Johann Franz: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Er | + | Ein führender Akteur in den [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkriegen]], fungierte Johann Franz von 1723 bis 1730 als ''Prinzregent'' der [[Erste Sagradische Republik|Sagradischen Republik]] und ebnete als solcher den Weg zur Rückkehr zur Monarchie unter seiner Frau Maria I. Er war der Vater der Monarchen [[David II.]] und [[Maria II. Franziska]]. |
=== Kindheit und Jugend === | === Kindheit und Jugend === | ||
| − | + | Joán Francès de Sántori wurde 1698 im sagradischen [[Carravil de Nadal]] als Sohn von [[Maximilian II. von Cuentez|Prinz Maximilian Franz von Cuentez]], dem Grafen von Nadal, und Carlota de Sesín geboren. Väterlicherseits war Johann Franz ein Urenkel [[Manuel von Cuentez|Manuels von Nadal]], seit 1699 Fürst von Cuentez, und [[Gabriel VI.|Gabriels VI. von Sagradien]]. Mütterlicherseits war er ein Enkel von Herzog [[Ludwig Philipp III. von Sessin]] und Urenkel von [[Gabriel VII. von Sagradien]]. | |
| − | + | Der Santoriprinz wuchs zunächst am Hof seines Großonkels, dem sagradischen König [[Danadier II.]], in [[Semest]] auf, wo auch sein Onkel [[Joseph-August von Sessin]] weilte. Zunächst aus einer Nebenlinie der cuentezischen Sántori stammend, war Johann Franz ein Jahr alt, als sein Urgroßvater [[Manuel von Cuentez|Manuel der Alte]] in hohem Alter von 78 Jahren das [[Fürstentum Cuentez]] erbte. Im Jahr 1701 starb Manuel der Alte und übergab den Fürstentitel an Johanns Vater [[Maximilian II. von Cuentez|Maximilian II.]]. Johann Franz erbte nun die Titel eines Erbprinzen von Cuentez und Grafen von Asterre. | |
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| − | + | Seit 1706/7 stand Sagradien im Spanischen Erbfolgekrieg zunehmend auf verlorenem Posten. Der Krieg, in dem Maximilian II. für den sagradischen König [[Danadier II.]] kämpfte, entwickelte sich für den sagradischen König zu einem Desaster und mündete unmittelbar in den [[Sagradischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg der Koalition]], in dem Maximilian II. das Ständeheer der antiroyalistischen "[[Coalicionariœs]]" unterstützte. | |
| − | Vor dem Hintergrund der revolutionären Ereignisse des Jahres 1721 | + | Als Prinz des Hauses Sántori beteiligte sich der junge Johann Franz aktiv im Krieg gegen die Royalisten, der mit der Gefangennahme Danadiers II. 1718 vorerst beendet wurde. Als Mitglied der neu einberufenen Ständeversammlung gehörte Johann Franz danach zu den Anhängern eines ''Regimen Mixtum et Moderatum'', das eine Mitherrschaft der Stände an der königlichen Regierung vorsah, eine weitere Radikalisierung der Ereignisse aber ablehnte. |
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| + | Vor dem Hintergrund der revolutionären Ereignisse des Jahres 1721 – der Absetzung Danadiers II. und des Aufstandes der radikalen Republikaner gegen die Ständeherrschaft – stellte sich Johann Franz gegen die radikalen Republikaner unter Führung von [[Simón Bernord]] und war als Heerführer an der Belagerung [[Semest]]s im Herbst 1721 beteiligt. Als deutlich wurde, dass eine friedliche Einigung mit dem im Exil befindlichen Bruder Danadiers II. Herzog [[Philipp Karl von Viça]] an dessen Weigerung scheitern würde, das ständische Kondominium zu akzeptieren, rückte Erbprinz Johann Franz in eine Schlüsselstellung und erhielt den Oberbefehl über das Ständeheer. | ||
=== Prinzregentschaft === | === Prinzregentschaft === | ||
| − | Während noch verhandelt wurde, rückte Philipp Karl mit einem Heer in Nordostsagradien ein. Nach seinem Sieg in der [[Schlacht bei Canar]] gelang es Johann Franz, die Philippkarlisten empfindlich zu schlagen und zurückzudrängen. Nach seinem Sieg über die Philippkarlisten wurde Johann Franz von den Generalständen zum ''Prinzregenten'' der Republik ernannt, womit | + | Während noch verhandelt wurde, rückte Philipp Karl mit einem Heer in Nordostsagradien ein. Nach seinem Sieg in der [[Schlacht bei Canar]] gelang es Johann Franz, die Philippkarlisten empfindlich zu schlagen und zurückzudrängen. Nach seinem Sieg über die Philippkarlisten wurde Johann Franz von den Generalständen zum ''Prinzregenten'' der Republik ernannt, womit er ''de facto'' an die Spitze des Staatswesens trat und eine königsähnliche Position einnahm. In den folgenden Jahren regierte er den Staat gemeinsam mit dem ''Staatsrat'' der Generalstände. Die Philippkarlistenkriege konnten schließlich 1725 beendet werden. |
| − | Im Jahr 1725 starb Johanns | + | Im Jahr 1725 starb Johanns Vater [[Maximilian II. von Cuentez]] und Johann Franz erbte die cuentesische Fürstenwürde, die er feierlich entgegennahm. Seine Stellung im Reich stärkte er zusätzlich durch die 1727 vollzogene Trauung mit [[Maria I. Luise|Maria Luisa von Sagradien]], die als Tochter König [[Danadier II.|Danadiers II.]] den traditionellen Thronfolgertitel einer Prinzessin von Sarmay trug. Die Ehe war Teil des Programms, das durch die Bürgerkriege gespaltene Land zu einen und eine symbolische Aussöhnung zwischen Royalisten und Ständischen zu erreichen. Als souveräner Fürst von Cuentez und Fürstregent der Republik sowie als Fürstin von Sarmay standen Johann Franz und Maria Luise fortan als ''de facto''-Monarchenpaar an der Spitze des sagradischen Staatswesens. |
=== Rückkehr zum Königtum und Mitregentschaft === | === Rückkehr zum Königtum und Mitregentschaft === | ||
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Johann und María regierten in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie. Johann, der landesweit als ''Prinzregent'' bekannt war, erhielt nun den Titel eines Königs und Mitregenten seiner Frau, erhielt aber keine eigenen Thronrechte. Dennoch behielt er de facto seine Position als wichtigster Machthaber, auch wenn er seine Macht mit den Ständen teilen musste. | Johann und María regierten in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie. Johann, der landesweit als ''Prinzregent'' bekannt war, erhielt nun den Titel eines Königs und Mitregenten seiner Frau, erhielt aber keine eigenen Thronrechte. Dennoch behielt er de facto seine Position als wichtigster Machthaber, auch wenn er seine Macht mit den Ständen teilen musste. | ||
| − | Außenpolitisch brach das Paar mit dem lange gepflegten Frankreich-Bündnis der späten Santori- | + | Außenpolitisch brach das Paar mit dem lange gepflegten Frankreich-Bündnis der späten Santori-Könige und orientierte sich zunehmend am liberalen England sowie an Österreich. Bis 1735 mussten Johann Franz und Maria immer wieder von Frankreich aus organisierte Aufstände der loyalistischen [[Philippkarlisten]] zurückschlagen. 1736 schloss Sagradien mit Mikolinien den [[Vertrag von Diegue]], in dem er zahlreiche Grenzkonflikte niederlegte. Im Innern förderten Joán Francès und María Sagradiens Kultur, Wissenschaft und Handel. Johann gilt zudem als aufgeklärter Monarch. Er war begeistert von den Ideen der französischen Aufklärer und berief einige Gelehrte an seinen Hof in Semest. Sein aufgeklärter Regierungsstil und sein Versuch, Sagradien durch Reformen zu modernisieren, führten mehrmals zu Spannungen mit der katholischen Kirche, die um ihre Machtstellung im Königreich fürchtete. |
| − | Johann herrschte in Cuentez als de jure souveräner Fürst in der Blutslinie, in Semest jedoch „nur“ als Mann seiner Ehefrau ('' | + | Johann herrschte in Cuentez als de jure souveräner Fürst in der Blutslinie, in Semest jedoch „nur“ als Mann seiner Ehefrau (''jure uxoris''), welche die legitimen Thronrechte hielt. Damit war Johann seiner Ehefrau in Cuentez theoretisch voran- und in Semest untergestellt. Jedoch waren beide in der Theorie gleichberechtigte Herrscher und es blieb zu Lebzeiten der beiden umstritten, inwiefern sich die Herrschaft Johanns in Sagradien auf das Erbrecht seiner Frau oder auf die Wahl der Stände gründete, die in freiem Entschluss Johanns als neuen König erwählt hatten. |
=== Nachfolgefrage === | === Nachfolgefrage === | ||
| − | Offen blieb im Reich auch die Nachfolgefrage, nachdem der einzige Sohn und Thronfolger Johann Manuel 1734 gestorben war. Daher erließ Johann Franz in Konsens mit den Ständen eine neue Nachfolgeregelung, welche die Codices Magni ergänzte. Darin versuchte Johann, die dynastische Nachfolge seiner einzig verbliebenen Tochter [[Maria II. Franziska| | + | Offen blieb im Reich auch die Nachfolgefrage, nachdem der einzige Sohn und Thronfolger Johann Manuel Gabriel, Prinz von Sarmay und Erbprinz von Cuentez, 1734 gestorben war. Daher erließ Johann Franz in Konsens mit den Ständen eine neue Nachfolgeregelung, welche die Codices Magni ergänzte. Darin versuchte Johann, die dynastische Nachfolge seiner einzig verbliebenen Tochter [[Maria II. Franziska|María Francisca]] zu bestätigen, musste aber den Ständen ein Mitspracherecht einräumen. Gemäß der neuen Nachfolgeordnung aus dem Jahr 1738 wurde die dreizehnjährige María Francisca als Thronfolgerin der sagradischen Krone bestätigt und erhielt den Titel einer [[Prinz von Sarmay|Prinzessin von Sarmay]]. Jedoch sollten die Stände nun auch bei der Wahl ihres Gatten, des zukünftigen Königs, ein Mitspracherecht erhalten. |
1745 starb Johann Franz im Alter von 47 Jahren an einem Reitunfall. Seine schwangere Frau [[Maria I.]] brachte wenige Monate später mit [[David II.|David Johann]] einen Sohn und Thronfolger zur Welt. Als Maria I. 1748 starb, folgte ihr der erst dreijährige Sohn als [[David II.]] auf den Thron. | 1745 starb Johann Franz im Alter von 47 Jahren an einem Reitunfall. Seine schwangere Frau [[Maria I.]] brachte wenige Monate später mit [[David II.|David Johann]] einen Sohn und Thronfolger zur Welt. Als Maria I. 1748 starb, folgte ihr der erst dreijährige Sohn als [[David II.]] auf den Thron. | ||
Aktuelle Version vom 3. Januar 2026, 19:49 Uhr
Johann Franz von Santori (Joán Francès de Sántori, *1698, †1745) war als Johann III. Fürst von Cuentez (1725-1745) und als Ehemann von Maria I. jure uxoris Fürst von Sarmay (1727-1730) und König von Sagradien (1730-1745). Als solcher war er als Johann V. bekannt.
Ein führender Akteur in den Sagradischen Bürgerkriegen, fungierte Johann Franz von 1723 bis 1730 als Prinzregent der Sagradischen Republik und ebnete als solcher den Weg zur Rückkehr zur Monarchie unter seiner Frau Maria I. Er war der Vater der Monarchen David II. und Maria II. Franziska.
Inhaltsverzeichnis
Kindheit und Jugend[bearbeiten]
Joán Francès de Sántori wurde 1698 im sagradischen Carravil de Nadal als Sohn von Prinz Maximilian Franz von Cuentez, dem Grafen von Nadal, und Carlota de Sesín geboren. Väterlicherseits war Johann Franz ein Urenkel Manuels von Nadal, seit 1699 Fürst von Cuentez, und Gabriels VI. von Sagradien. Mütterlicherseits war er ein Enkel von Herzog Ludwig Philipp III. von Sessin und Urenkel von Gabriel VII. von Sagradien.
Der Santoriprinz wuchs zunächst am Hof seines Großonkels, dem sagradischen König Danadier II., in Semest auf, wo auch sein Onkel Joseph-August von Sessin weilte. Zunächst aus einer Nebenlinie der cuentezischen Sántori stammend, war Johann Franz ein Jahr alt, als sein Urgroßvater Manuel der Alte in hohem Alter von 78 Jahren das Fürstentum Cuentez erbte. Im Jahr 1701 starb Manuel der Alte und übergab den Fürstentitel an Johanns Vater Maximilian II.. Johann Franz erbte nun die Titel eines Erbprinzen von Cuentez und Grafen von Asterre.
Koalitionskrieg[bearbeiten]
Seit 1706/7 stand Sagradien im Spanischen Erbfolgekrieg zunehmend auf verlorenem Posten. Der Krieg, in dem Maximilian II. für den sagradischen König Danadier II. kämpfte, entwickelte sich für den sagradischen König zu einem Desaster und mündete unmittelbar in den Bürgerkrieg der Koalition, in dem Maximilian II. das Ständeheer der antiroyalistischen "Coalicionariœs" unterstützte.
Als Prinz des Hauses Sántori beteiligte sich der junge Johann Franz aktiv im Krieg gegen die Royalisten, der mit der Gefangennahme Danadiers II. 1718 vorerst beendet wurde. Als Mitglied der neu einberufenen Ständeversammlung gehörte Johann Franz danach zu den Anhängern eines Regimen Mixtum et Moderatum, das eine Mitherrschaft der Stände an der königlichen Regierung vorsah, eine weitere Radikalisierung der Ereignisse aber ablehnte.
Vor dem Hintergrund der revolutionären Ereignisse des Jahres 1721 – der Absetzung Danadiers II. und des Aufstandes der radikalen Republikaner gegen die Ständeherrschaft – stellte sich Johann Franz gegen die radikalen Republikaner unter Führung von Simón Bernord und war als Heerführer an der Belagerung Semests im Herbst 1721 beteiligt. Als deutlich wurde, dass eine friedliche Einigung mit dem im Exil befindlichen Bruder Danadiers II. Herzog Philipp Karl von Viça an dessen Weigerung scheitern würde, das ständische Kondominium zu akzeptieren, rückte Erbprinz Johann Franz in eine Schlüsselstellung und erhielt den Oberbefehl über das Ständeheer.
Prinzregentschaft[bearbeiten]
Während noch verhandelt wurde, rückte Philipp Karl mit einem Heer in Nordostsagradien ein. Nach seinem Sieg in der Schlacht bei Canar gelang es Johann Franz, die Philippkarlisten empfindlich zu schlagen und zurückzudrängen. Nach seinem Sieg über die Philippkarlisten wurde Johann Franz von den Generalständen zum Prinzregenten der Republik ernannt, womit er de facto an die Spitze des Staatswesens trat und eine königsähnliche Position einnahm. In den folgenden Jahren regierte er den Staat gemeinsam mit dem Staatsrat der Generalstände. Die Philippkarlistenkriege konnten schließlich 1725 beendet werden.
Im Jahr 1725 starb Johanns Vater Maximilian II. von Cuentez und Johann Franz erbte die cuentesische Fürstenwürde, die er feierlich entgegennahm. Seine Stellung im Reich stärkte er zusätzlich durch die 1727 vollzogene Trauung mit Maria Luisa von Sagradien, die als Tochter König Danadiers II. den traditionellen Thronfolgertitel einer Prinzessin von Sarmay trug. Die Ehe war Teil des Programms, das durch die Bürgerkriege gespaltene Land zu einen und eine symbolische Aussöhnung zwischen Royalisten und Ständischen zu erreichen. Als souveräner Fürst von Cuentez und Fürstregent der Republik sowie als Fürstin von Sarmay standen Johann Franz und Maria Luise fortan als de facto-Monarchenpaar an der Spitze des sagradischen Staatswesens.
Rückkehr zum Königtum und Mitregentschaft[bearbeiten]
Erfolgreicher Höhepunkt dieser Aussöhnungspolitik war die offizielle Rückkehr zur Monarchie, die am 6. Januar 1730 mit der Krönung seiner Frau Maria I. zur sagradischen Königin erreicht wurde. Zuvor hatten Maria wie auch ihr Ehemann einen Eid auf die Codices Magni leisten müssen. Damit hatte das Königreich Sagradien nach neunjährigem Intermezzo wieder ein Herrscherpaar, doch die Stände hatten enorm an Macht gewonnen.
Johann und María regierten in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie. Johann, der landesweit als Prinzregent bekannt war, erhielt nun den Titel eines Königs und Mitregenten seiner Frau, erhielt aber keine eigenen Thronrechte. Dennoch behielt er de facto seine Position als wichtigster Machthaber, auch wenn er seine Macht mit den Ständen teilen musste.
Außenpolitisch brach das Paar mit dem lange gepflegten Frankreich-Bündnis der späten Santori-Könige und orientierte sich zunehmend am liberalen England sowie an Österreich. Bis 1735 mussten Johann Franz und Maria immer wieder von Frankreich aus organisierte Aufstände der loyalistischen Philippkarlisten zurückschlagen. 1736 schloss Sagradien mit Mikolinien den Vertrag von Diegue, in dem er zahlreiche Grenzkonflikte niederlegte. Im Innern förderten Joán Francès und María Sagradiens Kultur, Wissenschaft und Handel. Johann gilt zudem als aufgeklärter Monarch. Er war begeistert von den Ideen der französischen Aufklärer und berief einige Gelehrte an seinen Hof in Semest. Sein aufgeklärter Regierungsstil und sein Versuch, Sagradien durch Reformen zu modernisieren, führten mehrmals zu Spannungen mit der katholischen Kirche, die um ihre Machtstellung im Königreich fürchtete.
Johann herrschte in Cuentez als de jure souveräner Fürst in der Blutslinie, in Semest jedoch „nur“ als Mann seiner Ehefrau (jure uxoris), welche die legitimen Thronrechte hielt. Damit war Johann seiner Ehefrau in Cuentez theoretisch voran- und in Semest untergestellt. Jedoch waren beide in der Theorie gleichberechtigte Herrscher und es blieb zu Lebzeiten der beiden umstritten, inwiefern sich die Herrschaft Johanns in Sagradien auf das Erbrecht seiner Frau oder auf die Wahl der Stände gründete, die in freiem Entschluss Johanns als neuen König erwählt hatten.
Nachfolgefrage[bearbeiten]
Offen blieb im Reich auch die Nachfolgefrage, nachdem der einzige Sohn und Thronfolger Johann Manuel Gabriel, Prinz von Sarmay und Erbprinz von Cuentez, 1734 gestorben war. Daher erließ Johann Franz in Konsens mit den Ständen eine neue Nachfolgeregelung, welche die Codices Magni ergänzte. Darin versuchte Johann, die dynastische Nachfolge seiner einzig verbliebenen Tochter María Francisca zu bestätigen, musste aber den Ständen ein Mitspracherecht einräumen. Gemäß der neuen Nachfolgeordnung aus dem Jahr 1738 wurde die dreizehnjährige María Francisca als Thronfolgerin der sagradischen Krone bestätigt und erhielt den Titel einer Prinzessin von Sarmay. Jedoch sollten die Stände nun auch bei der Wahl ihres Gatten, des zukünftigen Königs, ein Mitspracherecht erhalten.
1745 starb Johann Franz im Alter von 47 Jahren an einem Reitunfall. Seine schwangere Frau Maria I. brachte wenige Monate später mit David Johann einen Sohn und Thronfolger zur Welt. Als Maria I. 1748 starb, folgte ihr der erst dreijährige Sohn als David II. auf den Thron.