Alkonenreich: Unterschied zwischen den Versionen
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| + | Als Nachfolgereich des ''ersten Alkonenreichs'' kann das [[Königreich Liez-Corar]] (auch ''zweites Alkonenreich'') gelten, das unter [[Aerich der Große|Aerich I.]] im späteren 9. Jahrhundert große Teile des alten Alkonenreichs übernahm. Mit der Eingliederung des alkonischen Südens in das [[Königreich Sagradien]] unter [[Martin I. der Eroberer|Martin I.]] und [[Philipp I. der Große|Philipp I.]] von Skanten hörte das Alkonenreich endgültig auf zu bestehen. | ||
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| − | Als 476 der letzte weströmische Kaiser abdankte, erstreckte sich die alkonische Herrschaft bereits auf den gesamten Süden Sagradiens südlich des [[Liêno]]. | + | Laut Hiernoymus gehörten ''Halcones'' neben Quaden, Vandalen, Sarmaten, Alanen, Gepiden und anderen zu den germanischen Stämmen, die 406 n. Chr. den Rhein überquerten und ins römische Gallien vorstießen. Wahrscheinlich handelte es sich bei diesen Halkonen wie bei den Herkanden um eine Teilgruppe der "Suebi", die 409 n. Chr. von Gallien aus um 409 n. Chr. über die Pyrenäen auf die iberische Halbinsel vordrangen. Während sich die Suebi in Galicien niederließen und dort ein eigenes Königreich gründeten, überquerten die Alkonen und Herkanden die Straße von Benarra und stießen auf das sagradische Festland vor. Dort gründeten sie ein eigenes Königreich in den römischen Provinzen [[Sisinia]] und [[Belacionensis]]. |
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| + | Als 476 der letzte weströmische Kaiser abdankte, erstreckte sich die alkonische Herrschaft bereits auf den gesamten Süden Sagradiens südlich des [[Liêno]] inklusive der der Halbinsel von [[Perin]], der Inseln [[Cuentez]], [[Nerva]] und [[Lerça]] im [[Blaues Meer|Blauen Meer]] sowie mehrerer Inseln im Kantabrischen Meer. Im Norden reichte das Herrschaftsgebiet der Alkonen zeitweise bis an den [[Golf von Fidelfe]], wurde in den Folgejahrhunderten aber durch die einfallenden [[Skanten]] zurückgedrängt. | ||
| − | Nachdem die arianischen [[Skanten]] im Norden Sagradiens bereits im frühen 6. Jahrhundert die lateinisch-trinitarische Religion der romanischen Bevölkerungsmehrheit angenommen hatten, ließ sich mit dem Alkonenkönig [[Berrakred I.]] der letzte arianische Herrscher Sagradiens katholisch taufen. Auch die vulgärlateinische Sprache der Bevölkerung wurde bald von den germanischen Eliten in allen Reichsteilen angenommen. | + | Bereits vor ihrer Ankunft in Sagradien waren die Alkonen ähnlich wie Goten, Vandalen und Suebi zum arianischen Christentum übergetreten. Nachdem die arianischen [[Skanten]] im Norden Sagradiens bereits im frühen 6. Jahrhundert die lateinisch-trinitarische Religion der romanischen Bevölkerungsmehrheit angenommen hatten, ließ sich mit dem Alkonenkönig [[Berrakred I.]] der letzte arianische Herrscher Sagradiens katholisch taufen. Auch die vulgärlateinische Sprache der Bevölkerung wurde bald von den germanischen Eliten in allen Reichsteilen angenommen. Aus ihr entwickelte sich in den Folgejahrhunderten die [[Alkonische Sprache]], eine Varietät des [[Sagroromanische Sprache|Sagroromanischen]]. |
Um 730 wurde das Alkonenreich von der iberischen Halbinsel durch mehrere Invasionen der muslimischen Ummayaden berdroht, die in Sagradien als ''[[Numerer]]'' bezeichnet wurden. Der ummayadische Feldherr [[Nais ibn Noumi]] eroberte rasch große Gebiete und nahm 735 [[Artir]] sowie 739 [[Duerez]] ein. 745 wurde der Alkonenkönig [[Rekkrik]] (Regrigo) in der Schlacht mit den Numerern getötet. Sein Reich, das '''erste Alkonenreich''', zerfiel in der Folge in zahlreiche Fürstentümer, die sich z.T. durch Tributzahlen an die numerischen Herrscher binden mussten. Das 757 gegründete Numerer-[[Emirat von Duerez]] konnte sich zeitweise über größere Teile des Alkonenreichs erstrecken. In der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts drang zudem der [[Skanten]]könig [[Roduich der Große]] nach Süden vor. | Um 730 wurde das Alkonenreich von der iberischen Halbinsel durch mehrere Invasionen der muslimischen Ummayaden berdroht, die in Sagradien als ''[[Numerer]]'' bezeichnet wurden. Der ummayadische Feldherr [[Nais ibn Noumi]] eroberte rasch große Gebiete und nahm 735 [[Artir]] sowie 739 [[Duerez]] ein. 745 wurde der Alkonenkönig [[Rekkrik]] (Regrigo) in der Schlacht mit den Numerern getötet. Sein Reich, das '''erste Alkonenreich''', zerfiel in der Folge in zahlreiche Fürstentümer, die sich z.T. durch Tributzahlen an die numerischen Herrscher binden mussten. Das 757 gegründete Numerer-[[Emirat von Duerez]] konnte sich zeitweise über größere Teile des Alkonenreichs erstrecken. In der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts drang zudem der [[Skanten]]könig [[Roduich der Große]] nach Süden vor. | ||
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Unter den alkonischen Fürsten konnten die Grafen von Oller sowie die Herzöge von Liez und Corar zeitweise überregionale Bedeutung erlangen. Erst Mitte des 9. Jahrhunderts gelang es dem westalkonischen Fürsten [[Aerich der Große|Aerich]], als ''Dux Alconum'' große Gebiete Südsagradiens unter seiner Herrschaft zu vereinen. Sein [[Königreich Liez-Corar]] gilt auch als '''zweites Alkonenreich''', zerfiel nach Aerichs Tod 882 aber wieder und wurde unter seinen Söhnen Arrigo II. und Fildrigo aufgeteilt. Erst Arrigo III. (898-915) erreichte wieder ein vergleichbar machtvolles Königtum wie Arrigo der Große. | Unter den alkonischen Fürsten konnten die Grafen von Oller sowie die Herzöge von Liez und Corar zeitweise überregionale Bedeutung erlangen. Erst Mitte des 9. Jahrhunderts gelang es dem westalkonischen Fürsten [[Aerich der Große|Aerich]], als ''Dux Alconum'' große Gebiete Südsagradiens unter seiner Herrschaft zu vereinen. Sein [[Königreich Liez-Corar]] gilt auch als '''zweites Alkonenreich''', zerfiel nach Aerichs Tod 882 aber wieder und wurde unter seinen Söhnen Arrigo II. und Fildrigo aufgeteilt. Erst Arrigo III. (898-915) erreichte wieder ein vergleichbar machtvolles Königtum wie Arrigo der Große. | ||
| − | Im 10. Jahrhundert wurde das Alkonenreich zunächst von [[Martin I. der Eroberer|Martin I. von Skanten]] und anschließend von dessen Sohn [[Philipp I. der Große|Philipp I.]] erobert. Beide erhoben Anspruch auf den Titel eines ''Rex Halconum''. [[ | + | Im 10. Jahrhundert wurde das Alkonenreich zunächst von [[Martin I. der Eroberer|Martin I. von Skanten]] und anschließend von dessen Sohn [[Philipp I. der Große|Philipp I.]] erobert. Beide erhoben Anspruch auf den Titel eines ''Rex Halconum''. Der letzte unabhängige Alkonenkönig [[Auroca]] musste sich 922 Martin I. geschlagen geben und dessen Oberherrschaft anerkennen, eine alkonische Adelskoalition unter [[Berrigo von Lemez]] unterlag 938 gegen [[Philipp I.]], der das Alkonenreich endgültig in das neue [[Königreich Sagradien]] eingliederte. |
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Aktuelle Version vom 3. November 2025, 22:41 Uhr
Das Alkonenreich, auch als Reich der Halkonen bekannt, war ein frühmittelalterliches Königreich in der südlichen Hälfte Sagradiens. Das Herrschaftsgebiet entstand zu Beginn des 5. Jahrhunderts mit dem Vorderingen der germanischen Alkonen von der iberischen Halbinsel auf die römischen Provinzen Belacionensis und Sisinia. Mit dem Einfall der Numerer um 730 n. Chr. und dem Tod Rekkriks I. 745 zerfiel das ursprüngliche Reich (erstes Alkonenreich) in mehrere Fürstentümer.
Als Nachfolgereich des ersten Alkonenreichs kann das Königreich Liez-Corar (auch zweites Alkonenreich) gelten, das unter Aerich I. im späteren 9. Jahrhundert große Teile des alten Alkonenreichs übernahm. Mit der Eingliederung des alkonischen Südens in das Königreich Sagradien unter Martin I. und Philipp I. von Skanten hörte das Alkonenreich endgültig auf zu bestehen.
Geschichte[bearbeiten]
Laut Hiernoymus gehörten Halcones neben Quaden, Vandalen, Sarmaten, Alanen, Gepiden und anderen zu den germanischen Stämmen, die 406 n. Chr. den Rhein überquerten und ins römische Gallien vorstießen. Wahrscheinlich handelte es sich bei diesen Halkonen wie bei den Herkanden um eine Teilgruppe der "Suebi", die 409 n. Chr. von Gallien aus um 409 n. Chr. über die Pyrenäen auf die iberische Halbinsel vordrangen. Während sich die Suebi in Galicien niederließen und dort ein eigenes Königreich gründeten, überquerten die Alkonen und Herkanden die Straße von Benarra und stießen auf das sagradische Festland vor. Dort gründeten sie ein eigenes Königreich in den römischen Provinzen Sisinia und Belacionensis.
Als 476 der letzte weströmische Kaiser abdankte, erstreckte sich die alkonische Herrschaft bereits auf den gesamten Süden Sagradiens südlich des Liêno inklusive der der Halbinsel von Perin, der Inseln Cuentez, Nerva und Lerça im Blauen Meer sowie mehrerer Inseln im Kantabrischen Meer. Im Norden reichte das Herrschaftsgebiet der Alkonen zeitweise bis an den Golf von Fidelfe, wurde in den Folgejahrhunderten aber durch die einfallenden Skanten zurückgedrängt.
Bereits vor ihrer Ankunft in Sagradien waren die Alkonen ähnlich wie Goten, Vandalen und Suebi zum arianischen Christentum übergetreten. Nachdem die arianischen Skanten im Norden Sagradiens bereits im frühen 6. Jahrhundert die lateinisch-trinitarische Religion der romanischen Bevölkerungsmehrheit angenommen hatten, ließ sich mit dem Alkonenkönig Berrakred I. der letzte arianische Herrscher Sagradiens katholisch taufen. Auch die vulgärlateinische Sprache der Bevölkerung wurde bald von den germanischen Eliten in allen Reichsteilen angenommen. Aus ihr entwickelte sich in den Folgejahrhunderten die Alkonische Sprache, eine Varietät des Sagroromanischen.
Um 730 wurde das Alkonenreich von der iberischen Halbinsel durch mehrere Invasionen der muslimischen Ummayaden berdroht, die in Sagradien als Numerer bezeichnet wurden. Der ummayadische Feldherr Nais ibn Noumi eroberte rasch große Gebiete und nahm 735 Artir sowie 739 Duerez ein. 745 wurde der Alkonenkönig Rekkrik (Regrigo) in der Schlacht mit den Numerern getötet. Sein Reich, das erste Alkonenreich, zerfiel in der Folge in zahlreiche Fürstentümer, die sich z.T. durch Tributzahlen an die numerischen Herrscher binden mussten. Das 757 gegründete Numerer-Emirat von Duerez konnte sich zeitweise über größere Teile des Alkonenreichs erstrecken. In der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts drang zudem der Skantenkönig Roduich der Große nach Süden vor.
Unter den alkonischen Fürsten konnten die Grafen von Oller sowie die Herzöge von Liez und Corar zeitweise überregionale Bedeutung erlangen. Erst Mitte des 9. Jahrhunderts gelang es dem westalkonischen Fürsten Aerich, als Dux Alconum große Gebiete Südsagradiens unter seiner Herrschaft zu vereinen. Sein Königreich Liez-Corar gilt auch als zweites Alkonenreich, zerfiel nach Aerichs Tod 882 aber wieder und wurde unter seinen Söhnen Arrigo II. und Fildrigo aufgeteilt. Erst Arrigo III. (898-915) erreichte wieder ein vergleichbar machtvolles Königtum wie Arrigo der Große.
Im 10. Jahrhundert wurde das Alkonenreich zunächst von Martin I. von Skanten und anschließend von dessen Sohn Philipp I. erobert. Beide erhoben Anspruch auf den Titel eines Rex Halconum. Der letzte unabhängige Alkonenkönig Auroca musste sich 922 Martin I. geschlagen geben und dessen Oberherrschaft anerkennen, eine alkonische Adelskoalition unter Berrigo von Lemez unterlag 938 gegen Philipp I., der das Alkonenreich endgültig in das neue Königreich Sagradien eingliederte.