Gabriel IX.: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Gabriel IX.''' (von Sagradien) (*1712, †1777) war [[König von Sagradien]] (1751-1777).  
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'''Gabriel IX.''' (''Luis Gabriel Filipe'') (*1790, †1812) war zwischen 1797 und 1812 [[König von Sagradien|König von Sagradien]] und [[Fürst von Cuentez]]. Er stand die längste Zeit auf dem Thron unter Regentschaft seines Onkels und späteren Nachfolgers [[Gabriel X.|Emil Johann Gabriel]] und seiner Mutter Marie Luise von Bourbon-Parma. In den vier Jahren eigener Regierung (1808-1812) betrieb er eine am napoleonischen Frankreich orientierte Politik und heiratete dessen Stieftochter [[Julie de Beauharnais]].
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Seine Ermordung im Jahr 1812 im Alter von nur 22 Jahren löste die [[Winterkrise 1812/13]] aus, aus der Gabriels Onkel als [[Gabriel X. Emil]] als neuer König hervorging.
  
 
=== Jugend und Thronbesteigung ===
 
=== Jugend und Thronbesteigung ===
Gabriel wurde 1712 als ältester Sohn von [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Bourbon]] Herzog von Alençon und dessen erster Gemahlin Marie Eleonore von Savoyen geboren und auf den Namen Louis Eugène Charles Gabriel getauft. Er war damit ein Urenkel Ludwigs XIV. von Frankreich. Nach der Hochzeit mit seiner ersten Frau Isabella von Spanien, einer Tochter Philipps V., im Jahr 1730 erhielt er den Titel eines Herzogs von Berry. Das Eheglück weilte jedoch nur kurz, bereits 1732 starb Isabella bei der Geburt eines Sohnes, der ebenfalls die ersten 12 Monate nicht überlebte. 1734 heiratete Gabriel schließlich in zweiter Ehe die erst 16-jährige [[Maria I. von Servette|Maria von Servette]]. 1735 kam Gabriels ältester Sohn [[Gabriel de Borbón|Gabriel Henri Alexandre Antoine]] zur Welt, ein Jahr später Joseph Louis Philippe François, der spätere [[Joseph Ludwig I.]].
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''Luis Gabriel Filipe de Viena'' wurde 1790 als ältester und einziger Sohn des sagradischen Thronfolgers [[Philipp Maria, Prinz von Sarmay]] und dessen Frau [[Maria Luisa von Bourbon-Parma]] geboren. Er war ein Enkel König [[Gabriel VIII.|Gabriels VIII.]] und nach dem frühen Tod seines Vaters 1795 dessen Thronfolger. Nachdem sein Großvater 1797 nur zwei Jahre nach seinem Vater gestorben war, wurde der erst siebenjährige Prinz als Gabriel IX. zum König erhoben. Die Regentschaft übernahm zunächst seine Mutter gemeinsam mit seinem Onkel [[Gabriel X.|Emil Johann Gabriel]], [[Herzog von Alconía]].
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=== Regentschaft des Herzogs von Alconía ===
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Bereits Gabriels Großvater hatte mehrere Kriege gegen das revolutionäre Frankreich geführt, in deren Folge Teile Nordostsagradiens an Frankreich abgetreten werden mussten. Gabriels Onkel der Herzog von Alconía versuchte daher, die verlorenen Gebiete zurückzuerobern. Als 1799 der zweite Koalitionskrieg gegen das revolutionäre Frankreich ausbrach, nahm auch Sagradien teil, scheiterte aber mit dem Versuch, die zuvor von Frankreich annektierten Gebiete in [[Armoria]] zurückzuerobern. Um dieses Ziel zu erreichen, trat Sagradien 1805 der neuen Koalition gegen den französischen Kaiser Napoléon I. bei und führte einen neuerlichen Krieg gegen Frankreich, das Sagradien in die Kontinentalsperre gegen England zwingen wollte. Schnell geriet Sagradien jedoch auf die Verliererstraße, der Krieg endete in einer Katastrophe. Nach der [[Schlacht von Menar]] im September 1805 besetzten französische Truppen große Teile des Landes. Der Regent Emil Johann Gabriel musste mit Frankreich den [[Vertrag von Challón]] schließen und wurde gezwungen, die Regentschaft niederzulegen. Zudem wurden Sagradien hohe Tributzahlungen an Frankreich auferlegt.
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=== Regentschaft Marie Luises von Parma ===
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Für den fünfzehnjährigen Gabriel IX. sollte nun seine Mutter Marie Luise die Regentschaft übernehmen. Der Herzog von Alconía verbrachte die Folgejahre im französischen Château de Chambord, wo er unter Kontrolle Napoléons gehalten wurde. Das Arrangement, das Sagradien unter der Regentin Marie Luise und ihrem ersten Minister [[Joán Batista Colón Marquês de Lima]] zum französischen Satellitenstaat machen sollte, zeigte jedoch nicht die von Napoléon erhofften Effekte. Stattdessen betrieb der Marquês de Lima eine auf Eigenständigkeit gerichtete Politik, die versuchte, Sagradien aus der französischen Umklammerung zu lösen, während er im Inneren liberale Reformen anstieß. Wiederholte Verstöße gegen die Kontinentalsperre führten schließlich zur faktischen Entmachtung Marie Luises und des Marquis von Lima durch Napoléon, der im Sommer 1806 mit einem neuerlichen Heer nach Sagradien zog und mit Marie Luise im Frühjahr 1807 den [[Vertrag von Nalcaz]] schloss. Darin musste Sagradien auf den Großteil Golens verzichten, auf dessen Gebiet nun mit dem [[Herzogtum Alagua]] ein französischer Satellitenstaat errichtet wurde, der an Napoléons Marschall und Vertrauten [[Alexandre Lacomb]], den Oberbefehlshaber der Truppen in Sagradien, fiel. Der Marqués von Lima wurde des Landes verwiesen.
  
Nach der Erhebung seines Vaters Gabriel VIII. zum sagradischen König im Jahr 1747 kam Gabriel als potenzieller Thronfolger nach Sagradien, wo er den Titel eines [[Herzog von Bordez|Herzogs von Bordez]] erhielt. Im Gegensatz zu seinem Vater lernte er schnell sagradisch und erreichte dadurch, dass seine Thronfolge 1750 von den Cortes bestätigt wurde. Nach dem Tod seines Vaters 1751 wurde Louis Eugène feierlich als Gabriel IX. zum König von Sagradien ausgerufen, musste aber noch den Eid auf die [[Codices Magna]] ableisten, was er aber nicht tat. Stattdessen wandelte er eigenmächtig den Eid in ein Gelöbnis auf die Privilegien um, die die Codices in der von seinem Vater veränderten Form gewährte. Dennoch erkannten die Stände ihn als König an. Sofort erhob Gabriel IX. seinen Gewährsmann, den Franzosen [[Alphonse de Calogny]], zum leitenden Minister. Calogny arbeitete energisch daran, die Macht der Stände einzuschränken und eine absolute Monarchie nach französischem Vorbild zu installieren.
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=== Eigene Regentschaft ===
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Gabriel wurde 1808 für mündig erklärt und übernahm nun selbst die Herrschaft. Er verfolge eine napoleon-freundliche Politik und reihte sich widerspruchslos in die napoleonische Allianz ein. Im [[Napoleonischer Krieg 1808-1813|Krieg gegen Mikolinien und Großbritannien]] stand Gabriel auf französischer Seite, musste aber Niederlagen einstecken wie die Besetzung von [[Cuentez]] durch mikolinische sowie [[Cereza]] durch britische Truppen.  
  
=== Lex Generalis und absolutistische Innenpolitik ===
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Auch im Inneren bemühte sich Gabriel um eine Annäherung an französische Verwaltungsformen. Er führte die von Lima begonnenen Staatsreformen fort und setzte 1810 eine [[Cortes von Diegue|Ständeversammlung]] ein, die eine Verfassung für das Land erarbeiten sollten. Die pro-französische Politik Gabriels gipfelte schließlich 1810 in der Hochzeit Gabriels mit [[Julie de Beauharnais]], der Tochter Joséphine de Beauharnais' und Stieftochter Napoleons.
In der [[Lex Generalis]] von 1755 wurden die Bestimmungen der Codices Magna zwar nicht aufgehoben, faktisch aber ausgehöhlt und untergraben. Ihre Gültigkeit trat hinter die der Lex Generalis, die nun die Erbmonarchie mit nur sehr beschränktem Einfluss der Stände restaurierte. Statt des Rechts, den neuen König frei auszurufen und den Eid zu verlangen, konnten die Stände fortan nur noch den von Gottes Gnaden und Abstammung thronberechtigten König bestätigen und auch nur noch den Eid auf die Privilegien verlangen. Erst zehn Jahre nach ihrem Inkrafttreten wurde die Lex Generalis 1765 von einer kleinen Ständeversammlung bestätigt. Damit wurde auch das Comitat-[[Königreich Cuentez]]-Tulis in den sagradischen Staat inkorporiert und damit auch de jure der letzte Schritt von der Personal- zur Realunion der sagradischen und cuentezischen Krone gemacht. Die bis dahin rechtlich fortbestehenden Teilkönigreiche des Landes Scantia, Sarmay, Gólica, Malesc-Alconía, Liez-Corar und schließlich Cuentez-Tulis wurden aufgelöst und das Land damit weitestgehend zentralisiert.
 
  
=== Außenpolitik ===
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Erst nach dem gescheiterten Russlandfeldzug 1812, bei dem auch Sagradien Truppen stellen musste, kam es zu leichten Absetzbewegungen Gabriels, der heimlich Kontakt mit England und Mikolinien aufnahm. In der Bevölkerung war der junge König zu diesem Zeitpunkt so unpopulär wie nie, da er nach außen hin weiterhin den hohen Forderungen der französischen Besatzer nachkam und gar deren Brandschatzungen und Plünderungen duldete. Bereits seit 1810 war es vermehrt zu Aufständen gegen die französischen Truppen im Land gekommen, die sich mehr und mehr zu Guerilla-Kriegen ausweiteten. Als sich die Cortes im Frühjahr 1812 auf die Seite der Aufständischen stellten, wurden sie auf Druck Napoléons hin aufgelöst. Der Großteil der Ständevertreter floh daraufhin auf die bereits [[Mikolinien|mikolinisch]] besetzte Insel [[Cuentez]], wo sie als [[Cortes von Diegue]] weiterarbeiteten und eine liberale Verfassung erließen.
Außenpolitisch setzte Gabriel IX. die Politik einer engen Anlehnung an Frankreich, die bereits sein Vater praktiziert hatte, fort. Als Hauptgegner wurde nun vielmehr England betrachtet, von dem man die 1713 verlorenen Stützpunkte an der Keltischen See zurückverlangte. 1757 griff Sagradien aufseiten Österreichs und Frankreichs in den Siebenjährigen Krieg ein, wo es hauptsächlich um Kolonien gegen England kämpfte. Im [[Friede von San Docién|Separatfrieden von San Docién]] musste Sagradien 1761 den Verlust einiger Kolonien in Amerika hinnehmen, [[Cereza]] und [[La Cripón]] blieben zunächst britisch, sodass der Gegensatz mit Großbritannien eine Fortsetzung fand. Nach dem Tod des Großherzogs [[Karl VIII. Ferdinand von Servette]] erhob Gabriel 1760 im Namen seiner Frau, der Erbprinzessin Maria, Anspruch auf die [[Servettinische Lande|Servettinischen Lande]], was zum Kriegseintritt Micoliniens führte, das die Gebiete in seinem Süden kurzerhand annektierte ([[Servettinischer Erbfolgekrieg 1760]]). Der Friedensschluss mit England 1761 ermöglichte es Gabriel IX., seine ganze militärische Kraft gegen Micolinien einzusetzen, das im [[Friede von Sant Vicent]] 1762 auf die Servettinischen Lande verzichten musste. Stattdessen ging die Herrschaft im micolinischen Süden an die sagradischen Bourbonen über und der Titel eines [[Großherzog von Servette|Großherzogs von Servette]] an Gabriels jüngeren Sohn [[Joseph Ludwig I.|Joseph Ludwig]], der bis zu ihrem Tod 1771 gemeinsam mit seiner Mutter regierte.
 
  
=== Tod und Nachfolge ===
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=== Ermordung ===
Gabriel IX. stab im Jahr 1777 im Alter von 65 Jahren. Nachfolger als König wurde sein zweiter Sohn [[Joseph Ludwig I.]], nachdem der Thronfolger Gabriel von Bourbon bereits 1770 gestorben war. Gabriels jüngster Sohn [[Karl Johann Herzog von Viena]] begründete die Nebenlinie [[Haus Bourbon-Viena|Bourbon-Viena]], die mit [[Emil I. Johann]] 1829 den Thron bestieg.
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Auf dem Gipfel der feindlichen Stimmung im Land wurde der König schließlich im Dezember 1812 bei einem Attentat auf sein Leben schwer verwundet und starb schließlich an den schweren Folgen. Es folgten zwei Monate schwieriger Machtkämpfe um die Nachfolge, die auch als [[Winterkrise 1812/13]] bezeichnet werden. Napoléon versuchte, seine Stieftochter Julie de Beauharnais, die Witwe des Königs, als regierende Königin und Lacomb als Premierminister durchzusetzen, was in Sagradien jedoch rasch zu Aufständen führte, die sich zum Befreiungskrieg ausweiteten. Die antifranzösischen "[[Cortes von Diegue]]" erhoben stattdessen Herzog Emil Johann Gabriel von Alconía zum König und forderten seine Freilassung aus französischer Gefangenschaft. In der [[Schlacht bei Colón]] im Februar 1813 konnte sich schließlich ein sagradisch-mikolinisch-britisches Heer unter der Führung des mikolinischen Generals [[Joann Osvalt Cresq]] sowie des Herzogs [[Miquel de Vuelta]] gegen das französische Heer durchsetze. Schließlich musste der geschwächte Napoleon den Forderungen der ''Antifrancistas'' nachgeben und den 1805 als Regenten abgesetzten Herzog von Alconía freilassen, der nach Sagradien zurückkehrte und dort als [[Gabriel X.]] den Thron übernahm.
  
 
[[Kategorie: König von Sagradien]]
 
[[Kategorie: König von Sagradien]]
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[[Kategorie: Haus Vienne]]

Aktuelle Version vom 4. Januar 2026, 17:25 Uhr

Le duc de Reichstadt.jpg

Gabriel IX. (Luis Gabriel Filipe) (*1790, †1812) war zwischen 1797 und 1812 König von Sagradien und Fürst von Cuentez. Er stand die längste Zeit auf dem Thron unter Regentschaft seines Onkels und späteren Nachfolgers Emil Johann Gabriel und seiner Mutter Marie Luise von Bourbon-Parma. In den vier Jahren eigener Regierung (1808-1812) betrieb er eine am napoleonischen Frankreich orientierte Politik und heiratete dessen Stieftochter Julie de Beauharnais.

Seine Ermordung im Jahr 1812 im Alter von nur 22 Jahren löste die Winterkrise 1812/13 aus, aus der Gabriels Onkel als Gabriel X. Emil als neuer König hervorging.

Jugend und Thronbesteigung[bearbeiten]

Luis Gabriel Filipe de Viena wurde 1790 als ältester und einziger Sohn des sagradischen Thronfolgers Philipp Maria, Prinz von Sarmay und dessen Frau Maria Luisa von Bourbon-Parma geboren. Er war ein Enkel König Gabriels VIII. und nach dem frühen Tod seines Vaters 1795 dessen Thronfolger. Nachdem sein Großvater 1797 nur zwei Jahre nach seinem Vater gestorben war, wurde der erst siebenjährige Prinz als Gabriel IX. zum König erhoben. Die Regentschaft übernahm zunächst seine Mutter gemeinsam mit seinem Onkel Emil Johann Gabriel, Herzog von Alconía.

Regentschaft des Herzogs von Alconía[bearbeiten]

Bereits Gabriels Großvater hatte mehrere Kriege gegen das revolutionäre Frankreich geführt, in deren Folge Teile Nordostsagradiens an Frankreich abgetreten werden mussten. Gabriels Onkel der Herzog von Alconía versuchte daher, die verlorenen Gebiete zurückzuerobern. Als 1799 der zweite Koalitionskrieg gegen das revolutionäre Frankreich ausbrach, nahm auch Sagradien teil, scheiterte aber mit dem Versuch, die zuvor von Frankreich annektierten Gebiete in Armoria zurückzuerobern. Um dieses Ziel zu erreichen, trat Sagradien 1805 der neuen Koalition gegen den französischen Kaiser Napoléon I. bei und führte einen neuerlichen Krieg gegen Frankreich, das Sagradien in die Kontinentalsperre gegen England zwingen wollte. Schnell geriet Sagradien jedoch auf die Verliererstraße, der Krieg endete in einer Katastrophe. Nach der Schlacht von Menar im September 1805 besetzten französische Truppen große Teile des Landes. Der Regent Emil Johann Gabriel musste mit Frankreich den Vertrag von Challón schließen und wurde gezwungen, die Regentschaft niederzulegen. Zudem wurden Sagradien hohe Tributzahlungen an Frankreich auferlegt.

Regentschaft Marie Luises von Parma[bearbeiten]

Für den fünfzehnjährigen Gabriel IX. sollte nun seine Mutter Marie Luise die Regentschaft übernehmen. Der Herzog von Alconía verbrachte die Folgejahre im französischen Château de Chambord, wo er unter Kontrolle Napoléons gehalten wurde. Das Arrangement, das Sagradien unter der Regentin Marie Luise und ihrem ersten Minister Joán Batista Colón Marquês de Lima zum französischen Satellitenstaat machen sollte, zeigte jedoch nicht die von Napoléon erhofften Effekte. Stattdessen betrieb der Marquês de Lima eine auf Eigenständigkeit gerichtete Politik, die versuchte, Sagradien aus der französischen Umklammerung zu lösen, während er im Inneren liberale Reformen anstieß. Wiederholte Verstöße gegen die Kontinentalsperre führten schließlich zur faktischen Entmachtung Marie Luises und des Marquis von Lima durch Napoléon, der im Sommer 1806 mit einem neuerlichen Heer nach Sagradien zog und mit Marie Luise im Frühjahr 1807 den Vertrag von Nalcaz schloss. Darin musste Sagradien auf den Großteil Golens verzichten, auf dessen Gebiet nun mit dem Herzogtum Alagua ein französischer Satellitenstaat errichtet wurde, der an Napoléons Marschall und Vertrauten Alexandre Lacomb, den Oberbefehlshaber der Truppen in Sagradien, fiel. Der Marqués von Lima wurde des Landes verwiesen.

Eigene Regentschaft[bearbeiten]

Gabriel wurde 1808 für mündig erklärt und übernahm nun selbst die Herrschaft. Er verfolge eine napoleon-freundliche Politik und reihte sich widerspruchslos in die napoleonische Allianz ein. Im Krieg gegen Mikolinien und Großbritannien stand Gabriel auf französischer Seite, musste aber Niederlagen einstecken wie die Besetzung von Cuentez durch mikolinische sowie Cereza durch britische Truppen.

Auch im Inneren bemühte sich Gabriel um eine Annäherung an französische Verwaltungsformen. Er führte die von Lima begonnenen Staatsreformen fort und setzte 1810 eine Ständeversammlung ein, die eine Verfassung für das Land erarbeiten sollten. Die pro-französische Politik Gabriels gipfelte schließlich 1810 in der Hochzeit Gabriels mit Julie de Beauharnais, der Tochter Joséphine de Beauharnais' und Stieftochter Napoleons.

Erst nach dem gescheiterten Russlandfeldzug 1812, bei dem auch Sagradien Truppen stellen musste, kam es zu leichten Absetzbewegungen Gabriels, der heimlich Kontakt mit England und Mikolinien aufnahm. In der Bevölkerung war der junge König zu diesem Zeitpunkt so unpopulär wie nie, da er nach außen hin weiterhin den hohen Forderungen der französischen Besatzer nachkam und gar deren Brandschatzungen und Plünderungen duldete. Bereits seit 1810 war es vermehrt zu Aufständen gegen die französischen Truppen im Land gekommen, die sich mehr und mehr zu Guerilla-Kriegen ausweiteten. Als sich die Cortes im Frühjahr 1812 auf die Seite der Aufständischen stellten, wurden sie auf Druck Napoléons hin aufgelöst. Der Großteil der Ständevertreter floh daraufhin auf die bereits mikolinisch besetzte Insel Cuentez, wo sie als Cortes von Diegue weiterarbeiteten und eine liberale Verfassung erließen.

Ermordung[bearbeiten]

Auf dem Gipfel der feindlichen Stimmung im Land wurde der König schließlich im Dezember 1812 bei einem Attentat auf sein Leben schwer verwundet und starb schließlich an den schweren Folgen. Es folgten zwei Monate schwieriger Machtkämpfe um die Nachfolge, die auch als Winterkrise 1812/13 bezeichnet werden. Napoléon versuchte, seine Stieftochter Julie de Beauharnais, die Witwe des Königs, als regierende Königin und Lacomb als Premierminister durchzusetzen, was in Sagradien jedoch rasch zu Aufständen führte, die sich zum Befreiungskrieg ausweiteten. Die antifranzösischen "Cortes von Diegue" erhoben stattdessen Herzog Emil Johann Gabriel von Alconía zum König und forderten seine Freilassung aus französischer Gefangenschaft. In der Schlacht bei Colón im Februar 1813 konnte sich schließlich ein sagradisch-mikolinisch-britisches Heer unter der Führung des mikolinischen Generals Joann Osvalt Cresq sowie des Herzogs Miquel de Vuelta gegen das französische Heer durchsetze. Schließlich musste der geschwächte Napoleon den Forderungen der Antifrancistas nachgeben und den 1805 als Regenten abgesetzten Herzog von Alconía freilassen, der nach Sagradien zurückkehrte und dort als Gabriel X. den Thron übernahm.