António Santiago: Unterschied zwischen den Versionen

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'''José António Santiago''' (* 1894 in Parasca del Pesce, † Juni 1964 in [[Semess]]) war ein sozialistischer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker. Er war seit 1954 der letzte Generalsekretär des [[Partido Socialista]] (PS) und danach bis zu seinem Tod der erste Generalsekretär der neugegründeten [[ASUL]]. Von Februar bis Juni 1964 war er [[Ministerpräsident]] [[Sagradien]]s. Als solcher verstarb der herzkranke Santiago an den Folgen eines Herzinfarkts im Amt.
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'''José António Santiago Guiterres''' (* 1894 in Parasca del Pesce, † Juni 1964 in [[Semest]]) war ein sozialistischer [[Sagradien|sagradischer]] Politiker. Er war von 1954 bis zu seinem Tod Generalsekretär der sozialistischen [[ASUL]] und seit Februar zugleich [[Ministerpräsident]] [[Sagradien]]s. Er starb im Juni 1964 an den Folgen eines Herzinfarkts im Amt.
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== Leben ==
 
=== Leben und Wirken in der Zweiten Republik ===
 
=== Leben und Wirken in der Zweiten Republik ===
Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende António Santiago, Sohn eines Schusters aus der Kleinstadt Parasca im [[Pescano]], wuchs ohne Vater auf. Dennoch schaffte er es bis zum Abitur und erhielt ein Gewerkschaftsstipendium für ein Studium der Rechtswissenschaften. Nach seinem Jura-Examen arbeitete er bis zu seinem Tod als Funktionär für die linke Gewerkschaftsbewegung und für die [[Partido Socialista|sagradische Sozialistische Partei]] sowie zunächst als Vorstandsdelegierter für die [[Juventú Socialista|sozialistische Jugendbewegung CSJS]]. 1920 wurde der damals 26-jährige für zwei Jahre zum stellvertretenden Sekretär der CSJS gewählt. Eine Bewerbung um das Sekretärsamt schlug 1922 fehl, sodass sich Santiago aus dem Vorstand zurückzog.
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Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende António Santiago, Sohn eines Schusters aus der Kleinstadt Parasca im [[Pescano]], wuchs ohne Vater auf. Dennoch schaffte er es bis zum Abitur und erhielt ein Gewerkschaftsstipendium für ein Studium der Rechtswissenschaften. Nach seinem Jura-Examen arbeitete er bis zu seinem Tod als Funktionär für die linke Gewerkschaftsbewegung und für die [[Partíu Socialista|sagradische Sozialistische Partei]] sowie zunächst als Vorstandsdelegierter für die [[Juventú Socialista|sozialistische Jugendbewegung CSJS]]. 1920 wurde der damals 26-jährige für zwei Jahre zum stellvertretenden Sekretär der CSJS gewählt. Eine Bewerbung um das Sekretärsamt schlug 1922 fehl, sodass sich Santiago aus dem Vorstand zurückzog.
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Als Mitarbeiter wurde Santiago ein enger Vertrauter des sozialistischen Abgeordneten [[José Saviola]], der den jungen Santiago förderte und 1925 zu seinem persönlichen Büroleiter machte. 1930 wurde Santiago erstmals in den Vorstand der Sozialistischen Partei gewählt und erhielt kurz darauf einen hauptamtlichen Posten als Organisationssekretär der Partei. Er war unter anderem für die Kontakte der Partei zu den formell unabhängigen, de facto aber von der Partei finanzierten [[Republikanische Kräfte|Republikanischen Kräfte]] (''Forças Republicanas'') zuständig. In der Folge gehörte Santiago zu den Skeptikern bezüglich einer Zusammenarbeit mit den Kommunisten, änderte aber seine Meinung, nachdem er von rechten Schlägertruppen 1934 zusammengeschlagen worden war und mehrere Wochen lang im Krankenhaus liegen musste. Daraufhin setzte er sich für eine linke Kampfgemeinschaft gegen den immer bedrohlicher werdenden Faschismus ein. Erst nach dem Sieg der linken [[Volksfront]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1936]] zog er erstmals ins sagradische Parlament ein, wo er die Volksfrontregierungen [[José Saviola]]s und [[Angel Colón]]s unterstützte. Er gehörte zum Vorstand der sozialistischen Fraktion und bekleidete 1936/37 im [[Kabinett Saviola II|zweiten Kabinett José Saviolas]] den Posten eines Staatssekretärs im [[Erziehungsministerium]].
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=== Widerstand und Tätigkeit in der frühen Dritten Republik ===
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Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs trat Santiago für einen Kriegseintritt Sagradiens in den Krieg ein und geriet in Gegensatz zum restriktiven Neutralitätskurs der Regierung unter [[Manuel Sants]]. Nach dem Verbot der kommunistischen Partei wurde Santiago als früherer Anhänger der Volksfront vorübergehend festgenommen, obwohl er sich mehrfach von der KPS distanziert hatte. 1940 wurde er schließlich wegen seiner Agitation für den Kriegseintritt abermals festgenommen und zu einer Haftstrafe verurteilt.
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Danach trat Santiago auch weiterhin als öffentlicher Kritiker der Regierung Sants auf. Nach seiner Entlassung ging Santiago nach Frankreich, wo er sich dem französischen Untergrund anschloss. Seit 1941 kämpfte er auch in Sagradien gegen die deutsche Wehrmacht. Gemeinsam mit [[Santo de l'Ilpa]] und anderen begründete er die [[Resistença Sagradêsa]].
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Seit 1945 gehörte Santiago erneut der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]] an.
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=== Parteichef der Sozialisten ===
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1947 gehörte Santiago zusammen mit [[Santo de l'Ilpa]], [[Ricardo Moreno]] und [[Nino Cabal]] zu den Gründern der sozialdemokratischen Sammlungspartei [[ASUL]], für die er das Amt des Vizegeneralsekretärs und die Funktion des organisatorischen Sekretärs der Partei übernahm.
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Nach der Niederlage der Sozialistischen Partei bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954]] wurde Santiago als Nachfolger von [[Ricardo Moreno]] zum Generalsekretär der [[ASUL]] gewählt. Diese führte er bei der [[Parlamentswahl 1958]] und [[Parlamentswahl 1962]] als Spitzenkandidat an, musste sich beide Male aber der regierenden [[PPC|Volkspartei]] geschlagen geben - wenn auch 1962 nur knapp. Bei der [[Präsidentschaftswahl in Sagradien 1960|Präsidentschaftswahl 1960]] kandidierte Santiago gegen den früheren Ministerpräsidenten [[Paulo Luciaro]], den Parteiführer der [[UDS|Liberalen]] [[Carles Méndez-León]] und den [[PCS]]-Generalsekretär [[Santo Cortez]]. Im "Rennen der Giganten" erreichte Santiago den zweiten Wahlgang, wo er aber dem favorisierten Luciaro unterlag.
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Als Parteichef der Sozialisten ließ Santiago die Gruppe der Reformer in der Partei gewähren, die wesentlichen Einfluss auf das erste Parteiprogramm von 1962 ([[Manifesto de Lemez]]) erhielt. Mit der Verabschiedung des Lemezer Programms distanzierten sich die Sozialisten programmatisch von revolutionärer Ideologie und strebten eine ''sozialistische Reform'' an, womit sich die Partei auf einen Dritten Weg zwischen Sozialismus und Kapitalismus begab. In der [[Kabinett Costa|Regierung Costa]] übernahm Santiago kein Amt, stattdessen blieb er als Parteichef außerhalb des Kabinetts und schickte seinen Stellvertreter Del Pérez als Außenminister und Vizepremier in die Regierung. Damit konnte Santiago die Unabhängigkeit der Partei von der ungeliebten Regierungskoalition betonen, was unter anderem dazu beitrug, dass die ASUL nach dem Bruch der Koalition 1963 bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordntenkammer 1963]] mit einem Programm des ''Wechsels'' antreten konnte.
  
Als Mitarbeiter wurde Santiago ein enger Vertrauter des sozialistischen Abgeordneten [[José Saviola]], der den jungen Santiago förderte und 1925 zu seinem persönlichen Büroleiter machte. 1930 wurde Santiago erstmals in den Vorstand der Sozialistischen Partei gewählt und erhielt kurz darauf einen hauptamtlichen Posten als Organisationssekretär der Partei. Er war unter anderem für die Kontakte der Partei zu den formell unabhängigen, de facto aber von der Partei finanzierten [[Republikanische Kräfte|Republikanischen Kräfte]] (''Forças Republicanas'') zuständig. In der Folge gehörte Santiago zu den Skeptikern bezüglich einer Zusammenarbeit mit den Kommunisten, änderte aber seine Meinung, nachdem er von rechten Schlägertruppen 1934 zusammengeschlagen worden war und mehrere Wochen lang im Krankenhaus liegen musste. Daraufhin setzte er sich für eine linke Kampfgemeinschaft gegen den immer bedrohlicher werdenden Faschismus ein. Erst nach dem Sieg der linken [[Volksfront]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1935]] zog er erstmals ins sagradische Parlament ein, wo er die Volksfrontregierungen [[José Saviola]]s und [[Angel Colón]]s unterstützte. Er gehörte zum Vorstand der sozialistischen Fraktion und bekleidete 1936/37 im [[Kabinett Saviola II|zweiten Kabinett José Saviolas]] den Posten eines Staatssekretärs im [[Erziehungsministerium]]. Nach dem [[Februarputsch 1938]] wurde ihm sein Parlamentsmandat entzogen und er saß in der Folge als politischer Gefangener in Haft.  
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=== Ministerpräsidentschaft und Tod ===
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Mit einem Wahlergebnis von 32,5 Prozent konnte Santiago die ASUL bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1963|vorgezogenen Parlamentswahlen im Dezember 1963]] zu einem Wahlsieg führen. Um eine parlamentarische Mehrheit jenseits der gescheiterten Zusammenarbeit mit den Konservativen und der Kooperation mit den Kommunisten zu finden, nahm er in der Folge erstmals Gespräche mit der liberalen [[UDS|Demokratischen Union]] von [[Carles Méndez]] sowie den linksliberalen [[Partíu Radical-Democrático|Radikaldemokraten]] auf. Dabei machte er auch in der Wirtschaftspolitik Zugeständnisse an die Liberalen, die er zuvor gegenüber dem PPC nicht gemacht hatte. Im Februar 1964 wurde Santiago schließlich zum [[Ministerpräsident]]en einer [[Kabinett Santiago|Mitte-Links-Regierung]] aus Sozialisten, Links- und Rechtsliberalen ernannt. Durch Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] wurde Santiago als erster Sozialist seit 1949 zum Regierungschef ernannt. Ziel seiner Regierung war eine ''progressive Reform'' in gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Fragen, ohne jedoch das traditionelle Ziel von Verstaatlichungen der Schlüsselindustrien auf die Agenda zu setzen, welche die Liberalen deutlich ablehnten, die Santiago zuvor aber stets zur Vorbedingung sozialistischer Regierungsbeteiligung gemacht hatte und die auch in der Großen Koalition als Ziele benannt, aber nicht umgesetzt worden waren.  
  
=== Widerstand und Karriere in der Dritten Republik ===
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Von der Politik, die er in seiner ersten Regierungserklärung ankündigte, konnte Santiago kaum mehr etwas umsetzen. Nach nur vier Monaten im Amt verstarb der bereits seit längerer Zeit an Herzproblemen leidende Santiago im Juni 1964 an den Folgen eines Herzinfarktes. Sowohl im Parteiamt als auch in der Regierung folgte ihm [[Iacovo Del Pérez]] nach, der die Koalition mit den Liberalen bis zu deren Auseinanderbrechen im Jahr 1967 fortsetzte und 1969 von [[Joán Caval]] als Parteichef abgelöst wurde. António Santiago wurde posthum zum Ehrenvorsitzenden seiner Partei ernannt.
Erst 1940 wurde er aufgrund seines Gesundheitszustands freigelassen, musste aber die Hauptstadt verlassen. Nachdem er nur knapp einem Anschlag auf sein Leben hatte entgehen können, ging Santiago 1942 in den Untergrund und wurde zu einem wesentlichen Führer des linken Widerstands gegen das faschistische [[Álamo-Regime]]. Im Untergrund trug er u.a. den Kampfnamen ''Chanal'' und arbeitete eng mit kommunistischen und nicht-sozialistischen Widerstandskämpfern sowie mit dem Sozialisten [[Santo de la Ilpa]] zusammen. Gemeinsam mit [[Santo de la Ilpa]] begründete er den [[Partido Socialista de la Libertá Proletária]] (PSLP) und saß für die Sozialisten seit 1943 im [[Comité Nacional de la Resistença Sagradêsa]]. Stärker als Ilpa hielt Santiago zur Zeit der Reorganisation der sozialistischen Partei auch Kontakt zum Exil-PS unter [[Ricardo Moreno]], den er 1944 zu Vorstandssitzungen des PSLP einlud. In der Folge kam es 1945 zur offiziellen Wiedergründung des PS (zunächst unter dem Namen ''Partido Socialista Unitáriu''). Im neuen Vorstand der Partei bekleidete er den Posten eines Organisationssekretärs. Nachdem er 1945 in die [[Verfassungsgebende Nationalversammlung]] gewählt worden war, gehörte er ab 1946 der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]] an.
 
  
In dem sich bald in der Partei abzeichnenden Richtungskampf zwischen den ''Frentistas'', die eine Fortführung der Volksfront mit den Kommunisten anstrebten, und den ''Anti-Comunistas'' bezog Santiago lange keine eindeutige Stellung und schlug sich erst spät, kurz vor der Spaltung der Partei im Jahr 1947 auf die Seite Ricardo Morenos und gegen den antikommunistischen Flügel um Ilpa, der daraufhin die Partei verließ und den [[Partido Socialista Democrático]] gründete. Nach der Spaltung stieg Santiago zur unumstrittenen Nummer Zwei in der Partei hinter Generalsekretär Ricardo Moreno auf, zudem er bald jedoch ein eher gespanntes Verhältnis hatte, da er Moreno vorwarf, sich all zu sehr auf das Bündnis mit den Kommunisten zu stützen und die Unabhängigkeit der Partei zu gefährden. Dennoch unterstützte er Morenos Kurs, kritisierte die Westbindung des Landes, sprach sich für eine atomwaffenfreie Zone in Sagradien ein und kritisierte die westlichen Mächte für ihre kolonialistische und imperalistische Politik. Die auch von Moreno ausgehende Diffamierung der ''Demokratischen Sozialisten'' Ilpas als "Arbeiterverräter" lehnte Santiago jedoch ab, auch wenn er deren Regierungspolitik heftig kritisierte.
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== Politische Funktionen ==
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=== Parteiämter ===
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* 1920-1922: stellvertretender Sekretär der [[Juventú Socialista|Sozialistischen Jugend CSJS]]
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* 1930-1936: Organisationssekretär des [[Partíu Socialista]] (PS)
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* 1945-1947: Organisationssekretär des [[Partíu Socialista|Partíu Socialista Unitáriu]] (PSU)
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* 1947-1954: Vizegeneralsekretär der [[ASUL]]
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* 1954-1964: Generalsekretär der [[ASUL]]
  
Nach der Niederlage der Sozialistischen Partei bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950]] ging Santiago zunehmend auf Distanz zur Kommunistischen Partei, die Führungsrolle der UdSSR wollte er nicht anerkennen. An eine rasche Wiederannäherung mit dem PSD, wie von einigen Sozialisten rund um das so genannte [[Mitternachtskartell]] angestrebt, glaubte Santiago zu dieser Zeit aber nicht. Nach der erneuten deutlichen Niederlage der Linksparteien bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954]], bei der die Sozialisten erstmals hinter die Kommunistische Partei zurückfielen, kam es zu einem Wechsel im Vorsitz der Partei. Generalsekretär [[Ricardo Moreno]] gab sein Amt an seinen bisherigen Stellvertreter António Santiago ab, der die Verbindungen zum PCS in der Folge endgültig kappte und den Einmarsch sowjetischer Truppen in Ungarn 1956 scharf verurteilte. Außenpolitisch deutete sich bald eine Umorientierung an, in deren Folge die Partei sich zunehmend der pro-westlichen Politik der bürgerlichen Rechten sowie der Sozialdemokraten Ilpas annäherten.
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=== Mandate ===
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* 1936-1964: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]
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* 1958-1964: Sprecher der [[ASUL]] in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]
  
Nach dem Tod [[Santo de la Ilpa]]s kam es auch zu sich intensivierenden Verbindungen zwischen Vertretern der beiden sozialistischen Parteien mit dem Ziel einer baldigen Wiedervereinigung der zunehmend marginalisierten Parteien in einer neuen sozialistischen Mitte-Links-Partei. Nach gemeinsamen Kampagnen bei den [[Kommunalwahlen 1956]] kam es 1957 schließlich in [[Vapaís]] zur Gründung der [[Aliança Socialista d'Unitá Lavorista]] aus PS, PSD und anderen Mitte-Links-Parteien. Gemeinsam mit PSD-Sekretär [[Márcio Álvarez]] wurde António Santiago zu einem von zwei gleichberechtigten Sekretären der neuen Partei gewählt, die sich vorerst ein nur vorläufiges Wahlprogramm gab. Bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958]] trat die ASUL erstmals an und konnte sich gegen die Kommunistische Partei sowie gegen die als Fortsetzung des alten PS gegründete [[Partido Socialista Sagradês]] von [[Luis Bertón]] klar als neue dominante Kraft im linken Spektrum durchsetzen. Auf dem ersten regulären Parteikongress in [[Semess]] 1960, auf dem sich die Partei eine neue Organisationsstruktur gab, wurde Santiago zum alleinigen ''Generalsekretär'' gewählt, Stellvertreter wurde der aus dem PSD stammende [[Iacovo Del Pérez]].
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=== Regierungsämter ===
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* 1936-1938: Staatssekretär im [[Erziehungsministerium]] ([[Kabinett Laval II]], [[Kabinett Saviola I|Saviola I]] & [[Kabinett Saviola II|II]])
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* Feb-Jun 1964:  [[Präsident des Ministerrats]] ([[Kabinett Santiago]])
  
In der Folge unterstützte Santiago die Gruppe der Reformer in der Partei, die wesentlichen Einfluss auf das erste Parteiprogramm von 1962 ([[Manifesto de Lemez]]) erhielt und 1962 für den Eintritt in eine Große Koalition mit der konservativen [[CSD]] unter [[Martín Ánibal Costa]] plädierte. Mit der Verabschiedung des Lemezer Programms und der Bildung einer CSD/ASUL-Regierung wurde die deutliche Oppositionspolitik der Sozialisten gegen die pro-westliche Politik der bürgerlichen Rechten endgültig aufgegeben. Auch die Marktwirtschaft wurde nicht mehr grundsätzlich abgelehnt, stattdessen ihre ''sozialistische Reform'' angestrebt, womit sich die Partei auf einen Dritten Weg zwischen Sozialismus und Kapitalismus begab.
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[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Santiago]]
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[[Kategorie: PS-Politiker|Santiago]]
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[[Kategorie: Politiker der ASUL|Santiago]]
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[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens|Santiago]]

Aktuelle Version vom 30. Juli 2024, 16:16 Uhr

SeánLemass1.jpg

José António Santiago Guiterres (* 1894 in Parasca del Pesce, † Juni 1964 in Semest) war ein sozialistischer sagradischer Politiker. Er war von 1954 bis zu seinem Tod Generalsekretär der sozialistischen ASUL und seit Februar zugleich Ministerpräsident Sagradiens. Er starb im Juni 1964 an den Folgen eines Herzinfarkts im Amt.

Leben[bearbeiten]

Leben und Wirken in der Zweiten Republik[bearbeiten]

Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende António Santiago, Sohn eines Schusters aus der Kleinstadt Parasca im Pescano, wuchs ohne Vater auf. Dennoch schaffte er es bis zum Abitur und erhielt ein Gewerkschaftsstipendium für ein Studium der Rechtswissenschaften. Nach seinem Jura-Examen arbeitete er bis zu seinem Tod als Funktionär für die linke Gewerkschaftsbewegung und für die sagradische Sozialistische Partei sowie zunächst als Vorstandsdelegierter für die sozialistische Jugendbewegung CSJS. 1920 wurde der damals 26-jährige für zwei Jahre zum stellvertretenden Sekretär der CSJS gewählt. Eine Bewerbung um das Sekretärsamt schlug 1922 fehl, sodass sich Santiago aus dem Vorstand zurückzog.

Als Mitarbeiter wurde Santiago ein enger Vertrauter des sozialistischen Abgeordneten José Saviola, der den jungen Santiago förderte und 1925 zu seinem persönlichen Büroleiter machte. 1930 wurde Santiago erstmals in den Vorstand der Sozialistischen Partei gewählt und erhielt kurz darauf einen hauptamtlichen Posten als Organisationssekretär der Partei. Er war unter anderem für die Kontakte der Partei zu den formell unabhängigen, de facto aber von der Partei finanzierten Republikanischen Kräfte (Forças Republicanas) zuständig. In der Folge gehörte Santiago zu den Skeptikern bezüglich einer Zusammenarbeit mit den Kommunisten, änderte aber seine Meinung, nachdem er von rechten Schlägertruppen 1934 zusammengeschlagen worden war und mehrere Wochen lang im Krankenhaus liegen musste. Daraufhin setzte er sich für eine linke Kampfgemeinschaft gegen den immer bedrohlicher werdenden Faschismus ein. Erst nach dem Sieg der linken Volksfront bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1936 zog er erstmals ins sagradische Parlament ein, wo er die Volksfrontregierungen José Saviolas und Angel Colóns unterstützte. Er gehörte zum Vorstand der sozialistischen Fraktion und bekleidete 1936/37 im zweiten Kabinett José Saviolas den Posten eines Staatssekretärs im Erziehungsministerium.

Widerstand und Tätigkeit in der frühen Dritten Republik[bearbeiten]

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs trat Santiago für einen Kriegseintritt Sagradiens in den Krieg ein und geriet in Gegensatz zum restriktiven Neutralitätskurs der Regierung unter Manuel Sants. Nach dem Verbot der kommunistischen Partei wurde Santiago als früherer Anhänger der Volksfront vorübergehend festgenommen, obwohl er sich mehrfach von der KPS distanziert hatte. 1940 wurde er schließlich wegen seiner Agitation für den Kriegseintritt abermals festgenommen und zu einer Haftstrafe verurteilt.

Danach trat Santiago auch weiterhin als öffentlicher Kritiker der Regierung Sants auf. Nach seiner Entlassung ging Santiago nach Frankreich, wo er sich dem französischen Untergrund anschloss. Seit 1941 kämpfte er auch in Sagradien gegen die deutsche Wehrmacht. Gemeinsam mit Santo de l'Ilpa und anderen begründete er die Resistença Sagradêsa.

Seit 1945 gehörte Santiago erneut der sagradischen Abgeordnetenkammer an.

Parteichef der Sozialisten[bearbeiten]

1947 gehörte Santiago zusammen mit Santo de l'Ilpa, Ricardo Moreno und Nino Cabal zu den Gründern der sozialdemokratischen Sammlungspartei ASUL, für die er das Amt des Vizegeneralsekretärs und die Funktion des organisatorischen Sekretärs der Partei übernahm.

Nach der Niederlage der Sozialistischen Partei bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954 wurde Santiago als Nachfolger von Ricardo Moreno zum Generalsekretär der ASUL gewählt. Diese führte er bei der Parlamentswahl 1958 und Parlamentswahl 1962 als Spitzenkandidat an, musste sich beide Male aber der regierenden Volkspartei geschlagen geben - wenn auch 1962 nur knapp. Bei der Präsidentschaftswahl 1960 kandidierte Santiago gegen den früheren Ministerpräsidenten Paulo Luciaro, den Parteiführer der Liberalen Carles Méndez-León und den PCS-Generalsekretär Santo Cortez. Im "Rennen der Giganten" erreichte Santiago den zweiten Wahlgang, wo er aber dem favorisierten Luciaro unterlag.

Als Parteichef der Sozialisten ließ Santiago die Gruppe der Reformer in der Partei gewähren, die wesentlichen Einfluss auf das erste Parteiprogramm von 1962 (Manifesto de Lemez) erhielt. Mit der Verabschiedung des Lemezer Programms distanzierten sich die Sozialisten programmatisch von revolutionärer Ideologie und strebten eine sozialistische Reform an, womit sich die Partei auf einen Dritten Weg zwischen Sozialismus und Kapitalismus begab. In der Regierung Costa übernahm Santiago kein Amt, stattdessen blieb er als Parteichef außerhalb des Kabinetts und schickte seinen Stellvertreter Del Pérez als Außenminister und Vizepremier in die Regierung. Damit konnte Santiago die Unabhängigkeit der Partei von der ungeliebten Regierungskoalition betonen, was unter anderem dazu beitrug, dass die ASUL nach dem Bruch der Koalition 1963 bei der Wahl zur sagradischen Abgeordntenkammer 1963 mit einem Programm des Wechsels antreten konnte.

Ministerpräsidentschaft und Tod[bearbeiten]

Mit einem Wahlergebnis von 32,5 Prozent konnte Santiago die ASUL bei der vorgezogenen Parlamentswahlen im Dezember 1963 zu einem Wahlsieg führen. Um eine parlamentarische Mehrheit jenseits der gescheiterten Zusammenarbeit mit den Konservativen und der Kooperation mit den Kommunisten zu finden, nahm er in der Folge erstmals Gespräche mit der liberalen Demokratischen Union von Carles Méndez sowie den linksliberalen Radikaldemokraten auf. Dabei machte er auch in der Wirtschaftspolitik Zugeständnisse an die Liberalen, die er zuvor gegenüber dem PPC nicht gemacht hatte. Im Februar 1964 wurde Santiago schließlich zum Ministerpräsidenten einer Mitte-Links-Regierung aus Sozialisten, Links- und Rechtsliberalen ernannt. Durch Präsident Ariel Fernando De la Roya wurde Santiago als erster Sozialist seit 1949 zum Regierungschef ernannt. Ziel seiner Regierung war eine progressive Reform in gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Fragen, ohne jedoch das traditionelle Ziel von Verstaatlichungen der Schlüsselindustrien auf die Agenda zu setzen, welche die Liberalen deutlich ablehnten, die Santiago zuvor aber stets zur Vorbedingung sozialistischer Regierungsbeteiligung gemacht hatte und die auch in der Großen Koalition als Ziele benannt, aber nicht umgesetzt worden waren.

Von der Politik, die er in seiner ersten Regierungserklärung ankündigte, konnte Santiago kaum mehr etwas umsetzen. Nach nur vier Monaten im Amt verstarb der bereits seit längerer Zeit an Herzproblemen leidende Santiago im Juni 1964 an den Folgen eines Herzinfarktes. Sowohl im Parteiamt als auch in der Regierung folgte ihm Iacovo Del Pérez nach, der die Koalition mit den Liberalen bis zu deren Auseinanderbrechen im Jahr 1967 fortsetzte und 1969 von Joán Caval als Parteichef abgelöst wurde. António Santiago wurde posthum zum Ehrenvorsitzenden seiner Partei ernannt.

Politische Funktionen[bearbeiten]

Parteiämter[bearbeiten]

Mandate[bearbeiten]

Regierungsämter[bearbeiten]