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Die Wahl des Mitte-Reformers [[Santiago Diaz de Velozo]] zum neuen Parteichef der ASUL im Herbst 2005 und der Austritt einer Reihe von linkssozialistischen Mitgliedern der ASUL aus der Partei ermöglichte es der KPS, ein neues Bündnis mit linken ASUL-Dissidenten gegen die zunehmend als neoliberal bezeichnete Politik der rot-grünen Regierung zu schließen. Anlässlich der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006]] bildete Fiali gemeinsam mit [[Paulo Satyres]] und [[Luca Cardoso]], den Führungsfiguren der neuen linkssozialistischen und im Dissens zur ASUL gegründeten Linkspartei [[DSS]], ein neues kommunistisch-linkes Wahlbündnis, das mit Fiali und Satyres als Spitzenkandidaten und einer radikal-populistischen Anti-ASUL-Kampagne 5,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Die aus dieser Kooperation erwachsende neue vereinigte Linke [[Sinistra Democrática Unida]] wurde wesentlich von Fiali mitgeprägt, der darin eine Verwirklichung seines Versuchs der frühen Neunziger Jahre sah, eine neue integrierte linkssozialistische Reformalternative mit einer parteiähnlichen Struktur zu etablieren, die aus dem Schatten der alten KPS heraustreten könnte. | Die Wahl des Mitte-Reformers [[Santiago Diaz de Velozo]] zum neuen Parteichef der ASUL im Herbst 2005 und der Austritt einer Reihe von linkssozialistischen Mitgliedern der ASUL aus der Partei ermöglichte es der KPS, ein neues Bündnis mit linken ASUL-Dissidenten gegen die zunehmend als neoliberal bezeichnete Politik der rot-grünen Regierung zu schließen. Anlässlich der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006]] bildete Fiali gemeinsam mit [[Paulo Satyres]] und [[Luca Cardoso]], den Führungsfiguren der neuen linkssozialistischen und im Dissens zur ASUL gegründeten Linkspartei [[DSS]], ein neues kommunistisch-linkes Wahlbündnis, das mit Fiali und Satyres als Spitzenkandidaten und einer radikal-populistischen Anti-ASUL-Kampagne 5,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Die aus dieser Kooperation erwachsende neue vereinigte Linke [[Sinistra Democrática Unida]] wurde wesentlich von Fiali mitgeprägt, der darin eine Verwirklichung seines Versuchs der frühen Neunziger Jahre sah, eine neue integrierte linkssozialistische Reformalternative mit einer parteiähnlichen Struktur zu etablieren, die aus dem Schatten der alten KPS heraustreten könnte. | ||
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Version vom 14:12, 12. Nov 2012
António Fiali Cerres (*1939 in Buenos Aires) ist ein argentinisch-sagradischer Gewerkschafter und Politiker der Sagradischen Kommunistischen Partei (PCS). Er bekleidete von 1990 bis 1993 das Amt des Ersten Sekretärs der Partei und führte sie bei den Parlamentswahlen 1990,1998, 2002, 2006 und 2008 als Spitzenkandidat an. Seit 2008 ist Fiali als Vertreter des Linksbündnisses SDU Vizepräsident der sagradischen Abgeordnetenkammer.
Inhaltsverzeichnis
Jugend und Gewerkschaftslaufbahn
Geboren wurde Fiali 1939 in Buenos Aires als Sohn eines italienisch-stämmigen Argentiniers und einer Sagradierin. Mit neun Jahren kam der bis dahin in Südamerika aufgewachsene Fiali nach Sagradien, wo er alleine mit seinen beiden Brüdern von seiner geschiedenen Mutter erzogen wurde. Nach seinem Schulabschluss absolvierte er seinen Militärdienst bei der Luftwaffe und machte eine Ausbildung zum Maschinenbauer, ehe er sein Abitur nachholte und mit einem Stipendium der kommunistischen Gewerkschaft CGL ausgestattet, Politikwissenschaft, Philosophie und Recht studierte. Nach seinem Jura-Examen arbeitete Fiali als Anwalt und parallel dazu für die Gewerkschaft CGL, in der er in den Achtziger Jahren in die Führung aufstieg, bis er 1984 auf den Posten des Stellvertreters des Ersten nationalen Sekretärs der Gewerkschaft gewählt wurde, womit er den zweithöchsten Posten in der CGL bekleidete.
Aufstieg ins Politbüro der Kommunistischen Partei
Bereits in seiner Zeit beim Militär trat Fiali dem Partido Comunista Sagradês (PCS) bei und gehörte dort in den Siebziger Jahren zu den Kritikern der eurokommunistischen Öffnung unter Dián Aliureto Chabonet. Später allerdings söhnte er sich mit diesem aus und gehörte spätestens seit den frühen Achtziger Jahren zu den Reformern in der Partei. Er sprach sich gegen einen Rückfall in die Abhängigkeit Moskaus aus und trat für ein Bündnis der Partei mit den neuen sozialen Bewegungen ein, die er auch von den Eurokommunisten vernachlässigt sah. Vom Aufkommen der Regenbogen-Grünen in den Achtziger Jahren sah er sich in seinem Kurs bestätigt und gehörte in der PCS zur parteiinternen Opposition gegen die Abschottungstendenzen unter Parteisekretär Lorenzo Beregas.
Zum ersten Mal trat Fiali auf dem Parteikongress der Kommunisten in Noyar im März 1989 ins Rampenlicht, als er als einer der Anführer einer parteiinternen Erneuerungsbewegung eine umfangreiche Parteireform verlangte. Fiali brachte seinen Antragskatalog zwar nicht durch, erreichte aber einen Kompromiss mit der Parteiführung um Beregas und wurde erstmals ins Politbüro der Partei gewählt. Dort erhielt er als Parteikoordinator und Wahlkampfbeauftragter entscheidende operative Befugnisse, die es ihm erlaubten, seine Macht in der Partei schlagartig auszubauen. De facto bildete er damit zusammen mit dem zentristischen Beregas eine Art Doppelspitze, in der Fiali zunehmend den Ton angab. In der Folge schmiedete er eine Allianz mit dem unorthodoxen radikal-kommunistischen Flügel aus einzelnen Trotzkisten, Maoisten und anderen Dissidenten gegen die zentristisch-orthodoxe Allianz, die in der Parteiführung dominierte. Gleichzeitig suchte er Kontakt zu anderen kommunistischen und nicht-kommunistischen Linksparteien mit dem Ziel eines Wahlbündnisses für die Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1990.
Generalsekretär der KPS (1990-1993)
Vor dem Parteitag der Kommunisten in Gerón im Februar 1990 stellte eine Reihe von Fiali-Vertrauten öffentlich weitreichende Forderungen zur Umsetzung des reformkommunistischen Katalos. Auf dem Parteikongress erklärte Beregas schließlich, der seinen Einfluss in der Partei schwinden sah, seinen Rücktritt vom Parteitamt. In einer Kampfabstimmung gegen den vom orthodoxen Flügel favorisierten Marcelo Carregas wurde Fiali zum neuen Generalsekretär der Partei gewählt. Eine orthodoxe Minderheit um Carregas-Treue verließ daraufhin die Partei und gründete den Partido Comunista d'Unificación Proletária (PCUP) in Konkurrenz zur ihrer Meinung nach sozialdemokratisierten PCS. Die Partei gab sich zwar kein neues Programm, verabschiedete aber eine Wahlplattform, die sich deutlich von den traditionellen Positionen der Partei wie auch von eurokommunistischen Tendenzen der Siebziger Jahre unterschied und von der kommunistischen Tradition in Osteuropa deutlich Abstand nahm.
Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1990 trat die PCS als Führungskraft im neuen Linksbündnis Unitá de la Sinistra (Unitá-PCS) an, das Fiali zuvor geschmiedet hatte. Dem gehörten neben der PCS die Reste der linksalternativen Democrâcia Crítica, die in Aziz aus dem Partido Comunista d'Aziz abgespaltene rot-grüne Sinistra Democrática Alternativa (SDA), der cuentezische Partido d'Acción Socialista de Cuentez (PASC) sowie der linkssozialistische Partido Socialista Sagradês (PSS) an. Bei der Wahl erhielt das Unitá-Bündnis unter der Führung Fialis 5,6 Prozent der Stimmen. Fiali wurde danach Fraktionssprecher der gemeinsamen Linksaußengruppe in der Kammer und blieb gleichzeitig Generalsekretär der KPS, vereinte damit die höchsten Ämter in der Partei und im Wahlbündnis.
In den Folgejahren versuchte Fiali, eine umfangreiche Parteireform durchzusetzen. Ziel der Reform war es, die Partei umfassend neu zu strukturieren, zu pluralisieren und die letzten Elemente des demokratischen Zentralismus im Parteiapparat zu beseitigen. An die Stelle des Zentralkomitees sollte ein nationales Exekutivkomitee treten und das Politbüro ganz abgeschafft werden. Programmatisch sollte die KPS mit der strikten Auslegung des Leninismus brechen und die Partei für andere kommunistische und sozialistische Denkansätze öffnen. Die bereits in der eurokommunistischen Phase initiierte Aussöhnung mit dem Parlamentarismus sollte intensiviert werden und die Partei auf eine parlamentarische und eine außerparlamentarische Säule gestellt werden, dies im Bündnis mit neuen sozialen Bewegungen und neuen linken Strömungen, etwa der Ökologie- oder der Frauenbewegung.
Während seiner Zeit als Generalsekretär musste Fiali jedoch immer wieder Rücksichten auf die noch immer starken Traditionalisten in der Partei nehmen, Kompromisse schließen und bei seinem ambitionierten Programm Abstriche vornehmen. Mit den erzielten Ergebnissen zeigte er sich jedoch zunehmend unzufrieden. Auch die Dominanz der KPS im linken Wahlbündnis führte nun verstärkt zu Problemen mit den Bündnispartnern, die auf ihre Unabhängigkeit pochten. Eine von Fiali angestrebte Umbenennung der Partei in Partido de la Sinistra scheiterte am Votum der Parteimehrheit, ebenso wie sein Vorschlag, das Unitá-Bündnis mit stärkeren föderalen Strukturen auszustatten, um es schließlich zu einer vereinigten Linkspartei um- und auszubauen. Nachdem Fialis Leitantrag auf dem Parteitag der KPS in Biniar im September 1993 knapp durchgefallen war, erklärte er völlig überraschend seinen Rücktritt als Generalsekretär und sein Ausscheiden aus der Parteiführung. Zum Nachfolger wählten die Delegierten den als Kompromisslösung gedachten Parteizentristen Oscar Ricardo Escova. Fiali zog sich aus der Parteiführung zurück und verzichtete auch auf die Spitzenkandidatur des Unitá-Bündnisses bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1994.
Politischer Rückzug und Comeback als Spitzenkandidat 1998
Nachdem die kommunistisch geführte Unitá bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1994 einen Rückschlag erlitten hatte und sich nach weiteren Niederlagen schließlich im Sommer/Herbst 1996 in einer existenzbedrohenden Krise befunden hatte, schwenkte der bis dahin auf Ausgleich zwischen Orthodoxen und Reformern bedachte Parteichef Oscar Ricardo Escova zunehmend auf die Linie Fialis um und versuchte, die von diesem initiierte und dann abgebrochene Parteireform doch noch zu einem Erfolg zu führen, um die Partei vor dem völligen Verlust jeglichen Einflusses zu bewahren. Fiali, der trotz seines Rückzugs kaum etwas an seinem parteiinternen Einfluss v.a. auf die Reformer in der Partei verloren hatte, unterstützte Escova schließlich bei dem Vorhaben und kehrte in die Programmkommission zurück, die schließlich beim Parteitag der Kommunisten in Ligre North 1997 ein neues Parteiprogramm einbrachte, das von den Delegierten mit überraschend großer Mehrheit angenommen wurde. Darin wurden neben den klassischen Themen der Partei nun auch Fragen der Emanzipation, der Friedenserhaltung und des Umweltschutzes angesprochen, die zwar zuvor bereits in der Wahlplattform der Unitá aufgetaucht, von der KP selbst aber in ihrem Programm keine Rolle gespielt hatten.
Auf dem Parteitag war Fiali auch mit einer kämpferischen Rede zugunsten des neuen Programms aufgetreten, was allgemein als Rückkehr in die Parteimitte verstanden worden war. In der Folge kam es immer wieder zu Spekulationen über eine Rückkehr des populären und einflussreichen Fiali an die Spitze der Partei. Schließlich präsentierte Parteichef Escova im Frühjahr 1998 Fiali als Spitzenkandidaten der Unitá für die Parlamentswahlen im Herbst. Der zurückgekehrte Fiali führte das im Pacto de l'Unitá de la Sinistra erneuerte Wahlbündnis deutlich unabhängig von der Partei und mit der offen eingeräumten Möglichkeit, nach der Wahl eine Mitte-Links-Regierung zu unterstützen, um die Regierung des Konservativen Josep Carles Otero zu beenden.
Fraktionschef der Linken (1998-2008)
Unter Fialis Führung kam die Unitá bei der Wahl auf einen Stimmenanteil von 4,8 Prozent, was ein leichtes Plus gegenüber 1994 bedeutete, Wahlsieger wurde die vom Sozialisten Julio De la Costa angeführte rot-grüne Mitte-Links-Allianz, die jedoch auf die Bildung einer Regierung auf die Unterstützung Fialis und der Kommunisten angewiesen war. Fiali setzte sich schließlich gegen Widerstände in der eigenen Partei und im Linksbündnis durch und einigte sich mit De la Costa auf die Tolerierung einer rot-grünen Minderheitsregierung durch die äußere Linke. In den folgenden acht Jahren war De la Costas Koalitionsregierung aus der sozialdemokratischen ASUL und den sagradischen Grünen vom Wohlwollen und der indirekten Unterstützung durch die Kommunistische Partei und deren linke Bündnispartner angewiesen. Als Fraktionschef der Unitá-Fraktion in der Abgeordnetenkammer war Fiali nun der starke Mann der Linken und der Garant für die Verlässlichkeit der Links-Allianz. Trotz heftigen Erschütterungen, etwa um die Teilnahme Sagradiens am Kosovokrieg 1999 oder am Afghanistankrieg 2001, hielt die Mehrheit auch nach der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2002, nach der es zur gleichen parlamentarischen Konstellation wie bereits 1998 gekommen war.
Die Unitá ging mit einem Stimmenanteil von nur 3,6 Prozent jedoch deutlich geschwächt aus der Wahl hervor und auch Fiali war nicht mehr unumstritten, da er mit seiner kooperativen Strategie für die Niederlage verantwortlich gemacht wurde. In dieser Zeit konnte er jedoch auf die Hilfe durch KPS-Chef Escova bauen, der Fialis Kurs unterstützte. Zwar wurde die Tolerierung fortgesetzt, das Unitá-Bündnis erlebte jedoch immer größere Erosionserscheinungen, zumal in der regierenden ASUL einflussreiche Kräfte für einen stärker neoliberal geprägten "Reformkurs" eintrat. Der Rückzug mehrerer nicht-parteikommunistischer Abgeordneter aus der gemeinsamen Kammergruppe bedeutete schließlich im Jahr 2004 das Ende des von Fiali wesentlich geprägten Linksbündnisses. In der Folge mehrten sich die Fragen, in denen die Linke bewusst gegen die Linie der Regierung De la Costa abstimmte.
Die Wahl des Mitte-Reformers Santiago Diaz de Velozo zum neuen Parteichef der ASUL im Herbst 2005 und der Austritt einer Reihe von linkssozialistischen Mitgliedern der ASUL aus der Partei ermöglichte es der KPS, ein neues Bündnis mit linken ASUL-Dissidenten gegen die zunehmend als neoliberal bezeichnete Politik der rot-grünen Regierung zu schließen. Anlässlich der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006 bildete Fiali gemeinsam mit Paulo Satyres und Luca Cardoso, den Führungsfiguren der neuen linkssozialistischen und im Dissens zur ASUL gegründeten Linkspartei DSS, ein neues kommunistisch-linkes Wahlbündnis, das mit Fiali und Satyres als Spitzenkandidaten und einer radikal-populistischen Anti-ASUL-Kampagne 5,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Die aus dieser Kooperation erwachsende neue vereinigte Linke Sinistra Democrática Unida wurde wesentlich von Fiali mitgeprägt, der darin eine Verwirklichung seines Versuchs der frühen Neunziger Jahre sah, eine neue integrierte linkssozialistische Reformalternative mit einer parteiähnlichen Struktur zu etablieren, die aus dem Schatten der alten KPS heraustreten könnte.
Vizepräsident der Abgeordnetenkammer (2008-2012)
Nachdem die SDU in einem breiteren Bündnis aus PCS, DSS und anderen linken Gruppen bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2008 mit 7,2 Prozent der Stimmen zur viertstärksten Kraft im Land aufgestiegen war, verzichtete Fiali - im Wahlkampf noch Spitzenkandat - auf die erneute Wahl zum Fraktionssprecher und bewarb sich für die SDU um einen Posten als Vizepräsident der Abgeordnetenkammer. Nach seiner erfolgreichen Wahl wurde Nícola Mersenburg-López, der wiederholt als Kronprinz Fialis bezeichnet wurde, zu seinem Nachfolger an der Spitze der Fraktion gewählt.