Maria I.: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Sagradien
Zur Navigation springenZur Suche springen
 
(34 dazwischenliegende Versionen von 11 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
'''Maria I. Luisa''' (*1702, †1735) war regierende [[König von Sagradien|Königin von Sagradien]] (1723-1735) sowie als Ehefrau [[Johann III.|Johanns III. von Cuentez]] auch Königin von Cuentez. Sie wurde als Tochter König [[Danadier II.|Danadiers II.]] 1723 nach dem Sturz ihres Onkels [[Peter II.]] und dem zweijährigen Interregnum der so genannten [[Erste Sagradische Republik|Ersten Republik]] von den sagradischen [[Generalstände]]n zur Königin erhoben und regierte fortan bis zu ihrem Tod gemeinsam mit ihrem Mann Johann Franz, dem König von Cuentez.
+
[[Bild:ElisabethChristineBraunschweigBevern.jpg|250px|thumb]]
  
Dona María Luísa de Sántori wurde 1702 als zweitälteste Tochter des sagradischen Königs [[Danadier II.]] und dessen wittelsbachischer Ehefrau Maria Anna von Bayern geboren. Als Tochter war Maria nicht zur Thronfolge auserkoren. Stattdessen galt nach dessen Geburt im Jahr 1710 ihr jüngerer Bruder [[Joán Danadier]] als Präsumptiverbe der Krone und erhielt den traditionellen Thronfolgertitel eines [[Prinz von Sarmay|Prinzen von Sarmay]]. Als Maria elf Jahre alt war, begann der gewaltsame Aufstand der so gennanten ''[[Coalicionárioes]]'' gegen ihren Vater den König, der später als ''[[Sagradischer Bürgerkrieg]]'' bekannt wurde. Während dieser Jahre hielt sich Maria an wechselnden Orten auf, u.a. am Hof ihres Großvaters Maximilian II. Emanuel von Bayern, wo sie auch mit dessen Sohn Karl Albrecht, dem späteren römisch-deutschen Kaiser, verlobt wurde.  
+
'''Maria I. Luisa''' (*1708, †1748) war regierende [[König von Sagradien|Königin von Sagradien]] (1730-1748) sowie als Ehefrau [[Johann Franz|Johanns III. von Cuentez]] auch [[Fürstentum Cuentez|Fürstin von Cuentez]] (1727-1748). Sie wurde als Tochter König [[Danadier II.|Danadiers II.]] nach dessen Sturz und dem siebenjährigen Interregnum der so genannten [[Erste Sagradische Republik|Ersten Republik]] von den sagradischen [[Generalstände]]n zur Königin erhoben. Bis zu seinem Tod 1745 regierte sie das Land gemeinsam mit ihrem Mann [[Johann Franz]].
  
Nach dem Tod ihres Vaters Danadier 1721 folgte ihr Onkel [[Peter II.]] auf den Thron, der jedoch bereits nach kurzer Zeit von einer wütenden Menge in der ''[[Aufstand vom 23. Mai 1723|Maiblutnacht 1723]]'' ermordet wurde. In der Folge kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Großen des Reichs um die mögliche Nachfolge des getöteten Königs. Danadiers und Peters jüngerer Bruder [[Filipe Carles de Viça]] beanspruchte nun zwar den Thron, stand aber für eine Fortführung des Kriegs gegen die ''Coalicionárioes'', die er als Verräter erblickte, die nun aber die Macht in Sagradien innehatten. Als Gegenkandidaten trugen die Stände 1722 zunächst Marias älterer Schwester Isabela und ihrem Ehemann Großherzog [[Ludwig Philipp II. von Servette]] aus einer Seitenlinie der [[Sántori]] die Krone an. Diese starb aber noch im Jahr 1722, ehe sie die Herrschaft antreten konnte, sodass nun Maria als nächste Kandidatin aufstieg.  
+
=== Kindheit und Jugend ===
 +
Dona María Luísa de Sántori wurde 1708 als Tochter des sagradischen Königs [[Danadier II.]] und dessen wittelsbachischer Ehefrau Maria Anna von Bayern geboren. Als jüngere Tochter war Maria nicht zur Thronfolge auserkoren. Stattdessen galt ihr zwei Jahre jüngerer Bruder [[Joán Danadier]] als Präsumptiverbe der Krone und erhielt den traditionellen Thronfolgertitel eines [[Prinz von Sarmay|Prinzen von Sarmay]].  
  
Da diese trotz ihrer Verlobung mit dem Bayernprinzen noch immer unverheiratet war, konnten die Stände nun auch Einfluss auf ihren potenziellen Gatten nehmen. Die Verlobung mit Karl Albrecht wurde gelöst und Maria sollte nun ihren entfernten Vetter [[Johann III.|Johann Franz von Sántori]], den regierenden [[König von Cuentez]] und [[Conte von Tulis]], und Unterstützer der sagradischen Coalicionárioes ehelichen. Damit wurde das Ziel verfolgt, die beiden königlichen Linien des Hauses Sántori wieder zusammenzuführen. Obwohl sich Johann und Maria zuvor nur als Kinder gesehen hatten, willigten beide in die Ehe ein und es kam im Juli in [[Semess]] zur feierlichen Hochzeit zwischen dem König von Cuentez und der ''Pricipesa-Infante''. Nachdem beide einen Eid auf die [[Codices Magna]] der Stände geleistet hatten, bestiegen sie in der traditionellen Krönungsstadt [[Noyar]] gemeinsam den Thron.  
+
Als Maria fünf Jahre alt war, begann der gewaltsame Aufstand der so gennanten ''[[Coalicionáriœs]]'' gegen ihren Vater den König, der später als ''[[Sagradischer Bürgerkrieg]]'' bekannt wurde. Während dieser Jahre hielt sich Maria an wechselnden Orten auf, u.a. am Hof ihres Großvaters Maximilian II. Emanuel von Bayern.  
  
Auch in der Folge musste sich das Paar jedoch noch gegen die Herrschaftsansprüche von Marias Onkels Filipe Carles erwehren. Auch nach dem militärischen Sieg gegen den Herzog von Viça blieben die ''Filipecarlistas'', die sich selbst als ''Legitimistas'' bezeichneten, ein potenzieller Gefahrenherd des Königtums.  
+
=== Absetzung Danadiers II. ===
 +
Die Absetzung ihres Vaters Danadier im [[Generalakt vom 20. Februar 1721]] führte zur Diskussion um die Thronfolge. Nachdem ihr Bruder Joán Danadier bereits 1719 verstorben war, spielte die junge Maria als Tochter Danadiers II. eine Schlüsselstellung in den Plänen der Royalisten, das Haus Santori wieder zu inthronisieren. Sie wurde damit eine potenzielle Konkurrentin ihres Onkels [[Philipp Karl von Viça]], der von ihrem Vater als Thronfolger eingesetzt worden war, für eine absolute Königsherrschaft eintrat und damit für eine Fortführung der Bürgerkriege stand.  
  
Obwohl sich Maria und ihr Mann Johann bei ihrer Hochzeit praktisch fremd waren und trotz des Altersunterschieds von zwölf Jahren verstanden sich beide gut und erlebten eine glückliche Ehe, aus der jedoch nur zwei Kinder das erste Lebensjahr überlebten. Die älteste Tochter [[Maria II. Franziska|María Francisca]] kam 1725 auf die Welt, ihr zehn Jahre jüngerer Bruder Joán Manuel, als Prinz von Sarmay und Prinz von Cuentez Thronfolger beider Königreiche, starb mit drei Jahren.
+
Die Ernennung Maria Luisas zur [[Prinz von Sarmay|Prinzessin von Sarmay]], dem traditionellen Thronfolgertitel, im Jahr 1723, stärkte ihre Stellung im Reich, verkomplizierte aber die Friedensverhandlungen mit den Philippkarlisten, die Philipp Karls ältesten Sohn Luis Gabriel als Fürsten von Sarmay bezeichneten. In der Folge kam es zu Verhandlungen über eine mögliche Ehe Marias mit dem fünf Jahre jüngeren Luis Gabriel, die aber zu keinem Ergebnis führten.
 +
 
 +
=== Heirat und Thronbesteigung ===
 +
Im Jahr 1727 heiratete die 18-jährige Prinzessin María Luísa ihren zehn Jahre älteren Großvetter [[Johann Franz|Johann Franz, Fürst von Cuentez]]. Die Ehe mit dem Sántori-Prinzen, der seit 1723 zugleich als Prinzregent der Republik fungierte, war ein wichtiger Weg zur Wiedereinführung der Monarchie. María Luísa war fortan als [[Fürst von Cuentez|Fürstin von Cuentez]] [[Fürst von Sarmay|und Sarmay]] bekannt und stand gemeinsam mit ihrem Mann in einer monarchenähnlichen Stellung an der Spitze des sagradischen Staatswesens.
 +
 
 +
Drei Jahre später erfolgte auch offiziell die Rückkehr zum Königtum. Am 6. Januar 1730 wurde Maria Luisa als Maria I. zur Königin von Sagradien erhoben, nachdem sie einen Eid auf die [[Codices Magni Libertatum]] geleistet hatte. Ihre feierliche Krönung galt als symbolisches Ende der Bürgerkriege und als Aussöhnung zwischen Royalisten und Anhängern einer Ständeherrschaft. 
 +
 
 +
=== Königtum ===
 +
In der praktischen Politik überließ Maria ihrem Mann die Führung, der als Mitregent eingesetzt worden war. Obwohl Johann Franz weitgehend die Regierungsgeschäfte führte, behielt Maria großen Einfluss und wirkte zumindest für einige Jahre als echte Mitregentin. Ebenso wie ihr Mann förderte sie Künste und Wissenschaften und die Philosophie der Aufklärung. 
 +
 
 +
Auch privat führten beide eine glückliche Ehe, aus der jedoch nur drei Kinder das erste Lebensjahr überlebten. Die älteste Tochter [[Maria II. Franziska|María Francisca]] kam 1729 auf die Welt, ihr 1735 geborener jüngerer Bruder Joán Manuel Gabriel, als [[Prinz von Sarmay]] und Erb[[prinz von Cuentez]] Thronfolger beider Königreiche, starb 1738. 1745 kam mit dem Sohn [[David II.|David Johann]] ein neuer Thronfolger auf die Welt, sein Vater Johann Franz war nur wenige Monate zuvor verstorben.
 +
 
 +
=== Lebensende und Nachfolge ===
 +
Nach dem Tod Johann Franz' führte Maria gemeinsam mit einem Staatsrat der Generalstände die Regierungsgeschäfte, ehe sie 1748 starb. Ihr folgte ihr dreijähriger Sohn [[David II.]] auf den Thron, ehe mit Marias und Johanns Tochter [[Maria II. Franziska]] 1753 die letzte Santori-Monarchin nachfolgte.
 +
 
 +
[[Kategorie: Herrscherin]]
 +
[[Kategorie: König von Sagradien]]
 +
[[Kategorie: Königin von Sagradien]]
 +
[[Kategorie: Santori]]

Aktuelle Version vom 11. November 2025, 22:59 Uhr

ElisabethChristineBraunschweigBevern.jpg

Maria I. Luisa (*1708, †1748) war regierende Königin von Sagradien (1730-1748) sowie als Ehefrau Johanns III. von Cuentez auch Fürstin von Cuentez (1727-1748). Sie wurde als Tochter König Danadiers II. nach dessen Sturz und dem siebenjährigen Interregnum der so genannten Ersten Republik von den sagradischen Generalständen zur Königin erhoben. Bis zu seinem Tod 1745 regierte sie das Land gemeinsam mit ihrem Mann Johann Franz.

Kindheit und Jugend[bearbeiten]

Dona María Luísa de Sántori wurde 1708 als Tochter des sagradischen Königs Danadier II. und dessen wittelsbachischer Ehefrau Maria Anna von Bayern geboren. Als jüngere Tochter war Maria nicht zur Thronfolge auserkoren. Stattdessen galt ihr zwei Jahre jüngerer Bruder Joán Danadier als Präsumptiverbe der Krone und erhielt den traditionellen Thronfolgertitel eines Prinzen von Sarmay.

Als Maria fünf Jahre alt war, begann der gewaltsame Aufstand der so gennanten Coalicionáriœs gegen ihren Vater den König, der später als Sagradischer Bürgerkrieg bekannt wurde. Während dieser Jahre hielt sich Maria an wechselnden Orten auf, u.a. am Hof ihres Großvaters Maximilian II. Emanuel von Bayern.

Absetzung Danadiers II.[bearbeiten]

Die Absetzung ihres Vaters Danadier im Generalakt vom 20. Februar 1721 führte zur Diskussion um die Thronfolge. Nachdem ihr Bruder Joán Danadier bereits 1719 verstorben war, spielte die junge Maria als Tochter Danadiers II. eine Schlüsselstellung in den Plänen der Royalisten, das Haus Santori wieder zu inthronisieren. Sie wurde damit eine potenzielle Konkurrentin ihres Onkels Philipp Karl von Viça, der von ihrem Vater als Thronfolger eingesetzt worden war, für eine absolute Königsherrschaft eintrat und damit für eine Fortführung der Bürgerkriege stand.

Die Ernennung Maria Luisas zur Prinzessin von Sarmay, dem traditionellen Thronfolgertitel, im Jahr 1723, stärkte ihre Stellung im Reich, verkomplizierte aber die Friedensverhandlungen mit den Philippkarlisten, die Philipp Karls ältesten Sohn Luis Gabriel als Fürsten von Sarmay bezeichneten. In der Folge kam es zu Verhandlungen über eine mögliche Ehe Marias mit dem fünf Jahre jüngeren Luis Gabriel, die aber zu keinem Ergebnis führten.

Heirat und Thronbesteigung[bearbeiten]

Im Jahr 1727 heiratete die 18-jährige Prinzessin María Luísa ihren zehn Jahre älteren Großvetter Johann Franz, Fürst von Cuentez. Die Ehe mit dem Sántori-Prinzen, der seit 1723 zugleich als Prinzregent der Republik fungierte, war ein wichtiger Weg zur Wiedereinführung der Monarchie. María Luísa war fortan als Fürstin von Cuentez und Sarmay bekannt und stand gemeinsam mit ihrem Mann in einer monarchenähnlichen Stellung an der Spitze des sagradischen Staatswesens.

Drei Jahre später erfolgte auch offiziell die Rückkehr zum Königtum. Am 6. Januar 1730 wurde Maria Luisa als Maria I. zur Königin von Sagradien erhoben, nachdem sie einen Eid auf die Codices Magni Libertatum geleistet hatte. Ihre feierliche Krönung galt als symbolisches Ende der Bürgerkriege und als Aussöhnung zwischen Royalisten und Anhängern einer Ständeherrschaft.

Königtum[bearbeiten]

In der praktischen Politik überließ Maria ihrem Mann die Führung, der als Mitregent eingesetzt worden war. Obwohl Johann Franz weitgehend die Regierungsgeschäfte führte, behielt Maria großen Einfluss und wirkte zumindest für einige Jahre als echte Mitregentin. Ebenso wie ihr Mann förderte sie Künste und Wissenschaften und die Philosophie der Aufklärung.

Auch privat führten beide eine glückliche Ehe, aus der jedoch nur drei Kinder das erste Lebensjahr überlebten. Die älteste Tochter María Francisca kam 1729 auf die Welt, ihr 1735 geborener jüngerer Bruder Joán Manuel Gabriel, als Prinz von Sarmay und Erbprinz von Cuentez Thronfolger beider Königreiche, starb 1738. 1745 kam mit dem Sohn David Johann ein neuer Thronfolger auf die Welt, sein Vater Johann Franz war nur wenige Monate zuvor verstorben.

Lebensende und Nachfolge[bearbeiten]

Nach dem Tod Johann Franz' führte Maria gemeinsam mit einem Staatsrat der Generalstände die Regierungsgeschäfte, ehe sie 1748 starb. Ihr folgte ihr dreijähriger Sohn David II. auf den Thron, ehe mit Marias und Johanns Tochter Maria II. Franziska 1753 die letzte Santori-Monarchin nachfolgte.