Unión Nacional: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Sagradien
Zur Navigation springenZur Suche springen
 
(46 dazwischenliegende Versionen von 12 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
Die '''Unión Republicana''' (''Republikanische Union''), oft auch als '''Unionistische Partei''' bezeichnet, war zu Beginn der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Sagradischen Republik]] eine politische Strömung und seit 1897 eine eigenständige Partei am konservativen Flügel des republikanischen Lagers. Die Unionisten waren eine großbürgerliche Mitte-Rechts-Gruppierung mit einem liberal-konservativen Programm. Zwischen 1903 und 1909 stellte die Partei mehrere Regierungschefs. Nach einer Parteispaltung 1907 nannte sich der größere Teil der Partei '''Partido Republicano Conservador''' ('''PRC''', später Partido Unionista), verlor aber zunehmend an Bedeutung und hörte schließlich 1924 auf zu bestehen.
+
{| class="wikitable" style="float:right; font-size: 85%; margin-left: 10px;"
 +
|-bgcolor=EEEEEE
 +
| colspan=3 style="width: 10em" align="center"| <span style="font-size:120%">'''Unión Nacional'''</span><br>Nationale Union
 +
|-
 +
! colspan=3 style="background-color: #08088A"|
 +
|-bgcolor=EEEEEE
 +
| style="width: 5em" valign="top"| '''Parteiführer'''
 +
| style="width: 12em" colspan=2| [[Miquel Fernando Luisanto]]<br>[[Francisco Britón]]
 +
|-bgcolor=EEEEEE
 +
| style="width: 5em" valign="top"| '''Gründung'''
 +
| style="width: 12em" colspan=2| 1897
 +
|-bgcolor=EEEEEE
 +
| style="width: 5em" valign="top"| '''Auflösung'''
 +
| style="width: 12em" colspan=2| 1912 <small>(Abgeordnetenkammer)</small><br>1925 <small>(Senat)</small>
 +
|-bgcolor=EEEEEE
 +
| style="width: 5em" valign="top"| '''Vorgänger'''
 +
| style="width: 12em" colspan=2| [[Partíu Conservador]]<br>[[Partíu Liberal]] <small>(Teile)</small>
 +
|-bgcolor=EEEEEE
 +
| style="width: 5em" valign="top"| '''Nachfolge'''
 +
| style="width: 12em" colspan=2| [[Partíu Republicano Conservador|PRC]]<br>[[Acción Popular]]
 +
|-bgcolor=EEEEEE
 +
| style="width: 5em" valign="top"| '''Ausrichtung'''
 +
| style="width: 12em" colspan=2| Konservatismus<br>Nationalismus<br>'''Fraktionen''':
 +
* Monarchismus
 +
* Republikanismus
 +
* Polit. Katholizismus
 +
|-bgcolor=EEEEEE
 +
| style="width: 5em" valign="top"| '''Bündnis'''
 +
| style="width: 12em" colspan=2| [[Koalition der Moral]]
 +
|-bgcolor=EEEEEE
 +
| style="width: 5em" valign="top"| '''Position'''
 +
| style="width: 12em" colspan=2| Mitte-Rechts/Rechts
 +
|}
  
== Unionisten in der Republikanischen Partei ==
+
Die '''Unión Nacional del Ordre Costitucional''' (''Nationale Union der konstitutionellen Ordnung'', kurz '''Unión Nacional''') war eine Gruppierung der politischen Rechten zu Beginn der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Sagradischen Republik]] und eine Fraktion in der sagradischen [[Nationalversammlung]]. Die Unionisten waren eine bürgerliche Mitte-Rechts-Kraft mit einer konservativen politischen Plattform und standen damit in der Tradition des [[Partíu Conservador]] der konstitutionellen Monarchie. Es handelte sich um keine organisierte Partei im modernen Sinn, sondern um einen locker gefügten Zusammenschluss auf parlamentarischer Basis, der in seinen Reihen gemäßigt-monarchistische, katholische und bürgerlich-konservative Abgeordnete vereinte. Zu den Führungsfiguren der Partei gehörten [[Miquel Fernando Luisanto]], [[Francisco Britón]] sowie [[Daniel Gaspard]]. Auch der konservative Republikaner [[Luciano Tropexas]] und der Militär [[Joán Cardinal]] standen den Unionisten nahe.  
Die Ursprünge der Unionisten liegen in der republikanischen Bewegung der späten Monarchie, die für eine Abschaffung des Königtums und die Errichtung einer demokratischen Republik eintrat. Als die Monarchie in der [[Januarrevolution 1891]] gestürzt wurde, übernahm der gemäßigte Republikaner [[Luis Cavaller]] mit seiner [[Partido Republicano (19. Jahrhundert)|Republikanischen Partei]] die Führung und führte die Republikaner bei der [[Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1891]] zu einem deutlichen Sieg über die zerstrittenen monarchistischen Parteien. In den ersten Jahren der Zweiten Republik dominierten die gemäßigten Republikaner (''Moderatas''), die sich für eine schrittweise Durchsetzung der republikanischen Ideale im sagradischen Staat und moderate Reformen einsetzten. Besonders der Umgang der jungen Republik mit ihren Kolonien sowie mit der mächtigen katholischen Kirche wurde bald zum Sprengsatz der republikanischen Linken. Die Dominanz der Moderatas führte 1894 zur Gründung des [[Partido Radical]], der sich in Opposition zu den Gemäßigten stellte und weitergehende soziale und laizistische Reformen forderte.  
 
  
Die verbliebenen Moderaten Republikaner sammelten sich in der Folge hinter den zwei bedeutenden Führungspersönlichkeiten der Partei [[José Delacrûce]] und [[Luciano Tropexas]]. Beide führten ihre eigenen Faktionen innerhalb der Republikanischen Partei an, die von den Zeitungen [[l'Amistá]] und [[l'Unión]] vertreten wurden. Die Anhänger Tropexas' wurden daher bald als ''Unionisten'' bezeichnet. Während die ''Liberales'' um Delacrûce, [[Ricardo Alemà]] und [[Francisco de Brentano]] für eine Zusammenarbeit mit den Radikalen eintraten und zu moderaten Reformen bereit waren, lehnten die Unionisten das Programm der Radikalen rundweg ab und sahen diese als Bedrohung für die junge Republik an. Sie vertraten hauptsächlich die Interessen des Großbürgertums, höherer Beamter sowie derjenigen Vertreter der alten Eliten, die ihren Platz in der Republik suchten. Auch ein Bruch mit der Kirche wurde von den Unionisten abgelehnt. In dieser Hinsicht traten die Unionisten das Erbe des [[Partido Regenerador|Regeneradores]] an, die den rechten Flügel des Liberalismus in der späten Monarchie repräsentiert hatten.  
+
Aus Reihen der Unionisten kamen zwischen 1903 und 1909 mehrere Regierungschefs innerhalb der katholisch-nationalistischen "[[Koalition der Moral]]". Nach internen Grabenkämpfen kam es seit 1905 zu mehreren konkurrierenden Parteigründungen innerhalb der Unión Nacional, die schließlich auch zu ihrem Zerfall führten. Neben dem 1907 gegründeten '''Partíu Republicano Conservador''' ('''PRC''') ging aus der Unión Nacional auch die katholisch-konservative [[Acción Popular]] hervor, die sich schließlich in ihrer Nachfolge zur dominanten Mitte-Rechts-Partei entwickeln konnte. Während sich die Unión Nacional in der Abgeordnetenkammer 1912 auflöste, bestand sie in der Senatskammer noch bis zum Jahr 1925 weiter, ehe sie sich zur [[Unión Popular]] umformte.
  
== Gründung der eigenständigen Unión Republicana und Koalition der Moral ==
+
== Gründung der Nationalen Union und Koalition der Moral ==
Nach der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1895|Wahl zur zweiten Nationalversammlung im Jahr 1895]] begann sich Tropexas zunehmend von der Gruppe um Delacrûce zu lösen und ein eigenes politisches Programm zu verfolgen. Die von Delacrûce 1897 versuchte [[Reunión Republicana|Republikanische Wiedervereinigung]] mit den Radikalen führte schließlich zum Ausscheiden Tropexas' und seiner Anhänger aus der Gesamtpartei und zur Gründung der '''Unión Republicana Liberal i Moderata'''. Der gescheiterte [[Putsch von 1898]] brachte den Unionisten großen Zulauf, da sich der Partei nun auch zahlreiche ehemalige Monarchisten anschlossen, die sich gegen den Putschversuch wandten. Bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1899|Parlamentswahl 1899]] wurden die Unionisten mit 96 Mandaten dritte Kraft im republikanischen Lager und gingen in die Opposition zur neuen radikal-liberalen Mehrheit, die sich anschickte, eine strikte Trennung zwischen Staat und Kirche sowie eine umfassende Landreform zu verabschieden.  
+
Die Unionistische Partei entstand als loser Zusammenschluss rechtsgerichteter Abgeordneter im Jahr 1897, erhielt ihren Auftrieb aber erst infolge des gescheiterten [[Putsch von 1898]], der die offene Gegnerschaft zur Republik und das Eintreten für die Wiedereinführung der Monarchie öffentlich weitgehend diskreditierte. Frühere Gegner der Republik und Vertreter des katholischen Großbürgertums suchten daher eine neue politische Plattform und schlossen sich der Nationalen Union an. Bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1899|Parlamentswahl 1899]] traten bereits Wahlkomitees der Union in Erscheinung, die auf nationaler Ebene nur locker koordiniert waren, aber bereits dritte Kraft in der Nationalversammlung wurden. In der Opposition zur neuen radikal-liberalen Mehrheit, die sich anschickte, eine strikte Trennung zwischen Staat und Kirche sowie eine umfassende Landreform zu verabschieden, kam es zur Festigung der Unionistischen Fraktion zu einer dauerhaften Parteivereinigung.  
  
In der Opposition kam es zur weiteren Annäherung der Unionisten an die antirepublikanische Rechte sowie die [[Partido Nacional Republicano|Nationalrepublikaner]] [[Daniel Lafontán]]s. Gemeinsam mit den monarchischen Kräften opponierten die Unionisten gegen die Reformpolitik der Linken und positionierte sich so im anti-laizistischen Lager, das sich bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1903|Parlamentswahl 1903]] dank einer gezielten Bündnisstrategie gegen die Linke durchsetzen konnte. Der Unionist [[Miguel Fernando Luisanto]], nach dem Tod Tropexas' im Jahr 1901 als neuer Parteichef gefolgt, wurde nun Regierungschef und bildete eine [[Koalition der Moral|"Regierung der Moral"]] zusammen mit Lafontáns Nationalrepublikanern und einzelnen gemäßigten Monarchisten.  
+
In der Opposition kam es zudem zur weiteren Zusammenarbeit der Unionisten mit der offen antirepublikanischen Rechten. Gemeinsam mit den monarchischen Kräften opponierten die Unionisten gegen die Reformpolitik der Linken und positionierte sich so im anti-laizistischen Lager, das sich bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1903|Parlamentswahl 1903]] dank einer gezielten Bündnisstrategie gegen die Linke durchsetzen konnte. Der Unionist [[Miquel Fernando Luisanto]] wurde nun Regierungschef und bildete eine [[Koalition der Moral|"Regierung der Moral"]] zusammen mit der nationalistischen Bewegung [[Daniel Lafontán]]s und Vertretern der ultrakonservativen Rechten.
  
 
== Spaltung 1905/07 ==
 
== Spaltung 1905/07 ==
Das Bündnis der Rechten blieb jedoch nicht spannungsfrei. Bei den [[Präsidentschaftswahlen 1905]] konnte sich die Mehrheit zunächst nicht auf einen gemeinsamen Bewerber einigen. Die Union hielt an ihrem Bewerber [[Joán Martêu]] fest, konnte aber keine Mehrheit für diesen sichern. Im dritten Wahlgang kam es schließlich zu einer Spaltung der Fraktion. Die offizielle Parteiführung hielt an Martêu fest, während sich eine Minderheit unter Führung von [[Francisco Britón]] für den von den anderen Rechtsparteien vorgeschlagenen Kompromisskandidaten [[Joán Cardinal]] aussprach, der schließlich auch die meisten Stimmen auf sich vereinte. Das Verhältnis zwischen der Parteiführung um Luisanto und der Minderheit um Britón blieb danach gespannt. Im Vorfeld der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1907|Parlamentswahlen 1907]] kam es schließlich zur Parteispaltung und zu einer Reihe von Konkurrenzkandidaturen der beiden Unionistischen Faktionen, die teilweise als „Unión Republicana“ und „Partido Unionista“ gegeneinander antraten. Nach der Wahl konstituierten sich zwei getrennte Fraktionen im Parlament, von denen überraschend die Britóns eine Mehrheit an Abgeordneten hinter sich sammeln konnte. Die von Britón geführte Fraktion nannte sich zunächst ebenfalls Grupo Unionista, musste sich bald aber umbenennen, woraus der '''Partido Republicano Conservador''' hervorging.  
+
Das Bündnis der Rechten blieb jedoch nicht spannungsfrei. Bei den [[Präsidentschaftswahlen 1905]] konnte sich die Mehrheit zunächst nicht auf einen gemeinsamen Bewerber einigen. Die Union hielt an ihrem Bewerber [[Miquel Fernando Luisanto]] fest, konnte aber keine Mehrheit für diesen sichern. Im dritten Wahlgang kam es schließlich zu einer Spaltung der Fraktion. Die offizielle Parteiführung hielt an Luisanto fest, während sich eine Minderheit unter Führung von [[Francisco Britón]] für den von den anderen Rechtsparteien vorgeschlagenen Kompromisskandidaten [[Joán Cardinal]] aussprach, der schließlich auch die meisten Stimmen auf sich vereinte.  
  
== Partido Republicano Conservador und Niedergang der Unionisten ==
+
Das Verhältnis zwischen der Parteiführung um Luisanto und der Minderheit um Britón blieb danach gespannt. Im Vorfeld der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1907|Parlamentswahlen 1907]] kam es schließlich zur Parteispaltung und zu einer Reihe von Konkurrenzkandidaturen der beiden Unionistischen Faktionen, die teilweise als „Unión Republicana“ und „Partíu Unionista“ gegeneinander antraten. Nach der Wahl konstituierten sich zwei getrennte Fraktionen im Parlament, von denen überraschend die Britóns eine Mehrheit an Abgeordneten hinter sich sammeln konnte. Die von Britón geführte Fraktion nannte sich zunächst ebenfalls Grupo Unionista, musste sich bald aber umbenennen, woraus der '''Partíu Republicano Conservador''' hervorging.
Britón wurde von Joán Cardinal zum Ministerpräsidenten ernannt, die Alt-Unionisten traten dessen Mitte-Rechts-Kabinett erst wenige Monate später bei. Darüber entzündete sich aber erneut Streit in der Partei, sodass sich der liberale Flügel im Frühjahr 1908 der aus dem PRL hervorgegangenen [[Aliança Republicana]] anschloss. Mit der Spaltung der Partei zerbrach bald auch das Bündnis der Rechten. Der Bruch der Koalition im Jahr 1909 und die Auflösung der Kammern führte zu [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1909|Neuwahlen]], die für die Rechte zu einem Debakel wurde. PRC und Rest-Union kamen zusammen auf nicht einmal 30 Abgeordnete, während die Parteien der Linken die Parlamentsmehrheit zurückerobern konnten. Die Führerschaft im rechten Lager hatte nun die katholische Volksaktion übernommen, die zur stärksten Kraft der Opposition wurde. Mit der neuerlichen Niederlage der Unionisten bei den Wahlen 1913 hörte die alte Unionistische Partei de facto auf zu bestehen, ihre Abgeordneten hatten sich bereits zuvor mehrheitlich der katholischen [[Volksaktion]], dem ebenfalls dezimierten PRC oder den liberalen Republikanern angeschlossen. Der PRC Britóns versuchte danach noch einmal vergebens, an die Tradition der Unionisten anzuknüpfen und nannte sich seit den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1913|Wahlen 1913]] '''Partido Unionista''', es konnten jedoch nur 27 Abgeordnete unter diesem Banner in die Kammer einziehen. Die nun als „Partido Unionista“ firmierende Fraktion des PRC schloss sich im Vorfeld der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1917|Parlamentswahl 1917]] der katholischen Volksaktion an und kandidierte mit dieser in einer Listengemeinschaft. Seitdem stand die PRC/PU in enger Abhängigkeit zur Volksaktion, ehe die dezimierte Partei 1924 zusammen mit der Acción Popular, dem Überbleibsel der alten Unionistischen Partei und anderen Rechtsparteien in der katholisch-konservativen [[Unión Popular]] aufging.
 
  
== Wiedergründung 1936 ==
+
== Partíu Republicano Conservador und Niedergang der Unionisten ==
Nach der Machtübernahme des rechten antidemokratischen Flügels unter [[Manuel Álamo Igualde]] kam es in der [[Volksunion]] zu zahlreichen Parteiaustritten. Eine Gruppe gemäßigt-konservativer Mitglieder der Partei verließ die Partei im Frühjahr 1936 und gründete daraufhin unter [[Luis Martín Follar]] den Partido Republicano Conservador neu, der jedoch bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1938]] erfolglos antrat und sich im folgenden Sommer selbst auflöste.
+
Britón wurde von Joán Cardinal zum Ministerpräsidenten ernannt, die Alt-Unionisten traten dessen Mitte-Rechts-Kabinett erst wenige Monate später bei. Darüber entzündete sich aber erneut Streit in der Partei, sodass sich der liberale Flügel im Frühjahr 1908 der aus dem [[PRL]] hervorgegangenen [[Aliança Republicana]] anschloss. Mit der Spaltung der Partei zerbrach bald auch das Bündnis der Rechten. Der Bruch der Koalition im Jahr 1909 und die Auflösung der Kammern führte zu [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1909|Neuwahlen]], die für die Rechte zu einem Debakel wurde. Die als PRC antretenden Unionisten kamen zusammen auf nicht einmal 30 Abgeordnete, während die Parteien der Linken die Parlamentsmehrheit zurückerobern konnten. Die Führerschaft im rechten Lager hatte nun die katholische Volksaktion übernommen, die zur stärksten Kraft der Opposition wurde.
 +
 
 +
Der PRC Britóns versuchte danach noch einmal vergebens, an die Tradition der Unionisten anzuknüpfen und nannte sich seit den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1913|Wahlen 1913]] '''Partíu Unionista''', es konnten jedoch nur 27 Abgeordnete unter diesem Banner in die Kammer einziehen. Die nun als „Partíu Unionista“ firmierende Fraktion des PRC schloss sich im Vorfeld der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1917|Parlamentswahl 1917]] der katholischen Volksaktion an und kandidierte mit dieser in einer Listengemeinschaft. Seitdem stand die PRC/PU in enger Abhängigkeit zur Volksaktion, ehe die dezimierte Partei 1924 zusammen mit der Acción Popular, dem Überbleibsel der alten Unionistischen Partei und anderen Rechtsparteien in der katholisch-konservativen [[Unión Popular]] aufging.
  
 
== Parteiführer der Unionisten ==
 
== Parteiführer der Unionisten ==
=== Unión Republicana ===
+
===== Unión Nacional =====
* Bis 1901: [[Luciano Tropexas]] (+)
+
* 1899-1910: [[Miquel Fernando Luisanto]]
* 1901-1910: [[Miguel Fernando Luisanto]]
 
 
* 1910-1912: [[Daniel Gaspard]]
 
* 1910-1912: [[Daniel Gaspard]]
  
=== Partido Republicano Conservador (Partido Unionista) ===
+
===== Partíu Republicano Conservador =====
 
* 1907-1914: [[Francisco Britón]]
 
* 1907-1914: [[Francisco Britón]]
 
* 1914-1919: [[Marcelo Coronado]]
 
* 1914-1919: [[Marcelo Coronado]]
Zeile 32: Zeile 63:
  
 
[[Kategorie: Sagradische Partei]]
 
[[Kategorie: Sagradische Partei]]
 +
[[Kategorie: Historische Partei in Sagradien]]

Aktuelle Version vom 30. Dezember 2022, 00:52 Uhr

Unión Nacional
Nationale Union
Parteiführer Miquel Fernando Luisanto
Francisco Britón
Gründung 1897
Auflösung 1912 (Abgeordnetenkammer)
1925 (Senat)
Vorgänger Partíu Conservador
Partíu Liberal (Teile)
Nachfolge PRC
Acción Popular
Ausrichtung Konservatismus
Nationalismus
Fraktionen:
  • Monarchismus
  • Republikanismus
  • Polit. Katholizismus
Bündnis Koalition der Moral
Position Mitte-Rechts/Rechts

Die Unión Nacional del Ordre Costitucional (Nationale Union der konstitutionellen Ordnung, kurz Unión Nacional) war eine Gruppierung der politischen Rechten zu Beginn der Zweiten Sagradischen Republik und eine Fraktion in der sagradischen Nationalversammlung. Die Unionisten waren eine bürgerliche Mitte-Rechts-Kraft mit einer konservativen politischen Plattform und standen damit in der Tradition des Partíu Conservador der konstitutionellen Monarchie. Es handelte sich um keine organisierte Partei im modernen Sinn, sondern um einen locker gefügten Zusammenschluss auf parlamentarischer Basis, der in seinen Reihen gemäßigt-monarchistische, katholische und bürgerlich-konservative Abgeordnete vereinte. Zu den Führungsfiguren der Partei gehörten Miquel Fernando Luisanto, Francisco Britón sowie Daniel Gaspard. Auch der konservative Republikaner Luciano Tropexas und der Militär Joán Cardinal standen den Unionisten nahe.

Aus Reihen der Unionisten kamen zwischen 1903 und 1909 mehrere Regierungschefs innerhalb der katholisch-nationalistischen "Koalition der Moral". Nach internen Grabenkämpfen kam es seit 1905 zu mehreren konkurrierenden Parteigründungen innerhalb der Unión Nacional, die schließlich auch zu ihrem Zerfall führten. Neben dem 1907 gegründeten Partíu Republicano Conservador (PRC) ging aus der Unión Nacional auch die katholisch-konservative Acción Popular hervor, die sich schließlich in ihrer Nachfolge zur dominanten Mitte-Rechts-Partei entwickeln konnte. Während sich die Unión Nacional in der Abgeordnetenkammer 1912 auflöste, bestand sie in der Senatskammer noch bis zum Jahr 1925 weiter, ehe sie sich zur Unión Popular umformte.

Gründung der Nationalen Union und Koalition der Moral[bearbeiten]

Die Unionistische Partei entstand als loser Zusammenschluss rechtsgerichteter Abgeordneter im Jahr 1897, erhielt ihren Auftrieb aber erst infolge des gescheiterten Putsch von 1898, der die offene Gegnerschaft zur Republik und das Eintreten für die Wiedereinführung der Monarchie öffentlich weitgehend diskreditierte. Frühere Gegner der Republik und Vertreter des katholischen Großbürgertums suchten daher eine neue politische Plattform und schlossen sich der Nationalen Union an. Bei der Parlamentswahl 1899 traten bereits Wahlkomitees der Union in Erscheinung, die auf nationaler Ebene nur locker koordiniert waren, aber bereits dritte Kraft in der Nationalversammlung wurden. In der Opposition zur neuen radikal-liberalen Mehrheit, die sich anschickte, eine strikte Trennung zwischen Staat und Kirche sowie eine umfassende Landreform zu verabschieden, kam es zur Festigung der Unionistischen Fraktion zu einer dauerhaften Parteivereinigung.

In der Opposition kam es zudem zur weiteren Zusammenarbeit der Unionisten mit der offen antirepublikanischen Rechten. Gemeinsam mit den monarchischen Kräften opponierten die Unionisten gegen die Reformpolitik der Linken und positionierte sich so im anti-laizistischen Lager, das sich bei der Parlamentswahl 1903 dank einer gezielten Bündnisstrategie gegen die Linke durchsetzen konnte. Der Unionist Miquel Fernando Luisanto wurde nun Regierungschef und bildete eine "Regierung der Moral" zusammen mit der nationalistischen Bewegung Daniel Lafontáns und Vertretern der ultrakonservativen Rechten.

Spaltung 1905/07[bearbeiten]

Das Bündnis der Rechten blieb jedoch nicht spannungsfrei. Bei den Präsidentschaftswahlen 1905 konnte sich die Mehrheit zunächst nicht auf einen gemeinsamen Bewerber einigen. Die Union hielt an ihrem Bewerber Miquel Fernando Luisanto fest, konnte aber keine Mehrheit für diesen sichern. Im dritten Wahlgang kam es schließlich zu einer Spaltung der Fraktion. Die offizielle Parteiführung hielt an Luisanto fest, während sich eine Minderheit unter Führung von Francisco Britón für den von den anderen Rechtsparteien vorgeschlagenen Kompromisskandidaten Joán Cardinal aussprach, der schließlich auch die meisten Stimmen auf sich vereinte.

Das Verhältnis zwischen der Parteiführung um Luisanto und der Minderheit um Britón blieb danach gespannt. Im Vorfeld der Parlamentswahlen 1907 kam es schließlich zur Parteispaltung und zu einer Reihe von Konkurrenzkandidaturen der beiden Unionistischen Faktionen, die teilweise als „Unión Republicana“ und „Partíu Unionista“ gegeneinander antraten. Nach der Wahl konstituierten sich zwei getrennte Fraktionen im Parlament, von denen überraschend die Britóns eine Mehrheit an Abgeordneten hinter sich sammeln konnte. Die von Britón geführte Fraktion nannte sich zunächst ebenfalls Grupo Unionista, musste sich bald aber umbenennen, woraus der Partíu Republicano Conservador hervorging.

Partíu Republicano Conservador und Niedergang der Unionisten[bearbeiten]

Britón wurde von Joán Cardinal zum Ministerpräsidenten ernannt, die Alt-Unionisten traten dessen Mitte-Rechts-Kabinett erst wenige Monate später bei. Darüber entzündete sich aber erneut Streit in der Partei, sodass sich der liberale Flügel im Frühjahr 1908 der aus dem PRL hervorgegangenen Aliança Republicana anschloss. Mit der Spaltung der Partei zerbrach bald auch das Bündnis der Rechten. Der Bruch der Koalition im Jahr 1909 und die Auflösung der Kammern führte zu Neuwahlen, die für die Rechte zu einem Debakel wurde. Die als PRC antretenden Unionisten kamen zusammen auf nicht einmal 30 Abgeordnete, während die Parteien der Linken die Parlamentsmehrheit zurückerobern konnten. Die Führerschaft im rechten Lager hatte nun die katholische Volksaktion übernommen, die zur stärksten Kraft der Opposition wurde.

Der PRC Britóns versuchte danach noch einmal vergebens, an die Tradition der Unionisten anzuknüpfen und nannte sich seit den Wahlen 1913 Partíu Unionista, es konnten jedoch nur 27 Abgeordnete unter diesem Banner in die Kammer einziehen. Die nun als „Partíu Unionista“ firmierende Fraktion des PRC schloss sich im Vorfeld der Parlamentswahl 1917 der katholischen Volksaktion an und kandidierte mit dieser in einer Listengemeinschaft. Seitdem stand die PRC/PU in enger Abhängigkeit zur Volksaktion, ehe die dezimierte Partei 1924 zusammen mit der Acción Popular, dem Überbleibsel der alten Unionistischen Partei und anderen Rechtsparteien in der katholisch-konservativen Unión Popular aufging.

Parteiführer der Unionisten[bearbeiten]

Unión Nacional[bearbeiten]
Partíu Republicano Conservador[bearbeiten]