Johann Franz: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Lukas I.''' (von Sagradien), (*1687; †1744), [[König von Cuentez]] (1713-1744) und [[König von Sagradien]] (1723-1744). Erster König nach dem [[Sagradischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg]] und dem [[Erste Republik|republikanischen Intermezzo]].
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'''Johann Franz von Santori''' (''Joán Francès de Sántori'', *1698, †1745) war als '''Johann III.''' [[Fürst von Cuentez]] (1725-1745) und als Ehemann von [[Maria I.]] ''jure uxoris'' [[Fürst von Sarmay]] (1727-1730) und [[König von Sagradien]] (1730-1745). Als solcher war er als '''Johann V.''' bekannt.
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Ein führender Akteur in den [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkriegen]], fungierte Johann Franz von 1723 bis 1730 als ''Prinzregent'' der [[Erste Sagradische Republik|Sagradischen Republik]] und ebnete als solcher den Weg zur Rückkehr zur Monarchie unter seiner Frau Maria I. Er war der Vater der Monarchen [[David II.]] und [[Maria II. Franziska]].
  
 
=== Kindheit und Jugend ===
 
=== Kindheit und Jugend ===
Lukas wurde 1687 im sagradischen [[Carravil de Nadal]] als Sohn von [[Don Fernando de Diegue|Prinz Fernando von Cuentez]] und Carlota de Sesín geboren. Er wuchs zunächst am Hof des sagradischen Königs [[Gabriel VII.]] in [[Semess]] auf. 1699 wurde sein Urgroßvater [[Manuel I. von Cuentez|Manuel I. der Alte]] in hohem Alter von 75 Jahren [[König von Cuentez]] und [[Conte von Tulis]], sein Vater erhielt den Titel eines Vizegrafen von Diegue, sein Onkel [[Maximilian II. von Cuentez|Maximilian]] den traditionellen Thronfolgertitel eines [[Prinz von Cuentez|Prinzen von Cuentez]]. Lukas zog nun nach [[Tulis]], wo er als königlicher Prinz erzogen wurde. Im Jahr 1701 starb Manuel der Alte im Alter von 77 Jahren und übergab die Herrschaft an seinen Enkel [[Maximilian II. von Cuentez|Maximilian II.]], den älteren Bruder Fernandos und Onkel Lucas. 1706 nahm Luca de Nadal seine erste Gattin Prinzessin Maria von Micolinien zur Frau nahm. Die 26-jährige Maria hatte bereits eine Ehe mit dem verstorbenen polnischen König [[Francesco de Piacone|Franz I.]], als ''Francesco de Piacone'' Herzog von Massa und Carrara, hinter sich, als sie den vier Jahr jüngeren Luca de Nadal heiratete, der aufgrund der Kinderlosigkeit Maximilians I. als Präsumptiverbe der cuentesischen Krone galt. Die Ehe blieb jedoch unglücklich und kinderlos.
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Joán Francès de Sántori wurde 1698 im sagradischen [[Carravil de Nadal]] als Sohn von [[Maximilian II. von Cuentez|Prinz Maximilian Franz von Cuentez]], dem Grafen von Nadal, und Carlota de Sesín geboren. Väterlicherseits war Johann Franz ein Urenkel [[Manuel von Cuentez|Manuels von Nadal]], seit 1699 Fürst von Cuentez, und [[Gabriel VI.|Gabriels VI. von Sagradien]]. Mütterlicherseits war er ein Enkel von Herzog [[Ludwig Philipp III. von Sessin]] und Urenkel von [[Gabriel VII. von Sagradien]].
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Der Santoriprinz wuchs zunächst am Hof seines Großonkels, dem sagradischen König [[Danadier II.]], in [[Semest]] auf, wo auch sein Onkel [[Joseph-August von Sessin]] weilte. Zunächst aus einer Nebenlinie der cuentezischen Sántori stammend, war Johann Franz ein Jahr alt, als sein Urgroßvater [[Manuel von Cuentez|Manuel der Alte]] in hohem Alter von 78 Jahren das [[Fürstentum Cuentez]] erbte. Im Jahr 1701 starb Manuel der Alte und übergab den Fürstentitel an Johanns Vater [[Maximilian II. von Cuentez|Maximilian II.]]. Johann Franz erbte nun die Titel eines Erbprinzen von Cuentez und Grafen von Asterre.
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=== Koalitionskrieg ===
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Seit 1706/7 stand Sagradien im Spanischen Erbfolgekrieg zunehmend auf verlorenem Posten. Der Krieg, in dem Maximilian II. für den sagradischen König [[Danadier II.]] kämpfte, entwickelte sich für den sagradischen König zu einem Desaster und mündete unmittelbar in den [[Sagradischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg der Koalition]], in dem Maximilian II. das Ständeheer der antiroyalistischen "[[Coalicionariœs]]" unterstützte.
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Als Prinz des Hauses Sántori beteiligte sich der junge Johann Franz aktiv im Krieg gegen die Royalisten, der mit der Gefangennahme Danadiers II. 1718 vorerst beendet wurde. Als Mitglied der neu einberufenen Ständeversammlung gehörte Johann Franz danach zu den Anhängern eines ''Regimen Mixtum et Moderatum'', das eine Mitherrschaft der Stände an der königlichen Regierung vorsah, eine weitere Radikalisierung der Ereignisse aber ablehnte.
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Vor dem Hintergrund der revolutionären Ereignisse des Jahres 1721 – der Absetzung Danadiers II. und des Aufstandes der radikalen Republikaner gegen die Ständeherrschaft – stellte sich Johann Franz gegen die radikalen Republikaner unter Führung von [[Simón Bernord]] und war als Heerführer an der Belagerung [[Semest]]s im Herbst 1721 beteiligt. Als deutlich wurde, dass eine friedliche Einigung mit dem im Exil befindlichen Bruder Danadiers II. Herzog [[Philipp Karl von Viça]] an dessen Weigerung scheitern würde, das ständische Kondominium zu akzeptieren, rückte Erbprinz Johann Franz in eine Schlüsselstellung und erhielt den Oberbefehl über das Ständeheer.
  
=== Thronbesteigung und Koalitionskrieg ===
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=== Prinzregentschaft ===
Lukas trat im selben Jahr aufseiten Großbritanniens in den Spanischen Erbfolgekrieg ein und geriet damit in Gegensatz zum sagradischen König [[Danadier II.]]. Nach dem Tod Maximilians II. im Jahr 1713 wurde Lukas selbst König von Cuentez und Graf von Tulis. Während die europäischen Mächte in Utrecht Frieden schlossen, gingen die Kämpfe zwischen Sagradien und Cuentez weiter, die sich zum sagradischen Bürgerkrieg ausweiteten, als sich die sagradische Adelsopposition der so genannten "[[Coalicionarioes]]" unter den Schutz Lukas' I. stellten und dem regierenden Danadier II. den Krieg erklärten. Lukas versprach sich vor allem Gebietsgewinne entlang der Blaumeerküste sowie eine neue sagradisch-cuentezische Allianz gegen die Hegemonie der Bourbonenstaaten Frankreich und Spanien und Schutz gegen Micolinien. Mit einem propagandistischen Großangriff in Sagradien versuchte er die Sympathien der Bevölkerung und der königstreuen oder unentschiedenen Adligen zu erwerben.
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Während noch verhandelt wurde, rückte Philipp Karl mit einem Heer in Nordostsagradien ein. Nach seinem Sieg in der [[Schlacht bei Canar]] gelang es Johann Franz, die Philippkarlisten empfindlich zu schlagen und zurückzudrängen. Nach seinem Sieg über die Philippkarlisten wurde Johann Franz von den Generalständen zum ''Prinzregenten'' der Republik ernannt, womit er ''de facto'' an die Spitze des Staatswesens trat und eine königsähnliche Position einnahm. In den folgenden Jahren regierte er den Staat gemeinsam mit dem ''Staatsrat'' der Generalstände. Die Philippkarlistenkriege konnten schließlich 1725 beendet werden.
 
 
1717 übernahm Luca als Generalkapitän und Nachfolger von [[Alésio de Vierna]] den Oberbefehl über das Heer der Koalitionstruppen, den er 1720 an [[Filippo de Piacone]] weitergab, den Stiefsohn seiner Frau. Nach dem Ende des Bürgerkrieges schlossen die neuen Generalstände für Sagradien Frieden mit Lukas, der ausdrücklich als Freund der Nation benannt wurde. Nachdem die Stände vergeblich [[Ludwig Philipp II. von Servette|Luis Filipe von Servette]], dem Gatten der ältesten Schwster Peters II., Isabela von Sagradien, die Krone angetragen hatten, dessen Frau jedoch starb, wurde im Parlament nach einem geeigneten Gatten für die unverheiratete Prinzessin [[Maria I. Louise|María Luísa]], die jüngste, noch unverheiratete Schwester [[Peter II.|Peters II.]] gesucht, der als König von Sagradien die Monarchie restaurieren, die Stände aber anerkennen und eine Thronfolge des französischen Dauphins auch in Sagradien verhindern sollte. Schließlich fiel die Wahl auf Lukas von Cuentez, der über die nötigen militärischen Mittel verfügte, um die von [[Filipe Carles de Viça]], dem Bruder Danadiers II. und Peters II. ausgehende Gefahr einer Rückeroberung des Throns durch die Valier abzuwenden.
 
  
=== Krönung zum sagradischen König ===
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Im Jahr 1725 starb Johanns Vater [[Maximilian II. von Cuentez]] und Johann Franz erbte die cuentesische Fürstenwürde, die er feierlich entgegennahm. Seine Stellung im Reich stärkte er zusätzlich durch die 1727 vollzogene Trauung mit [[Maria I. Luise|Maria Luisa von Sagradien]], die als Tochter König [[Danadier II.|Danadiers II.]] den traditionellen Thronfolgertitel einer Prinzessin von Sarmay trug. Die Ehe war Teil des Programms, das durch die Bürgerkriege gespaltene Land zu einen und eine symbolische Aussöhnung zwischen Royalisten und Ständischen zu erreichen. Als souveräner Fürst von Cuentez und Fürstregent der Republik sowie als Fürstin von Sarmay standen Johann Franz und Maria Luise fortan als ''de facto''-Monarchenpaar an der Spitze des sagradischen Staatswesens.
Nach längeren Verhandlungen mit den Generalständen gelang es Luca auch, die Valier endgültig zu besiegen. Feierlich wurde ihm die Krone angetragen, diese sollte er aber erst nach der Hochzeit [[Maria I. Luise|María Luísa de Santori]], der Tochter König Danadiers II., sowie nach dem Schwur auf die Gesetze der Versammlung, die [[Codices Magna]], antreten. Im Juli kam es in [[Semess]] zur Hochzeit, im August schworen Luca und seine Ehefrau vor der Versammlung, die Codices Magna zu beachten und im September wurden beide in [[Noyar]] zu König Lukas I. und Königin Maria I. gekrönt. Damit war Sagradien nach zweijährigem Intermezzo wieder Königreich, doch die Stände hatten enorm an Macht gewonnen. Luca und María regierte in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie. Im Laufe ihrer Regierungszeit konnten beide jedoch den Einfluss der Cortes, die allein das Königspaar einberufen und auflösen konnte, immer mehr zugunsten der königlichen Befugnisse zurückdrängen. Außenpolitisch brach das Paar mit dem lange gepflegten Frankreich-Bündnis der späten Santori-Valier und orientierte sich zunehmend am liberalen England sowie an Österreich. 1736 schloss Sagradien mit Micolinien den [[Vertrag von Diegue]], in dem er zahlreiche Grenzkonflikte niederlegte. Im Innern förderten Luca und María Sagradiens Kultur, Wissenschaft und Handel. Luca gilt zudem als erster aufgeklärter Monarch Sagradiens. Er war begeistert von den Ideen der französischen Aufklärer und ein großer Anhänger von [[Santiago Calles]]. Zudem berief er einige Gelehrte an seinen Hof in Semess. Sein aufgeklärter Regierungsstil und sein Versuch, Sagradien durch Reformen zu modernisieren, führten mehrmals zu Spannungen mit der katholischen Kirche, die um ihre Machtstellung im Königreich fürchtete.
 
  
Luca herrschte in Cuentez als legitimer König in der Blutslinie, in Semess jedoch „nur“ als Mann seiner Ehefrau (''de iure uxoris''), welche die legitimen Thronrechte hielt. Damit war Lukas seiner Ehefrau in Tulis theoretisch voran- und in Semess untergestellt. Jedoch war zu Lebzeiten der beiden umstritten, in wiefern sich die Herrschaft Lukas’ in Sagradien auf das Erbrecht seiner Frau oder auf die Wahl der Stände gründete, die in freiem Entschluss Lukas als neuen König erwählt hatten. Als Königin María I. 1735 unmittelbar nach der Geburt des Prinzen [[Joán Manuel (Thronfolger)|Joán Manuel]] starb, wurde das Problem aktuell. Da der Thronfolger erst wenige Tage alt war, stellten sich die sagradischen Cortes auf die Position, dass Lukas I. qua Wahl durch die Stände und eigenes Blutrecht (als Urenkel [[Gabriel VI.|Gabriels VI.]]) auch nach dem Tode seiner Frau rechtmäßiger König des Landes sei. Der [[Akt von Vierna]] vereinigte die Stände von Sagradien und Tulis-Cuentez vollzog damit de facto, aber nicht de jure den Schritt von der Personal- zur Realunion. Das Königreich von Sagradien und Cuentez erklärte der Akt für untrennbar und die Codices Magna als verbindlich für das gesamte Reich.
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=== Rückkehr zum Königtum und Mitregentschaft ===
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Erfolgreicher Höhepunkt dieser Aussöhnungspolitik war die offizielle Rückkehr zur Monarchie, die am 6. Januar 1730 mit der Krönung seiner Frau [[Maria I.]] zur sagradischen Königin erreicht wurde. Zuvor hatten Maria wie auch ihr Ehemann einen Eid auf die [[Codices Magni]] leisten müssen. Damit hatte das Königreich Sagradien nach neunjährigem Intermezzo wieder ein Herrscherpaar, doch die Stände hatten enorm an Macht gewonnen.
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Johann und María regierten in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie. Johann, der landesweit als ''Prinzregent'' bekannt war, erhielt nun den Titel eines Königs und Mitregenten seiner Frau, erhielt aber keine eigenen Thronrechte. Dennoch behielt er de facto seine Position als wichtigster Machthaber, auch wenn er seine Macht mit den Ständen teilen musste.
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Außenpolitisch brach das Paar mit dem lange gepflegten Frankreich-Bündnis der späten Santori-Könige und orientierte sich zunehmend am liberalen England sowie an Österreich. Bis 1735 mussten Johann Franz und Maria immer wieder von Frankreich aus organisierte Aufstände der loyalistischen [[Philippkarlisten]] zurückschlagen. 1736 schloss Sagradien mit Mikolinien den [[Vertrag von Diegue]], in dem er zahlreiche Grenzkonflikte niederlegte. Im Innern förderten Joán Francès und María Sagradiens Kultur, Wissenschaft und Handel. Johann gilt zudem als aufgeklärter Monarch. Er war begeistert von den Ideen der französischen Aufklärer und berief einige Gelehrte an seinen Hof in Semest. Sein aufgeklärter Regierungsstil und sein Versuch, Sagradien durch Reformen zu modernisieren, führten mehrmals zu Spannungen mit der katholischen Kirche, die um ihre Machtstellung im Königreich fürchtete.
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Johann herrschte in Cuentez als de jure souveräner Fürst in der Blutslinie, in Semest jedoch „nur“ als Mann seiner Ehefrau (''jure uxoris''), welche die legitimen Thronrechte hielt. Damit war Johann seiner Ehefrau in Cuentez theoretisch voran- und in Semest untergestellt. Jedoch waren beide in der Theorie gleichberechtigte Herrscher und es blieb zu Lebzeiten der beiden umstritten, inwiefern sich die Herrschaft Johanns in Sagradien auf das Erbrecht seiner Frau oder auf die Wahl der Stände gründete, die in freiem Entschluss Johanns als neuen König erwählt hatten.
  
 
=== Nachfolgefrage ===
 
=== Nachfolgefrage ===
Gemeinsam erließen König und Stände zudem eine neue Nachfolgeregelung, welche die Codices Magna ergänzten. Darin versuchte Luca, die Nachfolge unter seinen Kindern zu regeln, musste aber den Ständen ein formales Wahlrecht einräumen. Der Tod des dreijährigen Thronfolgers im Jahr 1738 stellte das Doppelkönigreich erneut vor Nachfolgeprobleme. Gemäß der neuen Nachfolgeordnung wurde nun Lucas und Marías älteste, 1725 geborene Tochter [[Maria II. Franziska|María Francisca]] zur neuen Thronfolgerin in beiden Reichtsteilen.  
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Offen blieb im Reich auch die Nachfolgefrage, nachdem der einzige Sohn und Thronfolger Johann Manuel Gabriel, Prinz von Sarmay und Erbprinz von Cuentez, 1734 gestorben war. Daher erließ Johann Franz in Konsens mit den Ständen eine neue Nachfolgeregelung, welche die Codices Magni ergänzte. Darin versuchte Johann, die dynastische Nachfolge seiner einzig verbliebenen Tochter [[Maria II. Franziska|María Francisca]] zu bestätigen, musste aber den Ständen ein Mitspracherecht einräumen. Gemäß der neuen Nachfolgeordnung aus dem Jahr 1738 wurde die dreizehnjährige María Francisca als Thronfolgerin der sagradischen Krone bestätigt und erhielt den Titel einer [[Prinz von Sarmay|Prinzessin von Sarmay]]. Jedoch sollten die Stände nun auch bei der Wahl ihres Gatten, des zukünftigen Königs, ein Mitspracherecht erhalten.  
Als diese 1742 im Alter von 16 Jahren Lukas' Stiefsohn aus erster Ehe [[Anton II.|Antonio Raimundo de Piacone]] heiratete, musste dieser einen Eid auf die Codices Magna ableisten und wurde damit möglicher zukünftiger König an der Seite Maria Franciscas. Lukas I. starb 1744 in Semess. Seit 1740 befand sich Sagradien als Mitglied der Pragmatischen Allianz mit Österreich und Großbritannien im Krieg gegen Frankreich, Preußen und ihre Verbündete. Die Kämpfe führten 1744 unter anderem dazu, dass die Gegner Sagradiens, allen voran Frankreich, die Nachfolge Lucas durch María II. Francisca und Anton II. nicht anerkannten und stattdessen [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]], den frankreich-freundlicher [[Großherzog von Servette]], zum König proklamierten. Die Auseinandersetzungen führten zum Beginn eines Kolonialkriegs in Amerika und Indien, der als Teil des Österreichischen Erbolgekriegs gelten kann. Der Krieg entwickelte sich zum [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg in Sagradien]] und führte zur Gefangennahme und Abdankung Antónios und zur Erhebung des Bourbonen Louis-Gabriel de Vienne zum König. Als Gabriel VIII. begründete er das [[Haus Vienne|Königshaus Vienne]] und beendete damit endgültig die Herrschaft der Santori-Dynastie auf dem sagradischen Thron.
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1745 starb Johann Franz im Alter von 47 Jahren an einem Reitunfall. Seine schwangere Frau [[Maria I.]] brachte wenige Monate später mit [[David II.|David Johann]] einen Sohn und Thronfolger zur Welt. Als Maria I. 1748 starb, folgte ihr der erst dreijährige Sohn als [[David II.]] auf den Thron.  
  
[[Kategorie: Sagradischer König]]
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[[Kategorie: König von Sagradien]]
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[[Kategorie: Regent von Sagradien]]
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[[Kategorie: Fürst von Cuentez]]
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[[Kategorie: Santori]]

Aktuelle Version vom 3. Januar 2026, 19:49 Uhr

JohannAdamLiechtenstein.jpg

Johann Franz von Santori (Joán Francès de Sántori, *1698, †1745) war als Johann III. Fürst von Cuentez (1725-1745) und als Ehemann von Maria I. jure uxoris Fürst von Sarmay (1727-1730) und König von Sagradien (1730-1745). Als solcher war er als Johann V. bekannt.

Ein führender Akteur in den Sagradischen Bürgerkriegen, fungierte Johann Franz von 1723 bis 1730 als Prinzregent der Sagradischen Republik und ebnete als solcher den Weg zur Rückkehr zur Monarchie unter seiner Frau Maria I. Er war der Vater der Monarchen David II. und Maria II. Franziska.

Kindheit und Jugend[bearbeiten]

Joán Francès de Sántori wurde 1698 im sagradischen Carravil de Nadal als Sohn von Prinz Maximilian Franz von Cuentez, dem Grafen von Nadal, und Carlota de Sesín geboren. Väterlicherseits war Johann Franz ein Urenkel Manuels von Nadal, seit 1699 Fürst von Cuentez, und Gabriels VI. von Sagradien. Mütterlicherseits war er ein Enkel von Herzog Ludwig Philipp III. von Sessin und Urenkel von Gabriel VII. von Sagradien.

Der Santoriprinz wuchs zunächst am Hof seines Großonkels, dem sagradischen König Danadier II., in Semest auf, wo auch sein Onkel Joseph-August von Sessin weilte. Zunächst aus einer Nebenlinie der cuentezischen Sántori stammend, war Johann Franz ein Jahr alt, als sein Urgroßvater Manuel der Alte in hohem Alter von 78 Jahren das Fürstentum Cuentez erbte. Im Jahr 1701 starb Manuel der Alte und übergab den Fürstentitel an Johanns Vater Maximilian II.. Johann Franz erbte nun die Titel eines Erbprinzen von Cuentez und Grafen von Asterre.

Koalitionskrieg[bearbeiten]

Seit 1706/7 stand Sagradien im Spanischen Erbfolgekrieg zunehmend auf verlorenem Posten. Der Krieg, in dem Maximilian II. für den sagradischen König Danadier II. kämpfte, entwickelte sich für den sagradischen König zu einem Desaster und mündete unmittelbar in den Bürgerkrieg der Koalition, in dem Maximilian II. das Ständeheer der antiroyalistischen "Coalicionariœs" unterstützte.

Als Prinz des Hauses Sántori beteiligte sich der junge Johann Franz aktiv im Krieg gegen die Royalisten, der mit der Gefangennahme Danadiers II. 1718 vorerst beendet wurde. Als Mitglied der neu einberufenen Ständeversammlung gehörte Johann Franz danach zu den Anhängern eines Regimen Mixtum et Moderatum, das eine Mitherrschaft der Stände an der königlichen Regierung vorsah, eine weitere Radikalisierung der Ereignisse aber ablehnte.

Vor dem Hintergrund der revolutionären Ereignisse des Jahres 1721 – der Absetzung Danadiers II. und des Aufstandes der radikalen Republikaner gegen die Ständeherrschaft – stellte sich Johann Franz gegen die radikalen Republikaner unter Führung von Simón Bernord und war als Heerführer an der Belagerung Semests im Herbst 1721 beteiligt. Als deutlich wurde, dass eine friedliche Einigung mit dem im Exil befindlichen Bruder Danadiers II. Herzog Philipp Karl von Viça an dessen Weigerung scheitern würde, das ständische Kondominium zu akzeptieren, rückte Erbprinz Johann Franz in eine Schlüsselstellung und erhielt den Oberbefehl über das Ständeheer.

Prinzregentschaft[bearbeiten]

Während noch verhandelt wurde, rückte Philipp Karl mit einem Heer in Nordostsagradien ein. Nach seinem Sieg in der Schlacht bei Canar gelang es Johann Franz, die Philippkarlisten empfindlich zu schlagen und zurückzudrängen. Nach seinem Sieg über die Philippkarlisten wurde Johann Franz von den Generalständen zum Prinzregenten der Republik ernannt, womit er de facto an die Spitze des Staatswesens trat und eine königsähnliche Position einnahm. In den folgenden Jahren regierte er den Staat gemeinsam mit dem Staatsrat der Generalstände. Die Philippkarlistenkriege konnten schließlich 1725 beendet werden.

Im Jahr 1725 starb Johanns Vater Maximilian II. von Cuentez und Johann Franz erbte die cuentesische Fürstenwürde, die er feierlich entgegennahm. Seine Stellung im Reich stärkte er zusätzlich durch die 1727 vollzogene Trauung mit Maria Luisa von Sagradien, die als Tochter König Danadiers II. den traditionellen Thronfolgertitel einer Prinzessin von Sarmay trug. Die Ehe war Teil des Programms, das durch die Bürgerkriege gespaltene Land zu einen und eine symbolische Aussöhnung zwischen Royalisten und Ständischen zu erreichen. Als souveräner Fürst von Cuentez und Fürstregent der Republik sowie als Fürstin von Sarmay standen Johann Franz und Maria Luise fortan als de facto-Monarchenpaar an der Spitze des sagradischen Staatswesens.

Rückkehr zum Königtum und Mitregentschaft[bearbeiten]

Erfolgreicher Höhepunkt dieser Aussöhnungspolitik war die offizielle Rückkehr zur Monarchie, die am 6. Januar 1730 mit der Krönung seiner Frau Maria I. zur sagradischen Königin erreicht wurde. Zuvor hatten Maria wie auch ihr Ehemann einen Eid auf die Codices Magni leisten müssen. Damit hatte das Königreich Sagradien nach neunjährigem Intermezzo wieder ein Herrscherpaar, doch die Stände hatten enorm an Macht gewonnen.

Johann und María regierten in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie. Johann, der landesweit als Prinzregent bekannt war, erhielt nun den Titel eines Königs und Mitregenten seiner Frau, erhielt aber keine eigenen Thronrechte. Dennoch behielt er de facto seine Position als wichtigster Machthaber, auch wenn er seine Macht mit den Ständen teilen musste.

Außenpolitisch brach das Paar mit dem lange gepflegten Frankreich-Bündnis der späten Santori-Könige und orientierte sich zunehmend am liberalen England sowie an Österreich. Bis 1735 mussten Johann Franz und Maria immer wieder von Frankreich aus organisierte Aufstände der loyalistischen Philippkarlisten zurückschlagen. 1736 schloss Sagradien mit Mikolinien den Vertrag von Diegue, in dem er zahlreiche Grenzkonflikte niederlegte. Im Innern förderten Joán Francès und María Sagradiens Kultur, Wissenschaft und Handel. Johann gilt zudem als aufgeklärter Monarch. Er war begeistert von den Ideen der französischen Aufklärer und berief einige Gelehrte an seinen Hof in Semest. Sein aufgeklärter Regierungsstil und sein Versuch, Sagradien durch Reformen zu modernisieren, führten mehrmals zu Spannungen mit der katholischen Kirche, die um ihre Machtstellung im Königreich fürchtete.

Johann herrschte in Cuentez als de jure souveräner Fürst in der Blutslinie, in Semest jedoch „nur“ als Mann seiner Ehefrau (jure uxoris), welche die legitimen Thronrechte hielt. Damit war Johann seiner Ehefrau in Cuentez theoretisch voran- und in Semest untergestellt. Jedoch waren beide in der Theorie gleichberechtigte Herrscher und es blieb zu Lebzeiten der beiden umstritten, inwiefern sich die Herrschaft Johanns in Sagradien auf das Erbrecht seiner Frau oder auf die Wahl der Stände gründete, die in freiem Entschluss Johanns als neuen König erwählt hatten.

Nachfolgefrage[bearbeiten]

Offen blieb im Reich auch die Nachfolgefrage, nachdem der einzige Sohn und Thronfolger Johann Manuel Gabriel, Prinz von Sarmay und Erbprinz von Cuentez, 1734 gestorben war. Daher erließ Johann Franz in Konsens mit den Ständen eine neue Nachfolgeregelung, welche die Codices Magni ergänzte. Darin versuchte Johann, die dynastische Nachfolge seiner einzig verbliebenen Tochter María Francisca zu bestätigen, musste aber den Ständen ein Mitspracherecht einräumen. Gemäß der neuen Nachfolgeordnung aus dem Jahr 1738 wurde die dreizehnjährige María Francisca als Thronfolgerin der sagradischen Krone bestätigt und erhielt den Titel einer Prinzessin von Sarmay. Jedoch sollten die Stände nun auch bei der Wahl ihres Gatten, des zukünftigen Königs, ein Mitspracherecht erhalten.

1745 starb Johann Franz im Alter von 47 Jahren an einem Reitunfall. Seine schwangere Frau Maria I. brachte wenige Monate später mit David Johann einen Sohn und Thronfolger zur Welt. Als Maria I. 1748 starb, folgte ihr der erst dreijährige Sohn als David II. auf den Thron.