Johann Franz: Unterschied zwischen den Versionen
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Gemeinsam erließen König und Stände zudem eine neue Nachfolgeregelung, welche die Codices Magna ergänzten. Darin versuchte Johann, die dynastische Nachfolge seiner einzig verbliebenen Tochter [[Maria II. Franziska|Dona María Francisca]] zu bestätigen, musste aber den Ständen ein Mitspracherecht einräumen. Gemäß der neuen Nachfolgeordnung aus dem Jahr 1738 wurde die dreizehnjährige María Francisca - bereits zuvor zur Thronfolgerin in Cuentez proklamiert, nun als Thronfolgerin auch der sagradischen Krone bestätigt und erhielt den Titel einer [[Prinz von Sarmay|Prinzessin von Sarmay]]. Jedoch sollten die Stände nun auch bei der Wahl ihres Gatten, des zukünftigen Königs, ein Mitspracherecht erhalten. Als María Francisca 1742 im Alter von 16 Jahren Johanns Schwager aus erster Ehe [[Anton II.|Antonio Raimundo di Piacone]] heiratete, musste dieser einen Eid auf die Codices Magna ableisten und wurde damit möglicher zukünftiger König an der Seite Maria Franciscas. | Gemeinsam erließen König und Stände zudem eine neue Nachfolgeregelung, welche die Codices Magna ergänzten. Darin versuchte Johann, die dynastische Nachfolge seiner einzig verbliebenen Tochter [[Maria II. Franziska|Dona María Francisca]] zu bestätigen, musste aber den Ständen ein Mitspracherecht einräumen. Gemäß der neuen Nachfolgeordnung aus dem Jahr 1738 wurde die dreizehnjährige María Francisca - bereits zuvor zur Thronfolgerin in Cuentez proklamiert, nun als Thronfolgerin auch der sagradischen Krone bestätigt und erhielt den Titel einer [[Prinz von Sarmay|Prinzessin von Sarmay]]. Jedoch sollten die Stände nun auch bei der Wahl ihres Gatten, des zukünftigen Königs, ein Mitspracherecht erhalten. Als María Francisca 1742 im Alter von 16 Jahren Johanns Schwager aus erster Ehe [[Anton II.|Antonio Raimundo di Piacone]] heiratete, musste dieser einen Eid auf die Codices Magna ableisten und wurde damit möglicher zukünftiger König an der Seite Maria Franciscas. | ||
| − | Obwohl Johann Franz am Tod seiner Frau María stark litt, entschloss er sich 1739 zu einer neuerlichen Heirat, um doch noch die Möglichkeit auf einen männlichen Thronfolger zu haben. Die Wahl fiel schließlich auf die neunzehnjährige Maria Eleonore von Österreich, eine Tochter Kaiser Karls VI. und Schwester Maria Theresias. Seit 1740 befand sich Sagradien als Mitglied der Pragmatischen Allianz mit Österreich und Großbritannien im Krieg gegen Frankreich, Preußen und ihre | + | Obwohl Johann Franz am Tod seiner Frau María stark litt, entschloss er sich 1739 zu einer neuerlichen Heirat, um doch noch die Möglichkeit auf einen männlichen Thronfolger zu haben. Die Wahl fiel schließlich auf die neunzehnjährige Maria Eleonore von Österreich, eine Tochter Kaiser Karls VI. und Schwester Maria Theresias. Seit 1740 befand sich Sagradien als Mitglied der Pragmatischen Allianz mit Österreich und Großbritannien im Krieg gegen Frankreich, Preußen und ihre Verbündeten. Aus der Ehe mit der Habsburgerin ging 1745 schließlich unerwartet doch noch ein männlicher Thronfolger namens [[David II.|David Johann]] hervor. Der Krieg gegen Frankreich wurde 1748 beendet und brachte für Sagradien keine Gebietsgewinne. Als Johann Franz bereits im Folgejahr überraschend starb, folgte ihm sein erst vierjähriger Sohn als [[David II.]] auf den Thron. Dessen Tod 1754 stürzte das Santori-Reich schließlich in einen Abgrund und führte schließlich zum [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]] um die Nachfolge durch Johanns Tochter [[Maria II. Franziska]] und ihren Mann [[Anton II. Raimund]]. |
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Version vom 22:28, 29. Mär 2012
Johann Franz von Santori (sagr. Joán Francisco de Sántori, asum. Joán Francês de Sàntori, *1700, †1749) war als Johann Franz I. Graf von Nadal und Prinz von Cuentez, als Johann III. Franz König von Cuentez (1725-1744) sowie seit 1723 als Mitherrscher seiner Frau Maria I. und nach deren Tod 1735 allein König von Sagradien (1723-1749).
Inhaltsverzeichnis
Kindheit und Jugend
Don Joán Francisco wurde 1700 im sagradischen Carravil de Nadal als Sohn von Prinz Francisco von Cuentez und Carlota de Sesín geboren. Er wuchs zunächst am Hof des sagradischen Königs Danadier II. in Semess auf und gehörte zum königlichen Hochadel: 1699 war sein Urgroßvater Manuel I. der Alte in hohem Alter von 75 Jahren Titular-König von Cuentez geworden, sein Vater erhielt den Titel eines Vizegrafen von Diegue, sein Onkel Maximilian den traditionellen Thronfolgertitel eines Prinzen von Cuentez. Im Jahr 1701 starb Manuel der Alte im Alter von 77 Jahren und übergab den Königstitel an seinen Enkel Maximilian II., den älteren Bruder Franciscos und Onkel Joán Franciscos. Bereits als Kind lernte Johann Franz seine zwei Jahre jüngere Verwandte Maria Luise von Sagradien kennen, die Tochter von König Danadier II. Eine Zeit lang wurden beide gemeinsam erzogen.
Seit 1706/7 stand Sagradien im Spanischen Erbfolgekrieg zunehmend auf verlorenem Posten. Der Krieg, in dem Maximilian II. für den sagradischen König Danadier II. kämpfte, entwickelte sich für den sagradischen König zu einem Desaster und mündete unmittelbar in den Bürgerkrieg der Koalition, in dem Maximilian II. das Ständeheer der antiroyalistischen "Coalicionarioes" unterstützte und unter den symbolischen Schutz des cuentesischen Königs stellte. Mit einem propagandistischen Großangriff in Sagradien versuchte er die Sympathien der Bevölkerung und der königstreuen oder unentschiedenen Adligen zu erwerben.
Erlebnisse im Koalitionskrieg
Als Prinz von Cuentez beteiligte sich der junge Johann Franz aktiv im Krieg gegen die Royalisten, der mit der Gefangennahme Danadiers II. 1718 vorerst beendet wurde. Als Mitglied der neu einberufenen Ständeversammlung gehörte Johann Franz danach zu den Anhängern eines Regimen Mixtum et Moderatum, das eine Mitherrschaft der Stände an der königlichen Regierung vorsah, eine weitere Radikalisierung der Ereignisse aber ablehnte. Nach dem Tod seines Vaters Prinz Francisco im Jahr 1720 wurde Johann Franz als nächster Verwandter Maximilians II. zu dessen Erben designiert und erhielt den Titel eines Erbprinzen von Cuentez.
Nach der Ermordung König Peters II. in der Semestiner Maiblutnacht 1721 stellte sich Johann Franz gegen die radikalen Republikaner unter Führung von Simón Bernord und war als Heerführer an der Belagerung Semess' im Herbst 1721 beteiligt. Nach der Niederschlagung der republikanischen Aufstände wurde Johann Franz als möglicher künftiger König gehandelt. Als deutlich wurde, dass eine friedliche Einigung mit dem im Exil befindlichen Bruder Danadiers II. und Peters II. Herzog Philipp Karl von Viça an dessen Weigerung scheitern würde, das ständische Kondominium zu akzeptieren, gingen die Anhänger Johann Franz' schließlich in die Offensive und lancierten dessen Kandidatur um den Thron. König Maximilian II. arrangierte schließlich die Verlobung seines Neffen und Erben mit Maria Luisa, einer Tochter König Danadiers II.. Während noch verhandelt wurde, rückte Philipp Karl mit einem Heer in Nordostsagradien ein, was die Stände dazu bewegte, Johann Karl große Zugeständnisse zu machen und ihm den Oberbefehl über das Heer zu übertragen. Nach seinem Sieg in der Schlacht bei Canar war der Thron in greifbarer Nähe. Die Stände benannten diese schließlich als Erbin der Krone und trugen dem jungen Paar schließlich gemeinsam die Königswürde an.
Krönung zum sagradischen König
Nach längeren Verhandlungen mit den Generalständen kam es 1723 zum Staatsvertrag zwischen den sagradischen Generalständen und König Maximilian II. von Cuentez. Feierlich wurde Johann Franz die Krone angetragen, diese sollte er aber erst nach der Hochzeit mit María Luísa de Santori, der Tochter König Danadiers II., sowie nach dem Schwur auf die Gesetze der Versammlung, die Codices Magna, antreten. Im Juli kam es in Semess zur Hochzeit, im August schworen Joán Francisco und seine Ehefrau vor der Versammlung, die Codices Magna zu beachten und im September wurden beide in Noyar zu König und Königin gekrönt. Damit hatte das Königreich Sagradien nach zweijährigem Intermezzo wieder ein Herrscherpaar, doch die Stände hatten enorm an Macht gewonnen.
Johann und María regierten in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie. Im Laufe ihrer Regierungszeit konnten beide jedoch den Einfluss der Cortes, die allein das Königspaar einberufen und auflösen konnte, immer mehr zugunsten der königlichen Befugnisse zurückdrängen. Im Jahr 1725 starb Johanns Onkel Maximilian II. und Johann III. Franz erbte die cuentesische Königskrone, die er feierlich entgegennahm.
Außenpolitisch brach das Paar mit dem lange gepflegten Frankreich-Bündnis der späten Santori-Valier und orientierte sich zunehmend am liberalen England sowie an Österreich. Bis 1735 mussten Johann Franz und Maria immer wieder von Frankreich aus organisierte Aufstände der loyalistischen Philippkarlisten zurückschlagen. 1736 schloss Sagradien mit Micolinien den Vertrag von Diegue, in dem er zahlreiche Grenzkonflikte niederlegte. Im Innern förderten Joán Francisco und María Sagradiens Kultur, Wissenschaft und Handel. Johann gilt zudem als erster aufgeklärter Monarch Sagradiens. Er war begeistert von den Ideen der französischen Aufklärer und ein großer Anhänger von Santiago Calles. Zudem berief er einige Gelehrte an seinen Hof in Semess. Sein aufgeklärter Regierungsstil und sein Versuch, Sagradien durch Reformen zu modernisieren, führten mehrmals zu Spannungen mit der katholischen Kirche, die um ihre Machtstellung im Königreich fürchtete.
Johann herrschte im kleinen Königreich Cuentez als legitimer König in der Blutslinie, in Semess jedoch „nur“ als Mann seiner Ehefrau (de iure uxoris), welche die legitimen Thronrechte hielt. Damit war Johann seiner Ehefrau in Cuentez theoretisch voran- und in Semess untergestellt. Jedoch waren beide in der Theorie gleichberechtigte Herrscher und es blieb zu Lebzeiten der beiden umstritten, in wiefern sich die Herrschaft Johanns in Sagradien auf das Erbrecht seiner Frau oder auf die Wahl der Stände gründete, die in freiem Entschluss Johanns als neuen König erwählt hatten. Als Königin María I. 1735 an den Folgen einer Totgeburt starb, wurde das Problem aktuell. Da nur eine gemeinsame Tochter Johanns und Marias namens María Francisca lebte, stellten sich die sagradischen Cortes auf die Position, dass Johann III. qua Wahl durch die Stände und eigenes Blutrecht (als Urenkel Gabriels VI.) auch nach dem Tode seiner Frau und seines Sohnes rechtmäßiger König des Landes sei. Der Akt von Vierna vereinigte die Stände von Sagradien und Tulis-Cuentez vollzog damit de facto, aber nicht de jure den Schritt von der Personal- zur Realunion. Das Königreich von Sagradien und Cuentez erklärte der Akt für untrennbar und die Codices Magna als verbindlich für das gesamte Reich. Die dagegen nochmals mobilisierten Anhänger Philipp Karl von Viças konnte Johann Franz schließlich endgültig besiegen.
Nachfolgefrage
Gemeinsam erließen König und Stände zudem eine neue Nachfolgeregelung, welche die Codices Magna ergänzten. Darin versuchte Johann, die dynastische Nachfolge seiner einzig verbliebenen Tochter Dona María Francisca zu bestätigen, musste aber den Ständen ein Mitspracherecht einräumen. Gemäß der neuen Nachfolgeordnung aus dem Jahr 1738 wurde die dreizehnjährige María Francisca - bereits zuvor zur Thronfolgerin in Cuentez proklamiert, nun als Thronfolgerin auch der sagradischen Krone bestätigt und erhielt den Titel einer Prinzessin von Sarmay. Jedoch sollten die Stände nun auch bei der Wahl ihres Gatten, des zukünftigen Königs, ein Mitspracherecht erhalten. Als María Francisca 1742 im Alter von 16 Jahren Johanns Schwager aus erster Ehe Antonio Raimundo di Piacone heiratete, musste dieser einen Eid auf die Codices Magna ableisten und wurde damit möglicher zukünftiger König an der Seite Maria Franciscas.
Obwohl Johann Franz am Tod seiner Frau María stark litt, entschloss er sich 1739 zu einer neuerlichen Heirat, um doch noch die Möglichkeit auf einen männlichen Thronfolger zu haben. Die Wahl fiel schließlich auf die neunzehnjährige Maria Eleonore von Österreich, eine Tochter Kaiser Karls VI. und Schwester Maria Theresias. Seit 1740 befand sich Sagradien als Mitglied der Pragmatischen Allianz mit Österreich und Großbritannien im Krieg gegen Frankreich, Preußen und ihre Verbündeten. Aus der Ehe mit der Habsburgerin ging 1745 schließlich unerwartet doch noch ein männlicher Thronfolger namens David Johann hervor. Der Krieg gegen Frankreich wurde 1748 beendet und brachte für Sagradien keine Gebietsgewinne. Als Johann Franz bereits im Folgejahr überraschend starb, folgte ihm sein erst vierjähriger Sohn als David II. auf den Thron. Dessen Tod 1754 stürzte das Santori-Reich schließlich in einen Abgrund und führte schließlich zum Erbfolgekrieg um die Nachfolge durch Johanns Tochter Maria II. Franziska und ihren Mann Anton II. Raimund.