
Nach dem Tod [[Don Andrés Pietro]]s, des einzigen Sohnes Davids I. im Jahr 1534, revidierte David offiziell seine Haltung gegenüber den Söhnen Josephs des Schönen und nahm in seinem Nachfolgeerlass von 1540 schließlich seinen Neffen Johann in die Thronfolge auf. Sollte David keine eigenen Söhne mehr haben, würde die Krone Portugals - nicht aber die Sagradiens - an seine Schwester Catarina bzw. ihre Kinder fallen, womit Johann zum Präsumptiverben Portugals aufstieg. Da sein Vater in der Thronfolge abermals übergangen wurde, waren Konflikte zwischen Johann und Joseph dem Schönen vorprogrammiert.
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=== Herrschaft ===
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Johann III. ging als der König in die portugiesische Geschichte ein, der die Inquisition ins Land holte. Bereits Manuel I. hatte 1496, dem Beispiel der Katholischen Könige in Spanien folgend, die Juden aus Portugal vertrieben, gleichzeitig aber erlaubt, dass Juden, die zum christlichen Glauben übertraten, bleiben durften. Vermutlich hingen viele dieser „Neuen Christen“ (Cristãos-Novos), die ja nicht freiwillig zum katholischen Glauben übergetreten waren, insgeheim aber weiterhin ihrer alten Religion an. Johann III. beauftragte deshalb die Inquisition mit der Untersuchung der Glaubenspraktiken der „Neuen Christen“. In den nächsten 200 Jahren wurden in Portugal 1454 Personen von der Inquisition zum Tode verurteilt. Johann III. erlaubte zudem auch den Jesuiten, sich im Lande niederzulassen.
  
Als David I. 1543 starb, folgte ihm Johann III. schließlich erwartungsgemäß auf den portugiesischen Thron. Da der sagradische Thron an Davids Tochter [[Johanna I.]] und ihrem Mann [[Michael III.]] fiel, endete die Personalunion der beiden Kronen. Joseph der Schöne erkannte die Nachfolge seines Sohnes zunächst nicht an, konnte seinen eigenen Thronanspruch jedoch nicht durchsetzen. Nachdem es zu Kriegshandlungen zwischen Joseph dem Schönen und Michael III. um Tulis gekommen war, schlossen Joseph der Schöne und Johann III. 1545 den [[Vertrag von Alcarsa]], in dem sie sich versöhnten. Joseph der Schöne erkannte seinen Sohn als König von Portugal an und wurde von diesem im Gegenzug als [[König von Cuentez]] anerkannt, ein Titel, den dieser sich zuvor selbst verliehen hatte. Gleichzeitig sollte Johann III. nach dem Tod seines Vaters selbst als König von Cuentez nachfolgen. Diese Regelung wurde schließlich im [[Frieden von Servette]] 1547 durch Johanna I. und Michael III. bestätigt.
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Außenpolitisch konzentrierte sich Johann III. in der Nachfolge seines Bruders auf den Erwerb von überseeischen Kolonien. Der König vergab große Landgebiete in Brasilien als Lehen (donatárias) und förderte so den Aufbau des Landes. 1545 wurde Salvador da Bahia Hauptstadt Brasiliens. Unter Johann III. wurden Aden, Diu, Celebes, Maskat und Sur erobert. Er verzichtete auf die Philippinen und sicherte dafür die Molukken. 1557 wurde Macao, die erste portugiesische Handelssiedlung im Kaiserreich China, gegründet.
  
Der streng gläubige Johann III. ging als der König in die portugiesische Geschichte ein, der die Inquisition ins Land holte. Bereits Manuel I. hatte 1496 dem Beispiel der Katholischen Könige in Spanien folgend, die Juden aus Portugal vertrieben, gleichzeitig aber erlaubt, dass Juden, die zum christlichen Glauben übertraten, bleiben durften. Vermutlich hingen viele dieser „Neuen Christen“ (Cristãos-Novos), die ja nicht freiwillig zum katholischen Glauben übergetreten waren, insgeheim aber weiterhin ihrer alten Religion an. Johann III. beauftragte deshalb die Inquisition mit der Untersuchung der Glaubenspraktiken der „Neuen Christen“. In den nächsten 200 Jahren wurden in Portugal 1454 Personen von der Inquisition zum Tode verurteilt. 1540 erlaubte Johann III. auch den Jesuiten, sich im Lande niederzulassen. In Tulis dagegen, für das sich Johann auch nach seiner offiziellen Thronbesteigung nach dem Tod seines Vaters 1554 wenig interessierte, blieben die Jesuiten weitgehend ohne Einfluss. Die Stadt rebellierte mehrmals gegen den Status als de-facto-Kolonie eines portugiesisch fühlenden Königs.  
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== Familie ==
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Am 15. Februar 1525 heiratete Johann in Lissabon Katharina von Kastilien (* 14. Januar 1507; † 12. Januar 1578), Tochter von Philipp dem Schönen und der Johanna der Wahnsinnigen. Sie war somit auch eine Schwester des römisch-deutschen Kaisers Karl V.
  
Außenpolitisch konzentrierte sich Johann III. auf den Ausbau der überseeischen Kolonien. 1545 wurde Salvador da Bahia Hauptstadt Brasiliens. Unter Johann III. wurden Aden, Diu, Celebes, Maskat und Sur erobert. Er verzichtete auf die Philippinen und sicherte dafür die Molukken. 1557 wurde Macao, die erste portugiesische Handelssiedlung im Kaiserreich China, gegründet.
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Mit Katharina hatte er folgende Kinder:
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* Alfons (* 1526; † 1526)
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* Maria (* 15. Oktober 1527; † 12. Juli 1545), durch Heirat Königin von Spanien ∞ 1543 Philipp II., König von Spanien
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* Isabella (* 1529; † 1529)
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* Beatriz (* 1530; † 1530)
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* Emanuel (* 1531; † 1537)
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* Philipp (* 1533; † 1539)
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* Dionysos (Dinis) (* 1535; † 1537)
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* [[Johann Manuel von Portugal|Johann Manuel]] (* 1537; † 1554), Kronprinz von Portugal und Cuentez; ∞ 1552 Johanna von Spanien (1535–1573)
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* Anton (* 1539; † 1540)
  
Da König Johanns Söhne alle vor diesem starb, folgte ihm sein Enkelsohn [[Sebastian I. von Cuentez|Sebastian I.]] auf dem portugiesisch-cuentezischen Thron nach.
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Da alle Söhne von König Johann III. vor diesem starben, folgte ihm sein Enkelsohn [[Sebastian (Portugal)|Sebastian I.]] auf dem portugiesischen und cuentesischen Thron nach.
  
 
[[Kategorie: König von Cuentez]]
 
[[Kategorie: König von Cuentez]]

Version vom 17:21, 15. Jul 2011

Johann III. (port. Dom João III), genannt „der Fromme“ (O Piedoso oder O Pio) (* 6. Juni 1502 in Allécapo; † 11. Juni 1557 in Lissabon) war der fünfzehnte König von Portugal (1543-1557) und der zweite aus dem Haus Santori sowie als Johann I. König von Cuentez (1540-1557).

Herkunft und Zeit als Prinz

Joán de Sántori wurde 1502 als vierter Sohn von Filipe de las Marcas und Catarina de Sántori in Allécapo geboren. Seine Mutter war kurz zuvor zur sagradischen Königin ausgerufen worden, unterlag im Kampf um die Krone jedoch ihrem Onkel Peter I. von Servette, der sich an ihrer Statt zum Monarchen erhob. Joán war zugleich ein Enkel der portugiesischen Prinzessin Beatrice d'Avis und jüngerer Bruder von David I., der 1509 als Nachfolger von Peter I. den sagradischen und 1521 schließlich als Ehemann von Luisa d'Avis und Erbe Manuels I. den portugiesischen Thron bestieg.

Sein Bruder Johann kämpfte in der folgenden Auseinandersetzung um den Thron in Lissabon an der Seite seines Bruders und wurde schließlich dessen Statthalter und Vizekönig in Portugal. Nach dem Tod seines Neffen Don Andrés Pietro im Jahr 1534 folgte Johann seinem Bruder David als Präsumptiverbe der Krone nach und drängte in der Folge immer aktiver darauf, von David I. als Erbe eingesetzt zu werden. Härtester Konkurrent Johanns war sein Neffe Miguel, Sohn seines verstorbenen älteren Bruders Philipp von Valier und mit Davids ältester Tochter Johanna verheiratet.

Auf Druck Johanns hin, gab David I. 1540 bereits den Titel eines Königs von Cuentez an seinen Bruder ab. Im Erbteilungsplan aus dem gleichen Jahr wurde Johann schließlich zudem als Nachfolger Davids auf dem portugiesischen Thron benannt. Als David I. 1543 starb, bestieg Johann dementsprechend den Thron in Lissabon als König von Portugal, während seine Nichte Johanna I. und sein Neffe Michael III. gemeinsam den sagradischen Thron erbten.

Herrschaft

Johann III. ging als der König in die portugiesische Geschichte ein, der die Inquisition ins Land holte. Bereits Manuel I. hatte 1496, dem Beispiel der Katholischen Könige in Spanien folgend, die Juden aus Portugal vertrieben, gleichzeitig aber erlaubt, dass Juden, die zum christlichen Glauben übertraten, bleiben durften. Vermutlich hingen viele dieser „Neuen Christen“ (Cristãos-Novos), die ja nicht freiwillig zum katholischen Glauben übergetreten waren, insgeheim aber weiterhin ihrer alten Religion an. Johann III. beauftragte deshalb die Inquisition mit der Untersuchung der Glaubenspraktiken der „Neuen Christen“. In den nächsten 200 Jahren wurden in Portugal 1454 Personen von der Inquisition zum Tode verurteilt. Johann III. erlaubte zudem auch den Jesuiten, sich im Lande niederzulassen.

Außenpolitisch konzentrierte sich Johann III. in der Nachfolge seines Bruders auf den Erwerb von überseeischen Kolonien. Der König vergab große Landgebiete in Brasilien als Lehen (donatárias) und förderte so den Aufbau des Landes. 1545 wurde Salvador da Bahia Hauptstadt Brasiliens. Unter Johann III. wurden Aden, Diu, Celebes, Maskat und Sur erobert. Er verzichtete auf die Philippinen und sicherte dafür die Molukken. 1557 wurde Macao, die erste portugiesische Handelssiedlung im Kaiserreich China, gegründet.

Familie

Am 15. Februar 1525 heiratete Johann in Lissabon Katharina von Kastilien (* 14. Januar 1507; † 12. Januar 1578), Tochter von Philipp dem Schönen und der Johanna der Wahnsinnigen. Sie war somit auch eine Schwester des römisch-deutschen Kaisers Karl V.

Mit Katharina hatte er folgende Kinder:

  • Alfons (* 1526; † 1526)
  • Maria (* 15. Oktober 1527; † 12. Juli 1545), durch Heirat Königin von Spanien ∞ 1543 Philipp II., König von Spanien
  • Isabella (* 1529; † 1529)
  • Beatriz (* 1530; † 1530)
  • Emanuel (* 1531; † 1537)
  • Philipp (* 1533; † 1539)
  • Dionysos (Dinis) (* 1535; † 1537)
  • Johann Manuel (* 1537; † 1554), Kronprinz von Portugal und Cuentez; ∞ 1552 Johanna von Spanien (1535–1573)
  • Anton (* 1539; † 1540)

Da alle Söhne von König Johann III. vor diesem starben, folgte ihm sein Enkelsohn Sebastian I. auf dem portugiesischen und cuentesischen Thron nach.