Johann Franz: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Sagradien
Zur Navigation springenZur Suche springen
 
(44 dazwischenliegende Versionen von 7 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
'''Johann Franz von Santori''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Joán Francisco de Sántori'', [[Asumarische Sprache|asum.]] ''Joán Francês de Sàntori'', *1700, †1749) war als ''Johann Franz I.'' Graf von Nadal, als '''Johann III. Franz''' [[Fürst von Cuentez]] (1725-1744) sowie seit 1725 als Mitherrscher seiner Frau [[Maria I.]] und nach deren Tod 1735 allein [[König von Sagradien]] (1725-1749).
+
[[Bild:JohannAdamLiechtenstein.jpg|thumb|250px]]
 +
 
 +
'''Johann Franz von Santori''' (''Joán Francès de Sántori'', *1698, †1745) war als '''Johann III.''' [[Fürst von Cuentez]] (1725-1745) und als Ehemann von [[Maria I.]] ''jure uxoris'' [[Fürst von Sarmay]] (1727-1730) und [[König von Sagradien]] (1730-1745). Als solcher war er als '''Johann V.''' bekannt.
 +
 
 +
Ein führender Akteur in den [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkriegen]], fungierte Johann Franz von 1723 bis 1730 als ''Prinzregent'' der [[Erste Sagradische Republik|Sagradischen Republik]] und ebnete als solcher den Weg zur Rückkehr zur Monarchie unter seiner Frau Maria I. Er war der Vater der Monarchen [[David II.]] und [[Maria II. Franziska]].
  
 
=== Kindheit und Jugend ===
 
=== Kindheit und Jugend ===
Don Joán Francisco wurde 1700 im sagradischen [[Carravil de Nadal]] als Sohn von [[Don Francisco de Diegue|Prinz Francisco von Cuentez]] und Carlota de Sesín geboren. Er wuchs zunächst am Hof des sagradischen Königs [[Danadier II.]] in [[Semest]] auf und gehörte zum fürstlichen Hochadel: 1699 hatte sein Urgroßvater [[Manuel I. von Cuentez|Manuel I. der Alte]] in hohem Alter von 75 Jahren das [[Fürstentum Cuentez]] geerbt. Im Jahr 1701 starb Manuel der Alte im Alter von 77 Jahren und übergab den Königstitel an seinen Enkel [[Maximilian II. von Cuentez|Maximilian II.]], den älteren Bruder Franciscos und Onkel Joán Franciscos. Bereits als Kind lernte Johann Franz seine zwei Jahre jüngere Verwandte [[Maria I. Luise|Maria Luise von Sagradien]] kennen, die Tochter von König Danadier II. Eine Zeit lang wurden beide gemeinsam erzogen.  
+
Joán Francès de Sántori wurde 1698 im sagradischen [[Carravil de Nadal]] als Sohn von [[Maximilian II. von Cuentez|Prinz Maximilian Franz von Cuentez]], dem Grafen von Nadal, und Carlota de Sesín geboren. Väterlicherseits war Johann Franz ein Urenkel [[Manuel von Cuentez|Manuels von Nadal]], seit 1699 Fürst von Cuentez, und [[Gabriel VI.|Gabriels VI. von Sagradien]]. Mütterlicherseits war er ein Enkel von Herzog [[Ludwig Philipp III. von Sessin]] und Urenkel von [[Gabriel VII. von Sagradien]].
 +
 
 +
Der Santoriprinz wuchs zunächst am Hof seines Großonkels, dem sagradischen König [[Danadier II.]], in [[Semest]] auf, wo auch sein Onkel [[Joseph-August von Sessin]] weilte. Zunächst aus einer Nebenlinie der cuentezischen Sántori stammend, war Johann Franz ein Jahr alt, als sein Urgroßvater [[Manuel von Cuentez|Manuel der Alte]] in hohem Alter von 78 Jahren das [[Fürstentum Cuentez]] erbte. Im Jahr 1701 starb Manuel der Alte und übergab den Fürstentitel an Johanns Vater [[Maximilian II. von Cuentez|Maximilian II.]]. Johann Franz erbte nun die Titel eines Erbprinzen von Cuentez und Grafen von Asterre.
  
Seit 1706/7 stand Sagradien im Spanischen Erbfolgekrieg zunehmend auf verlorenem Posten. Der Krieg, in dem Maximilian II. für den sagradischen König [[Danadier II.]] kämpfte, entwickelte sich für den sagradischen König zu einem Desaster und mündete unmittelbar in den [[Sagradischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg der Koalition]], in dem Maximilian II. das Ständeheer der antiroyalistischen "[[Coalicionarioes]]" unterstützte und unter den symbolischen Schutz des cuentesischen Fürsten stellte. Mit einem propagandistischen Großangriff in Sagradien versuchte er die Sympathien der Bevölkerung und der königstreuen oder unentschiedenen Adligen zu erwerben.
+
=== Koalitionskrieg ===
 +
Seit 1706/7 stand Sagradien im Spanischen Erbfolgekrieg zunehmend auf verlorenem Posten. Der Krieg, in dem Maximilian II. für den sagradischen König [[Danadier II.]] kämpfte, entwickelte sich für den sagradischen König zu einem Desaster und mündete unmittelbar in den [[Sagradischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg der Koalition]], in dem Maximilian II. das Ständeheer der antiroyalistischen "[[Coalicionariœs]]" unterstützte.
  
=== Erlebnisse im Koalitionskrieg ===
+
Als Prinz des Hauses Sántori beteiligte sich der junge Johann Franz aktiv im Krieg gegen die Royalisten, der mit der Gefangennahme Danadiers II. 1718 vorerst beendet wurde. Als Mitglied der neu einberufenen Ständeversammlung gehörte Johann Franz danach zu den Anhängern eines ''Regimen Mixtum et Moderatum'', das eine Mitherrschaft der Stände an der königlichen Regierung vorsah, eine weitere Radikalisierung der Ereignisse aber ablehnte.  
Als Prinz des Hauses Sántori beteiligte sich der junge Johann Franz aktiv im Krieg gegen die Royalisten, der mit der Gefangennahme Danadiers II. 1718 vorerst beendet wurde. Als Mitglied der neu einberufenen Ständeversammlung gehörte Johann Franz danach zu den Anhängern eines ''Regimen Mixtum et Moderatum'', das eine Mitherrschaft der Stände an der königlichen Regierung vorsah, eine weitere Radikalisierung der Ereignisse aber ablehnte. Nach dem Tod seines Vaters Prinz Francisco im Jahr 1720 wurde Johann Franz als nächster Verwandter Maximilians II. zu dessen Erben designiert.
 
  
Vor dem Hintergrund der revolutionären Ereignisse des Jahres 1721 - der Absetzung Danadiers II. und des Aufstandes der radikalen Republikaner gegen die Ständeherrschaft – stellte sich Johann Franz gegen die radikalen Republikaner unter Führung von [[Simón Bernord]] und war als Heerführer an der Belagerung [[Semest]]s im Herbst 1721 beteiligt. Nach der Niederschlagung der republikanischen Aufstände wurde Johann Franz als möglicher künftiger König gehandelt. Als deutlich wurde, dass eine friedliche Einigung mit dem im Exil befindlichen Bruder Danadiers II. Herzog [[Philipp Karl von Viça]] an dessen Weigerung scheitern würde, das ständische Kondominium zu akzeptieren, rückte Johann Franz in eine Schlüsselstellung und erhielt den Oberbefehl über das Ständeheer.
+
Vor dem Hintergrund der revolutionären Ereignisse des Jahres 1721 der Absetzung Danadiers II. und des Aufstandes der radikalen Republikaner gegen die Ständeherrschaft – stellte sich Johann Franz gegen die radikalen Republikaner unter Führung von [[Simón Bernord]] und war als Heerführer an der Belagerung [[Semest]]s im Herbst 1721 beteiligt. Als deutlich wurde, dass eine friedliche Einigung mit dem im Exil befindlichen Bruder Danadiers II. Herzog [[Philipp Karl von Viça]] an dessen Weigerung scheitern würde, das ständische Kondominium zu akzeptieren, rückte Erbprinz Johann Franz in eine Schlüsselstellung und erhielt den Oberbefehl über das Ständeheer.
  
=== Prinzipatszeit ===
+
=== Prinzregentschaft ===
Während noch verhandelt wurde, rückte Philipp Karl mit einem Heer in Nordostsagradien ein. Nach seinem Sieg in der [[Schlacht bei Canar]] gelang es Johann Franz, die Philippkarlisten empfindlich zu schlagen und zurückzudrängen. Gleichzeitig wurde die Ehe mit [[Maria I. Luise|Maria Luisa]], einer Tochter König [[Danadier II.|Danadiers II.]], arrangiert. Mit der Hochzeit im Juli 1723 stieg Johann Franz zum ''Prinzen von Sagradien'' auf und erhielt einen Sitz im Staatsrat der Generalstände. De facto trat er damit an die Spitze der Republik.
+
Während noch verhandelt wurde, rückte Philipp Karl mit einem Heer in Nordostsagradien ein. Nach seinem Sieg in der [[Schlacht bei Canar]] gelang es Johann Franz, die Philippkarlisten empfindlich zu schlagen und zurückzudrängen. Nach seinem Sieg über die Philippkarlisten wurde Johann Franz von den Generalständen zum ''Prinzregenten'' der Republik ernannt, womit er ''de facto'' an die Spitze des Staatswesens trat und eine königsähnliche Position einnahm. In den folgenden Jahren regierte er den Staat gemeinsam mit dem ''Staatsrat'' der Generalstände. Die Philippkarlistenkriege konnten schließlich 1725 beendet werden.
  
Nach der erfolgreichen Beendigung der Philippkarlistenkriege 1724 trugen die Stände schließlich Maria Luisa und Johann Franz gemeinsam den sagradischen Thron an und beschlossen damit die Rückkehr zur Monarchie.
+
Im Jahr 1725 starb Johanns Vater [[Maximilian II. von Cuentez]] und Johann Franz erbte die cuentesische Fürstenwürde, die er feierlich entgegennahm. Seine Stellung im Reich stärkte er zusätzlich durch die 1727 vollzogene Trauung mit [[Maria I. Luise|Maria Luisa von Sagradien]], die als Tochter König [[Danadier II.|Danadiers II.]] den traditionellen Thronfolgertitel einer Prinzessin von Sarmay trug. Die Ehe war Teil des Programms, das durch die Bürgerkriege gespaltene Land zu einen und eine symbolische Aussöhnung zwischen Royalisten und Ständischen zu erreichen. Als souveräner Fürst von Cuentez und Fürstregent der Republik sowie als Fürstin von Sarmay standen Johann Franz und Maria Luise fortan als ''de facto''-Monarchenpaar an der Spitze des sagradischen Staatswesens.
  
=== Krönung zum sagradischen König ===  
+
=== Rückkehr zum Königtum und Mitregentschaft ===
Voraussetzung war jedoch die Beibehaltung des Kondominiums von Monarch und Ständen, die in den [[Codices Magni]] festgeschrieben war. Im Januar 1725 schworen Johann Franz und seine Ehefrau vor der Versammlung, die Codices Magni zu beachten und im Februar wurden sie beide in [[Noyar]] zu König und Königin gekrönt. Damit hatte das Königreich Sagradien nach vierjährigem Intermezzo wieder ein Herrscherpaar, doch die Stände hatten enorm an Macht gewonnen.  
+
Erfolgreicher Höhepunkt dieser Aussöhnungspolitik war die offizielle Rückkehr zur Monarchie, die am 6. Januar 1730 mit der Krönung seiner Frau [[Maria I.]] zur sagradischen Königin erreicht wurde. Zuvor hatten Maria wie auch ihr Ehemann einen Eid auf die [[Codices Magni]] leisten müssen. Damit hatte das Königreich Sagradien nach neunjährigem Intermezzo wieder ein Herrscherpaar, doch die Stände hatten enorm an Macht gewonnen.  
  
Johann und María regierten in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie. Im Laufe ihrer Regierungszeit konnten beide jedoch den Einfluss der Cortes, die allein das Königspaar einberufen und auflösen konnte, immer mehr zugunsten der königlichen Befugnisse zurückdrängen. Im Jahr 1725 starb Johanns Onkel Maximilian II. und Johann III. Franz erbte die cuentesische Königskrone, die er feierlich entgegennahm.  
+
Johann und María regierten in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie. Johann, der landesweit als ''Prinzregent'' bekannt war, erhielt nun den Titel eines Königs und Mitregenten seiner Frau, erhielt aber keine eigenen Thronrechte. Dennoch behielt er de facto seine Position als wichtigster Machthaber, auch wenn er seine Macht mit den Ständen teilen musste.  
  
Außenpolitisch brach das Paar mit dem lange gepflegten Frankreich-Bündnis der späten Santori-Valier und orientierte sich zunehmend am liberalen England sowie an Österreich. Bis 1735 mussten Johann Franz und Maria immer wieder von Frankreich aus organisierte Aufstände der loyalistischen [[Philippkarlisten]] zurückschlagen. 1736 schloss Sagradien mit Micolinien den [[Vertrag von Diegue]], in dem er zahlreiche Grenzkonflikte niederlegte. Im Innern förderten Joán Francisco und María Sagradiens Kultur, Wissenschaft und Handel. Johann gilt zudem als erster aufgeklärter Monarch Sagradiens. Er war begeistert von den Ideen der französischen Aufklärer und ein großer Anhänger von [[Santiago Calles]]. Zudem berief er einige Gelehrte an seinen Hof in Semest. Sein aufgeklärter Regierungsstil und sein Versuch, Sagradien durch Reformen zu modernisieren, führten mehrmals zu Spannungen mit der katholischen Kirche, die um ihre Machtstellung im Königreich fürchtete.
+
Außenpolitisch brach das Paar mit dem lange gepflegten Frankreich-Bündnis der späten Santori-Könige und orientierte sich zunehmend am liberalen England sowie an Österreich. Bis 1735 mussten Johann Franz und Maria immer wieder von Frankreich aus organisierte Aufstände der loyalistischen [[Philippkarlisten]] zurückschlagen. 1736 schloss Sagradien mit Mikolinien den [[Vertrag von Diegue]], in dem er zahlreiche Grenzkonflikte niederlegte. Im Innern förderten Joán Francès und María Sagradiens Kultur, Wissenschaft und Handel. Johann gilt zudem als aufgeklärter Monarch. Er war begeistert von den Ideen der französischen Aufklärer und berief einige Gelehrte an seinen Hof in Semest. Sein aufgeklärter Regierungsstil und sein Versuch, Sagradien durch Reformen zu modernisieren, führten mehrmals zu Spannungen mit der katholischen Kirche, die um ihre Machtstellung im Königreich fürchtete.
  
Johann herrschte in Cuentez als de jure souveräner Fürst in der Blutslinie, in Semest jedoch „nur“ als Mann seiner Ehefrau (''de iure uxoris''), welche die legitimen Thronrechte hielt. Damit war Johann seiner Ehefrau in Cuentez theoretisch voran- und in Semest untergestellt. Jedoch waren beide in der Theorie gleichberechtigte Herrscher und es blieb zu Lebzeiten der beiden umstritten, in wiefern sich die Herrschaft Johanns in Sagradien auf das Erbrecht seiner Frau oder auf die Wahl der Stände gründete, die in freiem Entschluss Johanns als neuen König erwählt hatten. Als Königin María I. 1735 an den Folgen einer Totgeburt starb, wurde das Problem aktuell. Da nur eine gemeinsame Tochter Johanns und Marias namens [[Maria II. Franziska|María Francisca]] lebte, stellten sich die sagradischen Cortes auf die Position, dass Johann III. qua Wahl durch die Stände und eigenes Blutrecht (als Urenkel [[Gabriel VI.|Gabriels VI.]]) auch nach dem Tode seiner Frau und seines Sohnes rechtmäßiger König des Landes sei. Der [[Akt von Vierna]] vereinigte die Stände von Sagradien und Cuentez vollzog damit de facto, aber nicht de jure den Schritt von der Personal- zur Realunion. Das Königreich von Sagradien und Cuentez erklärte der Akt für untrennbar und die Codices Magni als verbindlich für das gesamte Reich. Die dagegen nochmals mobilisierten Anhänger [[Philipp Karl von Viça]]s konnte Johann Franz schließlich endgültig besiegen.
+
Johann herrschte in Cuentez als de jure souveräner Fürst in der Blutslinie, in Semest jedoch „nur“ als Mann seiner Ehefrau (''jure uxoris''), welche die legitimen Thronrechte hielt. Damit war Johann seiner Ehefrau in Cuentez theoretisch voran- und in Semest untergestellt. Jedoch waren beide in der Theorie gleichberechtigte Herrscher und es blieb zu Lebzeiten der beiden umstritten, inwiefern sich die Herrschaft Johanns in Sagradien auf das Erbrecht seiner Frau oder auf die Wahl der Stände gründete, die in freiem Entschluss Johanns als neuen König erwählt hatten.
  
 
=== Nachfolgefrage ===
 
=== Nachfolgefrage ===
Gemeinsam erließen König und Stände zudem eine neue Nachfolgeregelung, welche die Codices Magni ergänzten. Darin versuchte Johann, die dynastische Nachfolge seiner einzig verbliebenen Tochter [[Maria II. Franziska|Dona María Francisca]] zu bestätigen, musste aber den Ständen ein Mitspracherecht einräumen. Gemäß der neuen Nachfolgeordnung aus dem Jahr 1738 wurde die dreizehnjährige María Francisca - bereits zuvor zur Thronfolgerin in Cuentez proklamiert, nun als Thronfolgerin auch der sagradischen Krone bestätigt und erhielt den Titel einer [[Prinz von Sarmay|Prinzessin von Sarmay]]. Jedoch sollten die Stände nun auch bei der Wahl ihres Gatten, des zukünftigen Königs, ein Mitspracherecht erhalten. Als María Francisca 1742 im Alter von 16 Jahren Johanns Schwager aus erster Ehe [[Anton II.|Antonio Raimundo di Piacone]] heiratete, musste dieser einen Eid auf die Codices Magni ableisten und wurde damit möglicher zukünftiger König an der Seite Maria Franciscas.  
+
Offen blieb im Reich auch die Nachfolgefrage, nachdem der einzige Sohn und Thronfolger Johann Manuel Gabriel, Prinz von Sarmay und Erbprinz von Cuentez, 1734 gestorben war. Daher erließ Johann Franz in Konsens mit den Ständen eine neue Nachfolgeregelung, welche die Codices Magni ergänzte. Darin versuchte Johann, die dynastische Nachfolge seiner einzig verbliebenen Tochter [[Maria II. Franziska|María Francisca]] zu bestätigen, musste aber den Ständen ein Mitspracherecht einräumen. Gemäß der neuen Nachfolgeordnung aus dem Jahr 1738 wurde die dreizehnjährige María Francisca als Thronfolgerin der sagradischen Krone bestätigt und erhielt den Titel einer [[Prinz von Sarmay|Prinzessin von Sarmay]]. Jedoch sollten die Stände nun auch bei der Wahl ihres Gatten, des zukünftigen Königs, ein Mitspracherecht erhalten.  
  
Obwohl Johann Franz am Tod seiner Frau María stark litt, entschloss er sich 1739 zu einer neuerlichen Heirat, um doch noch die Möglichkeit auf einen männlichen Thronfolger zu haben. Die Wahl fiel schließlich auf die neunzehnjährige Maria Eleonore von Österreich, eine Tochter Kaiser Karls VI. und Schwester Maria Theresias. Seit 1740 befand sich Sagradien als Mitglied der Pragmatischen Allianz mit Österreich und Großbritannien im Krieg gegen Frankreich, Preußen und ihre Verbündeten. Aus der Ehe mit der Habsburgerin ging 1745 schließlich unerwartet doch noch ein männlicher Thronfolger namens [[David II.|David Johann]] hervor. Der Krieg gegen Frankreich wurde 1748 beendet und brachte für Sagradien keine Gebietsgewinne. Als Johann Franz bereits im Folgejahr überraschend starb, folgte ihm sein erst vierjähriger Sohn als [[David II.]] auf den Thron. Dessen Tod 1754 stürzte das Santori-Reich schließlich in einen Abgrund und führte zum [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]] um die Nachfolge durch Johanns Tochter [[Maria II. Franziska]] und ihren Mann [[Anton II. Raimund]]. 
+
1745 starb Johann Franz im Alter von 47 Jahren an einem Reitunfall. Seine schwangere Frau [[Maria I.]] brachte wenige Monate später mit [[David II.|David Johann]] einen Sohn und Thronfolger zur Welt. Als Maria I. 1748 starb, folgte ihr der erst dreijährige Sohn als [[David II.]] auf den Thron.  
  
 
[[Kategorie: König von Sagradien]]
 
[[Kategorie: König von Sagradien]]
 +
[[Kategorie: Regent von Sagradien]]
 
[[Kategorie: Fürst von Cuentez]]
 
[[Kategorie: Fürst von Cuentez]]
 
[[Kategorie: Santori]]
 
[[Kategorie: Santori]]

Aktuelle Version vom 3. Januar 2026, 19:49 Uhr

JohannAdamLiechtenstein.jpg

Johann Franz von Santori (Joán Francès de Sántori, *1698, †1745) war als Johann III. Fürst von Cuentez (1725-1745) und als Ehemann von Maria I. jure uxoris Fürst von Sarmay (1727-1730) und König von Sagradien (1730-1745). Als solcher war er als Johann V. bekannt.

Ein führender Akteur in den Sagradischen Bürgerkriegen, fungierte Johann Franz von 1723 bis 1730 als Prinzregent der Sagradischen Republik und ebnete als solcher den Weg zur Rückkehr zur Monarchie unter seiner Frau Maria I. Er war der Vater der Monarchen David II. und Maria II. Franziska.

Kindheit und Jugend[bearbeiten]

Joán Francès de Sántori wurde 1698 im sagradischen Carravil de Nadal als Sohn von Prinz Maximilian Franz von Cuentez, dem Grafen von Nadal, und Carlota de Sesín geboren. Väterlicherseits war Johann Franz ein Urenkel Manuels von Nadal, seit 1699 Fürst von Cuentez, und Gabriels VI. von Sagradien. Mütterlicherseits war er ein Enkel von Herzog Ludwig Philipp III. von Sessin und Urenkel von Gabriel VII. von Sagradien.

Der Santoriprinz wuchs zunächst am Hof seines Großonkels, dem sagradischen König Danadier II., in Semest auf, wo auch sein Onkel Joseph-August von Sessin weilte. Zunächst aus einer Nebenlinie der cuentezischen Sántori stammend, war Johann Franz ein Jahr alt, als sein Urgroßvater Manuel der Alte in hohem Alter von 78 Jahren das Fürstentum Cuentez erbte. Im Jahr 1701 starb Manuel der Alte und übergab den Fürstentitel an Johanns Vater Maximilian II.. Johann Franz erbte nun die Titel eines Erbprinzen von Cuentez und Grafen von Asterre.

Koalitionskrieg[bearbeiten]

Seit 1706/7 stand Sagradien im Spanischen Erbfolgekrieg zunehmend auf verlorenem Posten. Der Krieg, in dem Maximilian II. für den sagradischen König Danadier II. kämpfte, entwickelte sich für den sagradischen König zu einem Desaster und mündete unmittelbar in den Bürgerkrieg der Koalition, in dem Maximilian II. das Ständeheer der antiroyalistischen "Coalicionariœs" unterstützte.

Als Prinz des Hauses Sántori beteiligte sich der junge Johann Franz aktiv im Krieg gegen die Royalisten, der mit der Gefangennahme Danadiers II. 1718 vorerst beendet wurde. Als Mitglied der neu einberufenen Ständeversammlung gehörte Johann Franz danach zu den Anhängern eines Regimen Mixtum et Moderatum, das eine Mitherrschaft der Stände an der königlichen Regierung vorsah, eine weitere Radikalisierung der Ereignisse aber ablehnte.

Vor dem Hintergrund der revolutionären Ereignisse des Jahres 1721 – der Absetzung Danadiers II. und des Aufstandes der radikalen Republikaner gegen die Ständeherrschaft – stellte sich Johann Franz gegen die radikalen Republikaner unter Führung von Simón Bernord und war als Heerführer an der Belagerung Semests im Herbst 1721 beteiligt. Als deutlich wurde, dass eine friedliche Einigung mit dem im Exil befindlichen Bruder Danadiers II. Herzog Philipp Karl von Viça an dessen Weigerung scheitern würde, das ständische Kondominium zu akzeptieren, rückte Erbprinz Johann Franz in eine Schlüsselstellung und erhielt den Oberbefehl über das Ständeheer.

Prinzregentschaft[bearbeiten]

Während noch verhandelt wurde, rückte Philipp Karl mit einem Heer in Nordostsagradien ein. Nach seinem Sieg in der Schlacht bei Canar gelang es Johann Franz, die Philippkarlisten empfindlich zu schlagen und zurückzudrängen. Nach seinem Sieg über die Philippkarlisten wurde Johann Franz von den Generalständen zum Prinzregenten der Republik ernannt, womit er de facto an die Spitze des Staatswesens trat und eine königsähnliche Position einnahm. In den folgenden Jahren regierte er den Staat gemeinsam mit dem Staatsrat der Generalstände. Die Philippkarlistenkriege konnten schließlich 1725 beendet werden.

Im Jahr 1725 starb Johanns Vater Maximilian II. von Cuentez und Johann Franz erbte die cuentesische Fürstenwürde, die er feierlich entgegennahm. Seine Stellung im Reich stärkte er zusätzlich durch die 1727 vollzogene Trauung mit Maria Luisa von Sagradien, die als Tochter König Danadiers II. den traditionellen Thronfolgertitel einer Prinzessin von Sarmay trug. Die Ehe war Teil des Programms, das durch die Bürgerkriege gespaltene Land zu einen und eine symbolische Aussöhnung zwischen Royalisten und Ständischen zu erreichen. Als souveräner Fürst von Cuentez und Fürstregent der Republik sowie als Fürstin von Sarmay standen Johann Franz und Maria Luise fortan als de facto-Monarchenpaar an der Spitze des sagradischen Staatswesens.

Rückkehr zum Königtum und Mitregentschaft[bearbeiten]

Erfolgreicher Höhepunkt dieser Aussöhnungspolitik war die offizielle Rückkehr zur Monarchie, die am 6. Januar 1730 mit der Krönung seiner Frau Maria I. zur sagradischen Königin erreicht wurde. Zuvor hatten Maria wie auch ihr Ehemann einen Eid auf die Codices Magni leisten müssen. Damit hatte das Königreich Sagradien nach neunjährigem Intermezzo wieder ein Herrscherpaar, doch die Stände hatten enorm an Macht gewonnen.

Johann und María regierten in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie. Johann, der landesweit als Prinzregent bekannt war, erhielt nun den Titel eines Königs und Mitregenten seiner Frau, erhielt aber keine eigenen Thronrechte. Dennoch behielt er de facto seine Position als wichtigster Machthaber, auch wenn er seine Macht mit den Ständen teilen musste.

Außenpolitisch brach das Paar mit dem lange gepflegten Frankreich-Bündnis der späten Santori-Könige und orientierte sich zunehmend am liberalen England sowie an Österreich. Bis 1735 mussten Johann Franz und Maria immer wieder von Frankreich aus organisierte Aufstände der loyalistischen Philippkarlisten zurückschlagen. 1736 schloss Sagradien mit Mikolinien den Vertrag von Diegue, in dem er zahlreiche Grenzkonflikte niederlegte. Im Innern förderten Joán Francès und María Sagradiens Kultur, Wissenschaft und Handel. Johann gilt zudem als aufgeklärter Monarch. Er war begeistert von den Ideen der französischen Aufklärer und berief einige Gelehrte an seinen Hof in Semest. Sein aufgeklärter Regierungsstil und sein Versuch, Sagradien durch Reformen zu modernisieren, führten mehrmals zu Spannungen mit der katholischen Kirche, die um ihre Machtstellung im Königreich fürchtete.

Johann herrschte in Cuentez als de jure souveräner Fürst in der Blutslinie, in Semest jedoch „nur“ als Mann seiner Ehefrau (jure uxoris), welche die legitimen Thronrechte hielt. Damit war Johann seiner Ehefrau in Cuentez theoretisch voran- und in Semest untergestellt. Jedoch waren beide in der Theorie gleichberechtigte Herrscher und es blieb zu Lebzeiten der beiden umstritten, inwiefern sich die Herrschaft Johanns in Sagradien auf das Erbrecht seiner Frau oder auf die Wahl der Stände gründete, die in freiem Entschluss Johanns als neuen König erwählt hatten.

Nachfolgefrage[bearbeiten]

Offen blieb im Reich auch die Nachfolgefrage, nachdem der einzige Sohn und Thronfolger Johann Manuel Gabriel, Prinz von Sarmay und Erbprinz von Cuentez, 1734 gestorben war. Daher erließ Johann Franz in Konsens mit den Ständen eine neue Nachfolgeregelung, welche die Codices Magni ergänzte. Darin versuchte Johann, die dynastische Nachfolge seiner einzig verbliebenen Tochter María Francisca zu bestätigen, musste aber den Ständen ein Mitspracherecht einräumen. Gemäß der neuen Nachfolgeordnung aus dem Jahr 1738 wurde die dreizehnjährige María Francisca als Thronfolgerin der sagradischen Krone bestätigt und erhielt den Titel einer Prinzessin von Sarmay. Jedoch sollten die Stände nun auch bei der Wahl ihres Gatten, des zukünftigen Königs, ein Mitspracherecht erhalten.

1745 starb Johann Franz im Alter von 47 Jahren an einem Reitunfall. Seine schwangere Frau Maria I. brachte wenige Monate später mit David Johann einen Sohn und Thronfolger zur Welt. Als Maria I. 1748 starb, folgte ihr der erst dreijährige Sohn als David II. auf den Thron.