Fernando De la Roya: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 29. Juli 2024, 18:05 Uhr
Ariel Fernando De la Roya (*1884, †1967) war ein sagradischer Politiker. Der liberale Katholik war im Jahr 1938 letzter Parteisekretär des kleinen christdemokratischen PDP und von 1947 bis 1950 Parteipräsident des PPC. Als Bürgermeister der Stadt Semest (1938-1946) während des Zweiten Weltkriegs ist er bis heute in Erinnerung und gilt als Legende der Stadt. Nach seiner Zeit als Bürgermeister bekleidete De la Roya von 1949 bis 1950 das Amt des sagradischen Senatspräsidenten, ehe er 1950 zum Präsidenten der Sagradischen Republik gewählt wurde. Nach zwei Amtszeiten schied er 1960 aus dem Amt.
Inhaltsverzeichnis
Leben[bearbeiten]
Vor dem Zweiten Weltkrieg[bearbeiten]
Der gebürtige Semestiner begann ein Studium der Rechtswissenschaften, wechselte aber ins theologische Fach und beendete sein Studium mit einer Doktorarbeit in katholischen Religionswissenschaften. Danach arbeitete De la Roya als Journalist und Lehrbeauftragter an mehreren katholischen Hochschulen im Land. 1920 wurde er Chefredakteur der liberal-katholischen Zeitschrift la Vertá, die sich gegen den rechtskonservativen Mainstream innerhalb der katholischen Kirche in Sagradien wandte. Bis 1931 war er Mitglied des Semestiner Stadtrats und übernahm verschiedene Posten in der Stadtverwaltung. Bis 1924 Mitglied der Acción Popular, gründete De la Roya mit anderen Persönlichkeiten aus dem „la Vertá“-Umfeld das sozialkatholische Cientro Social Humanista (CSH), aus dem sich 1925 die Partíu Democrático Popular unter der Führung von Don Martín de León herausbildete.
De la Roya wurde 1926 erstmals für die PDP in die sagradische Abgeordnetenkammer gewählt. 1929 wurde er im Kabinett Iruain zum stellvertretenden Erziehungsminister ernannt. 1931 schied er aus der Regierung wieder aus, ehe er 1932 als Staatssekretär für das Kirchenwesen in die erste Regierung Dini eintrat. Stattdessen wurde De la Roya zum Gouverneur der Provinz Baixo-Liêno ernannt, wechselte 1934 aber in die Kommunalpolitik. Nach dem Zerfall der linken Volksfront wurde De la Roya 1938 vom Stadtrat der Hauptstadt Semest als Ausgleichskandidat einer breiten Koalition der Mitte zum Bürgermeister gewählt. Er löste in diesem Amt den Sozialisten Joán Carles Ferrer ab. In diesem Amt konnte er große Popularität gewinnen, indem er hart gegen die faschistische Bedrohung auf den Straßen vorging.
Als Nacholger Don Martín de Leóns wurde De la Roya 1938 Parteisekretär der PDP. In seiner Zeit als Bürgermeister etablierte sich De la Royal als bekanntester und profiliertester Kritiker von Ministerpräsident Manuel Sants-Igualde außerhalb des linken Lagers. Als solcher sprach sich De la Royal 1940 gegen das Ermächtigungsgesetz vom Juni 1940 und gegen die Augustgesetze, die der Regierung Sants außerordentliche Sondervollmachten übertrugen. Als Konsequenz wurde er zeitweise von seinem Amt suspendiert, vom zuständigen Verwaltungsgericht aber wieder eingesetzt. Nach der Besatzung Nordostsagradiens durch deutsche Truppen gründete Roya mit Mitstreitern die so genannte "Resistença Cristiana" und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des CNRS. Als Bürgermeister fiel ihm auch die Stadtverteidigung während des Zweiten Weltkriegs zu.
Nach dem Krieg[bearbeiten]
1946 verzichtete De la Roya auf eine Wiederwahl zum Bürgermeister und wurde stattdessen zum Senator gewählt. Er war Mitgründer der christdemokratischen Volkspartei (PPC) und seit 1947 deren Parteipräsident. Von 1947 bis 1949 war er sagradischer Erziehungsminister, ehe er 1949 zum Präsidenten des sagradischen Senats und bei der Präsidentschaftswahl 1950 als Kandidat der Konservativen zum Staatsoberhaupt der Sagradischen Republik gewählt wurde.
Als Präsident prägte De la Roya das Amt durch eine würdevolle, aber stets volksnahe und integrative Amtsführung. Im Volksmund wurde er liebevoll als „Papa Fernando“ oder „Papalí“ bezeichnet. Er trat als Präsident stets unabhängig und überparteilich, aber nicht unpolitisch auf. Obwohl die Verfassung der Dritten Republik dem Staatsoberhaupt nominell weitreichende Vollmachten einräumte, machte De la Roya nur spärlich davon Gebrauch und überließ das Tagesgeschäft der Regierung unter seinem Parteifreund Paulo Luciaro. Auf dessen Bitte hin löste De la Roya 1954 die Abgeordnetenkammer auf und setzte Neuwahlen an. Obwohl selbst ein Anhänger lagerübergreifenden Regierens, duldete er 1953/54 den Koalitionswechsel von der Großen Koalition aus PPC und ASUL zur Mitte-Rechts-Regierung aus Konservativen und Liberalen.
Bei der Präsidentschaftswahl 1955 trat De la Roya als überparteilicher Kandidat an und wurde schon im ersten Wahlgang mit einem Rekordergebnis von fast 80 Prozent wiedergewählt.
Nach Ende seiner zweiten Amtszeit verzichtete De la Roya 1960 auf ein Senatsmandat auf Lebenszeit und zog sich auf seinen Landsitz zurück, wo er 1967 verstarb. Kurz nach seinem Tod wurde er von seiner Partei zum Ehrenpräsidenten des PPC ernannt.
Politische Funktionen[bearbeiten]
Öffentliche Ämter[bearbeiten]
- 1929-1931: stellvertretender Erziehungsminister im Kabinett Iruain
- 1932: Staatssekretär für das Kirchenwesen im Kabinett Dini I
- 1932-1934: Gouverneur für die Provinz Baixo-Liêno
- 1938-1946: Bürgermeister von Semest
- 1947-1949: Minister für Nationale Erziehung im Kabinett Ilpa II und im Kabinett Luciaro I
- 1949-1950: Präsident des sagradischen Senats
- 1950-1960: Präsident der Sagradischen Republik
Mandate[bearbeiten]
- 1920-1946: Stadtrat in Semest
- 1926-1938: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer
- 1946-1950: Mitglied des sagradischen Senats