Luis Enrico de Piacón: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Luis Enrico de Piacón''' (*1898 in [[Santa May]], +1975 in [[Santana]], vollständiger Name ''Luis Enrico Fernando María António Ramírez Conte de Piacón i Bernat'') war ein [[Sagradien|sagradischer]] konservativer Politiker ([[CSD]]). Er war von 1952 bis 1955 [[Finanzminister]] und danach bis 1958 [[Justizminister]] unter Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]].
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'''Luis Enrico de Piacón''' (*1898 bei Madrid, +1975 in [[Santana]], vollständiger Name ''Luis Enrico Fernando María António Ramírez Conte de Piacón-Santana i Bernat'') war ein [[Sagradien|sagradischer]] konservativer Politiker ([[CSD]]). Er war von 1952 bis 1955 [[Finanzminister]] und danach bis 1958 [[Justizminister]] unter Ministerpräsident [[Paulo Luciaro]].
  
1952 gehörte Piacón zu den Gründern der christlich-konservativen [[Convergência Social Democrática]] (CSD). Für den monarchistisch-konservativen Flügel der Partei wurde er zum stellvertretenden Parteivorsitzenden der Partei gewählt.
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Luis Enrico de Piacón, Sprössling der südsagradischen Hochadelsfamilie der [[Haus Piacón|Piacón]], wurde im spanischen Exil der Adelsfamilie geboren und ging in Madrid zur Schule, ehe er nach dem Rehabilitationsgesetz von 1904 wieder mit seiner Familie nach Sagradien zurückkehren konnte. Er ging nach dem Schulabschluss zum Militär und schlug parallel dazu ein Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften ein. Er wurde Spezialist für Finanzrecht und trat in den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts in die staatliche Finanzverwaltung ein. Seit 1934 arbeitete am staatlichen Finanzhof. Dem [[Februarputsch 1938]] stand der parteilose Piacón wohlwollend gegenüber und wurde Mitglied der [[Comunión Nacional]], 1940 trat er als Abteilungsleiter ins Finanzministerium ein.
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Nach dem Staatsstreich vom [[23. Mai 1943]] gegen die diktatorische Regierung [[Manuel Álamo Igualde]]s verließ Piacón zunächst das Ministerium und zog sich nach [[Scola]] zurück, wo er als Verwaltungsfachmann das Amt des Finanzderzenenten der Stadt übernahm. Aufgrund der als antimonarchisch empfundenen politischen Stimmung der unmittelbaren Nachkriegszeit trat Piacón 1944 der [[Unión Monarquista]] bei, die sich für eine Rückkehr zur Monarchie, aber auch gegen anti-aristokratische Tendenzen stark machte und versuchte, den monarchistischen Flügel der aufgelösten Comunión zu erreichen.
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Für die Unión Monarquista wurde Piacón 1945 in die [[verfassungsgebende Nationalversammlung]] gewählt, wo er sich als Fraktionsmitglied der rechtskonservativen [[Unión Nacional Popular]] anschloss. Piacón arbeitete im Finanzausschuss des Parlaments und stand in Opposition zur regierenden [[Demokratische Koalition|Demokratischen Koalition]], da er jede Zusammenarbeit mit den [[PCS|Kommunisten]] ablehnte.
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Nach einer vergeblichen Kandidatur wurde Piacón 1949 mithilfe der Mitte-Rechts-Parteien in den [[Senat]] gewählt, wo er den Wahlkreis [[Bolivar]] repräsentierte und schnell Vorsitzender des Haushaltsausschusses wurde. Innerhalb der rechten UNP, wo er dem gemäßigt-konservativen Flügel angehörte, war er eines der einflussreichsten Mitglieder, auch wenn er im [[Kabinett Luciaro I]], der ersten Regierung unter UNP-Beteiligung, kein Amt übernahm.
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1952 gehörte Piacón zu den Gründern der christlich-konservativen [[Convergência Social Democrática]] (CSD) und wurde für den monarchistisch-konservativen Flügel der Partei zum stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt. Von da an galt er für den rechten CSD-Flügel als Aushängeschild und Integrationsklammer zum rechtskonservativen Spektrum. Überraschend berief ihn Paulo Luciaro 1952 als Nachfolger des zurückgetretenen [[Oscar Corrado]] im Amt des Finanzministers in [[Kabinett Luciaro II|sein Kabinett]], wo Piacón mit anderen den konservativen Gegenpol zum [[PSD|sozialdemokraten]] Koalitionspartner bilden sollte.
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Nach einer Kabinettsumbildung im Januar 1955 wurde Piacón Justizminister. In diesem Amt blieb er bis zum Ende der Legislaturperiode. Bei der Kabinettsbildung 1958 wurde er nicht mehr berücksichtigt und zog sich danach aus der ersten Reihe der Politik zurück. Bei den [[Senatswahlen 1960]] bewarb er sich um kein neues Mandat. Der rechte Parteiflügel des CSD brachte ihn 1964 als Präsidentschaftskandidaten ins Spiel. Er spielte in den Plänen der Parteiführung jedoch keine Rolle. Nach den [[Kommunalwahlen 1964]] wurde Piacón Präsident der [[Provinz Corar]], 1968 provisorisches Oberhaupt der neu gebildeten [[Region Liez und Corar]] und delegiertes Mitglied des ersten Regionalrats. Bei den ersten [[Regionalwahlen 1969]] wurde der mittlerweile 71-jährige Piacón zum Regionalrat gewählt und amtierte danach bis 1973 als Präsident des Regionalrats.
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Die erhoffte Ernennung zum Senator auf Lebenszeit blieb Piacón nach der Wahl des Sozialisten [[Iacovo Del Pérez]] zum neuen Präsidenten der Republik 1972 verwehrt, da dieser von seinem Recht gebraucht machte und Piacón als einen von drei Kandidaten von der Vorschlagsliste des zuständigen Senatsausschusses strich. 1975 verstarb Luis Enrico de Piacón im Alter von 77 Jahren. Sein Sohn [[Lorenzo de Piacón]] wurde ebenfalls Politiker und amtierte von 1997 bis 2000 Vizepräsident des sagradischen Senats. Sein Großneffe [[Carles de Piacón]] war in den Neunziger Jahren u.a. Generalsekretär der [[PP-CSD]].

Version vom 21:17, 9. Mär 2011

Luis Enrico de Piacón (*1898 bei Madrid, +1975 in Santana, vollständiger Name Luis Enrico Fernando María António Ramírez Conte de Piacón-Santana i Bernat) war ein sagradischer konservativer Politiker (CSD). Er war von 1952 bis 1955 Finanzminister und danach bis 1958 Justizminister unter Ministerpräsident Paulo Luciaro.

Luis Enrico de Piacón, Sprössling der südsagradischen Hochadelsfamilie der Piacón, wurde im spanischen Exil der Adelsfamilie geboren und ging in Madrid zur Schule, ehe er nach dem Rehabilitationsgesetz von 1904 wieder mit seiner Familie nach Sagradien zurückkehren konnte. Er ging nach dem Schulabschluss zum Militär und schlug parallel dazu ein Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften ein. Er wurde Spezialist für Finanzrecht und trat in den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts in die staatliche Finanzverwaltung ein. Seit 1934 arbeitete am staatlichen Finanzhof. Dem Februarputsch 1938 stand der parteilose Piacón wohlwollend gegenüber und wurde Mitglied der Comunión Nacional, 1940 trat er als Abteilungsleiter ins Finanzministerium ein.

Nach dem Staatsstreich vom 23. Mai 1943 gegen die diktatorische Regierung Manuel Álamo Igualdes verließ Piacón zunächst das Ministerium und zog sich nach Scola zurück, wo er als Verwaltungsfachmann das Amt des Finanzderzenenten der Stadt übernahm. Aufgrund der als antimonarchisch empfundenen politischen Stimmung der unmittelbaren Nachkriegszeit trat Piacón 1944 der Unión Monarquista bei, die sich für eine Rückkehr zur Monarchie, aber auch gegen anti-aristokratische Tendenzen stark machte und versuchte, den monarchistischen Flügel der aufgelösten Comunión zu erreichen.

Für die Unión Monarquista wurde Piacón 1945 in die verfassungsgebende Nationalversammlung gewählt, wo er sich als Fraktionsmitglied der rechtskonservativen Unión Nacional Popular anschloss. Piacón arbeitete im Finanzausschuss des Parlaments und stand in Opposition zur regierenden Demokratischen Koalition, da er jede Zusammenarbeit mit den Kommunisten ablehnte.

Nach einer vergeblichen Kandidatur wurde Piacón 1949 mithilfe der Mitte-Rechts-Parteien in den Senat gewählt, wo er den Wahlkreis Bolivar repräsentierte und schnell Vorsitzender des Haushaltsausschusses wurde. Innerhalb der rechten UNP, wo er dem gemäßigt-konservativen Flügel angehörte, war er eines der einflussreichsten Mitglieder, auch wenn er im Kabinett Luciaro I, der ersten Regierung unter UNP-Beteiligung, kein Amt übernahm.

1952 gehörte Piacón zu den Gründern der christlich-konservativen Convergência Social Democrática (CSD) und wurde für den monarchistisch-konservativen Flügel der Partei zum stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt. Von da an galt er für den rechten CSD-Flügel als Aushängeschild und Integrationsklammer zum rechtskonservativen Spektrum. Überraschend berief ihn Paulo Luciaro 1952 als Nachfolger des zurückgetretenen Oscar Corrado im Amt des Finanzministers in sein Kabinett, wo Piacón mit anderen den konservativen Gegenpol zum sozialdemokraten Koalitionspartner bilden sollte.

Nach einer Kabinettsumbildung im Januar 1955 wurde Piacón Justizminister. In diesem Amt blieb er bis zum Ende der Legislaturperiode. Bei der Kabinettsbildung 1958 wurde er nicht mehr berücksichtigt und zog sich danach aus der ersten Reihe der Politik zurück. Bei den Senatswahlen 1960 bewarb er sich um kein neues Mandat. Der rechte Parteiflügel des CSD brachte ihn 1964 als Präsidentschaftskandidaten ins Spiel. Er spielte in den Plänen der Parteiführung jedoch keine Rolle. Nach den Kommunalwahlen 1964 wurde Piacón Präsident der Provinz Corar, 1968 provisorisches Oberhaupt der neu gebildeten Region Liez und Corar und delegiertes Mitglied des ersten Regionalrats. Bei den ersten Regionalwahlen 1969 wurde der mittlerweile 71-jährige Piacón zum Regionalrat gewählt und amtierte danach bis 1973 als Präsident des Regionalrats.

Die erhoffte Ernennung zum Senator auf Lebenszeit blieb Piacón nach der Wahl des Sozialisten Iacovo Del Pérez zum neuen Präsidenten der Republik 1972 verwehrt, da dieser von seinem Recht gebraucht machte und Piacón als einen von drei Kandidaten von der Vorschlagsliste des zuständigen Senatsausschusses strich. 1975 verstarb Luis Enrico de Piacón im Alter von 77 Jahren. Sein Sohn Lorenzo de Piacón wurde ebenfalls Politiker und amtierte von 1997 bis 2000 Vizepräsident des sagradischen Senats. Sein Großneffe Carles de Piacón war in den Neunziger Jahren u.a. Generalsekretär der PP-CSD.