Fernando De la Roya: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Sagradien
Zur Navigation springenZur Suche springen
 
(44 dazwischenliegende Versionen von 11 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
'''Ariel Fernando De la Roya''' (*1884, †1967) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker. Er war [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister]] der Stadt [[Semess]] von 1931 bis 1935 und erneut von 1948 bis 1952. Er war im Jahr 1938 letzter Parteisekretär der christdemokratischen [[PDP]] und 1947 bis 1954 Parteipräsident der [[PPC]]. 1945 bis 1946 amtierte er als Präsident der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]] und danach bis 1947 als erster Präsident des [[Senat]]s, ein Amt, das er 1952 bis 1954 erneut ausübte. 1954 bis 1964 war er der dritte [[Präsident der Republik|Präsident]] der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]].
+
[[Bild:Hainisch1.jpg|thumb|200px]]
 +
 
 +
'''Ariel Fernando De la Roya''' (*1884, †1967) war ein [[Sagradien|sagradischer]] Politiker. Der liberale Katholik war im Jahr 1938 letzter Parteisekretär des kleinen christdemokratischen [[PDP]] und von 1947 bis 1950 Parteipräsident des [[PPC]]. Als [[Bürgermeister von Semest|Bürgermeister]] der Stadt [[Semest]] (1938-1946) während des Zweiten Weltkriegs ist er bis heute in Erinnerung und gilt als Legende der Stadt. Nach seiner Zeit als Bürgermeister bekleidete De la Roya von 1949 bis 1950 das Amt des sagradischen [[Senat]]spräsidenten, ehe er 1950 zum [[Präsidenten der Sagradischen Republik]] gewählt wurde. Nach zwei Amtszeiten schied er 1960 aus dem Amt.
  
 
== Leben ==
 
== Leben ==
Der gebürtige Semestiner begann ein Studium der Rechtswissenschaften, wechselte aber ins theologische Fach und beendete sein Studium mit einer Doktorarbeit in katholischen Religionswissenschaften. Danach arbeitete De la Roya als Journalist und Lehrbeauftragter an mehreren katholischen Hochschulen im Land. 1920 wurde er Chefredakteur der liberal-katholischen Zeitschrift [[la Vertá]], die sich gegen den rechtskonservativen Mainstream innerhalb der katholischen Kirche in Sagradien wandte. Bis 1931 war er Mitglied des [[Semess|Semestiner]] Stadtrats und übernahm verschiedene Posten in der Stadtverwaltung. 1924 gründete De la Roya mit anderen Persönlichkeiten aus dem „la Vertá“-Umfeld das linkskatholische [[Cientro Social Humanista]] (CSH), aus dem sich 1925 mit dem [[Partido Democrático Popular]] unter der Führung von [[Don Martín de León]] die erste christdemokratische Partei Sagradiens herausbildete.  
+
=== Vor dem Zweiten Weltkrieg ===
 +
Der gebürtige Semestiner begann ein Studium der Rechtswissenschaften, wechselte aber ins theologische Fach und beendete sein Studium mit einer Doktorarbeit in katholischen Religionswissenschaften. Danach arbeitete De la Roya als Journalist und Lehrbeauftragter an mehreren katholischen Hochschulen im Land. 1920 wurde er Chefredakteur der liberal-katholischen Zeitschrift [[la Vertá]], die sich gegen den rechtskonservativen Mainstream innerhalb der katholischen Kirche in Sagradien wandte. Bis 1931 war er Mitglied des [[Semest|Semestiner]] Stadtrats und übernahm verschiedene Posten in der Stadtverwaltung. Bis 1924 Mitglied der [[Acción Popular]], gründete De la Roya mit anderen Persönlichkeiten aus dem „la Vertá“-Umfeld das sozialkatholische [[Cientro Social Humanista]] (CSH), aus dem sich 1925 die [[Partíu Democrático Popular]] unter der Führung von [[Don Martín de León]] herausbildete.
 +
 
 +
De la Roya wurde 1926 erstmals für die PDP in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] gewählt. 1929 wurde er im [[Kabinett Iruain]] zum stellvertretenden Erziehungsminister ernannt. 1931 schied er aus der Regierung wieder aus, ehe er 1932 als Staatssekretär für das Kirchenwesen in die [[Kabinett Dini|erste Regierung Dini]] eintrat. Stattdessen wurde De la Roya zum Gouverneur der [[Semestina|Provinz Baixo-Liêno]] ernannt, wechselte 1934 aber in die Kommunalpolitik. Nach dem Zerfall der linken [[Volksfront]] wurde De la Roya 1938 vom Stadtrat der Hauptstadt [[Semest]] als Ausgleichskandidat einer breiten Koalition der Mitte zum Bürgermeister gewählt. Er löste in diesem Amt den [[PS|Sozialisten]] [[Joán Carles Ferrer]] ab. In diesem Amt konnte er große Popularität gewinnen, indem er hart gegen die faschistische Bedrohung auf den Straßen vorging.
 +
 
 +
Als Nacholger Don Martín de Leóns wurde De la Roya 1938 Parteisekretär der [[PDP]]. In seiner Zeit als Bürgermeister etablierte sich De la Royal als bekanntester und profiliertester Kritiker von Ministerpräsident [[Manuel Sants-Igualde]] außerhalb des linken Lagers. Als solcher sprach sich De la Royal 1940 gegen das Ermächtigungsgesetz vom Juni 1940 und gegen die [[Augustgesetze 1940|Augustgesetze]], die der [[Regierung Sants]] außerordentliche Sondervollmachten übertrugen. Als Konsequenz wurde er zeitweise von seinem Amt suspendiert, vom zuständigen Verwaltungsgericht aber wieder eingesetzt. Nach der Besatzung Nordostsagradiens durch deutsche Truppen gründete Roya mit Mitstreitern die so genannte "[[Resistença Cristiana]]" und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des [[CNRS]]. Als Bürgermeister fiel ihm auch die Stadtverteidigung während des Zweiten Weltkriegs zu.
  
De la Roya wurde 1926 erstmals für die PDP in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] gewählt. 1929 wurde er im [[Kabinett Laponte]] zum stellvertretenden Erziehungsminister ernannt. 1930 schied er aus der Regierung wieder aus. Nach der Bildung einer Koalition der Mitte aus Katholiken, Radikalen und Liberalen im Semestiner Stadtrat wurde der auf Ausgleich bedachte De la Roya 1931 zum [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister der Stadt]] gewählt. In diesem Amt konnte er große Popularität gewinnen, stand aber relativ machtlos zwischen den verfeindeten linken und rechten Parteien, die sich regelmäßig Straßenschlachten lieferten. Nach der Bildung der linken [[Volksfront]] 1935 verlor Roya seine Mehrheit im Stadtrat und musste das Amt des Bürgermeisters an den Sozialisten [[Joán Carles Ferrer]] abgeben.  
+
==== Nach dem Krieg ====
 +
1946 verzichtete De la Roya auf eine Wiederwahl zum Bürgermeister und wurde stattdessen zum Senator gewählt. Er war Mitgründer der christdemokratischen Volkspartei ([[PPC]]) und seit 1947 deren Parteipräsident. Von 1947 bis 1949 war er sagradischer [[Erziehungsminister]], ehe er 1949 zum Präsidenten des sagradischen [[Senat]]s und bei der [[Präsidentschaftswahl 1950]] als Kandidat der Konservativen zum Staatsoberhaupt der Sagradischen Republik gewählt wurde.  
  
Als Nacholger de Leóns wurde De la Roya für wenige Monate der letzte Parteisekretär der [[PDP]], ehe diese 1940 ihre Tätigkeit einstellte. 1940 wandte sich Roya gegen die Politik der [[Regierung Álamo]] und dafür mehrmals vorgeladen. Als einer der wenigen Abgeordneten außerhalb der Linken stimmte Roya gegen das Ermächtigungsgesetz vom Juni 1940 und gegen die [[Augustgesetze 1940|Augustgesetze]], die der [[Regierung Álamo]] außerordentliche Sondervollmachten übertrugen. Er veröffentlichte zwischen 1939 und 1944 zwei größere Monographien und arbeitete als Herausgeber der „Vertá“, die jedoch aufgrund regimekritischer Artikel Ende 1940 verboten wurde. In der Folge rief er seine Landsleute in Flugblättern zum Widerstand gegen das [[Álamo-Regime]] und zum Kriegseintritt auf Seiten der Alliierten auf.  
+
Als Präsident prägte De la Roya das Amt durch eine würdevolle, aber stets volksnahe und integrative Amtsführung. Im Volksmund wurde er liebevoll als „Papa Fernando“ oder „Papalí“ bezeichnet. Er trat als Präsident stets unabhängig und überparteilich, aber nicht unpolitisch auf. Obwohl die [[Verfassung der Dritten Republik]] dem Staatsoberhaupt nominell weitreichende Vollmachten einräumte, machte De la Roya nur spärlich davon Gebrauch und überließ das Tagesgeschäft der Regierung unter seinem Parteifreund [[Paulo Luciaro]]. Auf dessen Bitte hin löste De la Roya 1954 die Abgeordnetenkammer auf und setzte [[Parlamentswahl 1954|Neuwahlen]] an. Obwohl selbst ein Anhänger lagerübergreifenden Regierens, duldete er 1953/54 den Koalitionswechsel von der Großen Koalition aus [[PPC]] und [[ASUL]] zur Mitte-Rechts-Regierung aus Konservativen und Liberalen.
  
Nach der Besatzung Nordostsagradiens durch deutsche Truppen gründete Roya mit Mitstreitern die so genannte "[[Resistença Cristiana]]" und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des [[CNRS]]. Er gehörte dem Vorstand des Widerstandskomitees an und wurde als deren Vertreter 1942 in die Regierung Dini entsandt. 1945 wurde er in die [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]] gewählt und stand der Versammlung bis zu ihrem Ende 1946 als Präsident vor, ehe er zum [[Senat]]spräsidenten gewählt wurde. Er war Mitgründer der christdemokratischen Volkspartei ([[PPC]]) und seit 1947 deren Parteipräsident. 1947 trat er als Kirchenminister ins [[Kabinett Ilpa I|Kabinett De la Ilpa]] ein. 1948 wurde De la Roya erneut zum Bürgermeister seiner Heimatstadt gewählt. Er setzte sich deutlich gegen alle Mitbewerber durch. 1949 war er als Präsidentschaftskandidat der Christdemokraten im Gespräch, die dann jedoch aus koalitionstaktischen Gründen den liberalkonservativen Bewerber [[Daniel La Ponte]] unterstützten. Seit 1952 amtierte De la Roya erneut als Präsident des Senats, ehe er 1954 als Kandidat der Konservativen zum Präsidenten der Republik gewählt wurde.  
+
Bei der [[Präsidentschaftswahl 1955]] trat De la Roya als überparteilicher Kandidat an und wurde schon im ersten Wahlgang mit einem Rekordergebnis von fast 80 Prozent wiedergewählt.
  
Im höchsten Staatsamt machte sich De la Roya sehr um das Ansehen Sagradiens in der Welt verdient und prägte das Amt durch eine würdevolle, aber stets volksnahe und integrative Amtsführung. Im Volksmund wurde er liebevoll als „Papa Ariel“ oder „Papalito“ bezeichnet. 1959 wurde er für eine zweite Amtszeit gewählt. Er trat als Präsident stets unabhängig und überparteilich, aber nicht unpolitisch auf. 1960 ernannte er [[Carles Angel Favale]] nur unter großen, freilich nur intern geäußerten Bedenken zum Nachfolger Luciaros als Ministerpräsident, setzte nach Zusammenbruch der Koalition aber 1962 gegen den anfänglichen Willen der Konservativen die [[Große Koalition]] mit den [[ASUL|Sozialisten]] durch. 1964 weigerte er sich das Demissionsgesuch der [[Kabinett Costa|Regierung Costa]] anzunehmen, ehe nicht eine neue Mehrheit gefunden war. Schließlich ernannte er mit [[António Santiago]] den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik, ehe er im selben Jahr achtigjährig aus dem Amt schied. Danach verzichtete er auf das ihm zustehende Senatsmandat auf Lebenszeit und zog sich auf seinen Landsitz zurück, wo er 1967 verstarb. Kurz nach seinem Tod wurde er von seiner Partei zum Ehrenpräsidenten des PPC ernannt.
+
Nach Ende seiner zweiten Amtszeit verzichtete De la Roya 1960 auf ein Senatsmandat auf Lebenszeit und zog sich auf seinen Landsitz zurück, wo er 1967 verstarb. Kurz nach seinem Tod wurde er von seiner Partei zum Ehrenpräsidenten des PPC ernannt.
  
 
== Politische Funktionen ==
 
== Politische Funktionen ==
 
=== Öffentliche Ämter ===
 
=== Öffentliche Ämter ===
* 1929-1930: stellvertretender [[Erziehungsminister]]
+
* 1929-1931: stellvertretender [[Erziehungsminister]] im [[Kabinett Iruain]]
* 1931-1935: Bürgermeister von [[Semess]]
+
* 1932: Staatssekretär für das Kirchenwesen im [[Kabinett Dini I]]
* 1942-1945: Stellvertretender Präsident der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]
+
* 1932-1934: Gouverneur für die [[Provinz Baixo-Liêno]]
* 1945-1946: Präsident der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]]
+
* 1938-1946: [[Bürgermeister von Semest]]  
* 1946-1947: Präsident des [[Senat]]s
+
* 1947-1949: [[Erziehungsminister|Minister für Nationale Erziehung]] im [[Kabinett Ilpa II]] und im [[Kabinett Luciaro I]]
* 1947-1948: Minister für Beziehungen zur Kirche im [[Kabinett Ilpa I]]
+
* 1949-1950: Präsident des sagradischen [[Senat]]s
* 1948-1952: [[Bürgermeister von Semess]]
+
* 1950-1960: [[Präsident der Sagradischen Republik]]
* 1952-1954: Präsident des [[Senat]]s
 
* 1954-1964: [[Präsident der Republik]]
 
  
 
=== Mandate ===
 
=== Mandate ===
* 1920-1931: Stadtrat in [[Semess]]
+
* 1920-1946: Stadtrat in [[Semest]]
* 1926-1931: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]
+
* 1926-1938: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]
* 1938-1940: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]
+
* 1946-1950: Mitglied des sagradischen [[Senat]]s
* 1945-1946: Mitglied der sagradischen [[Nationalversammlung]]
 
* 1946-1948: Mitglied des sagradischen [[Senat]]s
 
* 1952-1954: Mitglied des sagradischen [[Senat]]s
 
  
 
=== Parteiämter ===
 
=== Parteiämter ===
 
* 1933-1938: stellvertretender Parteisekretär des [[PDP]]
 
* 1933-1938: stellvertretender Parteisekretär des [[PDP]]
* seit 1938: Parteisekretär des PDP
+
* 1938-1945: Parteisekretär des PDP
* 1947-1954: Parteivorsitzender des [[PPC]]
+
* 1947-1950: Parteivorsitzender des [[PPC]]
* seit 1967: Ehrenpräsident der [[PPC]] (posthum)
+
* seit 1960: Ehrenpräsident der [[PPC]]
  
 
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|De la Roya]]
 
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|De la Roya]]
[[Kategorie: Präsident der Republik|De la Roya]]
+
[[Kategorie: Politiker PPC|De la Roya]]
[[Kategorie: Parteivorsitzender PPC|De la Roya]]
+
[[Kategorie: Präsident der Sagradischen Republik|De la Roya]]
[[Kategorie: Bürgermeister von Semess|De la Roya]]
+
[[Kategorie: Bürgermeister von Semest|De la Roya]]
 
[[Kategorie: Senatspräsident|De la Roya]]
 
[[Kategorie: Senatspräsident|De la Roya]]

Aktuelle Version vom 29. Juli 2024, 18:05 Uhr

Hainisch1.jpg

Ariel Fernando De la Roya (*1884, †1967) war ein sagradischer Politiker. Der liberale Katholik war im Jahr 1938 letzter Parteisekretär des kleinen christdemokratischen PDP und von 1947 bis 1950 Parteipräsident des PPC. Als Bürgermeister der Stadt Semest (1938-1946) während des Zweiten Weltkriegs ist er bis heute in Erinnerung und gilt als Legende der Stadt. Nach seiner Zeit als Bürgermeister bekleidete De la Roya von 1949 bis 1950 das Amt des sagradischen Senatspräsidenten, ehe er 1950 zum Präsidenten der Sagradischen Republik gewählt wurde. Nach zwei Amtszeiten schied er 1960 aus dem Amt.

Leben[bearbeiten]

Vor dem Zweiten Weltkrieg[bearbeiten]

Der gebürtige Semestiner begann ein Studium der Rechtswissenschaften, wechselte aber ins theologische Fach und beendete sein Studium mit einer Doktorarbeit in katholischen Religionswissenschaften. Danach arbeitete De la Roya als Journalist und Lehrbeauftragter an mehreren katholischen Hochschulen im Land. 1920 wurde er Chefredakteur der liberal-katholischen Zeitschrift la Vertá, die sich gegen den rechtskonservativen Mainstream innerhalb der katholischen Kirche in Sagradien wandte. Bis 1931 war er Mitglied des Semestiner Stadtrats und übernahm verschiedene Posten in der Stadtverwaltung. Bis 1924 Mitglied der Acción Popular, gründete De la Roya mit anderen Persönlichkeiten aus dem „la Vertá“-Umfeld das sozialkatholische Cientro Social Humanista (CSH), aus dem sich 1925 die Partíu Democrático Popular unter der Führung von Don Martín de León herausbildete.

De la Roya wurde 1926 erstmals für die PDP in die sagradische Abgeordnetenkammer gewählt. 1929 wurde er im Kabinett Iruain zum stellvertretenden Erziehungsminister ernannt. 1931 schied er aus der Regierung wieder aus, ehe er 1932 als Staatssekretär für das Kirchenwesen in die erste Regierung Dini eintrat. Stattdessen wurde De la Roya zum Gouverneur der Provinz Baixo-Liêno ernannt, wechselte 1934 aber in die Kommunalpolitik. Nach dem Zerfall der linken Volksfront wurde De la Roya 1938 vom Stadtrat der Hauptstadt Semest als Ausgleichskandidat einer breiten Koalition der Mitte zum Bürgermeister gewählt. Er löste in diesem Amt den Sozialisten Joán Carles Ferrer ab. In diesem Amt konnte er große Popularität gewinnen, indem er hart gegen die faschistische Bedrohung auf den Straßen vorging.

Als Nacholger Don Martín de Leóns wurde De la Roya 1938 Parteisekretär der PDP. In seiner Zeit als Bürgermeister etablierte sich De la Royal als bekanntester und profiliertester Kritiker von Ministerpräsident Manuel Sants-Igualde außerhalb des linken Lagers. Als solcher sprach sich De la Royal 1940 gegen das Ermächtigungsgesetz vom Juni 1940 und gegen die Augustgesetze, die der Regierung Sants außerordentliche Sondervollmachten übertrugen. Als Konsequenz wurde er zeitweise von seinem Amt suspendiert, vom zuständigen Verwaltungsgericht aber wieder eingesetzt. Nach der Besatzung Nordostsagradiens durch deutsche Truppen gründete Roya mit Mitstreitern die so genannte "Resistença Cristiana" und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des CNRS. Als Bürgermeister fiel ihm auch die Stadtverteidigung während des Zweiten Weltkriegs zu.

Nach dem Krieg[bearbeiten]

1946 verzichtete De la Roya auf eine Wiederwahl zum Bürgermeister und wurde stattdessen zum Senator gewählt. Er war Mitgründer der christdemokratischen Volkspartei (PPC) und seit 1947 deren Parteipräsident. Von 1947 bis 1949 war er sagradischer Erziehungsminister, ehe er 1949 zum Präsidenten des sagradischen Senats und bei der Präsidentschaftswahl 1950 als Kandidat der Konservativen zum Staatsoberhaupt der Sagradischen Republik gewählt wurde.

Als Präsident prägte De la Roya das Amt durch eine würdevolle, aber stets volksnahe und integrative Amtsführung. Im Volksmund wurde er liebevoll als „Papa Fernando“ oder „Papalí“ bezeichnet. Er trat als Präsident stets unabhängig und überparteilich, aber nicht unpolitisch auf. Obwohl die Verfassung der Dritten Republik dem Staatsoberhaupt nominell weitreichende Vollmachten einräumte, machte De la Roya nur spärlich davon Gebrauch und überließ das Tagesgeschäft der Regierung unter seinem Parteifreund Paulo Luciaro. Auf dessen Bitte hin löste De la Roya 1954 die Abgeordnetenkammer auf und setzte Neuwahlen an. Obwohl selbst ein Anhänger lagerübergreifenden Regierens, duldete er 1953/54 den Koalitionswechsel von der Großen Koalition aus PPC und ASUL zur Mitte-Rechts-Regierung aus Konservativen und Liberalen.

Bei der Präsidentschaftswahl 1955 trat De la Roya als überparteilicher Kandidat an und wurde schon im ersten Wahlgang mit einem Rekordergebnis von fast 80 Prozent wiedergewählt.

Nach Ende seiner zweiten Amtszeit verzichtete De la Roya 1960 auf ein Senatsmandat auf Lebenszeit und zog sich auf seinen Landsitz zurück, wo er 1967 verstarb. Kurz nach seinem Tod wurde er von seiner Partei zum Ehrenpräsidenten des PPC ernannt.

Politische Funktionen[bearbeiten]

Öffentliche Ämter[bearbeiten]

Mandate[bearbeiten]

Parteiämter[bearbeiten]

  • 1933-1938: stellvertretender Parteisekretär des PDP
  • 1938-1945: Parteisekretär des PDP
  • 1947-1950: Parteivorsitzender des PPC
  • seit 1960: Ehrenpräsident der PPC