David Pizarro Cordês: Unterschied zwischen den Versionen

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'''David Pizarro-Cordês''' (*1881, †1960) war ein [[Sagradien|sagradischer]] Diplomat, Politiker und Staatspräsident. Er war mehrmals sagradischer [[Außenminister]] und 1946-1949 erster Generalsekretär der Vereinten Nationen. Von 1950 bis 1955 amtierte er als erster direkt gewählter [[Präsident der Sagradischen Republik]].
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'''David Leonel Pizarro Cordês''' (*1901, †1980) war ein [[Sagradien|sagradischer]] Diplomat, Staatsmann und Politiker ([[PRR]], später parteilos). Er war von 1955 bis 1959 [[Außenminister]] Sagradiens und von 1960 bis 1965 Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen. [[Präsidentschaftswahl in Sagradien 1965|1965]] wurde er zum dreizehnten [[Präsident der Sagradischen Republik|Präsidenten der Sagradischen Republik]] gewählt und diente eine fünfjährige Amtszeit. Er war der bis heute letzte Amtsinhaber, der weder der sozialistischen [[ASUL]] noch der konservativen [[PPC]] angehörte.
  
=== Karriere als Diplomat und Außenpolitiker ===
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==== Karriere ====
David Pizarro-Cordês studierte Jura und schlug danach eine diplomatische Karriere ein, dank derer er in den Zwanziger Jahren als sagradischer Botschafter u.a. in Madrid und London in die Riege der bedeutendsten sagradischen Diplomaten aufstieg. Dazwischen (im [[Kabinett Domingues-Francês]] 1931-1932) fungierte er als Staatsssekretär im Außenministerium. In der [[Kabinett Dini I|Regierung Dini I]] wurde Pizarro Cordês 1936 zum ersten Mal zum [[Außenminister]] berufen, ehe er von den siegreichen Volksfrontparteien als Botschafter nach Paris entstandt wurde. 1940 wechselte Pizarro Cordês auf den Botschafterposten in Washington. Nach Eintritt Sagradiens in den Zweiten Weltkrieg wurde Pizarro Cordês schließlich Ende 1941 erneut von [[Sergio Dini]] als [[Außenminister]] in dessen [[Kabinett Dini II|Regierung]] berufen. In dieser Funktion verblieb er auch nach Kriegsende.
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===== Diplomat und Minister =====
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Nach einer erfolgreichen Karriere im diplomatischen Dienst der [[Sagradischen Republik]] wurde Pizarro Cordês 1955 zum [[Außenminister]] in der [[Kabinett Luciaro V|Regierung Luciaro]] berufen. In diesem Amt führte er 1955 die Verhandlungen zwischen [[Sagradien]] und [[Mikolinien]] über die [[Golenverträge|Verträge von Alágua und Pexace]] erfolgreich zum Abschluss. Das 1956 als Ergänzung zu den Golenverträgen zwischen beiden Staaten geschlossene [[Abkommen von Plato]] über den Status von [[Cuentez]] geht ebenfalls wesentlich auf das Wirken des Außenministers zurück. 1957 unterzeichnete Pizarro Cordês für Sagradien die Römischen Verträge, die die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft begründeten.  
  
=== Vereinte Nationen ===
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===== Vereinte Nationen =====
Als sagradischer [[Außenminister]] setzte sich Pizarro Cordês für die Gründung der Vereinten Nationen ein und vertrat Sagradien als erster Botschafter bei den UN in New York. Im Februar 1946 wurde Pizarro Cordês schließlich von der Vollversammlung der UN zum ersten Generalsekretär der Vereinten Nationen gewählt.  
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Mit dem Kabinettswechsel 1959 vom [[Kabinett Luciaro VII]] zum [[Kabinett Favale I]] wurde Pizarro im Außenministerium von [[Roberto Helguerra]] abgelöst. Stattdessen wurde Pizarro zum Botschafter Sagradiens bei den Vereinten Nationen berufen.  
  
Nachdem sich der Kalte Krieg zunehmend verschärfte, trat Pizarro Cordês 1949 vorzeitig von seinem Amt zurück und übergab es dem Norweger Trygve Lie.
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Im November 1960 wurde Pizarro als erster Sagradier zum Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen berufen. Er folgte in diesem Amt dem Schweizer August R. Lindt nach. Er blieb viereinhalb Jahre lang im Amt.
  
=== Präsident der Republik ===
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===== Präsidentschaft =====
Nach dem Ende der Amtszeit [[Sergio Dini]]s als Präsident der Republik nominierte der [[Partíu Radical]] Pizarro Cordês als Kandidat. Bei der [[Präsidentschaftswahl 1950|ersten Direktwahl zum Präsidentenamt im Frühjahr 1950]] qualifizierte sich Pizarro Cordês im ersten Wahlgang mit 27 Prozent der Stimmen als Zweiter für die Stichwahl. Hier erreichte er einen Stimmenanteil von 58 Prozent. Der zu diesem Zeitpunkt 68-Jährige folgte damit Sergio Dini als erster direkt gewählter Präsident ins höchste Staatsamt.
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Nach dem Tod von [[Paulo Luciaro]] wurde Pizarro bei der [[Präsidentschaftswahl 1965]] als Kandidat der [[Kabinett Del Pérez I|Regierungsparteien]] zum [[Präsidenten der Sagradischen Republik]] gewählt. Nachdem er im ersten Wahlgang noch auf dem zweiten Platz gelegen hatte, konnte er sich in der Stichwahl knapp gegen den [[PPC]]-Kandidaten [[Carles María Ortega]] behaupten.  
  
Als Präsident der Republik führte Pizarro Cordês v.a. seine außenpolitischen Bemühungen um Verständigung und Versöhnung unter den Völkern Europas fort. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Sergio Dini musste er innenpolitisch nur wenig aktiv werden und überließ die politische Führung dem Ministerpräsidenten [[Paulo Luciaro]], dessen Europapolitik er als überzeugter europäischer Föderalist jedoch ausdrücklich unterstützte. Mehr noch als sein parteiloser Vorgänger Dini prägte Pizarro das Rollenmodell des sagradischen Staatspräsidenten und verlieh ihm - von der Verfassung so nicht vorgesehen - eine zurückhaltende und eher repräsentative Stellung. Er sah sich v.a. als Vertreter seines Landes im Ausland und als unparteiische Institution im Innern, die nur dann einschreiten müsse, wenn es zu einer innenpolitischen Krise käme. Nach Ablauf seiner fünfjährigen Amtszeit verzichtete Pizarro Cordês auf eine neuerliche Kandidatur, nachdem die regierenden Christdemokraten bereits die Kandidatur des beliebten Senatspräsidenten [[Fernando de la Roya]] angekündigt hatten, der ihm schließlich auch im Amt nachfolgte.
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Als Staatspräsident hob sich der Diplomat Pizarro Cordês von seinem Vorgänger [[Paulo Luciaro]] durch einen zurückhaltenden und überparteilichen Stil aus, der das Amt nachhaltig prägte. Dennoch war seine Amtszeit von mehreren Regierungskrisen geprägt, in denen er handeln musste. Nachdem die Mitte-Links-Koalition aus Sozialisten, Liberalen und Radikalen 1967 ihre Mehrheit verloren hatte, setzte er zunächst [[Parlamentswahl 1967|Neuwahlen]] an und ernannte anschließend den Wahlsieger [[Carles Favale]] zum Regierungschef. In den Regierungskrisen 1968 und 1969 drängte er die Parteien zu einem besonnenen Handeln und ernannte schließlich im Januar 1970 den Liberalen [[Carles Méndez-León]] zum [[Ministerpräsident]]en einer bürgerlichen Koalitionsregierung.  
  
=== Leben nach der Präsidentschaft ===
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Von den Regierungskrisen sichtlich abgeschreckt, verzichtete Pizarro Cordês bei der [[Präsidentschaftswahl 1970|Präsidentschaftswahl im April 1970]] auf eine Wiederwahl.
Nach seiner Präsidentschaft kehrte Pizarro Cordês in den Senat zurück, wo er weiterhin dem außenpolitischen Ausschuss angehörte. Als engagierter Förderer der Europäischen Einigung wurde er 1957 zum Präsidenten der sagradischen Sektion der Europäischen Föderalistischen Union ([[UEF Sagradia]]) gewählt, der er bis zu seinem Tod 1960 vorstand.
 
  
=== Karrierestationen ===
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===== Nach der Präsidentschaft =====
* 1925-1931 sagradischer Botschafter in Madrid
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Nach seiner Präsidentschaft gehörte Pizarro Cordês dem sagradischen [[Senat]] an, wo er im außenpolitischen Ausschuss saß. Als engagierter Förderer der Europäischen Einigung wurde er 1972 zum Präsidenten der sagradischen Sektion der Europäischen Föderalistischen Union ([[UEF Sagradia]]) gewählt, der er bis zu seinem Tod 1980 vorstand.
* 1931-1932 Staatssekretär im [[Außenministerium]]
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* 1932-1936 sagradischer Botschafter in London
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==== Politische Ämter ====
* 1-5/1936 Außenminister im [[Kabinett Laponte IV]]
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* 1953-1955: Staatssekretär im [[Außenministerium]]
* 1936-1940 sagradischer Botschafter in Paris
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* 1955-1959: [[Außenminister]] im [[Kabinett Luciaro V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]
* 1940-1941 sagradischer Botschafter in Washington
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* 1959-1960: Vertreter Sagradiens bei den Vereinten Nationen
* 1941-1945 Außenminister in den Regierungen [[Kabinett Dini II|Dini II]] und [[Kabinett Dini III|III]] und [[Kabinett Saviola III|Saviola III]]
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* 1960-1965: Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen
* 1945-1946 Vertreter Sagradiens bei den Vereinten Nationen
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* 1965-1970: [[Präsident der Sagradischen Republik]]
* 1946-1949 Generalsekretär der Vereinten Nationen  
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* 1972-1980: Präsident der [[UEF Sagradia]]
* 1950-1955 [[Präsident der Sagradischen Republik]]
 
* 1957-1960 Präsident der [[UEF Sagradia]]
 
  
 
[[Kategorie: Präsident der Sagradischen Republik|Pizarro Cordês]]
 
[[Kategorie: Präsident der Sagradischen Republik|Pizarro Cordês]]
 
[[Kategorie: Außenminister Sagradiens|Pizarro Cordês]]
 
[[Kategorie: Außenminister Sagradiens|Pizarro Cordês]]
 
[[Kategorie: Politiker des PRR|Pizarro Cordês]]
 
[[Kategorie: Politiker des PRR|Pizarro Cordês]]

Aktuelle Version vom 12. Januar 2025, 00:43 Uhr

JeanLecanuet2.jpg

David Leonel Pizarro Cordês (*1901, †1980) war ein sagradischer Diplomat, Staatsmann und Politiker (PRR, später parteilos). Er war von 1955 bis 1959 Außenminister Sagradiens und von 1960 bis 1965 Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen. 1965 wurde er zum dreizehnten Präsidenten der Sagradischen Republik gewählt und diente eine fünfjährige Amtszeit. Er war der bis heute letzte Amtsinhaber, der weder der sozialistischen ASUL noch der konservativen PPC angehörte.

Karriere[bearbeiten]

Diplomat und Minister[bearbeiten]

Nach einer erfolgreichen Karriere im diplomatischen Dienst der Sagradischen Republik wurde Pizarro Cordês 1955 zum Außenminister in der Regierung Luciaro berufen. In diesem Amt führte er 1955 die Verhandlungen zwischen Sagradien und Mikolinien über die Verträge von Alágua und Pexace erfolgreich zum Abschluss. Das 1956 als Ergänzung zu den Golenverträgen zwischen beiden Staaten geschlossene Abkommen von Plato über den Status von Cuentez geht ebenfalls wesentlich auf das Wirken des Außenministers zurück. 1957 unterzeichnete Pizarro Cordês für Sagradien die Römischen Verträge, die die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft begründeten.

Vereinte Nationen[bearbeiten]

Mit dem Kabinettswechsel 1959 vom Kabinett Luciaro VII zum Kabinett Favale I wurde Pizarro im Außenministerium von Roberto Helguerra abgelöst. Stattdessen wurde Pizarro zum Botschafter Sagradiens bei den Vereinten Nationen berufen.

Im November 1960 wurde Pizarro als erster Sagradier zum Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen berufen. Er folgte in diesem Amt dem Schweizer August R. Lindt nach. Er blieb viereinhalb Jahre lang im Amt.

Präsidentschaft[bearbeiten]

Nach dem Tod von Paulo Luciaro wurde Pizarro bei der Präsidentschaftswahl 1965 als Kandidat der Regierungsparteien zum Präsidenten der Sagradischen Republik gewählt. Nachdem er im ersten Wahlgang noch auf dem zweiten Platz gelegen hatte, konnte er sich in der Stichwahl knapp gegen den PPC-Kandidaten Carles María Ortega behaupten.

Als Staatspräsident hob sich der Diplomat Pizarro Cordês von seinem Vorgänger Paulo Luciaro durch einen zurückhaltenden und überparteilichen Stil aus, der das Amt nachhaltig prägte. Dennoch war seine Amtszeit von mehreren Regierungskrisen geprägt, in denen er handeln musste. Nachdem die Mitte-Links-Koalition aus Sozialisten, Liberalen und Radikalen 1967 ihre Mehrheit verloren hatte, setzte er zunächst Neuwahlen an und ernannte anschließend den Wahlsieger Carles Favale zum Regierungschef. In den Regierungskrisen 1968 und 1969 drängte er die Parteien zu einem besonnenen Handeln und ernannte schließlich im Januar 1970 den Liberalen Carles Méndez-León zum Ministerpräsidenten einer bürgerlichen Koalitionsregierung.

Von den Regierungskrisen sichtlich abgeschreckt, verzichtete Pizarro Cordês bei der Präsidentschaftswahl im April 1970 auf eine Wiederwahl.

Nach der Präsidentschaft[bearbeiten]

Nach seiner Präsidentschaft gehörte Pizarro Cordês dem sagradischen Senat an, wo er im außenpolitischen Ausschuss saß. Als engagierter Förderer der Europäischen Einigung wurde er 1972 zum Präsidenten der sagradischen Sektion der Europäischen Föderalistischen Union (UEF Sagradia) gewählt, der er bis zu seinem Tod 1980 vorstand.

Politische Ämter[bearbeiten]